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  1. #1
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    Standard Internet-Großbetrug - wann trifft´s die Charterbranche?

    Heute geht es groß durch die Presse
    http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_...41553121-1.htm

    Ich frage mich schon lange, wann es mal die Charterbranche trifft.
    Es wäre soo einfach.... ich will keine Details ausbreiten, um niemand auf dumme Gedanken zu bringen, aber man kann doch mal die versammelte Seglergemeinschaft fragen, ob die auch wirklich checken, was und wer da aktiv ist?

    Da betreibt ein in D sehr bekannter und aktiver webshop-Agenturbetreiber seine Firma mit Firmensitz in England, eine Ltd... auf tatsächliche rechtliche Mängel in seiner Website - ganz freundlich, informell - angesprochen, lacht er und sagt: Sie können mich ja in England verklagen... (den Mangel, rechtlich ganz klar ein verstoß und Kunden irreführend, hat er - natürlich - nicht behoben)
    Wie wird es dann wohl einem unzufriedenen Kunden gehen oder gar solchen, die tatsächlich Geld bezahlten, aber dann womöglich mal nicht segeln konnten??? Dürfen die den dann auch grinsend in London verklagen..? Viel Spaß!

    Ein anderer, werblich sehr aktiver Anbieter bietet weltweit Luxuscharter - ein Franzose mit Firmensitz auf den Seychellen...

    Geht man auf Agentur- oder Yachtcharterfirmen-websites, findet man dort meisten KEINE vorgeschriebenen gesetzlichen Angaben, sondern irgendwelches Blabla , die eigentlichen Personen dahinter sieht man nicht. (so gucke man z.B. mal auf die website des karibischen Anbieters Villa Nelly, der heute hier einen Skipper sucht. Was erkennt man dort? Nichts? Nichtmal der Inhaber stellt sich vor, sondern nur belangloses Zeugs über das Angebot - dort sollten aber überprüfbare Detailinfos zur PERSON des Inhabers und Betreibers stehen, oder?

    Das mag bei den meisten schlichtweg Unwissen und Laissez Faire sein, und ein Betrüger wird (wie geschehen) seine Aktivitäten sicherlich besonders clever aufbauen (haben die obigen Betrüger ja getan!)

    Als KUNDE versuche ich daher herauszufinden, ob und wo es diese Firmen, bei denen ich kaufe, gibt, das kann man schon recherchieren.
    Kreditkartenzahlungen sind außerdem besser, da (wenn´s nicht gerade Paypal ist), der Kreditkartenprovider die Firma auf Grundlage geregelter Standards überprüft.

    Aber ich frage mich, mit welcher Attitüde Leute, die teils sehr große Beträge ihrer Kunden oft lange voraus cash bezahlt haben wollen, auftreten.
    Dazu verweise ich immer wieder die erschreckende Tatsache, daß 95% derjenigen Charterfirmen, die sich bei mir vorstellen, gefragt, ihre Firmendaten und verantwortliche Personen zu belegen (da ist nichts Geheimes dran, ganz normal) an einer Zusammenarbeit (dann) prötzlich nicht mehr interessiert sind.
    DA SIND AUCH GROSSE FIRMEN darunter (!!!!!!)

    Was ist geheim daran, wenn die Agentur, die viel Geld ihrer Kunden vorab überweisen soll, weiß, wer der Geschäftsführer ist, sein Name und ob es den tatsächlich gibt...(oder nur den angeblichen Namen...), wer empfangsberechtigt ist. Sowas ist doch Standard in jeder Firma, übrigens i.d.R. auch in den betreffenden Ländern.
    Nur im Ychtcharter wird das systematisch ignoriert!
    Da sind wir ja alle soooo nett (zueinander) und alle verbunden über´s Segeln.... gefährliche Illusion, finde ich!

    Ich stell weiter fest, daß die Meisten unserer Kunden sich zwar sehr für den Preis interessieren, aber unsere überall nachlesbaren Informationen über uns garnicht kennen...diese Nachlässigkeit leistet doch Betrügern fahrlässig Vorschub!!!
    Wieso sind Charterkunden, die soooviel Geld vorab bezahlen, nicht vorsichtiger????

    Sicherlich - der oft propagierte Sicherungsschein von YACHTPOOL o.a. ist eine zumindest halbwegs absichernde Möglichkeit - aber für einen Betrüger, wär es doch ein Leichtes, dies auch zu faken!!!
    Wer websiten fälscht, hat auch einen Farbkopierer...

    Letztendlich kann es nur der Kunde durch Skepsis und Verifikation.

    Merke: der Betrüger kann nur betrügen, wenn es ihm gelingt, das Vertrauen des Opfers zu erlangen.
    Das geht duch Schaffung von Sympathie, Verbundenheitsgefühl, Vertraulichkeit, vorgeblicher Größe, scheinbarer Kompetenz usw...

    Man kann nur dringend raten, nicht jeden behaupteten Quatsch zu glauben!
    Das kann TEUER werden, teurer, als die Einschaltung einer ja oft als "unnötig" empfundenen Agentur.

    Und man sollte sich fragen, ob und welche Agenturen eine eigentlich implizit erwartete ÜBERPRÜFUNG der Charterfirmen vorgenommen haben.

    Wenn mir Charterfirmen sagen, daß außer mir niemand, nichtmal große Agenturen solche (für mich und für jeden seriösen Kaufmann) selbstverständlichen Partnerinformationen verlangt, liegt EINIGES im Argen!!!!!!

    Darüber sollten Sie als Kunde durchaus mal nachdenken, und darüber sinnieren, ob und wie es also möglich ist, daß manche Firmen und vor allem auch websites zigtausend Yachten in hunderten von verschiedenen Segelrevieren anbieten können... ???

    Der Kunde sollte hier (neue) und strengere Maßstäbe setzen, denn sonst bist es eine Frage der Zeit, bis ein Großbetrug im Yachtcharter hunderten oder tausenden von Leuten mal den Segelurlaub versaut!

    Kleinbetrüger gab´s ja schon... da ging alles halbwegs glimpflich ab.... noch....
    Geändert von charterpartner (18.05.2011 um 11:20 Uhr)

  2. #2
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    Tja Hans, dass ist halt die moderne Zeit. Wo finde ich den Billigsten und anschliessend die Frage, warum dem niemand das Handwerk (rechtzeitig) gelegt hat und mich deshalb zu entschädigen hat.
    Wenn ich bei Freunden und Bekannten auf dubiose Internetauftritte hinweise, stosse ich meist auf Unverständnis und muss mir meine berufliche Brille vorwerfen lassen.
    Ein Kernpunkt, warum es viele Nachahmer reizt, steht im Bericht: ...18 Monate Ermittlungsarbeit...

    Es wird also wieder nur die kleinen Fische treffen und die eigentlichen Drahtzieher denken sich schon was Neues aus.
    Bei Beträgen, wie sie für Urlaube üblich sind, suche ich mir vertrauenswürdige Firmen aus. Natürlich kann man auch da Pech haben.

  3. #3
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    Tja, auch Verbrecher (Kriminelle) gehen mit der Zeit und nutzen die Fortbildungsangebote !! Letztlich verwenden sie ja die gleichen Tricks wie früher auch, nur das Medium hat sich geändert.....

  4. #4
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    Gut ist das alles, oder fast alles, so nach und nach an die Oberfläche kommt.
    Der Markt wird sich dann ganz langsam sortieren - und ich hoffe die Guten bleiben uns erhalten.

    Cheers

  5. #5
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    Zitat Zitat von THOR II Beitrag anzeigen
    - und ich hoffe die Guten bleiben uns erhalten.

    Cheers
    Wenn sie dann nicht schon lange frustriert das Handtuch geworfen haben (siche 18 Monate Ermittlungsarbeit + X Monate bis es wirklich auffiel).

  6. #6
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    Ja stimmt, das ist leider so ! Aber ich glaube auch an die Hoffnung.

    Cheers

  7. #7
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    Wir haben jetzt bereits zum zweiten Mal einen Scheck aus dem Ausland bekommen (er ging an meine Bank) , den wir nicht zuordnen können (den 2. schon, aber es liegt keien Bestellung vor)

    Löst man den ein, wird man aufgefordert, den Betrag zurückzuüberweisen, weil ein Fehler vorlag. Später wird dann der Scheck widerrufen. Man ist dann den Scheckbetrag los (hat ihn zweimal bezahlt) und Bankgebühren fallen auch noch an.

    Scheint eine neue Betrugsmasche zu sein. Zum ersten Scheck hat sich noch niemand gemeldet.Ich sollte den vielleicht auf den Cayman Inseln einzahlen?!

  8. #8
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    Hi Nelson,

    hihi, das wär genial, so einen Scheck ganz speziell einlösen, daß man das geld nicht wieder rücküberweisen muß oder es wieder abgebucht wird.

    Mir wollte mal ein amerikanischer Marine-Offizier im Irak stationiert, wegen Versetzung nach Deutschland, meine Yacht abkaufen.
    Hat tatsächlich einen Scheck geschickt, mit zu hohem Betrag, sein Agent in Deutschland wollte das Boot abholen,
    der zuviel gezahlte Betrag sollte von mir "sofort" nach England auf eine Bank überwiesen werden.
    ich hatte den Braten sehr schnell gerochen, als er Bezahlung per Scheck anbot, und mit der zu hohen Summe, um den Agenten in Europa zu bezahlen.
    Zudem war das Englisch für einen Ami-Offizier zu schlecht.......

    Also, Nigeria-Connection.

    ich hab den aber geschädigt, solange ich ihn hinhalten konnte, der hat mir zig emails geschrieben.
    Und hatte die Portokosten, um mir den Scheck zu senden.
    Bin damit zur Bank und Polizei,
    keiner wollte was damit anfangen,
    weil (noch) keiner geschädigt war....

    Soviel zu unserem System...

    Der "Nigerianer" meinte in seiner letzten email, daß ich ein smarter guy sei.....


    ich hab dem erzählt, nee, jetzt sei Weihnachten, da könne ich keinen Scheck einlösen (er wollte, daß ich das sofort mache und sofort den Zuvielbetrag überweise),
    nee, noch nicht, weil wieder special-Feiertag in Schörmeney, nee, Banken haben Ferien,
    nee, ich hatte Kurzurlaub,
    nee, ich hatte den Schreibtisch/Arbeit voll und keine zeit zur bank zu gehen,
    nee, warum die Eile mit dem Bezahlen im Winter,
    wenn er im Frühjahr nach Deutschland käme, könne ich ihm das Schiff direkt persönlich übergeben, einweisen und Geld in Empfang nehmen, löl,
    und noch mehr solche durchaus reellen Dinge,
    dann ihn nach Telefonnr. und Adresse (in Kuwait oder Irak bei seiner damaligen angeblichen Stationierung) gefragt,
    herrlich, wie er da ins Stammeln/Schwitzen geriet.

    Die sind beharrlich, er hatte sogar mehrmals mich auf meine Festnetznummer in Deutschland angerufen, der "total amerikanische" Englisch-Akzent war zum Piepen, naja, ich konnte so mal wieder mein Englisch trainieren und mit einem Mafioso Strabelkatze spielen
    Geändert von user (18.05.2011 um 15:24 Uhr)
    Interessengemeinschaft Erhalt Bodden &KüsteMecklenburg
    http://forum.yacht.de/showthread.php?t=99852

  9. #9
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    Ja, Polizei interessiert sich nicht dafür, es sei niemand geschädigt.

  10. #10
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    Finde ich auch richtig so. Sollen die etwa auf Kosten der Steuerzahler für Gierige in Nigeria recherchieren?

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