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  1. #1
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    Standard Wie Schott zw. Ankerkasten u. Kabine neu aufbauen?

    Hallo,
    Ich habe ein Problem mit meiner Jeanneau Microsail von 1981, die ich mir im letzten Jahr zugelegt habe. Das Boot ist im großen und ganzen gut in Schuß, da vor einigen Jahren vom Voreigner einem Refit unterzogen.
    photo.jpg

    Sorgen gibt es allerdings im Ankerkasten, genauer gesagt beim Schott zur Kajüte: Der Anker hat hier ganze Arbeit geleistet und sich vor allem im oberen Bereich durch das Laminat bis in den Holzkern der Sandwichstruktur vorgearbeitet, wo Feuchtigkeit eingedrungen ist. Bisher ist es in der Kabine noch dicht und ich würde gerne das Schott vom Ankerkasten her wieder neu aufbauen. Den größten Teil des ehemaligen Holzkerns, der nur noch aus Torf bestand, habe ich bereits mit einem Multitool entfernt. Der Rest trocknet gerade.
    image.jpgimage.jpg

    Meine Frage lautet nun: Mit welchem Material und welcher Technik baue ich den abgetragenen Bereich am besten wieder auf, so dass er auch den ein oder anderen Ankerstoß aushält? Ich hab mal ein paar Fotos von der Situation (einschließlich intaktem Kajütbereich) beigefügt.
    image.jpg

    Bin in dem Bereich völliger Anfänger. Nach erstem rumstöbern in diversen Foren, glaube ich dass ich wohl mit Epoxy über das (sehr dünne =ca 2mmm) Restholz laminieren könnte, bin mir allerdings nicht sicher, ob ich nicht evtl. total neben der Sache liege und würde mich über jeden fachkundigen Hinweis freuen.

    Vielen Dank im Voraus (auf übrigens meinen ersten Beitrag in diesem Forum)
    Geändert von Microbe (30.04.2013 um 00:20 Uhr)

  2. #2
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    Standard

    Moin,

    ja, so würde ich es auch machen. Vorher aber den Rest Topcoat oder Lack oder was immer das sein mag, auch noch abtragen.
    Dann sicherstellen, dass auch der übrige Holzkern trocken ist, mit Epoxid einstreichen und 2-3 Lagen Rovingmatten drauf.
    An den Stößen zur Bordwand bin ich mir nicht sicher, ob das Schott mit dem Rumpf verklebt ist. Wenn ja, kannst Du einen Winkelfalz dranlaminieren.
    Wenn Du auf Optik aus bist, kannst Du anschließend glattschleifen und lackieren. Normales Topcoat hält auf Epoxid dagegen nicht gut. Alternative: Nochmal mit Epoxid rübergehen und dieses mit Farbpaste einfärben.
    Material und gute Beratung hier: www.ruegg.de

    Viel Erfolg
    Andreas

  3. #3
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    Jo schönen Dank für die prompte Antwort mit den wertvollen Tipps.

    Ich war bisher noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass es sich bei der Oberschicht um Topcoat bzw. Lack handeln könnte. Aber da lag sicher überhaupt der Hund begraben: Irgendwie gibt's nicht viel anderes Material zwischen Holz und eben diesem "Topcoat".
    Die Optik ist eigentlich Nebensache, da ja von außen nicht sichtbar - es soll nur möglichst lange dicht halten.


    Ich schleif' dann erst einmal noch ein wenig weiter (die Akkus laden schon), schau mir die ruegg.de Seite an und berichte dann wieder )

    Handbreit
    Armin

  4. #4
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    Standard

    Hallo und Glückwunsch zum Micro. Diese Microsail war mit Sicherheit mal in den 80ern ein gutes Regattaschiff. Die Fallenumlenkung auf das Piano über den Luk war nicht Serie in dieser Form und wurde von Regattaseglern nachgerüstet. Das Bild sieht zwar eher nach Mittelmeer als Liegeplatz aus, aber bei Fragen kannst du dich trotzdem an die Micro-KV (www.micro-ger.de) wenden.

    So, nun zu deiner Frage:
    Sieht tatsächlich ziemlich dünn aus. Wenn da das Holz tatsächlich an Stabilität verloren hat, kommst du wohl nicht um eine Verstärkung und neue Versiegelung vorbei.

    Möglichkeit 1:
    Wie vorher beschrieben vom Restlack säubern, trocknen und dann überlaminieren. Du kannst übrigens ruhig Epoxi nehmen und dann trotzdem mit einem Coat versiegeln, solange du über der letzten Mattenlage mit Abreissgewebe arbeitest und dann eine passende Beschichtung wählst. (gibt es auch für Epoxy) Ich würde der Einfachheit halber eher in Richtung Bilgenfarbe nachdenken. Die wird extrem hart, macht dicke Schichten und lässt sich gut verarbeiten, da einkomponentig. Sie wird dafür nicht so glatt und hochglänzend, aber wer braucht das schon im Ankerkasten.

    Möglichkeit 2:
    Reiss das Holzding raus und ersetze es durch eine neue Platte. Es gibt auch fertige GFK-Sandwichplatten mit Schaum- oder Balsakern zu kaufen. Die einfach zusägen und mit angedicktem Epoxy einkleben und evtl. in der Rumpfverbindung überlaminieren.

  5. #5
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    Hi!

    sehr nettes Boot - macht sicher eine Menge Spaß das Teilchen zu bewegen!!! :-)

    Wir haben mal eine Heckverlängerung an ein Boot geklebt - zur Versteifung haben wir einfach Styrodurstreifen (5x5 cm) einlaminiert. War ein bisschen dick, hat aber gehalten wie irre und war superleicht.

    Mach dir aber auf alle Fälle die Arbeit und hol das nasse oder faule Holz raus. Die Feuchte in Epoxid einschließen ist nicht so eine gute Idee.

    Mir fällt gerade ein: ein Kumpel hat zur Versteifung mal Elektroinstallationsröhren einlaminiert...

    Alles gute für dein Vorhaben und aus eigener sehr aufwändiger Erfahrung: machs einmal ordentlich dann hast Ruhe!!!

    in diesem Sinne: gut kleb! ;-)

    erbseman
    wer nichts zu sagen hat sollte schweigen

  6. #6
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    Zu Microbe,
    wenn alles so weit vorbereitet wurde, dann nimm für die Deckbeschichtung ein Marine 340 EP-Guard. Siehe Produktdaten unter http://wp1079960.server-he.de/BASF/Stetecol.pdf. Wird auch verwendet bei der Marine und Industrieanlagen.
    Das ist übrigens der hochwertigste osmotische Schutz bei der Blasenpest für einen Gelcoatersatz, da nur 2 Anstriche erforderlich sind. Es ist schlagfest und zäh, muss aber beim Unterwasserschiff mit Vinyl versiegelt werden, da sonst kein Af haftet.
    mfg

  7. #7
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    Standard

    Da ist also ein Holzkern, der nass wurde, da die Werft zuwenig Matten drüber getan hat...das Nasse ist rausgeschliffen oder gekratzt. Ein wenig Trockenes ist übrig. Warum nun nicht bei Polyester bleiben? Es ist nur ein Ankerkastenschott. Faserspachtel in die Delle, plan machen, Matten drüber, Topcoat drauf. Ruegg ist gute Idee für Material. Andere: Polyesterzentrale Lübeck, Brandenbaum. Oder Voss/Yachtcare Uetersen. Alle beraten Dich auch. Carsten

  8. #8
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    Hallo,

    Genau.
    Wobei, ich persönlich würde komlett neues rotholz (vorher primern) einsetzen.
    5 bis 10cm ums holz das topcoat entfernen und dann mit matte überlaminieren.

    Warte damit bis es über 18grad hat.


    Peter

  9. #9
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    Standard

    Prima! Vielen Dank für die ganzen Anregungen. Hab' mir Euren Rat zu Herzen genommen und heute noch ein wenig weiter Holz und Torf entfernt - ist ja schließlich "Tag der Arbeit" gewesen.

    Laminat gibt's bisher definitiv nur am Übergang zum Rumpf als Klebverbindung. Der Rest vom Holz wurde dann nur mit Topcoat bzw. Farbe überzogen. Das geht allerdings wohl eher auf das Konto der Voreigner als der Herstellerwerft. An dem Boot wurde so einiges gebastelt - nicht nur die Fallenlenkung aufs "Piano". Besonders stechen auch die beiden Spi-Schot Winschen auf dem Deck ins Auge oder die Doppelruderanlage - bzgl. letzterer werd' ich demnächst nochmals noch 'nen eingen "Fred" aufmachen.

    Habe jetzt alle morschen stellen rausgefräst, so dass jetzt nicht mehr viel davon da ist
    photo-2.jpg

    Gestern hatte ich mir schon ein wenig Material geholt, u.a. Epoxy und Bilgenfarbe (@Fmarx: Danke für den Tipp; @Engel:Marine 340 EP-Guard ist auch ne coole Idee, jetzt hab' ich aber schon die Bilgenfarbe...).
    photo-1.jpg

    Epoxy und nicht Polyester deswegen, weil ich gar nicht so genau weiß,was da bereits so an Material verbaut wurde und ich mir dachte, dass Epoxy wohl am "kompatibelsten" mit allem etwaigen Zeugs sein dürfte?!

    Wenn es am WE schönes Wetter gibt, werde ich dann wohl zur Tat schreiten und weiter berichten.

    So long + Handbreit!
    Armin

  10. #10
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    Hallo,

    Polyester und nicht epoxy, wenn man ein Anfänger ist.
    Polyester braucht nur normale matte, epoxy dazu noch ein hochgenaues mischverhältnis.


    peter

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