Umfrageergebnis anzeigen: Warum soll beim America's Cup wieder mit Einrumpf-Yachten gesegelt werden ?

Teilnehmer
36. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Aus Sicherheitsmotiven: Die Segelfläche eines Cats mit Wingmast lässt sich nicht reffen.

    6 16,67%
  • Aus ästhetischen Motiven: Mehrrümpfer sind hässliche Schiffe.

    9 25,00%
  • Aus monarchistischen Motiven: Bei dem Cup handelt es sich um die Königsklasse des Segelns.

    3 8,33%
  • Aus Oppertunitätsgründen: Einrumpf-Segler stellen weltweit die Mehrheit der Segler und Segelboote.

    9 25,00%
  • Aus Traditionsgründen: Der Cup entspringt einem Wettkampf zwischen zwei Einrumpf-Schiffen.

    25 69,44%
Multiple-Choice-Umfrage.
Seite 1 von 43 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 429
  1. #1
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    Standard „Wasserblitzschach“

    Unter dem Titel „Wasserblitzschach“ veröffentlichte das Magazin DER SPIEGEL am 25. Juli
    2011 ein Gespräch (mit Fotos und Grafiken über 4 Seiten), das niemand Geringeres als Text-
    chef Klaus Brinkbäumer mit dem Neuseeländer Russell Coutts führte:

    SPIEGEL: Mr. Coutts, Sie sind ja nun der erfolgreichste Segler unserer Zeit und vielleicht immer
    noch der beste, aber als Sie vor sechs Wochen vor San Francisco mit Ihrem Katamaran abho-
    ben und aus zehn Meter Höhe ins Meer plumpsten, sahen Sie wie ein Anfänger aus. War’s ein
    Winddreher oder werden Sie alt?

    Coutts: Wir wollten jedenfalls nicht You-Tube beglücken, Absicht war es nicht. Auf dem Niveau
    zu segeln, auf dem wir unterwegs sind, bedeutet, sich ständig an der Grenze des gerade noch
    Möglichen zu bewegen, so wie ein Autorennfahrer, der so schnell es gerade geht durch die
    Kurven jagt. Gehst du über dieses Limit hinaus, wird es gleich einen Crash geben. Ich bin im
    Training schon viele hundert Male gekentert, das muss so sein – hätte ich diese Unfälle nicht
    gehabt, wäre ich nicht hart genug. Ich habe einen Fehler gemacht, das ist alles.

    SPIEGEL: Erklären Sie’s uns.

    Coutts: Wir war auf dem neuen AC45 unterwegs …

    SPIEGEL: … dem 45 Fuß langen Katamaran, auf dem ab August acht Rennen der neuen
    America’s Cup World Series ausgetragen werden, zur Vorbereitung auf den nächsten Ame-
    rica’s Cup 2013 in San Francisco …

    Coutts: und die Dinger sind schneller als alles, was ich kenne. Es waren 25 Knoten Wind,
    das sind 46 Stundenkilometer, und wir sind Raumschots gefahren, im 90-Grad-Winkel
    zum Wind. Diese Boote erreichen auf diesem Kurs ihre maximale Geschwindigkeit: Sie
    sind schwer zu stabilisieren, da wirken eine Menge Kräfte.

    SPIEGEL: Es braucht Geschick?

    Coutts: Geistiges Tempo vor allem, Entscheidungen fallen in Bruchteilen von Sekunden. Die
    Kräfte waren so groß, zu viel Druck, und in diesem Augenblick habe ich zwei Möglichkeiten.

    SPIEGEL: Sie können in den Wind hineindrehen, was den Druck reduziert und recht bald das
    Boot stoppt.

    Coutts: Oder abfallen, also vom Wind weg drehen, dabei die Segel öffnen, auch das nimmt
    Druck heraus. In der Todeszone, wie wir das nennen, kann mal das eine und mal das ande-
    re das Überleben sichern – es hängt unter anderem von der Windstärke oder dem Wellen-
    gang ab. Beide Manöver können für einen kurzen Moment den Druck aber auch um ein fa-
    tales bisschen erhöhen.

    SPIEGEL: Fühlen Sie so etwas?

    Coutts: Segler sehen: den Winkel des Bootes zum Wind, Böen und Winddreher, die das
    Wasser aufrauen; was auf dem Schiff geschieht, was der Gegner tut. Ich bin vom Wind
    abgefallen, wir wurden schneller, da begriff ich, dass ich die andere Richtung hätte wäh-
    len müssen. „Nicht gut“, dachte ich, dann ging’s hinab.

    SPIEGEL: Schmerzhaft?

    Coutts: Wir tragen Schutzanzüge, Schwimmwesten, Helme. Das hilft. Empfehlen kann
    ich so einen Sturz nicht, da bleiben ein paar Schnitte und Prellungen.

    SPIEGEL: Sie sind ihr eigenes Opfer geworden. Das kalifornische Oracle Racing des Soft-
    ware-Milliardärs Larry Ellison ist Titelverteidiger und darf die Regeln des nächsten Ame-
    rica’s Cup festlegen. Darum gibt es die Katamarane, die kein Großsegel mehr haben,
    sondern Flügel.

    Coutts: Es war offensichtlich, dass wir Segler Veränderungen brauchten. Ein junges Pub-
    likum. Die Facebook-Generation.

    SPIEGEL: Sie haben sich die Wut der Seglergemeinde eingehandelt. Wieso wollen Sie den
    seit 160 Jahren elitären America’s Cup trivialisieren und verramschen?

    Coutts: Popularisieren wollen wir ihn. Wir möchten Nichtsegler erreichen. Die Traditiona-
    listen mögen jetzt kritisch sein, weil sie noch nicht wissen, was da kommt, aber am Ende
    werden sie dem Wettkampf folgen, weil auch sie leidenschaftliche Regatten lieben.

    SPIEGEL: Erklären Sie uns, welche Zukunft Oracle dem Segeln bescheren wird.

    Coutts: Kein Grund für Spott. Die künftigen Regatten werden taktisch so raffiniert und
    seglerisch so hart sein wie frühere, nur schneller. Viel schneller. Wasserschach, so wur-
    den Match Races …

    SPIEGEL: … die Duelle eins gegen eins …

    Coutts: … früher genannt. Jetzt werden wir Wasserblitzschach erleben.

    SPIEGEL: Katamarane sind wegen der zwei Rümpfe schwerfällig zu manövrieren; ein
    Nachteil für taktisches Segeln.

    Coutts: Das war mal so, das dachten wir alle. Ein alter Katamaran-Rumpf hatte eine
    V-Form, das bedeutete viel Verdrängung, alles war träge. Jetzt haben wir runde Rümp-
    fe, die übers Wasser gleiten.

    SPIEGEL: Gibt es das perfekte Rennen?

    Coutts: Nein, perfekt wäre es, jede Welle und jeden Winddreher kommen zu sehen und
    zu nutzen, also den kürzesten Kurs schnellstmöglich zu segeln. Unmöglich, ein halber
    Meter geht immer verloren.

    SPIEGEL: Gibt es das perfekte Schiff?

    Coutts: Ja klar. Es ist ein Schiff ohne Schnickschnack, leicht, aggressiv, schnell. Mein per-
    fektes Boot muss mich fordern, es ist nicht unbedingt jenes, mit dem Mama, Papa und
    die Kinder sonntags hinausfahren. Der Wettkampf treibt mich, darum: keine Kompro-
    misse. Kein Kühlschrank, kein Bett, kein Klo.

    SPIEGEL: Wenn man Sie am Ruder sieht, fällt auf, dass Sie wirken wie in Trance. „Er ist
    wieder in Russells Welt“, sagen Ihre Kollegen. Wie geht es dort zu?

    Coutts: Ruhig. Jeder Sportler kennt diesen Zustand: entspannte Konzentration. Viele
    Rennen bedeuten mir nicht mehr viel, ich kämpfe manchmal mit meiner Motivation.
    Russells Welt betrete ich, wenn es wichtig wird. Dann öffne ich die Poren und fühle
    den Wind, das Meer, das Schiff.

    SPIEGEL: Gibt es die perfekte Crew?

    Coutts: Sie besteht aus Individuen, die an ihrem Platz die Besten sind und sich gern
    einfügen für ein höheres Ziel. Und sie braucht die richtige Balance aus Anführern und
    denen, die lieber führen lassen.

    SPIEGEL: Die Franzosen lieben die Geschichte von Bernard Moitessier, der 1969 beim
    ersten Nonstop-Einhand-Rennen um die Welt gewonnen hätte, wenn er nicht nach Cap
    Hoorn die Richtung geändert hätte: Statt durch den Atlantik nach Norden zum Ziel zu
    segeln, bog er ab Richtung Südsee und fuhr nach Tahiti.

    Coutts: Nur die Franzosen können so wahnsinnig sein. So romantisch. Unvorstellbar
    für mich.

    SPIEGEL: Von welcher Tour träumen Sie?

    Coutts: Genau davon: einem Rennen um die Welt, allerdings um es zu gewinnen.

    SPIEGEL: Sind eigentlich Abschiede Ihre Schwäche? Trennungen?

    Coutts: Nein. Ich weiß, worauf Sie hinaus wollen, aber meine Abschiede unterscheiden
    sich. Als ich aus Neuseeland fort ging, war das richtig: Andere Leute wollten Geld mit
    dem Team verdienen, wir Sportler sollten nur segeln, das kam mir nicht fair vor. Unter-
    schätzt habe ich, wie leidenschaftlich Sportfans sein können, ich hätte das klüger lösen
    können.

    SPIEGEL: Auch die Trennung von Ihrem Alinghi-Partner Ernesto Bertarelli war schmutzig.
    Bertarelli sagte, dass Sie überall einen Scherbenhaufen hinterließen.

    Coutts: (schweigt lange, ehe er antwortet) Sagt dieser Satz nicht mehr über ihn als über
    mich?

    SPIEGEL: Dem letzten America’s Cup gingen Prozesse voraus, darum ist Oracle in der
    Seglerwelt so unbeliebt. Tat der Sieg gegen Alinghi gut?

    Coutts: Dieser Sieg tat gut, ja.

    SPIEGEL: Welche Rolle sehen Sie 2013 für Russel Coutts?

    Coutts: Mein Job als CEO ist es, das bestmögliche Team für Oracle Racing in die Regatta
    zu schicken. James Spithill wird unser Steuermann sein, und ich werde versuchen, Teil
    der Crew zu sein, vielleicht als Taktiker. Auch ich muss auch mich selbst hinterfragen:
    Ich bin 49, meine Reaktionszeit war vor zehn Jahren besser als heute. Sagen wir so:
    Ich trainiere hart.

    SPIEGEL: Sie sind studierter Ingenieur, hilft Ihnen da sportlich?

    Coutts: Ja klar. Die besten Skipper sind jene, die mit Designern und Konstrukteuren per-
    fekt zusammenarbeiten, indem sie verstehen, was warum wie funktioniert, und die Infor-
    mationen so konkret wie möglich weiter geben können. Auch hier ist Segeln wie Formel 1.

    SPIEGEL: Wie wirken die Flügel?

    Coutts: Sie sind die größte Veränderung, die der Segelsport seit Jahrzehnten erlebt hat.
    Wenn unsere Schiffe, in den Wind gerichtet an der Boje liegen und nur ganz leicht drehen,
    um 10 oder 20 Grad, dann wollen diese Geschosse wie von selbst lossegeln, wie Wildpfer-
    de – so gering ist der Widerstand, so groß sind die Strömungskräfte. Unsere Trimmer sind
    überwältigt von den Möglichkeiten. Früher konnte man nur die drei Eckpunkte des Segels
    einstellen, und auf einer Großschot lasteten dann 25 Tonnen, da konnten die stärksten
    Kerle nichts variieren. Flügel hingegen lassen sich wunderbar justieren, Sie können sie
    je nach Wind unten über dem Rumpf etwas öffnen und oben an der Mastspitze enger
    stellen. Es ist ein endloses Getüftel, jeder Effekt ist messbar – ein Seglertraum.

    SPIEGEL: Verändern sie auch die Regatten?

    Coutts: Ja, natürlich. Sie wissen, wie Segeln bis vor kurzem war? Wir haben den Fernseh-
    sendern gesagt: „Ein Rennen kann 50 Minuten oder auch drei Stunden dauern, bei wenig
    oder zu viel Wind fällt es aus, und sowieso passiert nicht viel.“ Denn das Schiff, das den
    Start gegen den Wind gewann, hatte danach alle Vorteile: Es konnte sich die Seite des
    Kurses mit mehr Wind aussuchen, der Verfolger konnte nur die andere, schlechtere Sei-
    te wählen oder im Windschatten dem Führenden folgen. Fernsehzuschauer konnten nach
    dem Start ins Bett gehen.

    SPIEGEL: Segeln war wie Cricket?

    Coutts: Schlimer. Sie hätten auch Gras beim Wachsen zuschauen können. Wie wollen Sie
    mit solch einem Konzept Erfolg haben? So war unser Sport.

    Fortsetzung folgt.

  2. #2
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    8.610

    Standard Fortsetzung

    SPIEGEL: Und nun wird er massentauglich?

    Coutts: Ganz und gar. Wir segeln in Küstennähe, 2013 in San Francisco direkt unter der
    Golden Gate Bridge und in der Bucht vorbei an Alcatraz. Puristen sagen: „Oh, Landwinde
    und Strömungsunterschiede beeinflussen das Rennen.“ Doch echte Segler sagen: „Groß-
    artig, all das macht es noch aufregender.“ Diese Rennen werden schwerer zu verpassen
    als zu verfolgen sein.

    SPIEGEL: Wenn sie nicht ausfallen. Wegen Flaute. Oder Sturm.

    Coutts: Je nach Windstärke werden die Strecken länger oder kürzer werden, die Rennen
    also kalkulierbar, rund 45 Minuten lang. Niemand muss zehn Tage lang auf eine Wettfahrt
    warten, das gab es ja wirklich! Und künftig beginnt das Rennen im 90-Grad-Winkel zum
    Wind, also mit halbem Wind, und das heißt, dass das führende Boot einfach nur schneller
    gestartet ist, aber das zweite wird nicht im Windschatten immer weiter zurückfallen. Und
    wir ziehen elektronische Grenzen, verengen die Bahnen, so dass die Schiffe gezwungen
    werden, sich immer wieder zu begegnen.

    SPIEGEL: Segeln wird zum Action-Sport?

    Coutts: Ferseh-Sport. Computer-Grafiken berechnen perfekte Kurse und vergleichen die
    Positionen der Boote, es gibt Kameras an Bord, jedes Crewmitglied trägt ein Mikrofon.

    SPIEGEL: Keine Angst vor Peinlichkeiten?

    Coutts: Nein, warum? Fehler haben mir nie Angst gemacht. Darum mache ich Leistungs-
    sport: um getestet zu werden.

    SPIEGEL: Andre Agassi sagt, kein Sieg tue so gut, wie eine Niederlage schmerzte.

    Coutts: Kluger Mann. Ich vergesse Siege sofort und fürchte die nächste Niederlage.

    SPIEGEL: Wissen Sie, was Sportarten wie Volleyball versucht haben, um populär zu wer-
    den? Die Zählweise wurde verändert, die Bälle wurden bunt, Kleiderregeln erfunden – die
    Popularität blieb so klein wie früher.

    Coutts: Beim American Football oder beim Fußball erklären virtuelle Linien Raumgewinn
    oder Abseits, Zuschauer begreifen das Spiel besser. Wir werden erhalten, was das Segeln
    ausmacht, es wird nur verständlich werden. Aus „steuerbord“ wird „rechts“ werden, aus
    „backbord“ „links“, damit uns die Zuschauer verstehen.

    SPIEGEL: Ganz schön plump.

    Coutts: Nein, fragen Sie alle, die auf den neuen Booten unterwegs waren: Sie sind hinge-
    rissen. Früher hatten wir Leute an Bord, die zehn Minuten lang mit verschränkten Armen
    herumsitzen und sich den Wind ansehen konnten, ehe sie etwas vorschlugen. Vorbei. Frü-
    her konnten wir Zeit gewinnen, indem wir uns überlegten, welches Manöver der Gegner
    in fünf Minuten machen und was das für uns bedeuten würde – wir waren auf alles vor-
    bereitet. Vorbei. Alles passiert sofort, Zeit wird komprimiert. Segeln erreicht eine neue
    Dimension, und nur die, die es nicht ausprobiert haben, nörgeln.

    SPIEGEL: Sie sind Geschäftsmann und mit den Herstellern der Flügel und natürlich mit
    Oracle, dem Ausrichter des nächsten Cups, geschäftlich verknüpft.

    Coutts: Ja klar. Aber ich bin nach wie vor mehr Segler als alles andere und als Segler
    schlicht wiederbelebt. Ich wünschte mir, wir hätten all diese Entdeckungen vor 30 Jah-
    ren gemacht.

    SPIEGEL: Am Ende wird Oracle allein segeln, weil das alles viel zu teuer ist. Und einsei-
    tig. Sagen Ihre Konkurrenten.

    Coutts: Warten wir ab. Neun Teams haben bereits zugesagt, andere werden noch auf-
    springen. Wir segeln ab August die neue World Series, acht Flottenrennen pro Saison
    mit den 45-Fuß-Schiffen. Die Sponsoren werden es lieben, in allen großen Märkten
    präsent zu sein. 2013 wird es in San Francisco den Louis Vuitton Cup der Herausfor-
    derer geben, der mit 72-Fuß-Katamaranen in Match-Races entschieden wird, der Sie-
    ger wird gegen Oracle Racing im America’s Cup antreten. In diesen zwei Wochen kul-
    miniert alles.

    SPIEGEL: Ein deutsches Team wird es nicht geben.

    Coutts: Die Deutschen verpassen etwas.

    SPIEGEL: Selbst BMW, Oracles langjähriger Partner, ist ausgestiegen.

    Coutts: Ein großartiger Partner in großartigen Jahren. Wir konnten uns nicht über die
    Bedingungen eines neuen Vertrags einigen, so ist es halt manchmal. Der Ingenieur
    Christoph Erbelding ist geblieben.

    SPIEGEL: Karol Jablonski, einst Skipper des deutschen Teams, sagt voraus, dass eini-
    ge Herausforderer wegen der Schlagzeilen vorläufig zugesagt hätten und am Ende nur
    drei oder vier starten würden.

    Coutts: Wieso sollte das so sein?

    SPIEGEL: 100 Millionen Dollar für eine Kampagne mit Siegchancen können nicht viele
    Männer mit Spieltrieb ausgeben.

    Coutts: Ein 72-Fuß-Schiff kostet etwas über fünf Millionen Euro. Ein Flügel 1,5 Millio-
    nen Euro. Sie können für 40 oder 50 Millionen Euro eine konkurrenzfähige Kampagne
    formen; es gibt keine Entschuldigung, wenn Sie es für dieses Geld nicht schaffen.

    SPIEGEL: Ihr Sport funktioniert so: Unfassbar viel Geld gewinnt gegen viel Geld.

    Coutts: Nein, so ist es nicht. Von 1983 bis 2003 hat im America’s Cup nicht das Team
    gewonnen, das das meiste Geld hatte. 1995 und 2000 hatte Team Neuseeland jeweils
    das fünftgrößte Budget und gewann, 2003 hatte Alinghi das viertgrößte und gewann.
    Du brauchst einen Mindestbetrag, um mitzuhalten, dann geht es darum, wer die Zeit,
    die er hat, am sinnvollsten einsetzt.

    SPIEGEL: Oracle hat Entwicklungsvorsprung und wird nicht zu schlagen sein.

    Coutts: Die Flügeltechnologie wurde in den dreißiger Jahren erfunden, das ist keine
    schwarze Magie. Einen harten Flügel zu bauen ist einfacher, als ein schnelles weiches
    Segel zu entwickeln. Es ist halt seit 160 Jahren so, dass das beste Team den Cup ge-
    winnt – und der Sieger bestimmt die Regeln fürs nächste Mal. Stets heißt es, den Ti-
    telverteidiger zu schlagen sei unmöglich. Denken Sie an 1995: Neuseeland besiegt
    die USA? Unmöglich!

    SPIEGEL: Alles Einstellungssache?

    Coutts: Ja, du kannst mit einer negativen Haltung an alles herangehen; siegen wirst
    du so nicht. Andersherum: Natürlich ist der America’s Cup gewinnbar – als Titelvertei-
    diger freue ich mich, wenn die Herausforderer das anders sehen.

    SPIEGEL: Mr. Coutts, wir danken ihnen für dieses Gespräch.


    Mit freundlicher Genehmigung von DER SPIEGEL.

  3. #3
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    na ja carlo

    das snd extrem 40 mit wing, schlechter medial aufbereitet, nicht reffbar, auf zu langen kursen.

    wenn du auch beide formate online live gesehen hast, interessiert mich deine meinung zum vergleich beider konzepte
    ACHTUNG: manchen beiträgen könnten auch "wiener schmääh" beinhalten

  4. #4
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    Ich verstehe dich nicht. Schreib bitte mal richtiges Deutsch mit ganzen Sätzen und auf welches
    Segel-Ereignis du dich beziehst (ich sah vor zwei Jahren ein Dutzend Cats in Kiel, auf denen die
    Welt-Elite sich ein Stelldichein gab, wobei es nur um "die Ehre" ging; wir hielten 4 Stunden im
    Regen aus, wobei am spannendsten war, wer den besten Kurs beim Kreuzen vor dem Wind
    wählte ... Dann schlief der Wind ein und auch unser Interesse erlahmte; mit dem America's
    Cup ist das nicht vergleichbar).

  5. #5
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    letzte woche zeitgleich

    extrem 40 in england

    ac 45 in portugal

    hätte man aber selbst drauf kommen können

    aber nachdem du fragst, hast du die 40er nicht verfolgt
    Geändert von winnfield (19.08.2011 um 20:10 Uhr)
    ACHTUNG: manchen beiträgen könnten auch "wiener schmääh" beinhalten

  6. #6
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    carlo !!!!!!!!!!
    ACHTUNG: manchen beiträgen könnten auch "wiener schmääh" beinhalten

  7. #7
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    Zitat Zitat von winnfield Beitrag anzeigen
    carlo !!!!!!!!!!
    Ich befand mich zu der Zeit auf dem Atlantic und hatte nur gelegentlich bei Häfen-
    Besuchen Internet-Anschluss. Hier geht es um den America's Cup; stell deine Plau-
    derei bitte ein oder verleg sie ins Unter-Forum "Klönschnack". Danke.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Makis Enefrega Beitrag anzeigen
    Ich befand mich zu der Zeit auf dem Atlantic und hatte nur gelegentlich bei Häfen-
    Besuchen Internet-Anschluss. Hier geht es um den America's Cup; stell deine Plau-
    derei bitte ein oder verleg sie ins Unter-Forum "Klönschnack". Danke.
    geht ja um die qualität des ac

    abgesehen davon war die performance von couts bemerkenswert, willst du, oh carlo, das auch in ein anderes forum verschieben

    abgesehen davon, der extrem 40 kalender war lange bekannt, was macht es für einen multi hull fan wie dich für enen sinn die ac 45 zum gleichen termin starten zu lassen?

    und dann auch noch so
    Geändert von winnfield (19.08.2011 um 23:11 Uhr)
    ACHTUNG: manchen beiträgen könnten auch "wiener schmääh" beinhalten

  9. #9
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    Um wieder etwas Leben in die Bude zu bringen, hier die letzte Verlautbarung aus dem
    America's-Cup-Büro:

    In under three months’ time, the America’s Cup World Series will land in San Diego for the
    U.S. debut of the new look America’s Cup racing. A new professional global circuit, the AC
    World Series features the sport’s best athletes competing on some of the most physically
    demanding boats in the world - the AC45 wing-sailed catamarans.

    Adding a new and exciting chapter to its storied history with America’s Cup, San Diego is
    renown as one of the best sailing venues in the world. But come this November, San Die-
    go will see a very different America’s Cup experience, with racing held just feet offshore,
    live inside San Diego Harbor in front of thousands of spectators. As one of the real birth-
    places of extreme sports, San Diego is an ideal host for the next generation America’s
    Cup, with boats that really embrace the extreme.

    “We spent 16 months in San Diego preparing for the last America's Cup, so we know
    that the harbor is a perfect stadium for the new-look high-speed, high-energy Ameri-
    ca's Cup,” said James Spithill, Skipper of ORACLE Racing. “We thought it was pretty
    cool just sailing our wing-sailed multihull back in 2009, but this time there will be a
    whole fleet sailed by teams from around the world. I can promise you this: people
    in San Diego will have a new appreciation for America's Cup sailing."

    The AC World Series San Diego event will take place inside San Diego Bay, with
    numerous waterfront viewing locations that will allow spectators to see the on-
    the-water action up close. In addition to a full race schedule, the series stop will
    feature the all-ages AC Village at Harbor Drive which encompasses activities on
    Broadway Pier and the U.S.S. Midway with spectator grandstands, interactive
    displays, concession booths and a nightly entertainment schedule, while the sty-
    lish AC Experience at Harbor Island will provide a more lavish setting for patrons.

    “Our city’s long and storied history with the Cup makes San Diego Bay an ideal
    location to help transform America’s Cup racing in to a new era,“ said Chuck Ni-
    chols, chairman of Sailing Events Association San Diego. “With its natural stadi-
    um environment, we are able to host multiple venues along San Diego Bay for
    fans to view this new form of high-adrenaline racing and, most importantly, cele-
    brate the America’s Cup sporting experience in an intimate way never before ex-
    perienced in the U.S.”

    Fans will be greeted by new boats, new formats and a whole new level of racing.
    Sailing the AC45, the athletes will tested through both fleet and match races that
    put a premium on physical and mental strength. The highlight of the event is win-
    ner-takes-all, fleet race on Sunday November 20, where the teams will compete
    for the title of AC World Series San Diego Champion, as well as the chance to put
    points on the board for an overall 2011-12 AC World Series win. Another fan show-
    case – the AC 500 Speed Trial, where teams push their boats to the limit to cover
    a 500-meter straight-line course in the shortest time.

    "San Diego Bay has a proven track record as a perfect venue for this type of action-
    packed sailing," said Lou Smith, Vice Chairman of the Board of Port Commissioners.
    "The port supports the America's Cup World Series as part of its goal to 'activate'
    the waterfront around San Diego Bay, providing economic benefit to port tenant
    businesses and enjoyment to spectators."

    Broadcast to expose millions more fans to the sport of high-performance sailing,
    the AC World Series is a regular circuit of regattas that will bring America’s Cup-
    level racing and experience to top international venues. The AC World Series
    champion will be crowned during the final circuit stop in Newport, RI, in 2012.
    The AC World Series events provide the fans the only opportunity to see all of
    the America’s Cup competitors racing together.

    “This exciting event will provide the city with a healthy economic jolt and also
    serve as a great advertisement for San Diego,” said San Diego Mayor Jerry
    Sanders. “Media from all over the globe will broadcast images of San Diego’s
    spectacular scenery to viewers as far away as China and New Zealand.”

  10. #10
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    Der Journalist Jens Kürbis von den Lübecker Nachrichten (LN) führte Heute ein Gespräch mit dem
    Segler Jochen Schümann (57). Er wollte von dem derzeit in Valencia lebenden Diplom-Sportlehrer
    wissen, wie der die Klasse, in der er segelt, im Vergleich zum America’s Cup sieht. Schümann, der
    sich auf dem Weg von Monte Carlo ins spanische Cartagena befindet, wo er als Skipper der deutsch-
    französisch besetzten „All4One“ in einer vierteiligen Regatta-Serie segeln wird (die er „die Cham-
    pionsleague des Segelsports“ nennt), antwortete auf die Frage „Was ist mit dem America’s Cup?“
    „Der war für mich mal die WM und wird es vielleicht auch wieder, der AudiMedCup ist momentan
    die Königsklasse der Monohulls. Unsere Rennen sind sehr eng. Nicht selten entscheiden Sekunden
    über Sieg oder Niederlage. Der America’s Cup mit den Cats wird dagegen kein sportlich hochwerti-
    ger, ausgeglichener Wettbewerb, sondern ziemlich einseitig, da die Voraussetzungen der Teilneh-
    mer sehr ungleich sind. Zeitplan und Reglement sind weiterhin unklar.* Aber sicher wird es gute
    Bilder geben. Stürze und Spektakel versteht ja Jeder.

    LN: Das klingt sehr harsch.

    Schümann: Das Riesenproblem des America’s Cup ist, dass beim Titelverteidiger alle Rechte liegen**.
    Eine verlässliche Kontinuität ist so fast unmöglich. Der Gerichtsprozess hat den Cup zudem in eine
    tiefe Krise gestürzt.*** Deshalb gibt es auch keine deutsche Kampagne mehr. Ein neues Team,
    deutsche Sponsoren wird es so vorerst nicht geben. Ich bezweifle, da es kaum Teilnehmer gibt,
    dass 2013 schon gesegelt wird.**** Der AudiMedCup hingegen steht für Verlässlichkeit.*****

    Anmerkungen:

    Der Segler Schümann glaubt es sich leisten zu können, gegen besseres Wissen die Öffentlichkeit
    zu verdummen, denn:

    * Nichts steht fester als der Zeitplan des America’s Cup.

    ** Dass beim Titelverteidiger alle Rechte liegen, das macht ihn aus seit 160 Jahren aus !

    *** Der Prozess um die Austragung ging zugunsten von ORACLE aus, was den Cup-Verteidiger
    ALINGHI mit Schümann im Team in eine selbst gemachte Krise stürzte und ihn in der Folge zu
    Verlierer auf dem Wasser machte.

    **** Die Zweifel mag er haben, die Realität spricht eine andere Sprache.

    ***** Beim AudiMedCup, der von untergeordneter Bedeutung ist, segeln die Verlierer.
    Geändert von Makis Enefrega (30.08.2011 um 23:20 Uhr)

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