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  1. #1
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    Standard Zylinderkopfdichtung kaputt?

    Hallo Motorenkenner,

    ich habe leider einen u.U. fatalen Bock geschossen: Mein Boiler war defekt (Heizstab machte Kurzschluss). Also hab ich den ausgebaut und einen neuen Heizstab rein. Der ging dann wieder.

    Allerdings ist der Boiler mit dem inneren Kühlwasserkreislauf meines Volvo Penta D2-55A verbunden. Und der ist bei der Aktion (zumindest teilweise) ausgelaufen. Das habe ich nicht beachtet und bin anschließend ca. 2 x 15 Min. bei etwa 1800 Umdrehungen unterwegs gewesen.

    Aufgefallen ist mir dann der komische Geruch, habe den Niedergangsdeckel aufgemacht und festgestellt, dass der Motor ziemlich heiß war. Alarm ist nicht ausgelöst worden.

    Habe dann natürlich den Braten gerochen und sofort abgestellt.

    Der Motor ist ca. 10 Jahre alt, hat knapp 3000 Stunden drauf. Würdet Ihr vorsorglich die Zylinderkopfdichtung tauschen? Leider kann ich jetzt weitere Tests kaum machen, da das Boot in Sardinien liegt und ich wieder in München bin.

    Kann jemand beurteilen, wie wahrscheinlich es ist, dass bei der Aktion das gesamte Kühlwasser raus ist und wo die Kühlwasserpumpe beim VP verbaut ist, ob die also u.U. auch was hat, da trocken gelaufen?

    Oder bin ich übernervös, und sollte einfach Kühlflüssigkeit auffüllen, vergessen und weiterfahren?

    LG Cornelius
    Geändert von binzminz (09.06.2013 um 19:15 Uhr)

  2. #2
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard Vorsorglich

    muss eine Zylinderkopfdichtung nicht getauscht werden!

    Ich würde zuerst mal den inneren Kühlkreislauf wieder auffüllen, wenn das nicht schon geschehen ist. Läuft dann der Motor normal, also auf allen 4 Zylindern, oder stottert er?

    Wenn er normal läuft, kommt Motoröl in das primäre Kühlwasser? Verliert er primäres Kühlwasser? Kommt Kühlwasser in die Ölwanne, erkennbar an einem Wasser- Ölgemisch an Messstab?

    Wenn im Leerlauf alles soweit gut ist, würde ich den Motor auf Last bringen. Macht er dann immer noch, was er soll, dann hat er die Rosskur überstanden.

    Die Umwälzpumpe des inneren Kühlkreislaufs sitzt an der Bugseite des Motors. Sie wird, gemeinsam mit der Lichtmaschine, über einen breiten Riemen angetrieben. Sie sollte eher keinen Schaden genommen haben. Eher ist schon die Sorge berechtigt, dass sich der Zylinderkopf verzogen hat und nun nicht mehr dicht ist. Im Fall des Falles deshalb nicht nur eine neue Zylinderkopfdichtung einbauen, sondern auch den Kopf auf Verzug prüfen! Das geht am besten auf einer Tuschplatte, notfalls tut es auch ein metallenes Lineal bester Qualität.

    Viel Glück!
    Saga
    Geändert von Ausgeschiedener Nutzer (09.06.2013 um 20:10 Uhr)

  3. #3
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    Standard

    Hallo Saga,

    danke für Dein Diagnoseprogramm. Soll ich noch die Kompression messen lassen?

    LG Cornelius

  4. #4
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    Standard

    Hallo Binzminz

    Eine herkömmliche Kompressionprüfung wirst du bei dem Diesel kaum durchführen können. Da musst du wohl eine Druckverlustmessung machen... Dafür m. E. brauchst du eine Fachwerkstatt. Entlüfte das Kühlsystem anständig.
    Lass Ihn laufen und prüfe hauptsächlich ob du Blasenbildung und Abgasgeruch am Expansionsbehälter hast...

    Öl im Wasser oder umgekehrt kann auch andere Ursachen haben, Auspuffgase im Kühlwasser nicht.

    Angefressene Kühlwasserpumpenlager hört man gut, klingt dem "Gurren von Tauben" ähnlich.

    Bei wirklich nur 15 Minuten, nicht zu kurz aufeinander, hat der das meiner Meinung nach schon Überlebt.

    Gruss und viel Glück.

    Adrian

  5. #5
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    Standard

    Mach Dir keinen Kopf! Ich habe das bei meinem VP MD 2030 C demletzt durch. (allerdings mit auffüllen danach) Die Kühlwasseranschlüsse sind ziemlich oben am Motor, so dass am Boiler nicht viel raus läuft. Wenn etwas fehlt, dann macht das nicht die Welt aus. Wenn er nicht weiss gedampft hat dann ist die Zylinderkofdichtung sehr wahrscheunlich i.O. War denn überhaupt noch Wasser im Ausgleichsbehältr oder war der furztrocken? Wieviel Kühlmittel hast Du nachgefüllt?

    Ich würde folgends tun:

    Motor mit dem Anlasser und gezogenem Abstellzug bzw. manuell gezogenem Abstellrelais durchdrehen. Wenn das geht:
    Kühlwasserstand prüfen, Motor anlassen.
    Wenn er nicht weiss dampft, ganz normal fahren und Kühlwasserstand (in kaltem Zustand) regelmässig prüfen.
    Braucht er kein Wasser, dann ist alles i.O.
    Braucht er Wasser dann CO2 Messung im Kühlwasser durchführen, ist die Prüfung negativ, dann läuft das Wasser woanders weg.
    Ansonsten ist es wahrscheinlich die Kopfdichtung.

  6. #6
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    Standard

    Ich frage mich auch, warum das System keinen Alarm gegeben hat. Liegt das evtl. daran, die die Kühlwassertemperatur gemessen wird und wenn kein Kühlwasser mehr da ist, also auch kein Alarm erfolgt? Müsste nicht viel besser eine Überwachung der Öltemperatur erfolgen?

  7. #7
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard Die Kompression zu messen

    ist nicht verkehrt. Bei Dieselmotoren ist das aber nicht ganz einfach, wie schon Filscher geschrieben hat. Meine Tipps habe ich deshalb auf das beschränkt, was man selber leicht machen kann. Gasblubbern im Ausgleichsbehälter habe ich vergessen, das ist auch ein guter Tipp.

    Läuft der Motor problemlos ohne die geschilderten Probleme, wenn er betriebswarm ist, würde ich mir keine großen Sorgen machen. Besondere Aufmerksamkeit in den ersten Betriebsstunden nach "Trockenlauf" ist aber sicher nicht verkehrt.

    Der Fühler für die Kühlwassertemperatur sitzt da, wo der Motor auch ohne Kühlwasser am schnellsten heiß wird. Bei meinen KAD 42 sitzt der dort, wo der erste Zylinder sein Abgas in den Abgassammler bläst. Bei meinem D2-40 ist das auch so. Die Öltemperatur folgt dagegen der des Kühlwassers sehr zeitverzögert, weil das Motoröl kaum direkten Kontakt zu den Zylinderwänden und den Brennräumen im Kopf hat. Die werden vom Kühlwasser umspült. Die Öltemperatut taugt deshalb kaum als Alarmgeber.

    Wenn der Temperaturgeber getestet werden soll, kann man den herausschrauben und in Wasser halten, welches erhitzt wird. Da die Masse bei unseren Billigmotoren über den Motor hergestellt wird, muss der Temperaturfühler nicht nur an seinem Kabel hängen. Es muss auch eine Masseverbindung hergestellt werden. Man kann dann schön verfolgen, ob und wie sich die Anzeige ändert. Bis zum Beweis des Gegenteils würde ich aber davon ausgehen, dass der Alarm nicht ausgelöst wurde, weil der Motor noch nicht heiß genug war.

    Der Alarm wird übrigens bei manchen Motoren nicht vom Temperaturfühler, sondern von einem zusätzlichen Bimetallschalter ausgelöst. Ob das bei den D2 - Motoren so ist, müsste ich bei meinem Segelboot nachsehen.



    Mast- und Schotbruch
    Saga
    Geändert von Ausgeschiedener Nutzer (10.06.2013 um 22:26 Uhr)

  8. #8
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    Standard

    3000h in 10 Jahren, 300h/Jahr??? Wo die Kühlwasserpumpe sitzt, solltest du aber eigentlich nach 10 Jahren schon wissen, oder hast du noch nie den Impeller gewechselt? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die interne Pumpe einen mitbekommen hat.

  9. #9
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    Standard

    Zitat Zitat von Fly&Sail Beitrag anzeigen
    3000h in 10 Jahren, 300h/Jahr??? Wo die Kühlwasserpumpe sitzt, solltest du aber eigentlich nach 10 Jahren schon wissen, oder hast du noch nie den Impeller gewechselt? Die .
    Was hat der Impeller mit der Wasserpumpe des int. Kühlkreislaufes zu tun?

    Wie auch schon angedeutet wurde: Wenn der Motor jetzt so läuft, wie er vorher lief, dann hast Du Glück gehabt; zudem sind diese Einfachmotörchen recht robust. Vermutlich wird ja auch noch was Kühlwasser drin gewesen sein, auch wenn was aus dem Ausgleichsbehälter nachläuft.

    Wenn sich da wirklich etwas nachhaltig verzogen hätte, wäre der Motor unschön gestoppt und nicht wieder angegangen.
    42!

  10. #10
    Registriert seit
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    Standard

    Danke Acer, dass Du mir die Arbeit abnimmst, einen "erfahrenen" Benutzer auf die kleinen Unterschiede zwischen Kühlwasser-Umwälzpumpe und Seewasserpumpe aufzuklären.

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