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  1. #1
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    Standard Raubritter nördliche Adria, Grado

    Hallo zusammen,

    gestern rief mich mein Bruder aus Italien an. Er hatte gerade eine Stunde Besuch von der Guardia Zivil, die ihn beim Auslaufen aus der Lagune von Grado, außerhalb der Lagune, aber noch innerhalb der Buhnenstraße, die sich ca 1/2 Seemeile aufs Meer raus zieht, aufbrachte. Segeln in diesem Bereich wäre verboten (er war unter Motor mit gesetzten Segeln unterwegs). Für dieses Vergehen soll er nun 350.- Euro berappen, zahlbar innerhalb 3 Monate per Überweisung. Noch Worte?

    Wie kann man sich wehren?

    Bitte um Infos. Gibt es solche Regelungen in Italien? Gibt es weitere Betroffene?

    vG Frank

  2. #2
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    Es gibt doch sicherlich für dieses Revier eine Befahrensregelung, oder nicht ? Bei uns heissen diese Bücher SeeSchStrO, SeeStrO und Befahrensregeln für den NOK, Weser oder Elbe und Hamburger Hafen. Es gibt auch für dieses Revier mit Sicherheit Revierführer denen man entnehmen kann, welche Regeln für welchen Fahrtabschnitt zu beachten sind.
    Hat Dein Bruder solche Literatur an Bord gehabt ??? Hat er sie vor der Abreise noch einmal gelesen ???

    Wie man sich wehren kann : Anwalt nehmen, der sich mit diesen Regeln und Verordnungen auskennt.
    Und bevor man diesen Anwalt wutschnaubend und laut über Abzocker schimpfend aufsucht, sollte man sich spätestens jetzt mal die Verkehrsvorschriften zu dem Revier sehr, sehr sorgfältig nachlesen.
    Die Dt. Botschaft hat sicherlich eine Liste von deutschsprachigen Anwälten, die den Sachverhalt mal ohne Schaum vor dem Mund aufklären können.

    P.S.: Ich hab in Holland letztens in einem Baustellenbereich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um 15 km/h überschritten. Folge 145€ durfte ich dem Holländischen Staat überweisen, damit er seine Staatsschulden und seinen Haushalt finanzieren kann. War keine Abzocke, sondern meine eigene Blödheit die Schilder nicht richtig interpretiert zu haben......
    Geändert von 2ndtonone (21.08.2012 um 00:31 Uhr)

  3. #3
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    Ein Segelboot mit gesetzten Segeln gilt als Motorboot. War der Motorkegel gesetzt? Wenn nicht, ist das das Problem. Man setzt ihn halt selten, könnte ja Wind aufkommen.

    Er sollte es mal als Stützsegel deklarieren!

  4. #4
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    Zitat Zitat von Nelson Beitrag anzeigen
    Ein Segelboot mit gesetzten Segeln gilt als Motorboot. War der Motorkegel gesetzt? Wenn nicht, ist das das Problem.
    Das Wort Motorkegel scheint es im italienischen Wortschatz nicht zu geben - in der Adria fahren nach grober Schätzung und Beobachtung 120% ohne dieses Teil.

  5. #5
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    Zitat Zitat von portside Beitrag anzeigen
    Das Wort Motorkegel scheint es im italienischen Wortschatz nicht zu geben - in der Adria fahren nach grober Schätzung und Beobachtung 120% ohne dieses Teil.
    Was immer der Dichter uns damit sagen will...
    Globale Erwärmung: Immer mehr Platz zum Segeln aber immer weniger zum Festmachen.

  6. #6
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    Standard Das ist nich fair!

    -
    2ndtononeEs gibt doch sicherlich für dieses Revier eine Befahrensregelung, oder nicht ?
    Hallo? der Bruder wollte segeln und nicht lesen gehen! 350 € für das geschilderte Vergehen ist sicher nicht fair. Das würde jedem stinken. Ich kenne die Ausfahrt recht gut.
    Ob und wie gegen die Strafe ein Einspruch möglich und sinnvoll ist kann ich leider nicht beantworten. Da ich selber in diesem Bereich oft segle, interessiert mich das Ergebnis jedoch sehr!
    Geändert von hallweig (21.08.2012 um 16:01 Uhr)
    Der Weg ist das Ziel

  7. #7
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    Zitat Zitat von hallweig Beitrag anzeigen
    Hallo? der Bruder wollte segeln und nicht lesen gehen!
    Hallo? Hoffentlich hat er wenigstens mal in den KVR geblättert; die gelten nämlich - genau so, wie die Verpflichtung zum Setzen des Motorkegels - auch in Bella Italia.
    Globale Erwärmung: Immer mehr Platz zum Segeln aber immer weniger zum Festmachen.

  8. #8
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    Zitat Zitat von hallweig Beitrag anzeigen
    -
    Hallo? der Bruder wollte segeln und nicht lesen gehen! 350 € für das geschilderte Vergehen ist sicher nicht fair. Das würde jedem stinken. Ich kenne die Ausfahrt recht gut.
    Na ja, nun hat er gelernt, dass man bevor man lossegelt, vielleicht doch gut beraten ist, wenn man etwas liest.
    Warum die Höhe der Geldbusse (350€) nicht fair ist, versteh ich nicht. Je nach Land werden halt Verstösse gegen die Fahrregeln unterschiedlich bewertet. Und wenn das Gesetz (und der Bussgelkatalog) die 350€ bestätigen, dann ist das fair.
    Ich würde es nur dann als unfair betrachten, wenn die Geldbusse mit einem "Teutonen"-Aufschlag versehen wurde, der so nicht im Gesetz steht.
    Ob und wie gegen die Strafe ein Einspruch möglich und sinnvoll ist kann ich leider nicht beantworten. Da ich selber in diesem Bereich oft segle, interessiert mich das Ergebnis jedoch sehr!
    Wehren kann man sich nur mit Hilfe eines Anwaltes, der das Gesetz kennt. Vielleicht kann Dein Bruder mit Hilfe der Dt. Botschaft/KOnsulat sich eine Liste Deutschsprachiger Anwälte zukommen lassen und so einen Anwalt mal fragen, wie die Aussichten auf Erfolg einer Klage gegen den Bussgeldbescheid sind. Vielleicht ist der Anwalt ja so nett und schickt Euch eine Kopie der Befahrensregeln für dieses Revier, so dass ein solcher Fehler nicht nochmal passiert.
    Mein Tip : Die 350€ als Lehrgeld verbuchen und einfach Zahlen. Anwalts-, Übersetzungs- und Gerichtskosten werden sicherlich mehr als 350€ betragen und es ist nicht gesagt, dass das Gericht die Strafe als "unfair" betrachtet.

    Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mal mit den Crabinieris zu sprechen und sie freundlich um die Verkehrsregeln für das Revier zu bitten. Dann kann man vielleicht schon so erkennen, dass die Klage wohl keinen Erfolg haben wird.

    P.S. Nur zu Deiner Info : In D. ist das Spazierenfahren von Pyrotechnischen Seenotsignalmitteln mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum kein Grund für ein Bussgeld/Verwarngeld. In Frankreich kann das bis zu 5000€ kosten !! Englische Segelkameraden durften wegen so etwas nur "250€" bezahlen.....
    Andere Länder, andere Gesetze und damit andere Bussgeldhöhen !!
    Geändert von 2ndtonone (21.08.2012 um 16:51 Uhr)

  9. #9
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    Zitat Zitat von hallweig Beitrag anzeigen
    -
    Hallo? der Bruder wollte segeln und nicht lesen gehen! 350 € für das geschilderte Vergehen ist sicher nicht fair. Das würde jedem stinken. Ich kenne die Ausfahrt recht gut. ...
    Doch lesen bildet: Allein was man ohne große Mühe beim DMYV finden kann, ist eindrucksvoll genug! Ärgern würde ich mich auch, aber weniger über die Guardia als über mich selbst.

    Gruß Jo

  10. #10
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    Hallo,

    in den Lagunen und den Kanälen ist Segeln verboten bzw. nur im Notfall gestattet. Ebenso gibt es für die Lagunen und Kanäle ein Geschwindigkeitslimit für Motorboote. Segelverbot und Geschwindigkeitslimits sind nachzulesen in den offiziellen Pilots. Zusätzlich sind die Geschwindigkeitslimits entlang den Kanälen an die Pfähle genagelt...

    Segelverbot und Gechwindigkeitslimits gibt es übrigens auch drüben in Kroatien... zum Beispiel in Häfen, engen Durch- und Einfahrten. Anfang Juli hat die Kaeptanija in Pula einem Deutschen eine Strafe von 5000 Kuna draufgedrückt weil er ohne Not bis vor die ACI Marina gesegelt ist. Der hat mit der gleichen Polemik 'Raubrittertum' argumentiert.

    Und ich habe in deutschen Landen zu DM Zeiten mal 1000 Märker Strafe abgelegt weil ich meine Signalpistole an Bord mithatte und nicht wußte dass man für so was in Deutschland einen Waffenschein braucht.

    Schlussfolgerung: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

    LG Gono

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