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  1. #1
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    Standard Gebracuhtbootkauf Hilfe: Kiel-Rumpf Verbindung, Feuchtigkeit hinter Verkleidungen,..

    Hallo Zusammen,

    ich bin auf der Suche nach einem Gebrauchtboot. Nach langem Suchen habe ich eine kleine Segelyacht (Tonic 23), die ich gerne kaufen würde, besichtigt. Dabei sind mir einige Punkte aufgefallen, die ich leider nicht beurteilen kann und von denen ich im Internet nichts gefunden habe.

    Aus diesem Grunde habe ich mich jetzt erstmals in einem Forum angemeldet und hoffe, dass mit Hilfe der Segler-Erfahrungen in diesem Forum mir einige Fragen beantwortet werden können. Da das Boot im Ausland liegt, finde ich es auch schwierig, eine Sachverständigen hinzu zu ziehen.

    Das Boot ist soweit in Ordnung (Struktur, Motor, Segeleigenschaften, (keine Stockflecken, Beschläge ok usw.). Ich habe allerdings folgende Fragen:

    1) Beim Kranen des Bootes zur Besichtigung des Unterwasserschiffes ist aufgefallen, dass im hinteren Spalt der Kiel-Rumpf Verbindung keine Antifouling Farbe ist und ein bisschen von dem Spaltinhalt fehlt. Von dort kann man auf ca. 1/4 der Länge des Kiels einen Riß im Spalt Kiel-Rumpf feststellen. Ist das ein Problem oder kann man das einfach dichten?
    Ich habe ein wenig Bedenken, da am ersten Kielbolzen, die eigentlich ansonsten alle ganz gut ausssehen, ein bisschen Rost vorhanden ist. Dieser Rost soll von einem leichten Wassereinstieg von der Toillette herrühren. Die Bilge war nach dem Segeln mit viel Wind auch trocken.

    2) Beim Trocknen des Unterwasserschiffes (nur die oberen 30 cm, danach kam das Boot wieder ins Wasser) sind einige ca. 5mm kreisrunde Stellen gewesen, die nicht so schnell getrocknet sind bzw. wo die Farbe dunkelblau blieb. Aber wirklich auch nur wenige Stellen. Woher können diese Stellen kommen? Der Verkäufer garantiert jedenfalls, auch im Kaufvertrag, dass keine Osmose vorhanden ist.

    3) Das Boot war nach Auskunft des Eigners zuvor 2 Monate in dem Süßwassersee gelegen. Das Unterwasserschiff sah aber aus, als ob es gerade erst gestrichen wurde, nur wenige winzige Kugeln, die wie Rostkugeln aussahen, konnte man am Kiel sehen. Kann das sein, dass nach 2 Monaten so wenig bzw. kein Bewuchs vorhanden ist?

    4) Das Boot war von Innen sehr trocken. Allerdings habe ich an einer Stelle die Verkleidung leicht abmachen können und mit dem Arm hinter die Verkleidung fassen können. Dort war leider Feuchtigkeit vorhanden, von der ich annehme, dass sie nicht von Verdunstung herrührt, da die Verkleidung gut verklebt war. Meiner Meinung nach ist irgend etwas undicht. Wahrscheinlich die Fenster, die direkt darüber liegen. Der Eigner wußte über diesen Defekt selber nicht bescheid. Meine Frage ist jetzt wie aufwändig und teuer hier die Behebung von Undichtigkeiten wäre.

    Wäre toll, wenn sich jemand hier auskennt.

  2. #2
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    Standard

    Kiel-Rumpfverbindung: Der Kiel ist untergebolzt, der Spalt mit Pantera o.ä. abgedichtet. Da der Kiel etwas arbeitet, ruckelt sich die Masse heraus. Oder die werft hat keine dauernd seewasserbeständige Masse benutzt, das normale Sika z.B. Hier denke ich: Evtl. Kielbolzen etwas nachziehen und den Spalt mint Pantera abdichten. Fertig.
    Der Eisenkiel der Tonic hat sicher kleine Rostpickel. Das ist so. Willst Du das nicht, suche ein Boot mit bleikiel. Der UW-Anstrich kann nach 2 Monaten im süßwasser durchaus noch sehr sauber sein. Die nicht gleich so rasch trocknenden Stellen: Da kann auch einfach nur etwas mehr Farbe sein. Die Farbe zieht Wasser und wo mehr, da langsamer trocken. Muss nichts gefährliches sein.
    Das undichte Fenster: Acrylglas ist nicht so teuer. Der Einbau desselben erfordert etwas Geschick und Kenntnisse. Acrylglas z.B. bei Adolf Richter, Kiel: www.richter-kiel.de. Das könnte aber auch ein Glaser machen. Acrylglas soll mit Silikon abgedichtet werden. Nicht mit sika oder Pantera. Hat irgendwas mit den Chemikalien zu tun. Die mögen sich nicht. Glaser haben das Silikon. Ist wahrscheinlich dasselbe, das man für Aquarien nimmt. C.

  3. #3
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    Standard

    Hallo Sailbear,

    ist das die Kiste: http://www.yachtworld.de/Boote/1985/...ry.niederlande ?

    Wenn ja, dann hat sie einen Hubkiel. Zu Deinen Fragen:

    1) Alle Boote arbeiten an der Kiel-Rumpfverbindung. Manche weniger, manche mehr. Du hast schnell da einen kleinen Riss, der der Rede wert ist, sondern nur etwas Silikon/Spachtel braucht.

    Die Kielbolzen dürfen leichten Roste haben. Eine Bilge ist ja dafür da Wasser aufzunehmen. Warum Wasser ins Boot kommt, kann 1.000 Gründe haben. Solange das nicht von undichten Rumpf-Deckverbindungen kommt, sondern weil der Mast durchgesteckt ist, oder einer ein Fenster offen lies, oder wie in Deinem Falle jemand die Toilette nicht zu hatte, musst Du Dir keine Sorgen machen.

    2) Die feuchten kreisrunden Stellen kann ich mir nicht ad hoc erklären. Evtl. ist das Antifouling dort etwas stärker. Denn wenn es weiches Antifouling ist, kann ich mir vorstellen, dass sich dort Wasserreste vereinzelt länger halten können. Die Frage ist, wie lange brauchten denn diese Stellen zum Abtrocknen? Feuchtes Totholz am Kiel z.B. kann noch Stundenlang für Feuchtigkeit sorgen. Waren die Stellen noch nach einer Stunden feucht, würde ich dem auf den Grund gehen. Trockneten sie nach wenigen Minuten ebenfalls weg, würde ich mir meine Gedanken machen.

    3) Bei gutem Antifouling, das für Meerwasser ausgelegt ist, setzt sich selbst nach 1 Jahr im Süsswasser kaum was an. Die Rostkugeln machen nichts. Du musst einen Eisenkiel immer wieder neu behandeln. Da ist Blei im Vorteil.

    4) Schön, dass das Boot von innen sehr trocken war. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Fenster sind immer mal undicht, auch Püttinge neigen zu Undichtigkeiten, von durchgesteckten Masten ganz zu schweigen. Wenn die Feuchtigkeit nicht zu nassen Matratzen führt, erstmal so lassen und wenn Du Zeit hast drum kümmern. Man kann Fenster komplett austauschen, notdürftig dichten, neue Gläser einbauen, den Rahmen aus und einbauen - es gibt viele Variationen das Problem zu lösen.

    Meiner Meinung nach sind all diese von Dir oben genannten Punkte selten ein Problem. Osmose kommt relativ selten vor und die Sanierung kostet nicht viel mehr als ein Satz guter neuer Segel. Wo wir bei einem wichtigem Punkt sind, denn Segel sind ja Dein Motor. Wenn die ausgelutscht sind, bekommst Du schlechte Laune. Das erste, was Du beim Fahren bemängelst sind die die Segel. Das fällt beim Testsegeln nicht so auf, weil Du Dich auf die Subtanz fokussierst. Aber spätesten nach der ersten Saison wirst Du Dich nach neuen Segeln umschauen. In meinem Bekanntenkreis sind in den letzten 4 Jahren 3 neue (alte) Schiffe hinzugekommen. Alle haben sich nach 1, spätestens 2 Jahren neue Lappen gekauft. Ein Satz Segel für eine Neptun 22 z.B. kostet 2.000 Euro, ein Satz für eine Dehler Optima 101 ca. 8.000 Euro. Für Deine Tonic wird ein Segelsatz so um die 3.500 Euro kosten.

    Thema Sachverständiger. Sollte das Boot in NL sein, findest Du dort sehr leicht einen Sachverständigen. Sollte das Boot über einen Makler verkauft werden, kann der Dir einen vermitteln. In NL ist alles genauso seriös wie bei uns, da musst Du Dir nicht mehr Sorgen machen. Die Frage ist nur: Möchtest Du die 500 EUR in einen Sachverständigen investieren, wenn Das Boot 10.000 EUR kostet? Eine neue Fock wird genauso teuer sein.

    Hans

    Edit: Carsten war schneller und schreibt nur wahre Dinge.

  4. #4
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    Rissse im Kielbereich? Finger weg!

    Die Bolzen sind mit Drehmomentschlüssel vorgespannt und dürfen daher nie nachgeben. Wenn aber etwas nachgibt, ist was hin oder schlecht konstruiert! Bei keinem meiner Boote trat dieses Problem je auf! Der Kiel muß kraftschlüssig mit dem Rumpf sitzen, weil über den langen Hebelarm die Bolzen sonst Knick- und Scherkräfte aufnehmen müssen. Sie sind aber nur für Zugspannungen. Der Kiel soll sich links und rechts am Rumpf abstützen!

  5. #5
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    Ein Boot hat immer eine gewisse Elastizität, gleich welches Baumaterial, insofern gibt es auch im Kielbereich gewisse Bewegungen, die zu Rissen führen können, ich sehe das nicht als Problem an. Allerdings würde ich die 500€ lieber in einen Gutachter inverstieren, als in eine neue Fock, die kann man später immer noch kaufen, verdeckte Mängel können ggf. später teuer werden.
    Handbreit - Ralf

  6. #6
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    Hallo Zusammen,

    vielen Dank für die informativen Antworten. Die Antworten haben mir jedenfalls sehr geholfen. Natürlich können einige Anzeichen in Einzelfällen auch mal auf einen schweren Schaden hin deuten, aber mir ist es jedenfalls wichtig zu wissen, dass diese Zeichen nicht zwangsläufig darauf hinaus laufen, schwere Strukturschäden zu bedeuten. Ein Boot mit auch kleinen Osmose Anzeichen würde ich nicht kaufen wollen. Die Undichtigkeiten kann man also gut beheben.

    Es ist nicht das Boot in Holland. Es hat einen Festkiel und liegt in Italien, was noch zusätzliche Probleme bringt. Allerdings ist es auch schön, dort noch eine Saison zu segeln, bevor es nach Holland geht. Aber die Auswahl eine Gutachters in Italien finde ich schwierig.

    Der Hinweis zu den Segeln "Das fällt beim Testsegeln nicht so auf, weil Du Dich auf die Subtanz fokussierst." stimmt. Das Testsegeln hoch am Wind war so gut, dass man nicht so genau auf die Ausbeulung der Segel geachtet hat. Allerdings ist der Gennaker und Blister fast neu.

    Ich füge dennoch ein paar Fotos bei.

    Vielen Dank
    SailBear
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    Geändert von SailBear (23.05.2012 um 12:26 Uhr)

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