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  1. #1
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    Standard Unterhaltskosten 35ft

    Würde gerne mal Erfahrungen zum Thema Unterhaltskosten einer Yacht sammeln. Bitte schreibt nur echte Erfahrungen und nicht irgendwelche Vermutungen, denn die habe ich ja selber. In der Literatur lese ich immer etwas von 10-20! %. Das scheint mir etwas sehr hoch und irgendwie auch viel zu grob. Schließlich hat eine nagelneue Yacht wohl nicht die gleichen Kosten wie eine 30 Jahre alte. Und hab auch mal gehört das ne HR oder Najad eine andere Wertigkeit als Bav oder ähnliche haben.

    Nach dieser Rechnung würde eine nagelneue HR mit 35ft ja etwa 30.000€ im Jahr kosten.
    Eine 20 Jahre alte Bav würde dann etwa 5000€ im Jahr kosten.

    Bei den Angaben bitte ich darum nur Kosten für Reperaturen, Wartung, Pflege und Liegeplatz /Winterlager anzugeben. Und nicht "unnötige" Extras einzurechnen. Hilfreich wäre auch wenn ersichtlich wäre wann Segel z.B. ausgetauscht werden, während manche Segeler ja jedes Jahr die Segel wechseln, fahren manche auch 10 Jahre mit den gleichen.

    Ich denke das dieser Thread für viele zukünftige Eigner sehr hilfreich wäre. Da die 10-20% "Regel" in meinen Augen alles andere als ein guter Anhaltspunkt ist.

    Vielen Dank
    Paul

  2. #2
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    Standard

    Hallo Paul,
    hättest du nun noch geschrieben welche Yacht, wie alt, wo soll sie liegen, was machst du selber, worauf legst du Wert, könnten man ein wenig genauer Antworten, aber so bleibt es vage???

    Geh mal davon aus, dass die 10 - 20% Regel im großen und ganzen hinkommt, wenn das Schiff seinen Wert erhalten soll, und mann nicht alles selber machen kann oder möchte.

    Wenn dir das zuviel vorkommt kannst du es auch schön rechnen.....
    Gruß Norbert

  3. #3
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    Standard

    Paul,

    Du kannst Dir leider hinrechnen was Du willst. Solche Threads gab es hier schon mehrfach, theoretisch kannst Du sie alle nachlesen und am Ende wirst Du bei allen Varianzen vermutlich zu dem Schluss kommen:

    Sobald ein Schiff 10 Jahre runter hat (oder 5 Jahre bei schlechter Pflege und/oder hoher Beanspruchung), gilt langfristig in etwa die 10-20 %-Regel. 3 - 5 % für Liegeplätze, Versicherung, laufende immerwiederkehrende Kosten wie U-Schiff, Motorwartung etc. pp., der Rest für kontinuierliche Ersatzinvestitionen. mal ist ein Jahr günstiger, mal teuerer. Im Grunde passt es.

    Wir zahlen für 33ft derzeit in etwa:

    - knapp 800 € für Sommer- und Winterplatz, Kranen (nicht eingerechnet eine einmalige Invest-Umlage)
    - um 500 € für Kasko, Haftpflicht
    - um 500 € für Material (Farben, Motorwartung, Kleinkram)
    - 1.500 - 4.000 € p. a. für Ersatz- oder Neuinvestitionen.
    Letztere könnten wir sicher für ein paar Jahre aussetzen, hinterher wäre der Investstau um so größer. Den könnte man auch einem blauäugigen Nacheigner aufbürden.


    Grüße

    Andreas
    Geändert von Andreas120 (14.06.2011 um 14:44 Uhr)

  4. #4
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    Standard

    Danke erstmal für die Antworten. Also wenn ich richtig rechne sind das für 33ft gerade Mal knapp 6000€ im "worst Case". Das ist doch weit entfernt von jeder 10-20% Regel, dann wäre ja der Neupreis deines Bootes 33ft 60.000€, um welches Boot handelt es sich denn.

    Wenn ich die "Regel" richtig interpretiere heißt das auch weg von den teuren nordischen "Qualitätsyachten" da diese im Unterhalt wesentlich teurer sind als z.B. Bavaria (10% von 300.000 sind ja nunmal 30.000/Jahr und 10% von 60.000 nur 6.000) also eher Bavaria? Irgendwie lese ich aber ständig Nachrichten die im Tenor doch eher für die "Qualitätsyachten" sprechen.

    Also um meine Frage zu präzisieren. Wir würden gerne eine Moody oder Westerly mit 35ft zulegen. BJ etwa 1995-2000. Alternativ vielleicht auch ein Boot einer deutschen oder fränzösischen Serienfertigung. Gefallen würden zwar eher die englischen Yachten, aber wie gesagt die Unterhaltskosten scheinen ja deutlich höher zu liegen. Und ich weiß zwar nicht wie es die Eigner dieser Schiffe machen, aber 20.000-30.000€ oder 20% Regel = 40.000 bis 60.000€, da kann ich mir bei Weitem nicht leisten.
    Ich halte mich für handwerklich begabt und würde schon viele Arbeiten selber erledigen, allerdings sollten diese 2-3 Wochen am Stück nicht überschreiten.

    Die Grenze wäre bei mir klar bei etwa 10.000/Jahr. Der Kauf des Boote natürlich nicht eingerechnet.
    Geändert von nextgate (14.06.2011 um 15:24 Uhr)

  5. #5
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    Standard

    Nachdem ich beruflich in letzter Zeit zunehmend unter Druck geraten bin und deshalb der Gedanke aufkam, wieder auf's Chartern umzusteigen, hat sich die beste Steuerfrau von allen mal über die Kiste mit den Rechnungen für's Boot hergemacht. Die war zum Glück ziemlich vollständig, da wir immer schon mal genauer wissen wollten, was uns der Spaß denn so kostet. Dabei wurden Kosten für Liegeplatz, Winterlager, Kranen, Steuern/Abgaben, Versicherungen, Betriebsstoffe Reparaturen/Ersatzteile zusammengerechnet. Das über 7 Jahre gemittelte Ergebnis: 12,4% (Boot bei der Anschaffung 12 Jahre alt).

    Nicht enthalten in dieser Zahl sind zusätzliche Hafengebühren unterwegs, Wegekosten für Brücken, Kanäle etc., auch Kosten für Segelkleidung für uns und unsere Kinder sind nicht enthalten, obwohl für diese Posten insgesamt in manchen Jahren durchaus nochmal bis zu 1000 Euro zusammengekommen sind.

    Das Ergebnis hat uns, ehrlich gesagt, in Form der absoluten Zahlen erstmal erschreckt. Es liegt aber andererseits voll im Erwartungsbereich. Wenn man dann allerdings noch die Kapitalkosten (z.B. in Form von entgangener Verzinsung) und die Kfz-Kosten (nicht Spritkosten!) mit den z.B. beim ADAC veröffentlichen Werten dazurechnet, kann man unversehends eine neue Inkarnation des Wunders der Addition erleben. Da kommt tatsächlich ganz schön was zusammen.

    Richtig erschrecken wird es, wenn man dann auch noch die Gesamtkosten durch die Anzahl der Tage an Bord teilt - vor allem wenn man weiß, an wie vielen dieser teuren Tage man auch nicht nur nicht gesegelt ist, sondern eigentlich nur am Boot gearbeitet hat. Dennoch gibt es angesichts der wenig erfreulichen Zahlen einen einstimmigen Familienbeschluss: wir werden unser Boot, zumindest vorläufig, behalten - wir können es uns immer noch leisten .... und uns fehlen ganz einfach auch entsprechend attraktive Alternativen.

    Handbreit ...

  6. #6
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    Standard

    Hallo Paul,
    die 10 - 20% gilt aus meiner Sicht für folgende Fälle:

    - keine Neuboote
    - Bootsalter zwischen 10 und 20 Jahren
    - und als Basis dient der Anschaffungswert.

    Genau wie das Beispiel von Andreas ist es bei uns auch. Bootsalter war beim Kauf 10 Jahre. Anschaffungskosten beliefen sich auf ca. 60000,-. Die jährliche Kosten liegen dann bei denn 10 - 20%. Bei uns eher 20%, weil wir sehr viel erneuert haben. Hier können natürlich Abstriche gemacht werden.

    Pascht schoo! (Wie die Bayern zu sagen pflegen)

    So mit diesen Grundregeln wird's auch bei Dir passen...
    Geändert von norbaer (14.06.2011 um 16:01 Uhr)
    Gruß Norbert

  7. #7
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    Wie schon gesagt, einen vergleichsweise genauen Betrag wird man Dir nicht mitteilen können, da zuviele Unbekannte in der Gleichung. Hast Du zB einen äußerst günstigen Liegeplatz und verzichtest auf jedwede Versicherung, kommt man fürs "Unterbringen" ggf mit nem Kiloeuro p.a. hin. Teurer Liegeplatz mit Kasko/Drittschaden bei gleichen Boot dann schnell 4.5 Mille.

    Macht man Antifouling und "optisches" selbst, 400 €, läßt man machen, 1300 €.

    In Bruinisse, wo ich liege, kostet der Liegeplatz für die 37er rund drei Mille, ob da nun nen Seelenverkäufer für 1€ drin liegt oder das teuerste Boot, was man für Geld kaufen kann, ist dem Betreiber der Marina aber sowas von egal :-). Ergo: Prozentuale Rechnung ist immer fehlerbehaftet.

    Mit 10 T€ im Jahr sollte man aber gut hinkommen, in "guten" Jahren was bei Seite legen, wenn mal was "verreckt" oder eine neue Gaderobe fällig wird. Ich kenne genug Eigner, die segeln gut und zufrieden mit ihren 15 Jahre alten Tüchern durch die Gegend, andere packen da alle paar Jahre neues, teures "Hi-.Tec" Tuch drauf.

    Daneben werden die Gesamtkosten, die auf Dich in den nächsten zehn Jahren zukommen, stark davon abhängen, ob Du eine Topgebrauchte erwirbst oder eine mit "Renovierungsstau".

    Wie hier und zig anderen Thrööds bereits beschrieben, nichts genaues was man nicht. Haengt zuviel vom Einzelfall ab und von den persönlichen Befindlichkeiten.

  8. #8
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    Hallo Paul,

    die 10 % vom Neupreis stimmen in etwa, wenn man Wertverlust und Kapitalkosten (bzw. entgangene Zinsen des eingesetzten Kapitals mit rechnet.

    Reine Unterhaltskosten für 35 Fuß Dehler, bei Kauf 9 Jahre, jetzt 17 Jahre alt, gut gepflegt, sind bei uns im Jahr ca. 5.000 - 6.000 €, der Wertverlust dürfte in den 8 Jahren bei gut 20.000 € liegen:

    ca. 1.300 € Sommerliegeplatz
    ca. 800 € Winterlager außen inkl. Kranen (in Halle wären es 2.000 €)
    ca. 800 € Versicherung
    ca. 1.000 € normaler Unterhalt inkl. Antifouling
    ca. 1.000 - 2.000 € größere Reparaturen oder Neuanschaffungen wie z.B. Segel, Akkus.

    Ein guter Satz Segel kostet ca. 6.000 - 7.000 € und hält je nach Anspruch und gesegelter Meilen etwa 10 Jahre.
    Gruß vom Hobbit

    Beneteau Oceanis 281
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  9. #9
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    Danke Hobbit für die Auflistung mit der kann ich schon mehr anfangen. Kapitalkosten oder Wertverlust würde ich da eigentlich nicht einrechnen, oder gehören die in die ominöse 10/20% Regel, denke eher nicht - das würde allerdings einiges erklären.

  10. #10
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    Mit 6.000 €/Jahr Unterhalt, einem Wertverlust von 3.000 €/Jahr und entgangenen Zinsen von 3.500 €/Jahr (bei 4 %) komme ich auf 12.500 €/Jahr, was etwas mehr als 11 % vom Neupreis des Botes entsprechen würde.

    Die Angaben gelten für Deutsche Ostsee, sind aber für einen Liegeplatz in den Niederlanden oder Dänemark sehr ähnlich.

    Fürs Mittelmeer bezahlt man für ein Boot der Größe allerdings schnell 8.000- 10.000 € für den Liegeplatz, so daß die Gesamtkosten pro Jahr dann tatsächlich Richtung 20 % gehen.
    Geändert von Hobbit (14.06.2011 um 18:23 Uhr)
    Gruß vom Hobbit

    Beneteau Oceanis 281
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