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  1. #21
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    Zitat Zitat von Michael60 Beitrag anzeigen
    Leiharbeitsfirmen sind moderne Sklavenhändler. Solche Einrichtungen sind eines zivilisierten Landes nicht würdig.
    Es gibt solche Einrichtungen aber komischerweise in allen europäischen Ländern.
    Sind die also alle nicht (mehr) zivilisiert?
    Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen.

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  2. #22
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    Zitat Zitat von Michael60 Beitrag anzeigen
    ... der große Nachteil der Leiharbeit ist die sofortige Freisetzbarkeit von nicht mehr gewünschten Mitarbeiten.

    Für Leiharbeiter ist eine Lebensplanung nicht mehr möglich, da sie heute nicht wissen, ob sie morgen noch Arbeit haben.

    Auf welcher Grundlage soll eine Familie aufgebaut werden?
    Auf welcher Grundlage Eigentum angeschafft werden?
    Auf welcher Grundlage sollen soziale Bindungen aufgebaut werden?
    In welchem Unternehmen kann man heute noch eine Lebensplanung machen? Ich kenne kein Einziges. Selbst als Staatsangestellter hat man die Sicherheit nur begrenzt, s. Bahn und Post.

    Ursprünglich galt doch mal der Leiharbeit-Grundsatz: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ein Leiharbeiter kam das einstellende Unternehmer teurer, dafür hatte es die große Flexibiltät schnell auf Konjunkturschwankungen zu reagieren zu können. Soweit so gut. Viele Leiharbeiter hatten gute Chancen, in eine Festanstellung übernommen zu werden.

    Wie sieht es mittlerweile aus? Lohndumping, miese Bezahlung von Leiharbeitern, das Gefühl ein Mensch zweiter Klasse zu sein und deutlich weniger zu verdienen als der Kollege, der gleiche Arbeit verrichtet, hire and fire Methoden mit geringer Absicherung, so gut wie keine Chance, in eine Festeinstellung übernommen zu werden.

    Die Politik muss endlich reagieren und Leiharbeit dahin zurückführen, wofür sie ursprünglich gedacht war. Ich fürchte aber, die FDP wird da nicht mitmachen und die CDU ziehrt sich auch. Beide sind ja nicht unbedingt als Parteien bekannt, die zu den Schwachen der Gesellschaft stehen.
    Handbreit - Ralf

  3. #23
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    Zitat Zitat von Facoly23 Beitrag anzeigen
    Es gibt solche Einrichtungen aber komischerweise in allen europäischen Ländern.
    Sind die also alle nicht (mehr) zivilisiert?
    ... was soll daran zivilisiert sein, wenn es Einrichtungen gibt, die nur darum existieren können, weil sie Menschen vermitteln die
    a) weniger verdienen und
    b) weniger Rechte haben
    als der normale Angestellte oder Arbeiter.

    Arbeitsvermittlungen sehe ich ja noch nicht einmal grundsätzlich kritisch. So können auch Produktionsspitzen ohne Überstunden aufgefangen werden. Eine Arbeitsvermittlung muss aber unendgeldlich geschehen (bzw. vom Arbeitgeber bezahlt werden) und ein Arbeiter der vermittelt wird muss die gleichen Rechte haben und den gleichen Verdienst haben, wie ein Festangestellter.
    mfG

    Michael

  4. #24
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    Zitat Zitat von Ralf-T Beitrag anzeigen
    ...
    In welchem Unternehmen kann man heute noch eine Lebensplanung machen? Ich kenne kein Einziges. Selbst als Staatsangestellter hat man die Sicherheit nur begrenzt, s. Bahn und Post.
    ...
    ... eine 100 %ige Sicherheit gibt es natürlich nicht. Wenn ich mich in meinem Bekanntkreis so gedanklich umsehe, dürfte die durchschnittliche Firmenzugehörigkeit aber deutlich über 10 Jahre liegen. Bei mir sind es über 20 Jahre und wenn meine (MDAX-notierte) Firma sagen würde, dass man meine Arbeit nicht mehr benötigt, würde schon die Abfindung alleine für ein schönes Segelschiffchen reichen.
    mfG

    Michael

  5. #25
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    Zitat Zitat von Ralf-T Beitrag anzeigen
    In welchem Unternehmen kann man heute noch eine Lebensplanung machen? Ich kenne kein Einziges. Selbst als Staatsangestellter hat man die Sicherheit nur begrenzt, s. Bahn und Post.

    Ursprünglich galt doch mal der Leiharbeit-Grundsatz: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Ein Leiharbeiter kam das einstellende Unternehmer teurer, dafür hatte es die große Flexibiltät schnell auf Konjunkturschwankungen zu reagieren zu können. Soweit so gut. Viele Leiharbeiter hatten gute Chancen, in eine Festanstellung übernommen zu werden.

    Wie sieht es mittlerweile aus? Lohndumping, miese Bezahlung von Leiharbeitern, das Gefühl ein Mensch zweiter Klasse zu sein und deutlich weniger zu verdienen als der Kollege, der gleiche Arbeit verrichtet, hire and fire Methoden mit geringer Absicherung, so gut wie keine Chance, in eine Festeinstellung übernommen zu werden.

    Die Politik muss endlich reagieren und Leiharbeit dahin zurückführen, wofür sie ursprünglich gedacht war. Ich fürchte aber, die FDP wird da nicht mitmachen und die CDU ziehrt sich auch. Beide sind ja nicht unbedingt als Parteien bekannt, die zu den Schwachen der Gesellschaft stehen.
    Kann ich so unterschreiben.
    ein Bekannter musste wohl oder übel einen Job bei einer Zeitarbeitsfirma annehmen. Anfangs war er froh über einen Job in seinem Beruf und machte sich Hoffnung auf eine Festanstellung.
    Doch weit gefehlt: Warum sollte ein AG einen Leiharbeiter "teuer" bezahlen, wenn er ihn auch "Billig" haben kann, und dies ohne Verpflichtungen. Und ohne Rechte. Die Entlohnung ist mehr als grenzwertig, Die Arbeitszeiten sind nicht ohne, die Anfahrten z.T. sehr weit, Lohfortzahlung existiert im Krankheitsfall nur auf dem Papier, im Urlaub gibts gar kein Geld, Kündigungsschutz hat noch niemand gehört.
    Alles politisch gewollt und abgesegnet. So wird eine Gesellschaft geschaffen, die weit unter Wert arbeitet und mit einem Bein auf Hartz IV angewiesen ist.
    Eine Gesellschaft, die nichteinmal willens ist, sich selbst über die eigene Arbeit zu finanzieren und moderne Skalverei gutheisst, ist in meinen Augen pervers.

  6. #26
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    Zitat Zitat von Michael60 Beitrag anzeigen
    ... eine 100 %ige Sicherheit gibt es natürlich nicht. Wenn ich mich in meinem Bekanntkreis so gedanklich umsehe, dürfte die durchschnittliche Firmenzugehörigkeit aber deutlich über 10 Jahre liegen. Bei mir sind es über 20 Jahre und wenn meine (MDAX-notierte) Firma sagen würde, dass man meine Arbeit nicht mehr benötigt, würde schon die Abfindung alleine für ein schönes Segelschiffchen reichen.
    Ohne hier deine Lage beurteilen zu wollen/können, sieht die Praxis aber doch häufig so aus: Umsatz bricht ein, betriebsbedingte Kündigung, keine Abfindung, kein Segelschiffchen, Ersparnisse aufbrauchen, dann Hartz IV.

    Niemand sollte glauben, daß eine langjährige Firmenzugehörigkeit Sicherheit oder Anspruch auf eine hohe Abfindung bedeutet!

  7. #27
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    Zitat Zitat von Michael60 Beitrag anzeigen
    ... der große Nachteil der Leiharbeit ist die sofortige Freisetzbarkeit von nicht mehr gewünschten Mitarbeiten.
    Wenn ich mir das gejammere der studierten Akademiker auf dem letzten Klassentreffen vor Augen führe...

    Wichtigtes Thema, wie lange läuft dein Projekt bei Behörde/Organisation XYZ noch? Dürfen sie dich nochmal verlängern, oder hast du schon ne Alternative, was machst du danach...

    Ok wir hatten nen relativ hohen Anteil an "Bio-Studenten" etc die halt aufn Job im Umwelt-Forschungsbereich angewiesen sind.

    Die sind Happy wenn sie nen 3 Jahres Vertrag ergattern...
    www.haar-bootsmotoren.de

  8. #28
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    Das ist nicht nur da so. Jedes 'Out-Sourcing'-Projekt, dass ich annehme (annehmen muss), ist für mich und die Mitarbeiter ein Projekt auf Zeit.
    Neben den Kostendruck entsteht wie selbstverständlich auch Zeitdruck. Nur der zufriedene Kunde verlängert.
    Und wenn ein Projekt mit 20 oder mehr eingesetzten Mitarbeitern den Bach runter geht, stellt sich die Frage, wie lange es finaziell tragbar ist ohne die anderen Arbeitsplätze zu gefährden.
    Die billigen Wettbewerber arbeiten zum grössten Teil mit Leiharbeitern. Hat man seinen Job gut gemacht, fällt das auch lange Zeit nicht auf, läuft ja alles.
    Wenn die Unterschiede dann offensichtlich werden, bringt mich das nicht viel weiter. Die qualifizierten Mitarbeiter sind weg.
    Ich persönlich schätze mal so ca. 5 Jahre, bis sich diese Erkenntnis auch in den Controllingbereichen rumgesprochen hat.

  9. #29
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    Zitat Zitat von Facoly23 Beitrag anzeigen

    So sägen die großen Firmen sich mit kurzfristigen Vorteilen langfristig den Ast
    ab, auf dem sie sitzen: das Potential erfahrener Mitarbeiter.
    Und schon wird versucht, das nächste "billige" Faß aufzumachen:
    Erleichterter Zuzug von ausländischen Fachkräften!

  10. #30
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    Zitat Zitat von winnfield Beitrag anzeigen
    hier wird immer öfter politik gemacht

    egal ob grün rot braun oder sonst was

    ich finde das nicht gut und es kotzt mich an
    und schon wieder
    ACHTUNG: manchen beiträgen könnten auch "wiener schmääh" beinhalten

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