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  1. #1
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    Standard Linkes Kampfblatt

    Alle paar Jahre begegnet mir - wenn die Sprache auf das Hamburger Nachrichtenmazin
    DER SPIEGEL kommt - der Ausdruck "linkes Kampfblatt". Ich bin froh darüber, dass es
    das Magazin gibt und lese es seit mehr als 40 Jahren, als Kampfblatt für sozial Schwache
    ist es mir bisher nicht aufgefallen. Was solche Kritiker mit dem Ausdruck "Kampfblatt"
    meinen könnten, dämmerte mir in der letzten Nacht, als ich aus unerklärlichen Gründen
    nicht einschlafen konnte und ich mir die Zeit damit vertrieb, in der Rubrik "Deutschland"
    zu lesen.

    Auf Seite 42 druckt das Kampfblatt das ab, was seine Düsseldorfer Korrespondentin
    Barbara Schmidt dem NRW-Justizminister Thomas Kutschaty in einem Interview ent-
    locken konnte: Der Mann strickt an einem überfälligen Gesetz. Zusammen mit seinen
    Länder-Kollegen will Kutschaty nicht nur die im Auftrag von Firmen-Chef oder Geschäfts-
    führer handelnden Buchhalter für das Abheften von Schmiergeld-Quittungen bestrafen
    (freilich in einer Höhe, die dem aus der Tat erzielten Gewinn entspricht), sondern ihre
    Auftraggeber - im Wiederholungsfall sogar mit Gefängnis.

    Heißa Kathreinerle, wie wird das Volk jauchzen, wenn die Aufsichtsratsvorsitzenden
    von Siemenz, Claus Klienfeld und Heinrich van Bierer nicht nur 15 von ihren 25 Millio-
    nen Euro abgeben müssen, sondern dafür mit "schweren Jungs" zusammen ihre Ta-
    ge abzählen, bis sie die restlichen 10 Millionen in angemessenerem Ambiente verbal-
    lern können.
    Geändert von Makis Enefrega (22.08.2012 um 11:23 Uhr)

  2. #2
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    Zitat ME: dämmerte mir in der letzten Nacht, als ich aus unerklärlichen Gründen
    nicht einschlafen konnte

    Erklärung: Fortschreitende Tastomanie und Forumssucht. Bei den Postingzeiten logisch...

    Zitat : Düsseldorfer Korrespondentin Barbara Schmidt dem NRW-Justizminister Thomas Kutschaty in einem Interview entlocken konnte:
    wäre eine der ersten Journalistinnen, die irgendetwas von Bedeutung einem gewieften Politiker entlocken kann.
    Die Betonung liegt auf "gewieft". Bei der vorwiegend absolut blöden Fragestellung muss man als Politiker schon betrunken sein, um darauf hereinzufallen.

    Zitat: handelnden Buchhalter für das Abheften von Schmiergeld-Quittungen bestrafen
    Was ein haarsträubender Blödsinn. Die müssten doch belohnt werden.
    Denn ohne solche Quittungen kann man niemanden festnageln.
    Ein cleverer Businessman würde einen solchen Buchhalter wegen Blödheit fristlos entlassen.

    Zitat: Heißa Kathreinerle, wie wird das Volk jauchzen, wenn die Aufsichtsratsvorsitzenden von Siemenz, Claus Klienfeld und Heinrich van Bierer nicht nur 15 von ihren 25 Millionen Euro abgeben müssen, sondern dafür mit "schweren Jungs" zusammen ihre Tage abzählen, bis sie die restlichen 10 Millionen in ngemessenerem Ambiente verballern können.
    Wovon träumt man denn so bei solchem Schlafentzug ?
    Der werte ME glaubt doch nicht allen Ernstes, dass diese Herrschaften in solchen Höhen zur Rechenschaft gezogen werden? Bei unseren korrupten Amigos.
    Vieleicht erinnert er sich an das "V" eines Herrn Ackermann ?

    ja, ja INSOMNIA lässt grüssen

  3. #3
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    Der Begriff "linkes Kampfblatt" in Bezug auf den Spiegel hat sich mir nie erschlossen. Augstein war für die FDP im Bundestag. Der Spiegel nimmt seinen publizistischen Auftrag halt ernst und lässt sich nicht einschüchtern (Spiegelaffäre). Von den bebilderten Zeitschriften im Hochglanzformat ist es hierzulande m.E. das einzige, das man ernst nehmen kann, der FOCUS ist dagegen albern. Bei den Zeitungen sieht es etwas besser aus (ZEIT, Süddeutsche, FAZ etc.)

  4. #4
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    Ernsthafte Frage.

    Können Zeitungen überhaupt die Meinung des Volkes beeinflussen oder können sie sie nur widerspiegeln. Ich hatte einen recht namhaften Freund beim BR, der letzterer Meinung war.

    Jo

  5. #5
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    Ernsthafte Antwort:
    Zeitungen alleine können selten beeinflussen. Die geballte Mediengewalt regelt die Stimmungsmache allerdings perfekt.
    Solange die Boulevardpresse die meisten Leser hat, wird sie auch 'des Volkes Stimme' beeinflussen.

    So hat mich eine Aussage von Heiner Geissler nachdenklich gemacht, der mehr Volksabstimmungen forderte.
    Als Beispiel nannte er S21, wo nach der Abstimmung Ruhe herrsche.
    Ich frage mich allerdings, was Volksabstimmungen wert sind, wenn keine 50% an der Abstimmung interessiert werden können (damit meine ich nicht S21).

  6. #6
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    Zitat Zitat von Kontrapunkt Beitrag anzeigen
    Ernsthafte Frage. Können Zeitungen überhaupt die Meinung des Volkes
    beeinflussen oder können sie sie nur widerspiegeln. Ich hatte einen recht namhaften
    Freund beim BR, der letzterer Meinung war. Jo
    Neben dem berühmten Beispiel des von DER SPIEGEL aus dem Amt geschriebenen
    Franz Josef Strauss, gibt es zwei Beispiele jüngeren Datums, die dem schlechten Ge-
    dächtnis von KONTRAPUNKT schnell auf die Beine helfen werden: Ein Bundesverteidi-
    gungsminister und ein Bundespräsident - der eine vom Volk geliebt, der andere vom
    Volk verachtet - mussten nach Spiegel-Berichten ihren Hut nehmen.

  7. #7
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    Zitat Zitat von RuppertTom Beitrag anzeigen
    Der Begriff "linkes Kampfblatt" in Bezug auf den Spiegel hat sich mir nie erschlossen. Augstein war für die FDP im Bundestag. Der Spiegel nimmt seinen publizistischen Auftrag halt ernst und lässt sich nicht einschüchtern (Spiegelaffäre). Von den bebilderten Zeitschriften im Hochglanzformat ist es hierzulande m.E. das einzige, das man ernst nehmen kann, der FOCUS ist dagegen albern. Bei den Zeitungen sieht es etwas besser aus (ZEIT, Süddeutsche, FAZ etc.)
    stimmt.
    Allerdings sonnt sich der Spiegel schon gerne ein wenig im chicen Salonsozialismus... da gibt es ja (nicht nur, aber da besonders) in Journalistenkreisen einige... links reden, rechts leben...
    www.skippertricks.de - clevere Tricks erfahrener Skipper

  8. #8
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    ... wenn man sich weit genug nach rechts stellt, ist alles andere links. Von FJS wird der Satz: "Rechts von uns ist nur die Wand" überliefert. Damit konnten Medien entweder "auf Linie" oder halt links davon stehen.
    mfG

    Michael

  9. #9
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    Warum ist dieser mein Beitrag gelöscht worden?

    Zitat Zitat von Makis Enefrega Beitrag anzeigen
    ... gibt es zwei Beispiele jüngeren Datums, die dem schlechten Ge-
    dächtnis von KONTRAPUNKT schnell auf die Beine helfen werden: Ein Bundesverteidi-
    gungsminister und ein Bundespräsident - der eine vom Volk geliebt, der andere vom
    Volk verachtet - mussten nach Spiegel-Berichten ihren Hut nehmen.
    Also zunächst einmal: Mit welchem Recht behauptet ME ich hätte ein schlechtes Gedächtnis? Dann: Ich halte das für keinen Beweis dafür, dass die Medien wirklich meinungsbildend sind. Eine "Hexenjagd" funktioniert bei unserer durch keine Presse-Kammer regulierten Journalie sicher, aber das heißt doch noch lange nicht, dass die Medien wirklich meinungsbildend und nicht vorwiegend meinungsspiegelnd sind. Ich denke, mein Freund und Fachmann hat überwiegend Recht. So ist es!
    Jo

  10. #10
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    DER SPIEGEL schreibt stets so, dass man sich gut informiert fühlt und
    anschließend seine eigene Meinung bilden kann. Andere Organe schürfen
    nicht so tief oder unterdrücken Fakten, um Meinung zu manipulieren.

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