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  1. #1
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    Standard Lenzrohre: rosten innen, Rohre innen streichen?

    Guten Tag Forumistas!
    Nach drei Tagen Regen (und die nächsten 4 Tage soll's wieder nass werden) geht's heute (Sonne!) aufs Bötchen, wo ich mich mit einem Problem herumschlagen werde das mir wirklich schlaflose Nächte beschert. Vielleicht hat ja jemand hier einen guten Tip?

    Situation:
    Bötchen hat auf jeder Seite 3 (insg. 6) Lenzrohre die vom Deck aus, innenbords, hinunter bis knapp über der Wasserlinie führen.
    Bötchen ist aus Stahl und Lenzrohre auch.
    Lenzrohre haben einen Durchmesser von ca 1" bzw. knapp 3 cm (Platz wäre für deutlich größere gewesen!)

    Problem 1:
    Bötchen liegt längseits einer Pier die jedes Wochenende von tausenden Jugendlichen frequentiert wird die sich dort zu Saufgelagen zusammenfinden. Merkwürdiger Weise sind diese Jugendlichen überzeugt, dass die Abfalleimer welche die Stadt extra aufstellt nur Deko sind, und es viel "sinniger" ist, Flaschen, Becher, Kaugummi etc auf mein Deck zu schmeissen. 3 Jahre lag das Bötchen so da, ignoriert vom Vorbesitzer, mit wahren Müll und - schlimmer - Scherbenbergen die sich an Deck ansammelten.
    Flaschenschmeissen macht aber offenbar nur so "Spass" wenn die Dinger auch zu Bruch gehen, dann kommt Regen und spült die Scherben (& Kaugummi & abgebättertes Varnish etc.) Richtung Lenzrohre und es war daher nur eine Frage der Zeit bis die "dicht" waren - und eben immer noch sind.
    Von innen kommt man an die Rohre nicht heran, zumindest nicht ohne die halbe Verkleidung innen herauszureissen. Das würde ich mir SEHR gerne ersparen!
    Ich habe schon versucht mit festeren Stahl-Drähten von oben und unten durch die "Blockaden" zu stossen. Erfolglos.
    Mit dem Wasserschlauch habe ich wenigstens erreicht, dass es wieder, langsam, abrinnt.
    Jetzt habe ich mir einen "Rohr-Reinigungs-Schlauch" von und für den Kärcher gekauft und werde heute versuchen ob ich damit in irgend eine Richtung durchkomme...... (Und müsste dazu 6 x erfolgreich sein! *seufz*)

    Problem 2:
    Durch die Blockage steht natürlich Süsswasser in diesen Rohren. Der Effekt ist (a) dass die Dinger natürlich zu rosten begannen und (b) die entsprechende Brühe unten herausläuft und den Lack verfärbt hat. Egal, das bekommt man mit 4000 nassschleif wieder hin, dann pollieren und gut isses - ABER: Vorher muss ich irgendwie erreichen, dass es nicht weiter rostet! (Vorausgesetzt ich kann "Problem 1" s.o. zuerst lösen)
    Frage: Hat irgendwer irgend eine Idee wie man INNEN(!) in diesen Rohren "Rostumwandler" so auftragen kann, dass er wirklich alle Flächen erreicht - und - wie man danach eine Schicht (Rostschutz) Farbe ebenfalls deckend auftragen kann?

    Bötchen liegt im Wasser und wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge auch nicht allzubald ein Trockendoch sehen - denn am Liebsten würde ich diese (mMn viel zu klein dimmensionierten) Lenzrohre einfach rausschneiden und durch welche mit doppeltem Durchmesser ersetzen lassen. Aber, wie gesagt, das ist derzeit keine Option - obwohl ich mir ohnehin nicht so sicher bin, dass das am Trockenen so einfach wäre, - wiederum, OHNE die halbe Innenverkleidung & Einrichtung rauszureissen! (Kann man von aussen schweissen ohne die Isolierung / Einrichtung / Verkleidung dahinter in Brand zu setzen?) - OK, aber das ist nicht "Problem 3" weil derzeit wie gesagt ohnehin leider keine Option.........

  2. #2
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    Standard

    Bei den Rohren wird es sich um 3/4" Rohre handeln. Ein 1"-Rohr hat einen Außendurchmesser von ca. 33, 5mm (33,7) und heißt heute: Rohr, DN25, die übliche Wandstärke ist 2,6mm bei "schwarzem" Material. Nirorohre haben i.d.R 2mm Wandstärke.
    Da es sich um C-Stahl handelt, werden die Lenzrohre rosten wenn sie nicht oberflächenbehandelt sind, langsam aber stetig.
    Da hilft nix! Die Rohre müssen innen sauber sein. Dazu solltest Du Dir im Heizungsfachhandel eine Rundbürste als Stahlbürste besorgen (habe so etwas vor Jahren zum Reinigen der Rauchrohre im Kessel der Zentralheizung verwendet) hoffentlich gibt es die in dem rel. geringen Durchmesser. Diese Bürste kannst Du dann, wie einen Docht durch den Gewehrlauf, durch die Rohre ziehen.
    Zur Versiegelung solltest Du mit einem Anstreicher reden. Ich würde die sauberen Rohre verschließen und mit Primer, Lack, ... füllen und anschließend wieder leerlaufen lassen.
    Wenn Du die Rohre nicht sauber bekommst, oder gar keinen Durchgang herstellen kannst, müssen die Dinger raus.
    Es gibt viel zu tun, fang schon mal an.
    Gruß Franz

  3. #3
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    Standard Farbe

    @McSalty: wie du den Dreck aus den Rohren kriegst kann ich dir leider auch nicht sagen, aber für die Farbe hätte ich einen Tipp.

    Habe als Jugendlicher mal ein rostiges Dach gestrichen - Rost nur grob abgeschmirgelt und Farbe drauf. Und es hat viele, viele Jahre gehalten...

    Die Farbe hieß Rust-O-leum (damit wurden Öltanks, Hochspannungsmasten etc.) gestrichen. Ich weiss zwar nicht ob es die noch gibt oder ob das Zeug schon verboten wurde, aber gehalten hat das wie nur was.

    Meine Erfahrungen mit einem Stahlschwert mit Primer, Farbe usw. waren da lang nicht sooo prickelnd...

    Viel Erfolg, erbseman
    wer nichts zu sagen hat sollte schweigen

  4. #4
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    Zitat Zitat von erbseman Beitrag anzeigen
    @McSalty: wie du den Dreck aus den Rohren kriegst kann ich dir leider auch nicht sagen,
    Wenn das Gerade Rohre sind...

    Langen Rundstahl, hinten ein Kreuz dranschweißen damit es nicht platsch macht

    und nen großen Hammer... ne 5kg Keule... dh Treiber mit kurzem Stiel...
    Geändert von divefreak (14.03.2011 um 09:19 Uhr)
    www.haar-bootsmotoren.de

  5. #5
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    Moin Mc Salty,

    vorab, ich bin kein Stahlexperte und auch kein Stahlbooteigner.
    Aber mit Rost am Kiel und rostigen Beschlägen musste ich mich schon herumschlagen.
    Sofern der Rost noch oberflächlich ist, lässt er sich mit einer Schicht Owatrol Kriechöl überziehen und ist damit gut versiegelt. Angeblich rostet es darunter auch nicht weiter (würde ich aber nochmal checken). Das Zeug kann zwar schlecht von 2-K-Anstrichen überstrichen werden (spielt bei Dir ja keine Rolle) und könnte auch durch mechanischen Abrieb beschädigt werden, weil relativ weich, aber das dürfte in einem Lenzrohr normalerweise auch kein großes Problem sein.

    http://www.owatrol-shop.de/product_i...atrol-oel.html

    Sind die Rohre gerade oder gekrümmt? Vielleicht gelingt es Dir, sie vorab mit einer Art Flaschenbürste (Rundbürste oder gar Stahlbürste zurechtgeschnitten und an zwei Bändseln befestigt?) grob zu reinigen? Sodann Ventile zu, Rohr mit Kriechöl auffüllen, Ventil öffnen, auffangen und im nächsten Rohr weiterverwenden usw.
    Tritt eine Saison später immer noch kein Rostwasser aus, warst Du wohl erfolgreich...

    Eine Lösung IM Wasser kann ich mir aber schwerlich vorstellen. Höchstens, Ventile zu, Öl rein, nach oben wieder absaugen, nächster Lenzer... dürfte aber trotzdem eine ziemliche Umweltsauerei werden!

    Ein Bekannter von mir wartete auf seinem Stahl-Jollenkreuzer zu lange mit der Lenzrohr-Sanierung. Sie waren bereits durchrostet, Leckage, Sauerei, neue Rohre rein, Mega-Arbeit....
    Also, ich würde den Dampfer rausnehmen. Wenn der so lange im Wasser lag, gibt es dafür sicher auch 1.000 weitere gute Gründe.

    Was die Scherben anbelangt, keine Idee außer mechanischer Zertrümmerung. In unserem Lenzer befand sich die Halde einer zerbrochenen Porzellantasse. Da half auch nur der Stößel und Gewalt.

    Grüße

    Andreas
    Geändert von Andreas120 (14.03.2011 um 10:51 Uhr) Grund: Link eingefügt

  6. #6
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    Partielle Erfolgsmeldung!

    Aaaaalso: Teil 1 ist erledigt. Es hat sich herausgestellt, dass die Lenzrohre wirklich eine Fehlkonstruktion sind. Nicht nur, dass der Durchmesser zu klein ist (wenn da wirklich mal eine Welle nach einer "Mitfahrgelegenheit" sucht, dann schaffen diese Dingelchens das ohnehin nicht) sondern es wurden auch offenbar die Rohre "plan" am Deck angeschweisst, gehen daher senkrecht nach unten und um dort den Borddurchlass zu erreichen, hat man einfach ein "L" angeschweisst und dieses dann an die Bordwand.

    Der Radius dieses "L" ist so klein, dass man noch nicht mal mit nem flexiblen Schlauch "um die Ecke" kommt. ...und genau dort hat sich der ganze Dreck natürlich verkeilt.
    Abhilfe hat beste Ehefrau von allen, mit kleinen, zarten Fingern und einem Schraubenzieher geschaffen, die unglaublich viel Müll herausgepult hat. (Glasscherben, Kaugummi, Plastik-Eis-Stiele, abgeblättertes Varnish etc.)

    Dann habe ich den Rohr-reiniger Aufsatz für den Kärcher durchgejagt, der kam zwar "unten" auch nicht "um die Ecke" aber wenigstens das lange Stück hat er kraftvoll gereinigt bis klares Wasser kam.

    Also, sobald ich mir nach dem finanziellen Desaster beim Ankauf einen Ausflug aufs Trockendock leisten kann, werde ich versuchen irgendwie von hinten (innen) an diese Lenzrohre d'ran zu kommen und sie durch welche mit (a) größerem Durchmesser und (b) mit Enden die in einen passenden Winkel geschnitten sind um sowohl am Deck als auch am unteren Ende direkt mit dem Stahl verschweisst zu werden. Das müsste dann einen völlig geraden Durchgang ergeben und das Problem nachhaltig lösen.

    Zum Part 2: (Weiterrosten stoppen)
    Ich habe versucht hier eine Art "Drahtbürste an einer langen (2-3m) flexiblen Welle zu bekommen, die ich in die Bohrmaschine einspannen könnte. Leider haben die Spezial-Läden hier auf der Insel (Mallorca) alle nur doof geschaut als ich erklärte was ich suche. ("Sowas gibt es nicht!") - Glaube ich aber nicht .... hat irgendwer eine Idee wo ich so etwas in zB in D oder UK ordern kann?

    Sobald der lose Rost aus den Rohren entfernt ist, werde ich wohl einfach die unteren Enden zustöpseln und von oben Rostumwandler hinein kippen. 'n Stündchen oder so drinnen lassen, dann die Dose ans untere Ende halten, den Stöpsel entfernen und die Pampe wieder abrinnen lassen. Sobald das "trocken" ist, wiederhole ich das Prozedere mit Rostschutzfarbe. Gibts da einen Tip was am Besten ist? "Owatrol Kriechöl" scheint irgendwie nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein (nicht überstreichbar, relativ weich und damit schlecht gegen neuerliche mechanische Beschädigungen schützend) Selbst wenn das Zeug orangefarben wäre, ist mir auch egal, dann streiche ich halt hinterher in den Bereichen wo man es sehen könnte noch eine dünne Schicht Weiss drüber.

  7. #7
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    Rohre einfach absägen ( 10cm Stümmel sitzen lassen) und durch schlauch ersetzen. Stümmel sind immer zu reinigen un coaten und Schláuche rosten nicht. Auf Segelyachten ist sowas ja gang und gebe.
    Nicht erreichbare Stellen sollte es auf einem Stahlschiff eigentlich nicht geben denn das Rosten fängt meisens dort an!
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  8. #8
    Ausgeschiedener User Gast

    Standard

    Zitat Zitat von BlankenAd Beitrag anzeigen
    Rohre einfach absägen ( 10cm Stümmel sitzen lassen) und durch schlauch ersetzen. Stümmel sind immer zu reinigen un coaten und Schláuche rosten nicht. Auf Segelyachten ist sowas ja gang und gebe.
    Nicht erreichbare Stellen sollte es auf einem Stahlschiff eigentlich nicht geben denn das Rosten fängt meisens dort an!
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    So wäre ich auch vorgegangen.
    Das Boot muss für diese OP auch nicht aus dem Wasser. Von aussen einen Weichholzkonus rein und dann ran mit der Säge.
    Mit dem Schlauch kannst du dann auch eine weiche Kurve legen.
    Beim nächsten Krantermin den unteren Stutzen dann sanieren.
    Grüsse - Norbert

  9. #9
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    Naja, das mit "ran mit der Säge" würde ich ja gerne umsetzen, bloß brauch' ich dazu erst eine "Motorsäge" um die Inneneinrichtung zu entfernen! Denn: Genau da hat ja das Problem angefangen, ich komme von innen nicht (leicht) dazu!

    Habe aber den Tip bekommen einen Topfschrubber zwischen zwei Bändsel zu schnüren und einfach im Rohr auf und ab zu ziehen bis aller loser Rost weg ist, Dann gut spülen und dann rein mit dem Rostumwandler/Farbe! :-)

  10. #10
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    Zitat Zitat von McSalty Beitrag anzeigen
    Naja, das mit "ran mit der Säge" würde ich ja gerne umsetzen, bloß brauch' ich dazu erst eine "Motorsäge" um die Inneneinrichtung zu entfernen! Denn: Genau da hat ja das Problem angefangen, ich komme von innen nicht (leicht) dazu!

    Habe aber den Tip bekommen einen Topfschrubber zwischen zwei Bändsel zu schnüren und einfach im Rohr auf und ab zu ziehen bis aller loser Rost weg ist, Dann gut spülen und dann rein mit dem Rostumwandler/Farbe! :-)
    Aber du müsstest doch sowieso in der Lage sein die Schiffhaut ab und zu auch von innen zu inspektieren?
    Bei einem Stahlschiff erscheint mir das ziemlich empfehlenswert.
    Ich glaube ein Paar Inspektionsdeckel währen ganz nützlich!
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