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  1. #1
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    Standard Bootskauf ... oder wie verhandle ich den optimalen Preis

    Wie sind eigentlich die Bootspreise bez. ihrem fairen Wert in NL und Nord DE ? Und wie läuft so ein Kauf ab (Bazar mässig oder nur 1-2 Gebote) ?

    Ich kenn mich mit Booten (ausser Windsurfbrettern und Nussschalen für Seen) nicht aus - aber ich hätte jetzt mal generell -50%...-30% geboten und mal geschaut wie der Verkäufer reagiert. Oder sollte man das lieber sein lassen, da man in Gefahr läuft, erdrosselt zu werden ?

  2. #2
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    Naja, generell 30 oder 50% zu bieten ist wohl kaum die richtigte Strategie. Ich würde immer schauen, wie das Objekt der Begierde im vergleichbaren Marktumfeld plaziert ist. Betonung auf "vergleichbar". Dann kann man schon ein Gefühl dafür bekommen, ob der Preis angemessen ist.

    Dann besichtigen, Zustand verifizieren und wenn das Schiff tatsächlich ernsthaft in Frage kommt, ein angemessenes Angebot abgeben.

  3. #3
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    Wie immer: kommt darauf an!
    Wenn es um eine angegammelte kleine Hulk unbekannten Ursprungs geht, kann man natürlich mal einen heftigeren Rabatt antesten, aber wenn man das bei einem bekannten Bootstyp, u.U. sogar noch richtig gepflegt, versucht, wird man vermutlich ausgelacht, bzw. nicht ernst genommen.

    In NL kenne ich mich nicht aus, aber hier in NordD geht es normalerweise so: ein Eigner nennt eine Preisvorstellung, die entweder völlig überzogen ist (dann wird man ihn nicht kurieren, indem man 50% bietet) oder er hat realistische Vorstellungen und geht mal 10-20% über den Preis, den er anpeilt. Die 10-20% werden dann wegverhandelt. Wenn man schlau ist, kauft man ohnehin ein bekanntes Boot und dafür finden sich meist Vergleichsangebote, die man evtl. nutzen kann in der Verhandlung. Ein generelles Gebot von 50% würde ich nicht machen. Man sollte schon erklären können, warum man so und so viel Geld bietet; der Norddeutsche an sich möchte reelle Preise und keine Basarverhandlungen mit Phantasiepreisen.

    Noch etwas: so ein Boot enthält ja oft viel brauchbares Zubehör und wechselt manchmal ja nicht sofort den Besitzer. Ich würde es im Zweifelsfall so halten, dass beide Seiten am Ende ein gutes Gefühl haben (auch wenn das den geborenen Schnäppchenjägern natürlich nicht gefällt). Dann gibt es z.B. keinen Anlass für den Alteigner, noch mal eben die Fender, das Hand-GPS oder sonstwas von Bord zu räumen, weil er frustiert ist... (eine Inventarliste kann natürlich auch helfen).

    Holger

  4. #4
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    Als ich damals meine Dyas verkaufte, hab ich bei den Spezialisten, die 50% boten, sofort aufgelegt.

    Sprich mit den Leuten über das Boot, über Ausstattung, Mängel, schau es dir an und mache dann ein realistisches Angebot, bzw. frage nach der Vorstellung des Verkäufers.

    Gesendet via Tapatalk.
    Handbreit - Ralf

  5. #5
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    1. eigentlich alle Schiffe werden mit Preisen angeboten, die betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen sind
    2. es gibt ein gigantisches Überangebot gebrauchter Schiffe, auch und vor allem durch die Billigyoghurtbecher der letzten Jahre
    3. Traumschlossangebotspreise enthalten immer ein hohes Maß zu verkaufender Sentimentalität, die dem Käufer Null Euro wert sind
    4. 99+% der Ausrüstungsgegenstände eines Gebrauchtschiffs würde man sich heute so nicht mehr kaufen
    5. wenn man einige für einen selber interessante Schiffe gefunden hat, kann man getrost mit einem 50% Angebot ins Rennen gehen und liegt da meist ganz gut mit. Passt es beim ersten Mal nicht, dann fragt man nach einer verstrichenen Zeit von mindestens 6 Monaten nochmal nach - Schiffe lassen sich derzeit faktisch nicht verkaufen, es ist ein Käufermarkt und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schiff innerhalb 6 Monaten verkauft wird ist äußerst gering. Wenn man dann nach 2 Jahren immer noch Interesse an einem Schiff hat, dann hat man selber den Interessentest bestanden und der Verkäufer hat eingesehen, dass er sein Schiff nicht los wird. Ist man länger als 3 Jahre am Ball, sind auch weniger als 50% der ursprünglichen Traumtänzerei drin - der letzte Fall den ich begleitet habe, war Eignerwechsel nach 4 Jahren Diskussion und zu 30% des ursprünglichen Traumwahnsinnspreis - und ich kenne noch krassere Beispiele (Extrembeispiel Verkauf 15% des Angebotspreises, Extrembeispiel nichtVerkauf = verschenkt für 1 Euro von den Erben nach 8 Jahren erfolgloser Verkaufsversuche ... und das bei einer Rasmus 35 ...).
    Geändert von langfahrt (24.08.2012 um 10:07 Uhr)
    Willi will es wirklich nicht mehr wissen.

  6. #6
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    Zitat Zitat von langfahrt Beitrag anzeigen
    1. eigentlich alle Schiffe werden mit Preisen angeboten, die betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen sind
    2. es gibt ein gigantisches Überangebot gebrauchter Schiffe, auch und vor allem durch die Billigyoghurtbecher der letzten Jahre
    3. Traumschlossangebotspreise enthalten immer ein hohes Maß zu verkaufender Sentimentalität, die dem Käufer Null Euro wert sind
    4. 99+% der Ausrüstungsgegenstände eines Gebrauchtschiffs würde man sich heute so nicht mehr kaufen
    5. wenn man einige für einen selber interessante Schiffe gefunden hat, kann man getrost mit einem 50% Angebot ins Rennen gehen und liegt da meist ganz gut mit. Passt es beim ersten Mal nicht, dann fragt man nach einer verstrichenen Zeit von mindestens 6 Monaten nochmal nach - Schiffe lassen sich derzeit faktisch nicht verkaufen, es ist ein Käufermarkt und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schiff innerhalb 6 Monaten verkauft wird ist äußerst gering. Wenn man dann nach 2 Jahren immer noch Interesse an einem Schiff hat, dann hat man selber den Interessentest bestanden und der Verkäufer hat eingesehen, dass er sein Schiff nicht los wird. Ist man länger als 3 Jahre am Ball, sind auch weniger als 50% der ursprünglichen Traumtänzerei drin - der letzte Fall den ich begleitet habe, war Eignerwechsel nach 4 Jahren Diskussion und zu 30% des ursprünglichen Traumwahnsinnspreis - und ich kenne noch krassere Beispiele (Extrembeispiel Verkauf 15% des Angebotspreises, Extrembeispiel nichtVerkauf = verschenkt für 1 Euro von den Erben nach 8 Jahren erfolgloser Verkaufsversuche ... und das bei einer Rasmus 35 ...).
    Das mag schon sein, dass man viele Ausrüstung, die man beim Gebrauchtboot mitkauft, selbst so nicht aussuchen würde, aber ein GPS-Gerät z.B. ist allgemein nützlich, egal ob es alt oder neu ist. Solange es funktioniert, kann ich es ja benutzen. Und ich muss es erstmal nicht neu kaufen.

    Dass Boote im Moment unverkäuflich sind, trifft zumindest hier in Kiel derzeit nicht zu. Wir hatten in den letzten 1-2 Jahren alleine in unserem Verein eine ganze Reihe Eignerwechsel, die offenbar ohne lange Angebotszeiten abgelaufen sind. Unter anderem sogar ein alter Holzlangkieler (da hätte ich gewettet, dass der lange braucht), der jetzt in ausgesprochen liebevolle Hände gegangen ist. Selbst ein Sperrholz-Eigenbau hat glaube ich kaum mehr als 6 Monate gebraucht. Überhaupt haben wir derzeit den angenehmen Trend, dass Boote auch bei Eignerwechseln im Verein verbleiben! Wir haben allerdings auch nicht viele Mitglieder, die auf der Benehansejeannvaria-Welle reiten...

    Holger

  7. #7
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    Langfahrt,

    sicher ist es richtig, dass der Markt teilweise schwierig ist. Aber die Strategie, jahrelang abzuwarten führt natürlich auch dazu, dass man jahrelang entweder a) mit seinem alten Dampfer weitersegeln muss oder b) gar nicht segelt mangels Boot.

  8. #8
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    langfahrts schilderungen kann ich nur in einem Fall bestätigen:

    eine völlig überausgerüstete uralte Stahlyacht. Mit völlig verbautem Cockpit, irrsinnigen Geräteträgern und Davits usw. Stand jahrelang an Land, im Wasser soff das Ding fast ab, so schwer war es geworden. Dann stand es wieder ewig an Land. Unverkäuflich. Der Eigner wollte damit denn doch nicht um die Welt.

    Hier in Nord-DE / DK ist es längst nicht so. Gute, bewährte Boote gehen meist sogar ohne Internetbörsen weg, nur mit Mundpropaganda oder unter Bekannten.
    Man handelt seine 10-20% weg, aber selbst das ist oft nicht drin. Es gibt Boote, da stehen mehrere ernsthafte Interessenten Schlange.
    Und das sind keine allerneusten Testsieger. Eher bewährte Schweden aller Werften, Baureihen und Jahre. Preisstürze sind auch nicht zu erkennen über die Jahre. Wertverluste ab Kauf: 0.

    Dann täuscht das Netz auch. Viele Schiffe sind schon lange verkauft, geistern aber immer noch durch die Börsen.

  9. #9
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    Um ehrlich zu sein, finde ich den Kaufansatz schon recht seltsam.
    Es wird doch eine Matrix geben, die die Forderungen an ein Boot wider spiegelt.

    Grundsätzlich gab es für mich die Überlegung, was muss ein Boot leisten bzw. an Muss-Forderungen erfüllen.
    Dann gab es (zu mindest für mich) eine Preisobergrenze.
    Als nächstes die Markanalyse was gibt es und was sollen die Boote dann kosten.

    Da ein Bootskauf nie rational begründet werden kann, will ich ein Schiff x oder y haben oder nicht.
    Wenn ich es haben will, entscheidet letztlich mein Budget über den Kauf. Ob es ein anderes Boot preiswerter (billiger) gibt, ist dann nicht mehr relevant, würde ich doch der verpassten 'Liebe' nachtrauern.
    Das heisst natürlich nicht, dass man nicht versuchen sollte zu handeln.
    Nur bei 30-50% spekuliert man doch schon auf einen Notverkauf.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Makani Beitrag anzeigen
    ...Preisstürze sind auch nicht zu erkennen über die Jahre...
    Stimme Dir in fast allem zu, in diesem Punkt jedoch nicht.
    Beobachte seit Jahren die Angebotspreise der wertigen Boote um 32 Fuß, Alter Mitte 80er Jahre.
    Da hat es nach Jahren der Konstanz bei 50 bis 55+ Tsd (ohne die Ausreißer) eine erhebliche Bewegung gegeben runter auf klar unter 50 Tsd. Und das binnen kurzem.
    Grüße
    Rainer
    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis
    ist in der Praxis größer als in der Theorie

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