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  1. #1
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    Standard Spendest Du Deine Augen?

    Gerade habe ich mit meiner Frau zusammen "Hart aber fair" im Ersten gesehen, wo es um Organtransplantation und Spenderorgane ging. Vorher neigte ich eher zum Spenden, meine Frau war da schon zuvor skeptischer. Nun nach der Sendung bin ich ins Grübeln gekommen. Was ist, wenn man eigentlich ja noch gar nicht ganz tot ist und ausgeweidet wird? Ein Gesundheitsökonom in der Sendung aus Bayreuth, dort an der Uni, verteidigte ja sogar vorsichtig, das Organe gegen Geld gehandelt werden und klamme Kleinunternehmer sogar Nieren verkaufen (wollen oder tun? Es bliebt in der Schwebe.)
    Ich weiß nicht, Andere können wieder Leben durch ein Organ. Aber sterben muss man eh, auch mit Spenderherz, nur etwas später. Und der Spender, ist er oder sie am Ende nur noch gierig beäugte Ware, die der Chefarzt zum Wohle des Klinikrufes und des Klinikeinkommens ausweidet??
    Im Moment neige ich dazu, meinen Organspenderausweis neu zu verfassen. Mit "Nein".
    Wie seht ihr das? Wie vor Allem die Ärzte hier? C.S.

  2. #2
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    Ich habe die Sendung leider nicht gesehen, bin aber sehr skeptisch in Bezug auf diese Aussagen. Man wird nicht ausgeweidet, solange man eine Lebenschance hat. Erst wenn der Hirntod zweifelsfrei festgestellt wurde, können Organe entnommen werden. Dafür gibt es sehr strenge Regeln. Der Chefarzt verbessert seinen Klinikruf nicht durch Spenderorgane. Inwieweit er den Aufwand überhaupt abrechnen kann , ist zumindest für die Masse der Patienten (Kassenpatienten) fraglich. Der Krankenhausträger wird einen Festbetrag abrechnen können, der aber nicht unbedingt die Kosten abdecken muss.
    Die Organe werden auch nicht direkt einem anderen Patienten transplantiert , sondern über Eurotransplant in Leiden nach Bedürftigkeit , Kompatibilität und Listenplatz verteilt.
    Der Tod des Organempfängers kommt heute nicht etwas später, sondern überwiegend erheblich später. Als Spender kann man somit einem anderen Menschen Leben schenken.

    Man sollte weiterhin Organspender sein !
    Geändert von Sarastro (17.10.2011 um 23:58 Uhr)

  3. #3
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    Ich möchte keine Ersatzteile. ebenso möchte ich in Ruhe als Ganzes dahinscheiden.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Nelson Beitrag anzeigen
    Ich möchte keine Ersatzteile. ebenso möchte ich in Ruhe als Ganzes dahinscheiden.
    ich hab seit ner guten stunde meine allererste lesebrille aufe nase

    und nun funzt es wieder
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
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    lebt nun in Indochina

  5. #5
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    Zitat Zitat von carsten.sauerberg Beitrag anzeigen
    ... Im Moment neige ich dazu, meinen Organspenderausweis neu zu verfassen. Mit "Nein".
    Wie seht ihr das? ... C.S.
    Ich bin für "cross compliance": Wer "Nein" ankreuzt, darf im Bedarfsfall auch kein Ersatz-Organ erwarten.

  6. #6
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    das fände ich so fair und in Ordnung.

    Vic

  7. #7
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    Besser eine Kreiselpumpe als ein anderes Herz!

  8. #8
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    Zitat Zitat von Makis Enefrega Beitrag anzeigen
    Ich bin für "cross compliance": Wer "Nein" ankreuzt, darf im Bedarfsfall auch kein Ersatz-Organ erwarten.
    Das ist ethisch schlüssig auf den ersten Blick. widerspricht aber dem Sinn des Spendens. wenn ich einem Bedürftigen 100,- euro gebe, kann ich nicht erwarten, dass der mir etwas zurück gibt. Sonst würde aus Spende ein Handel werden. Aber egal: Gefühlt sag ich auch: Wenn ich nicht geben will, soll ich auch nicht verlangen können. C.

  9. #9
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    Zitat Zitat von carsten.sauerberg Beitrag anzeigen
    ..... Was ist, wenn man eigentlich ja noch gar nicht ganz tot ist.....
    Diese Überlegung ist doch nur von akademischem Interesse, Carsten.

    "Noch nicht ganz tot" ist wie ein bisschen schwanger. Wer tatsächlich glaubt, er würde sich mit der Spendenbereitschaft Nachteile schaffen, der soll eben nicht spenden.
    Ich finde das Modell "Jeder ist Spender, es sei denn er widerruft" am einfachsten, könnte aber auch mit dem Steinmeier-Modell, "Jeder muss eine Aussage machen" leben...eh spenden. Jedenfalls, so wie es jetzt geregelt wird taugt es nichts. Es geht doch nicht an, dass D auf die Spender im Ausland angewiesen ist, nur weil man hierzulande so schwer an seinen Bedenken trägt.

    Gruß Franz

  10. #10
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    Das was Sarastro mit dem Hirntod anspricht, das nahm in der Sendung großen raum ein: Hirntod erst eingeführt durch die Medizin, um überhaupt eine Chance zu haben, Spenderorgane zu bekommen. Der Hirntote ist eben - so ein Arzt in der Sendung - noch nicht tot. Er lebt noch, nur er ist wohl durch das ausgefallene Gehirn sozusagen sicher totgeweiht. Ein Hirntoter kann monatelang künstlich am Lebnen gehalten werden, um seine Organe "Frisch" aufzubewahren, evtl. spürt er sogar noch etwas, sagen Neurologen. Man lässt ihn erst ganz sterben, wenn das gewünschte Organ entnommen ist. Das möchte ich nicht, das man sowas mit mir macht.
    Und dann war da eine Frau, die ihren 15 jährigen sohn bei einem Unfall verlor. Der Arzt fragte sich bei seinem ableben: Dürfen wir seine Organe? er könnte so noch Gutes bewirken. die Frau (und ihr Mann) stimmten zu. Sie erhielten dann den Sohn "ausgeweidet" zurück. Sie erfuhren das über den Bestatter, ließen den Sarg öffnen und sahen mit eigenen Augen, das der Sohn sogar seine Augen hergegeben hat. Die Frau war so erschüttert davon, dass sie sagte: wir haben unseren Sohn nicht verloren, wir haben ihn durch unser "Ja" geopfert. Nun waren in der Sendung nat. auch Befürworter des Spendens. Die konnten das aber nicht entkräften, denn scheinbar sagt diese Frau und auch der Arzt mit der Hirntodthese die Wahrheit. C.

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