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  1. #1
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    Standard Radikale Führerscheinreform geplant – Fluch oder Segen?

    Spätestens im Januar wird der Bundestag über einen revolutionären Antrag der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und FDP abstimmen.

    Die Kernpunkte mit praktischer Relevanz für Segler:
    • Anhebung der führerscheinfreien Motorleistung von fünf auf 15 PS
    • Ausweitung der Gültigkeit der Charterbescheinigung auf neue Binnen-, aber auch "geeignete Ostseereviere"
    • weitere Vereinfachung des im Mai 2012 in Kraft tretenden neuen Prüfungssystems
    • einheitliche Ausbildungsstandards
    • Anerkennung von Funkzeugnissen aus dem EU-Ausland
    • Rückkehr zur vorigen Regelung der Funkzeugnispflicht (es ist egal, welche Person an Bord das Zeugnis hat)

    Die Meinungen über diese und weitere Punkte, insbesondere die liberale Führerscheinregelung, gehen diametral auseinander. Politik und Wirtschaft begrüßen die Regelungen und sehen darin die Chance, dringend benötigten Neueinsteigern den Zugang zum Wassersport zu erleichtern. Die mit der Führerscheinvergabe beliehenen Dachorganisationen, der Deutsche Segler- und der Motoryachtverband, fürchten hingegen Anarchie und Chaos auf dem Wasser.

    Und was meinen Sie? Diskutieren sie mit!
    Geändert von YACHT-online (07.12.2011 um 18:04 Uhr)
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  2. #2
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    Typisch deutsch, nicht 4 kW - 12 kW sondern brav bis zur zweiten Stelle hinter dem Komma, die eh im Toleranzbereich untergeht.
    Man sieht damit sofort, dass Fachleute am Werk sind.

  3. #3
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    Lustig! Auf den Straßen benötigt man einen Führerschein, auf dem Wasser nicht. Man sollte schon die Regelkenntnisse nachgewiesen haben, gilt auch für Surfer.
    Für die Anerkennung ausländischer Scheine bin ich. In der Luftfahrt geht es dagegen gerade den umgekehrten Weg. Da wird alles aberkannt. In D nur mit deutschen Scheinen.
    Vereinfachung und Standardisierung sind OK, je nachdem, wie die Standards werden.
    Funkregelung ist auch in Ordnung. Nur muß der Scheininhaber aufpassen!

    Ohne Scheine sehe ich auch Chaos und Anarchie auf dem Wasser. Und viele Schäden!!!

  4. #4
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    Standard

    Kernpunkte sind gerne auch oftmals knackpunkte
    und 15 ps führerscheinfrei am heck
    find ich sicherer wie die mageren 5 ps.
    aber
    ich glaub nicht an eine großartige änderung unserer verstaubten gesetze
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  5. #5
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    Zitat Zitat von YACHT-online Beitrag anzeigen

    • Anhebung der führerscheinfreien Motorleistung von fünf auf 15 PS
    das wird sich in Binnengewässern auswirken und garantiert zu Problemen führen - auch mit 10-15 PS kann man ganz schön schnell werden und laut daherkommen, Badende gefährden...*halte ich für bedenklich*
    • Ausweitung der Gültigkeit der Charterbescheinigung auf neue Binnen-, aber auch "geeignete Ostseereviere"
    für Binnenreviere und Ausweitung des lokalen Wasserwandertourismus (Hausboote) eine sicher gute Idee, problematisch wohl auf kommerziell/professionell genutzten größeren Binnenwasserstrassen, wenn ein unerfahrener, uninformierter Urlauber eine 200m Barkasse behindert... dasselbe an der Ostsee - in den Bodden wohl eher unproblematisch, aber schon im Küstenbereich wird es dann womöglich haarig - Selbstüberschätzung, vorgetäuschter Irrtum, in Kombination mit plötzlich widrigen Umständen womöglich lebensgefährlich. Zuminds für die Küstengewässer wäre eine Art "Minor Qualification", welche die Aspiranten auf die gefahren hinweist und Eckpunkte klarstellt, hierzu anzuraten.

    • weitere Vereinfachung des im Mai 2012 in Kraft tretenden neuen Prüfungssystems
    das wäre sehr sinnvoll - praxisorientierte Fragen statt hypothetischer und manchmal mit Fallen gespickter Fragebögen.
    Die Leute sollen zeigen, dass sie verstanden haben, worum es geht, und nicht, ob sie 3/10 Grad genau eine Versetzung hinschätzen können
    • einheitliche Ausbildungsstandards
    sollte selbstverständlich sein
    • Anerkennung von Funkzeugnissen aus dem EU-Ausland
    auch hier ist die deutsche Ausbildung viel zu starr und altbacken - moderne Kommunikationsmittel und - verfahrensweisen, aber die richtig vermittelt, bringt mehr, als Morsenund Funken an Geräten von 1935 zu lernen ...wer hat heute so ein Gerät, der kann auch ne Spezialausbildung machen. Alle anderen müssen die Standardgeräte benutzen können und sich vernünftig verhalten und ausdrücken.



    • Rückkehr zur vorigen Regelung der Funkzeugnispflicht (es ist egal, welche Person an Bord das Zeugnis hat)
    hinsichtlich der Zielsetzung einer qualifizierten Kommunikation richtig


    ich denke nicht, dass Anarchie und Chaos ausbricht, aber bedenklich sind einige Regelungen schon.

    Ob man auch mit dem Motto: wir senken die Anforderungen um mehr "Kunden" zu bekommen, der Sache dient, ist auch fraglich.

  6. #6
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    Zitat Zitat von YACHT-online Beitrag anzeigen
    Die Meinungen über diese und weitere Punkte, insbesondere die liberale Führerscheinregelung, gehen diametral auseinander.
    So ist das nun mal, jeder ist sich selbst der Nächste und vertritt genau den Standpunkt, von dem er sich Vorteile verspricht!

    Zitat Zitat von YACHT-online Beitrag anzeigen
    Politik und Wirtschaft begrüßen die Regelungen und sehen darin die Chance, dringend benötigten Neueinsteigern den Zugang zum Wassersport zu erleichtern.
    Na klar, -Gewinnoptimierung heißt das Zauberwort. Das gilt für die Politik genauso wie für die Wirtschaft. Wenn man damit Geld verdienen kann oder Wählerstimmen in Aussicht stehen, wird dafür gestimmt. Erst recht, wenn es fast nichts kostet!
    (Man bedenke nur mal die zu erwartende Einnahmequelle aus den Reparaturkosten der vielen Kollisionen oder den Verkauf von Fendern, die bei führerscheinfreien Hausbooten ringsum zur Standartausrüstung gehören).

    Zitat Zitat von YACHT-online Beitrag anzeigen
    Die mit der Führerscheinvergabe beliehenen Dachorganisationen, der Deutsche Segler- und der Motoryachtverband, fürchten hingegen Anarchie und Chaos auf dem Wasser.

    Auch das ist nachvollziebar! Seit Jahrzehnten werden die Voraussetzungen für die Erlangung der Sportbootführerscheine aufgeweicht. Warum wohl? Auch hier stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund!

    Erst an 2. Stelle (leider) steht die geringere Qualifikation (wenn überhaupt vorhanden) mit den daraus resultierenden Gefahren für die führerscheinlose Person selbst, deren Mitfahrern und allen anderen, die sich hinterher um Schadensbegrenzung bzw. um die Rettung der in Seenot Geratenen beschäftigen müssen.
    Von steigenden Versicherungsbeiträgen für alle mal ganz abgesehen!
    besser eine heiße Yacht als eine kalte Wohnung!

  7. #7
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    Zitat Zitat von YACHT-online Beitrag anzeigen
    ......
    • Anhebung der führerscheinfreien Motorleistung von fünf auf 15 PS
    ........
    Warum nicht schon vor 20 Jahren so? Dann hätte ich nie diesen bescheuerten Sportbotführerschein-See gemacht. 15PS für ein seegehendes 10m-Segelschiff reichen völlig. Allerdings, ist es soviel führerscheinbedürftiger mit 12m und 40PS? Die Koppelung an Leistung ist völlig weltfremd.
    Ein 50PS-Tucker auf Binnengewässern braucht einen Führerschein, eine seegehend Yacht mit max 15PS in deutschen oder englischen Küstengewässen nicht, wenn das mal logisch ist.
    Was solls, mir kanns egal sein. Führerscheine haben Bestandsschutz.

    Gruß Franz

  8. #8
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    Standard

    Liebe Yacht-Redaktion,
    es wäre im Sinne einer guten Journalistischen Praxis, wenn sie eine Quelle für den besagten Antrag genannt hätten. Es ist nicht Aufgabe Ihres Publikums dies an Ihrer Stelle zu tun. Typisch für Ihr Publikum ist allerdings, dass man sich ohne Kenntnis des gesamten Antrages lautstark und kontrovers äussert.
    Antrag der Fraktion kann man unter :
    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/079/1707937.pdf
    nachlesen.
    Der Antrag liest sich viel ausgewogener als das was Sie hier ausgeführt haben :
    Praxisrelevanz :
    "Für die Bereiche, in denen ein Führerschein vorgeschrieben ist, muss gelten, dass die Vermittlung praktischer Grundlagen wichtiger ist als theoretisches Wis- sen. Denn anders als im Straßenverkehr wird die Bootsführung im Bereich der Sport- und Freizeitschifffahrt meist nur über wenige Wochen im Jahr ausgeübt, weshalb das Prüfungswissen mangels Praxis schnell wieder verloren gehen kann. Auch sind Boote und Yachten in ihrer Konstruktion und Größe sowie ins- besondere Manövrierfähigkeit sehr unterschiedlich. Die praktische Grundlagen- ausbildung muss deshalb bei der Ausbildung und Prüfung stärker gewichtet werden. Bereits vorhandene praktische Vorkenntnisse können ganz oder teil- weise von der Verpflichtung zur praktischen Ausbildung entbinden, sie müssen allerdings in einer praktischen Prüfung nachgewiesen werden".
    (War das nicht eine Forderung im "Führerschein"-Thread ??)
    "Überprüfung der neuen Regelungen
    Drei Jahre nach Inkrafttreten der oben geforderten neuen Regelungen ist dem Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und dem Ausschuss für Tourismus des Deutschen Bundestages eine Evaluierung vorzulegen, wie sich die Regelungen der Forderungen unter den Nummern 1 und 2 in Bezug auf die Sicherheit und die Förderung des Tourismus ausgewirkt haben."

    Gerade der letzte Absatz zeigt doch, dass der Bundestag eine 3 Jährige Versuchsphase vorschlägt, die, falls es tatsächlich zu einer höheren Zahl an Unfällen bzw. Verstössen gegen die Sicherheit auf See kommt, dazu führen kann, dass die Regeleung wieder gekippt wird. Was kann daran falsch sein ?
    Nun will der Staat endlich deregulieren, seinen Bürgern mehr Vertaruen schenken und schon schreit der höchst verängstigte Bürger laut auf !! Verstehe das wer will.
    Nur so als Randbemerkung : Es ist doch heute schon so, dass wir alle scheinheilig mehr Gesetze verlangen, aber, wenn der Staat die bestehenden Regelungen durchsetzen will (Funkscheindebatte hier im Forum), dann wird laut über Abzocke, nicht sinnvoll, kümmert mich nicht etc. gejammert... (die Funkscheindebatte ist da wirklich ein Paradebeispiel....)
    Also, Ihr Pharisäer, kommt wieder auf die Erde und freut Euch, dass eine konservative Regierung bereit ist, ihren Bürgern zu vertrauen und so von Lasten befreit.
    Geändert von 2ndtonone (07.12.2011 um 12:39 Uhr)

  9. #9
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    Hier noch ein Paragraph, der mehr als sinnvoll erscheint !
    "5. Funkzeugnisse
    a) Solange das Funkzeugnis nicht Teil einer modularen Ausbildung ist, ist das Vorlegen eines Funkzeugnisses aus einem anderen EU-Mitgliedstaat zu akzeptieren. Darüber hinaus soll die Bundesregierung sich auf EU- und internationaler Ebene für die gegenseitige Anerkennung von Funk- zeugnissen einsetzen. Des Weiteren ist zu prüfen, ob es künftig ausrei- chend sein kann, wenn statt des Skippers ein anderes Crewmitglied ein Funkzeugnis vorlegt. Darüber hinaus sollten Funkanlagen bei Charter- booten nur für die Fahrtgebiete A (Hochsee) und B (außerhalb der Küs- tengewässer) als verpflichtende Ausrüstung vorgeschrieben werden.
    b) Es ist zu prüfen, ob es inhaltliche Überschneidungen von Funkzeugnissen mit anderen Funkscheinen und -zertifikaten gibt (z. B. in der Pilotenaus- bildung) und inwiefern diese auch als Funkzeugnisse für die Sportschiff- fahrt anerkannt werden können.

    Mann o Mann, dass hätte ich der CDU/FDP nie und nimmer zugetraut...........

  10. #10
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    Hier noch ein Teil :
    6. Die Verbände und Vereine sind dabei zu unterstützen, anstelle der bislang für den Verbraucher nicht transparenten und aussagekräftigen Zulassung der Ausbildungsstätten ein einheitliches Qualitätssiegel zu schaffen, das Min- deststandards in der Ausbildung garantiert. Sollte bis Ende des Jahres 2016 kein deutlicher Fortschritt hin zu einem einheitlichen Qualitätssiegel erreicht worden sein, soll die Bundesregierung selbst die Initiative ergreifen, um all- gemeine Mindeststandards sicherzustellen.

    Randbemerkung : DSV und Wasserwirtschaftsverbände können weiter wurschteln wie bisher....

    7. Die Mindestausrüstungsstandards für Charteryachten sind an das jeweilige Fahrtgebiet und nicht an die Schiffsgröße anzupassen.
    Ist das etwa nicht sinnvoll ?

    8. Umsetzung der Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages zur Modernisie- rung und Zusammenführung der Vorschriften im Wassersportbereich zu einem Recht der Sportbootschifffahrt.

    Gut, dass der Bundestag endlich die Forderung der BSU umsetzen will, einfach herrlich !!

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