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  1. #1
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    Standard Ryanair "Notlandung"

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Heikle...le6981171.html

    Alles Unfug! Die hatten nach dem Flug zum Ausweichflugplatz und 1 Stunde Kreisen im Holding noch immer für 30 Minuten Sprit an Bord. Das ist weit mehr, als vorgeschrieben und für die Sicherheit ausreichend.

    Bei 30 Minuten Restmenge erklärt man "Minimum Fuel" und bekommt Priorität. Auch das ganz normal und so vorgeschrieben. Da war nichts falsch und nie eine Gefahr - außer dem dummen Artikel!"

  2. #2
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    Zitat Zitat von Nelson-II Beitrag anzeigen
    Da war nichts falsch und nie eine Gefahr - außer dem dummen Artikel!"
    Affirmative on that.
    Globale Erwärmung: Immer mehr Platz zum Segeln aber immer weniger zum Festmachen.

  3. #3
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    Einspruch zu Eurer Meinung, hier der Hinweis auf die Diskussionen in Foren von Berufspiloten:
    www.pilots.de (click >Enter< unten rechts, click >A. Offenes Forum<, click >A. Squawks, Talks&News<, click >low fuel<
    oder auch http://www.pprune.org/rumours-news/4...same-time.html

  4. #4
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    Im 2. Link Beitrag #4 schreibt, auch andere Flugzeuge hatten Min. Fuel. Auch andere finden es OK.

    Offenbar haben Sie Mayday statt PanPan benutzt. Aber nach 1 Stunde Holding darf man schon Min.Fuel erklären.

  5. #5
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    Der Beitrag eines mir bekannten Airline-Captains bringt es, so hoffe ich, auf den Punkt:
    >>Es ist zwar richtig, dass man keine gesetzliche Verpflichtung hat mehr Sprit mitzunehmen, aber es gibt durchaus Airmanship, und an bestimmten Destinations nimmt man grundsätzlich mehr mit als das Minimum, Madrid ist so ein Ziel, schon aufgrund des mit Abstand schlechtesten ATC services in Europa (gilt für ganz Spanien). Andere schreiben es in ihrem AIP sogar vor, wie die London Area, wo 20 Minuten Extra laut AIP eingeplant werden müssen. Wenn dann noch Wetter dazu kommt, sollte man eher nicht zu kleinlich tanken. Was aber einem 24 jährigen CPT mit gerade 3000 Stunden u.U. nicht so wirklich leicht fällt, wenn er sich dann wieder was vom Base Captain anhören darf. Ganz abgesehen davon, dass er natürlich durch Aushang im Crewraum als ineffizienter Pilot gebrandmarkt wird.

    Das die in Valencia schon 60 Minuten im Holding hingen, ist zwar die offizielle RYR Linie, aber auch nicht korrekt, man hat lediglich 60 Minuten von Madrid nach Valencia gebraucht war dort nur kurz im Holdingwegen Mayday Priority.

    Und es ist schon erstaunlich, dass an einem Abend drei Flugzeuge einer Airline fast gleichzeitig einen Fuel Mayday erklären müssen. Klar, die Wetterlage war nicht gut, spanisches ATC ist die reine Katastrophe. Aber auch andere sind mit wenig Sprit in Madrid angekommen und mussten trotzdem kein Mayday erklären. <<

    Ich möchte in einem Yachtforum keine luftfahrtspezifischen Dinge diskutieren, deshalb in meiner Bemerkung #3 der Hinweis auf verschiedene Luftfahrtforen mit Berufspiloten, die sich, damit hat SeniorSailer recht, forenüblich auch mehr oder weniger "an die Köppe kriegen" über richtig/falsch/halbrichtig/halbfalsch usw...
    Jeder mag sich seine eigene Meinung bilden....

    Allen ein schönes Wochenende mit genügend Wind oder Rest-Fuel ;-))
    Rolf

    P.S.: Noch ein "Afterburner" (http://airnation.net/2012/08/12/3-ry...landings-fuel/)
    Ryanair has adopted an ‘efficency drive’ that ‘discourages’ excess fuel being put on the planes:

    A memorandum signed by Shane McKeon, deputy chief pilot and base captain at Stansted, and dated December 19, 2011, reiterates that pilots should only take on board the minimum as per the “plog” (planning log/flight plan):

    “All of you are aware of our ongoing efficiency drive, particularly regarding fuel. The ‘plog+300kgs’ issue in particular has highlighted how further efficiencies are achievable and the number of ‘excess fuel carried with no explanation’ letters issued has fallen. There remain a small number of commanders who appear to have difficulty with operating with ‘plog+300′ or less.”

    The memorandum then outlines some of the explanations that have been offered by flight commanders for taking on extra fuel which Captain McKeon says are not acceptable.

    “The most unreasonable excuse is: ‘I like to land with three tonnes so I take the trip plus three tonnes.’ This is not Ryanair policy, this is completely unacceptable, and is not what you are remunerated to do.”
    Geändert von Rol (17.08.2012 um 16:40 Uhr) Grund: Afterburner

  6. #6
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    Standard Nun ja

    Letztlich wird ja eine Ueberpruefung der entspr. Berechnungen durchgefuehrt und diese ist ja anhand der georderten Mengen nachvollziehbar. das wir wohl eher zu einem validen Ergebnis führen als die Diskussion hier.
    Was mich aber auch weiterhin nicht davon abhalten wird, unsere Vereinskisten im Hobbybetrieb vor dem Flug vollzutanken, wenn Weight and Balance dies zulässt.

  7. #7
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    heee poahh

    cool man

    ruter kommen sie alle, meistens unfallfrei
    ACHTUNG: manchen beiträgen könnten auch "wiener schmääh" beinhalten

  8. #8
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    Die 3 unwichtigsten Dinge beim Fliegen:
    Die Länge der Landebahn - hinter Dir.
    Die Flughöhe über Dir
    und
    der Treibstoff in der Tankstelle

  9. #9
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    moin,
    da ich selber Flugkapitän bin und auch dasselbe Muster bewege wie die Ryanair, glaube ich zumindest eine Idee von dem zu haben, was da passiert ist.
    Es gibt eine vorgeschriebene Mindestbenzinmenge, die gesetzliches Requirement ist.
    Vorgeschrieben sind mindestens der sog. Trip Fuel, also das Benzin, welches man vom Start- zum Zielflugplatz benötigt.
    Davon dann ein sogenanntes Contingency Fuel. Das variiert je nach Fluggesellschaft und was sie von den Behörden genehmigt bekommen haben. Das Minimum ist 3% vom Trip Fuel. Voraussetzung dafür wiederum ist, dass man unterwegs einen sog. Enroute Alternate hat, auf dem man Landen kann, falls es unterwegs Schwierigkeiten gibt. Falls es den nicht geben sollte sind es 5% vom Trip Fuel. Das Contingency gilt zum Ausgleich von Unwägbarkeiten, wie z.B. mehr Gegenwind oder wenn man wegen anderem Verkehr seine optimale Flughöhe nicht bekommt.
    Dann ist vorgeschrieben, das Benzin vom Zielflugplatz zum Ausweichflugplatz mitzunehmen, das Alternate Fuel.
    Zu guter Letzt muss dann bei Erreichen des Ausweichflugplatzes noch Benzin für eine halbe Stunde Warteschleifen an Bord sein.
    Natürlich sollte man beim Verlassen der Parkposition noch das Benzin zur Startbahn haben, das Taxi Fuel.
    Das ist das gesetzliche Minimum, ohne das man in der BRD(und wohl ähnlich auf dem Rest der Welt) nicht los fliegen darf.
    Zusammengefasst:
    (Taxi Fuel+)

    TripFuel+
    Contingency+
    Alternate Fuel+
    Holding Fuel=
    Minimum Take Off Fuel.

    Eine Boeing 737 800 benötigt die Stunde etwa(grob gerundet) 2400 kg(nicht Liter) Kerosin Jet A1.
    Wenn wir davon ausgehen, dass die Mitnahme von einer weiteren Tonne Benzin etwa einhundert KG Benzin zum Transport dieser Tonne verbraucht wird, kann man verstehen, dass bei einem derzeitigen Kerosinpreis von(auch grob gerundet) 1000 Dollar/Tonne jede Fluggesellschaft gerne möchte, dass so wenig Benzin wie möglich getankt wird. Es geht hier wie überall ums liebe Geld...
    Aus diesem Grund sind die Berechnungen des Trip Fuels in den letzten Jahren natürlich immer mehr verbessert worden, wenn alles optimal läuft, kann man vielleicht durch Shortcuts=Abkürzungen auch mal noch ein paar Kilo einsparen.

    Doof wird es dann, wenn das Wetter nicht mehr mit spielt, Gewitter sind für Flugzeuge nicht gerade günstig, man kann durch die Modernen Wetterradare zwar recht gut sehen, wo die Zellen liegen, aber die zu umfliegen kostet Zeit und Sprit. Und wenn so eine Gewitterzelle über einem Airport steht, ist eben erst mal Warteschleife angesagt. Ein Durchstartmanöver braucht etwa 600 Kilo Benzin und kann bei Windscherungen bei Gewittern gerne mal passieren.
    Fluggesellschaften wie auch die, bei der ich arbeite geben uns gem. dem Luftverkehrsgesetz freie Hand, selber zu entscheiden, was ich tanken möchte. Wenn ich in der Vorhersage für meinen Zielflugplatz erkenne, dass Gewitter, viel Verkehr, Scherwinde oder Kombinationen davon zu erwarten sind, entscheide ich mich, entsprechend mehr zu tanken. Das kann dann auch mal Benzin für eine weitere Stunde in der Luft sein. Wenn ich von den Kanaren bei bestem Wetter nach Deutschland fliege, also schon viel Contingency habe(zur Erinnerung: 3% vom Tripfuel, bei Kanarenflügen um die 400Kilo) und ab Erreichen Festland an jeder Ecke ein passender Flughafen liegt und nichts besonderes zu erwarten ist, kann ich auch Minimum Take Off fuel Tanken.
    Mein Arbeitgeber erwartet von mir, dass ich mit den mir zur Verfügung gestellten Mitteln verantwortungsbewusst und ökonomisch umgehe. Das mache ich nach bestem Wissen und Gewissen. Kontrolliert werde ich nicht.

    Bei Ryanair schreibt der jeweilige Stationskapitän (angeblich) auf, ob die Flugzeuge mit zu viel Benzin abgestellt wurden und die drei uneffizientesten Tanker werden zum Rapport gebeten.
    So kann es dann passieren, dass man über Madrid auftaucht, feststellt, dass das mit der Landung wegen SchxxxxWetter nichts wird und sich in sehr kurzer Zeit entscheiden muss, was zu tun ist. Genug Zeit, in Ruhe zu überlegen ist nicht da, denn wenn nur Minimum Take Off Fuel getankt wurde, hat man an diesem Punkt keine Spielräume mehr.
    Bei dreißig Minuten Benzin, also 1200 Kilo, ist schon ein Abnormal Procedure bei der Boeing 737 vorgeschrieben(genauer gesagt ab weniger als 1800 Kilo), dafür muss schon eine Checkliste abgearbeitet werden. Wenn dann noch im ANflug irgend etwas passiert und man durchstarten muss, wird die Luft wirklich dünn. Leider kann man mit einem Flugzeug eben nicht mal schnell rechts ran fahren, es bewegt sich immer noch mit diversen hundert Stundenkilometern durch die Gegend und frisst weiter Sprit, während man sich überlegt, was man noch für Optionen hat.
    Insofern erklären sich dadurch die dreißig Minuten Benzin, mit denen die Flugzeuge gelandet sind. Ob man so arbeiten muss? Ich persönlich bin sehr froh, dass ich nicht unter so einem Druck wie die Kollegen der Ryanair arbeiten muss...
    Andererseits wollen alle, dass die Flüge alle immer billiger werden, die Airlines stehen unter Kostendruck, so dass an allen Enden gespart wird. AUch eine Sicherheitskultur kostet Geld und wird gerne von Billigairleines mal weggespart.
    Gruß Olaf
    Geändert von hannilein (18.08.2012 um 00:53 Uhr)

  10. #10
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    @ hannilein
    Danke für diesen kompetenten Kommentar. Ich als ehemaliger Gen.-Aviation-Pilot hatte mir dazu ähnliches gedacht, da ich nichts unangenehmer empfand, als am Rande der Sprit-Reserve zu agieren.

    O.T.: Ist es üblich, Kerosin auch als Benzin zu bezeichnen?

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