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  1. #1
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    Standard Bootselektrik: Elektrik auf Kiel erden?

    In einer normalen (1-poligen)-Installation auf GFK-Booten dient die Motormasse ja als Erdung, spätestens durch den Anlasser liegt das Minus-Potential auf der Motormasse. In Serienbooten kommen dann vielleicht noch der Edelstahltank oder ähnliches dazu.
    Für einen rudimentären Blitzschutz wird dann der Mast auf den Kiel geerdet.
    (selbst ein ummantelter Gusseisenkiel leitet die Blitzenergie durch die große kapazitive Wirkung ab)

    Nun stellen sich mir folgende Fragen:
    - Sinnvoll wäre es doch, die ganze Elektrik (also auch die Motormasse) ebenfalls auf den Kiel zu legen
    (Es wird dann z.B: von einer wesentlichen besseren Seefunkleistung berichtet)
    - was passiert dann zwischen Kiel und Saildrive...Thema Elektrolyse???
    - Denn dann hätte man ja 2 Kontaktzonen im Wasser: Saildrive/Wellenanlage und Kiel!
    (Es wird immer wieder behauptet, der Saildrive sei vom Motor elektrisch isoliert...es geht aber eine verdammt starke Welle/Getriebe - Kombination
    angeflanscht am Motor bis zum Propeller, dann Kontakt zwischen den Wellen/Zahnrädern per Kugellagern zum Alu-Druckguss-Gehäuse)

    Ich habe das vor 2 Wochen realisiert, per Multimeter versuchte ich kurz vor der dauerhaften Verbindung Motor-Kiel einen nachweisbaren Strom zwischen Motormasse und Kiel zu messen: <100yA
    Das Boot liegt im Brackwasser (Tiber/Rom)

    Danke Euch für hilfreiche Tipps!

    Grüße Marian

  2. #2
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    Hallo,

    lass es, wie es ist.


    Peter

  3. #3
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    Standard

    Der Saildrive muss vom Kiel isoliert sein. Bei VP ist das auch so, es sei denn, die Isolierung ist beschädigt.
    Wenn du den Kiel mit Ground verbindest, bekommst du Elektrolyse Probleme. Warum glaubst du, ist das Serienmäßig getrennt.
    Um die Trennung aufrecht zu erhalten, muss die UKW Antenne isoliert am Mast angebracht werden.
    DIe UKW ANtenne braucht kein Erdung, eine Verbesserung wäre damit nicht zu erwaten.
    Anders sieht das bei Kurzwelle aus.

  4. #4
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    Standard

    Das Problem fängt an, wenn der Landstrom d.h. dessen Schutzleiter mit der Masse (Minus) der 12 V Bordelektrik verbunden wird.
    Ist diese nicht der Fall, z.B. durch ein galvanisch getrenntes Ladegerät, hat man von daher keine Probleme.

    Blitschutztechnisch sollte alles metallene am Kiel geerdet werden, insbesondere das Rigg. Nun stellt sich die Frage, ob man es überhaupt hinbekommt, alle übrigen Metallteile von der 12V Masse zu trennen. Ich kann auch nicht erkennen, warum es zwischen dem im selben Wasser hängenden Kiel und Saildrive einen Potenzialunterschied geben sollte. Allenfalls einen glavanischen zwischen Alu und Gusseisen. Aber dafür gibt's ja die Operanode - passend zum Süsswasser aus Magnesium.
    Geändert von cat rig (23.12.2013 um 08:55 Uhr)

  5. #5
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    Hat alles das gleiche Potential kann kein Strom fließen.
    Meist kommt das Problem von Land.

  6. #6
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    Standard

    In der einschlägigigen Literatur über den Blitzschutz ist es ja auch gefordert,
    alles metallene (Mast, Wanten, Bug/Heckkorb, Edelstahltank(s), Spüle, Seeventile...etc)
    auf den Kiel zu erden. Und wozu die negative Seite des 12V Bordnetztes davon trennen?
    Ich behaupte weiterhin, dass der Saildrive nicht elektrisch vom Motor isoliert ist.
    (Wellenverbindung, Kugellager, etc...wie soll denn die Kraft sonst auf den Proppeller kommen.
    Da ist kein Kunstoff/Keramik oder sonst was zwischen den einzelnen Wellen...
    Die einzige Isolierung besteht aus den Dichtungen, die den Öl/Wasserkreislauf in den verschiedenen Saildrive-Teilen
    voneinander trennt.

    Gruß Marian

  7. #7
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    Zitat Zitat von beta Beitrag anzeigen
    Der Saildrive muss vom Kiel isoliert sein. Bei VP ist das auch so, es sei denn, die Isolierung ist beschädigt.
    Heutzutage scheint das zwar zu stimmen ( obwol ich nirgens in den Zeichnungen auf z.B. Marinepartseurope sehen kann wie) , früher z.B. bei der 110S ud 120S ganz bestimmt nicht.
    Und die existieren fast alle immer auch noch.
    Ud überhaupt, gibts da de auch eine Isolation in z.B den Bedienugskabel vom Motor und Saildrive? Die sind ja über die Bedieneinheit auch mehr oder weniger leitend verbunden.
    Das trennen vom Saildrive von der Motormasse hat man nur vorgeschriebe da es idertat bei Fehler im Landstromaschluss zu elektrolytische Korrosion kommen kann. Abers deshalb sollte auch immer eine Galvanische Trennug im Ladstromaschluss installiert sein wenn man oft für längere Zeit am Landstrom angaschlossen bleibt.

    Übriges hat das alles nichts mit Galvanische Korrosion zu tu die enststeht wenn zwei Metalle mit einm ustrschiedlichem Potetial elektrisch leited verbude sind und sich in ein leitendes Medium z.B Wasser befinden. Deshalb wird am Saildrive eie Anode montiert.
    So eine Anode schützt auch überhaupt nicht gegen elektrolytische Korrosion.

    Wen also eine galvaische Trennug vom Landstrom vorhanden ist kann es enfach nicht zu elektrolytische Korrosion kommen, auch nicht we der Saildrive mit der Motromasse verbunden ist.
    Nur wen z.B. in der Bilge irgendwo die Isolation eines plus Kabels mangelhaft ist und z.B. über de Kiel ein kleiner Strom ins Wasser fliessen kan zum Saildrive und zurück zur Motormasse könte es theoretisch auch zu elektrolytische Korrosion kommen.
    Warscheinlicher wäre dann aber das eien Sicherung raus springt.

    Aber überhaupt gibt es bei Volvo ein Paar Eigenheiten was Korrosion angeht.
    Wieso z.B . sitzen eigentlich nur an den VP Faltpropeller diese Halbmond Anoden und nicht z.B an den Gori's?
    Das habe ich die von VP Schweden sogar mal gefragt aber nie eine Antwort bekommen.
    Ad
    Geändert von BlankenAd (23.12.2013 um 15:55 Uhr)

  8. #8
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    Zitat Zitat von BlankenAd Beitrag anzeigen
    Wieso z.B . sitzen eigentlich nur an den VP Faltpropeller diese Halbmond Anoden und nicht z.B an den Gori's?
    Hallo,

    meine Gori-Nabe besitzt ebenfalls Zink-Anoden.
    Sie wurde als Ersatz nachgebaut.


    Peter

  9. #9
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    Standard

    Zitat Zitat von Kiewitt Beitrag anzeigen
    Hallo,

    meine Gori-Nabe besitzt ebenfalls Zink-Anoden.
    Sie wurde als Ersatz nachgebaut.

    Peter
    Das habe aber icht alle Gori's.
    https://www.google.nl/search?q=GORI+...w=1280&bih=684

    Ausserdem , wenn ich mal davon ausgehe das an den Faltpropeller nur Edelstahl und Bronze sind frag ich mich wirklich was da galvanisch geschützt werde soll und gegen welches noch edleres Metall?
    Bronze und Edelstahl (jedenfalls V4A) sind fast genau so Edel ud darüber gibts höchstes noch Titan oder Grafitt.

    Aber vielleicht kann es mir irgend einer im Forum erklären.
    Bis dan gehe ich nur davon aus das anscheinend auch bei den Propellerhersteller icht immer auch Korrosions Sachverständiger arbeiten.
    Den ich habe scho so manche Humbug gelesen von Produzenten aus der Wassersport branche.Und das nicht nur was Korrosion angeht.
    Ad

  10. #10
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    Standard

    Zitat Zitat von Abyss Beitrag anzeigen
    In einer normalen (1-poligen)-Installation auf GFK-Booten dient die Motormasse ja als Erdung, spätestens durch den Anlasser liegt das Minus-Potential auf der Motormasse. In Serienbooten kommen dann vielleicht noch der Edelstahltank oder ähnliches dazu.
    Für einen rudimentären Blitzschutz wird dann der Mast auf den Kiel geerdet.
    (selbst ein ummantelter Gusseisenkiel leitet die Blitzenergie durch die große kapazitive Wirkung ab)

    Nun stellen sich mir folgende Fragen:
    - Sinnvoll wäre es doch, die ganze Elektrik (also auch die Motormasse) ebenfalls auf den Kiel zu legen
    (Es wird dann z.B: von einer wesentlichen besseren Seefunkleistung berichtet)
    - was passiert dann zwischen Kiel und Saildrive...Thema Elektrolyse???
    - Denn dann hätte man ja 2 Kontaktzonen im Wasser: Saildrive/Wellenanlage und Kiel!
    (Es wird immer wieder behauptet, der Saildrive sei vom Motor elektrisch isoliert...es geht aber eine verdammt starke Welle/Getriebe - Kombination
    angeflanscht am Motor bis zum Propeller, dann Kontakt zwischen den Wellen/Zahnrädern per Kugellagern zum Alu-Druckguss-Gehäuse)

    Ich habe das vor 2 Wochen realisiert, per Multimeter versuchte ich kurz vor der dauerhaften Verbindung Motor-Kiel einen nachweisbaren Strom zwischen Motormasse und Kiel zu messen: <100yA
    Das Boot liegt im Brackwasser (Tiber/Rom)

    Danke Euch für hilfreiche Tipps!

    Grüße Marian
    Das sind getrennt zu behandelnde Systeme:
    Der Blitzschutz (wenn er denn eingebaut wird) muss separat vom gesamten elektrischen Netz zB auf den Kiel geerdet sein. Auf keinen fall sollten die Systeme gekoppelt werden.

    Ob man das Bordnetz und das 230 V Netz erdet hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    Bordnetz: auf manchen Schiffen ist es gar nicht möglich, dieses System nicht ins Wasser zu erden, weil es über die Motormasse/Welle/Prop/etc sowieso geerdet wird (ob Saildrives das tun oder nicht weiß ich nicht, für die Frage gibt es berufenere als mich). Auch wenn man meint, es sei nicht geerdet, kann es sein, dass einem die Bootselektronik das System erdet, weil irgend eine Kabelabschirmung/Gehäuse auf Masse gelegt wurde und die Erdung so zustande kommt.

    230 V Netz: An sich (RCD/Sportboot-RL) ist eine Erdung für dieses Netz vorgesehen. Es gibt aber viele Eigner, die es nicht wollen, weil man dadurch zusätzliche Korrosionsprobleme produzieren kann. Erdet man das 230 V Netz nicht ins Wasser muss eine gesicherte landseitige Erdung bei Anschluss an den Landstrom immer vorhanden und überprüfbar sein. Dazu gibt es bei Philippi und anderen entsprechende Überwachungssysteme. Andernfalls (bei geerdeter 230 V Anlage) einen galvanischen Isolator einbauen.

    Man kann dies alles mit dem Schiff im Wasser messen, in dem man einfach die Widerstände zwischen den Bordnetzen und den Erdungspunkten (Kiel/Welle/meinetwegen auch Saildrive) mißt. Ist man in Sorge, ob galvanische oder elektrolytische Ströme anliegen sollte man die mit einer Silber/Silberchlorid Elektrode bei schwimmenden Schiff messen. Ist in einem anderen thread schon beschrieben. Kommt vielen immer wieder exotisch vor, ist aber die einzige Praxis, um das Problem der Korrosion sicher auszuschließen bzw in den Griff zu bekommen. Per Diskussion geht es nicht, weil es von Schiff zu Schiff (NICHT Typ zu Typ!) unterschiedlich ist, weil man nicht weiß, was genau verbaut bzw durch den Einger bzw seine Handwerker geändert wurde (siehe mein Beispiel der unbeabsichtigten Erdung via Elektronik.

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