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  1. #11
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    76

    Standard Optima 92

    Hallo Optimafreunde,
    nachdem ich mich nun bereits 7 Jahre mit meiner 92er intensiv beschäftigt habe, kann ich nur sagen, es ist ein schönes, geräumiges und für das Alter nicht langsames Schiff.
    Viele beachtenswerte Punkte sind bereits genannt.
    Rumpffenster - sollten schon ausgetauscht sein, sonst wird es teuer und arbeitsintensiv oder nur sehr teuer.
    Aufbaufenster - sind preiswert bei Firmen die Plexiglas verarbeiten zu erstehen, sauberer Einbau ist relativ einfach, vorausgesetzt, man
    hat sich eine Lösung für die obere Schraubenreihe ausgedacht.
    Rumpf - Osmoseprobleme sind mir bisher nicht bekannt.
    Ruder - das Ruder zieht in der Regel etwas Wasser am Ruderschaft. Das Problem haben fast alle älteren Yachten. Man sollte das
    Wasser nicht über Winter im Ruder gefrieren lassen. Es reicht aus, das Ruder im Herbst an einer Stelle im unteren Bereich zu
    durchbohren damit das Wasser wieder ablaufen kann. Im Frühjahr etwas Epoxispachtel in das Loch und gut ist. So findet man
    auch jedes Jahr die gleiche Stelle wieder und macht keinen Schweizer Käse draus.
    Vorstagsbeschlag - Der Vorstagsbeschlag besteht - wenigstens bei den Typen mit eingelassenem Decksbelag - nur aus einer schmalen
    Platte, die auf dem Deck aufliegt. Sie ist mit zwei Gewindebolzen (Verlängerung der Segelanschlaghörner) durchs mit
    Sperrholz verstärkte Deck gebolzt und unten im Ankerkasten mit zwei größeren Unterlegscheiben verschraubt. Durch den
    Zug des Vorstags können diese Unterlegscheiben ins Laminat gezogen werden (langfristiger Prozess). Dadurch bekommt
    der Beschlag an Deck etwas Luft und kippt leicht in Zugrichtung. Jetzt könnte Feuchtigkeit unter den Beschlag wandern und
    unter Umständen ins Laminat bzw in die Sperrholzverstärkung eindringen. Ich habe mir einen neuen Nirobeschlag mit
    deutlich größerer Auflageplatte und entsprechend großer Gegenplatte im Ankerkasten anfertigen lassen und mit vier Bolzen
    verschraubt. Klingt bombastisch, ist aber für relativ kleines Geld zu bekommen und leicht zu montieren. Zumindestens sollte
    man diesen Punkt genau im Auge behalten.
    Unterwasserschiff- Ein Schiff mit vielen Schichten alten Antfouling bedeutet einen erheblichen Arbeitseinsatz um das Zeug
    runter zu bekommen und einen ebenso erheblichen Arbeits- und Geldeinsatz um eine vernünftige Sperrschicht vor dem
    neuen Antfouling auf den Rumpf aufzutragen. Das lässt sich nicht mal eben so schnell erledigen. Ich weiß genau, wovon ich
    da spreche!
    Besser, solche Arbeiten sind vor nicht allzu langer Zeit nachweisbar sorgfältig erledigt worden.
    Innenraum - Viel Platz und Stauraum, zweckmäßige Aufteilung (Toilette neben Niedergang, Kartentisch, Pantri). Klappfahrräder gut in
    der Hundekoje zu stauen, ausreichende Stehhöhe.
    Handling- diese Schiffsgröße ist leicht und sicher auch einhand zu segeln und an die richtige Stelle im Hafen zu dirigieren. Das Schiff
    läuft für das Alter gute Höhe am Wind und Geschwindigkeit. Das Seeverhalten ist recht ausgeglichen.
    Natürlich sind das keine neuen Konstruktionen und die Schiffe haben einige Jahre auf dem Buckel. Wer glaubt, er bekommt für kleines Geld ein neues Schiff wird niemals zufrieden damit werden. Ich habe meine Optima damals selbst "relativ günstig" gekauft. Allerdings war auch offensichtlich, dass erheblicher Investitionsbedarf bestand. Da ich gerne am Schiff arbeite und jetzt jedenfalls genau weiß, was alles neu gemacht wurde (und mit welcher Genauigkeit) bin ich zufrieden. Ich konnte die Investitionen auf mehrere Jahre verteilen. Jeder, der sich aber nicht zutraut, diverse Arbeiten am Boot selbst zu erledigen, der ist besser daran, wenn er nicht nach vermeintlichen Schnäppchen schielt, sondern nach solchen Schiffen schaut, die nachweisbar von ihren Eignern IMMER in gutem Zustand gehalten wurden und daher keiner größeren Reparaturen/ Erneuerungen bedürfen. Solche Schiffe sind dann zwar teurer, wenn man aber zu dem vermeintlichen Schnäppchen die notwendigen Investitionen zuzählt, kommt man garantiert auf höhere Kosten.
    Gruß seal

  2. #12
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    Hallo Kiewitt,

    Du hast Recht, habe fertig geschnittenen TBS-Belag gekauft. Der Bootsbauer hat ziemlich gebraucht bis er den alten Belag runter hatte. Aber trotzdem 10mal schneller als ich, ich hatte mich vorher an der Entfernung des Belages auf dem Lukendeckel versucht und Stunden für das kleine Teil gebraucht. Deswegen war ich ziemlich dankbar, dass er mir das abgenommen hatte. Der neue Belag ist sehr passgenau... Die Motorisolierung ist schon drin, die habe ich angebracht, als der alte Motor draußen war. Da war dann genug Platz zum arbeiten. Hoffe das ich nun nicht mehr soviel Lärm ertragen muss, wie bei der alten Maschine.

    Gruß aus Kiel

    Walter

  3. #13
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    Ich habe meine Optima 92, Bj. 76, seit 16 Jahren. Von Osmose habe ich noch bei keiner Dehler gehört. Das Schiff ist insgesamt überaus zuverlässig. Ein spezifischer Schwachpunkt sind die Fenster im Rumpf, diese sollten, wenn sie nicht mehr dicht sind, durch solche mit einem Alu-Rahmen ersetzt werden, bei den meisten ist das bereits geschehen. Ein weiterer Schwachpunkt ist der Deckel vom Ankerkasten, der ist häufig weich. Die Hydrauliksteuerung finde ich persönlich gerade bei längeren Fahrten überaus angenehm. Ich hatte daran auch noch keine Schäden.

    Ich selbst würde je nach Seegebiet den Tiefkiel (165 cm) immer bevorzugen, damit läuft man bessere Höhe und das aufrichtende Moment ausgeprägter.

    Ich habe den Volvo 2030 a mit - meiner Erinnerung nach - 29 PS, damit ist die Optima deutlich übermotorisiert, 23 PS reichen, sind im Tidengewässer aber auch notwendig. Werftseitig waren verschiende Motoren verbaut, der 23 PS Volvo war der stärkste. Natürlich sind diese Motoren jetzt sehr alt und neigen zum qualmen. Abraten würde ich vom Faryman-Diesel, der unter dem Küchenblock im Innenraum eingebaut war, das ist, abgesehen vom Anachronismus, viel zu laut. Die Volvos sind meist (oder alle?) mit einem Saildrive ausgestattet. Das ist auf der einen Seite eine tolle Sache (kaum Schraubeneffekt, keine Stopfbuchse) hat aber den Nachteil, dass alle 7 - 8 Jahre (die Angaben varieren) die Gummimanschette ausgeatuscht werden muss. Das ist eine Heidenarbeit, die ich gerade hinter mir habe und wenn man es machen läßt, wird es teuer, denn auch eine Werft braucht etwa zwei Tage dafür.

    Die Optima läßt sich auch bei schwerem Wetter auf offener See sehr sicher bewegen. Zu diesem Sicherheitsgefühl trägt - das im Vergleich zum Gesamtgewicht - hohe Kielgewicht, aber auch der hohe Süllrand und das vergleichsweise schmale Cockpit bei. Man hat nie das Gefühl, man könne über Bord gehen. Mir ist wegen des hohen Heckspiegels auch noch nie eine Welle von hinten eingestiegen, d.h. man segelt recht trocken, sofern man eine Sprayhood hat, aber wer hat die nicht? Gut finde ich auch, dass der Mast nicht durchgesteckt ist, denn dann hat man meist Wasser in der Bilge und die Windgeräusche können unter Deck unerträglich werden.

    Des weiteren würde ich empfehlen - und das ist bei der Optima sehr einfach - alle Fallen nach hinten zu verlegen, ein Patentreff und eine Rollfock zu installieren, dann muss außer bei Anlagemanövern - und das auch nicht zwingend - nie irgendwer aufs Deck. So ausgerüstet ist die Optima ganz hervorragend zum Einhandsegeln geeignet, ich war mit meiner z.B. mehrfach alleine in England und sonstwo. Wenn Du keine elektrische Ankerwinde hast oder anschaffen willst, reicht es völlig, einen 5 kg Danford-Aluanker mit ausreichendem Kettenvorlauf zu verwenden. Daran habe ich schon in der Waddenzee übernachtet.

    Der Anker ruht bei mir - jederzeit einsatzbereit - in einer VA-Halterung an der Außenseite des Bugkorbs, auch das hat sich sehr bewährt.

  4. #14
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    Hallo Walter,

    ich habe mir im August 2010 eine Optima 92 Bj. 1976 gekauft. Der Verkäufer war ein Holländer. Das sagt schon viel! Segel waren klasse- der Rest dringend überholungsbedürftig! Ich habe sehr viel Arbeit und Zeit im Winter 2011 reingesteckt; aber ich muß sagen: Es lohnt sich! Es macht einfach sehr viel Spass mit diesem Schiff zu segeln. Alle Macken sind schon angesprochen worden. Mein Refit zog sich über: Aufarbeiten des Gelcoats (polieren und schleifen bis der Arzt kommt) über Auswechseln der Decksfenster bis zum Lackieren sämtlicher Holzteile. Ich habe mein Schiff im Segeln-Forum vorgestellt (http://www.segeln-forum.de/thread.ph...did=29632&sid=). Ein hässliches Entlein ging in die Halle und ein schöner Schwan kam heraus! Ich kenne viele Schiffe aus den Jahren 1975 - 1990. Es gibt kaum ein Schiff mit einer so tollen Aufteilung, tollen Details und so guten Segeleigenschaften wie die Optima 92. Optima 98 Eigner mögen mir dies verzeihen! Wenn Du mehr über mein Refit wissen möchtest dann schreibe mir eine PN.
    Zum Thema Maschine: Ich habe eine VP MD 11C 23 PS. Dadurch ist dies Schiff optimal motorisiert! Auch im Tidengewässer. Diese Maschinen sind natürlich auch alt, rußen, sind laut und springen manchmal nicht so gut an. Es kann auch sein, wie bei mir, das man sich mit einer neuen maschine anfreunden muss! Also empfehele ich beim Kauf einen Motorspezi mitzunehmen der dir sagen kann was mit dem Motor ist! Achtung bei der Kühlung des 2. Zylinders (evtl. verkalkt) und bei der Kompression!
    Ich wünsche Dir viel Erfolg und toi, toi, toi beim Kauf deines Schiffes

    Lg Jens

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