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  1. #1
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    Frage Blacklist in Ærøskøbing – Was haltet ihr davon?

    Uns erreichte kürzlich dieser Leserbrief:

    Bei meinem letzten Besuch in Ærøskøbing war dort am Handelshafen der beigefügte Aushang zu sehen. Ich bin der Meinung, dass die dortige Hafenverwaltung eindeutig über das Ziel hinausgeschossen ist. Zwar ist es eine Sauerei, dass sich Yachtcrews vom Bezahlen der Hafengebühr drücken – aber diese wie im Mittelalter an den Pranger zu stellen, ist ebenso nicht in Ordnung. Nach dem lobenswerten Abbau des Automatensystems kann es natürlicherweise zu einem gewissen „Schwund“ kommen, was daran liegt, dass das Hafenbüro nur zweimal täglich eine Stunde geöffnet ist und der Hafenmeister zum Kassieren wahrscheinlich nicht 24 Stunden im Einsatz ist.


    Was haltet ihr davon? Gerechtfertigt oder überzogen?
    Geändert von YACHT-online (28.06.2013 um 12:11 Uhr)
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  2. #2
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    Leider auch in Vergrößerung nicht lesbar. Handelt es um Schiffsnamen und damit um Hafengeldpreller?
    Wenn ja, dann hier meine Meinung.
    Das Zahlen von Hafengeld ist eine Bringeschuld! Wer das nicht weiß, sollte seinen Segelschein abgeben. "Das an den Pranger stellen" ist unschön, aber auch eine gewisse Notwehr. Jeder Hafen/jede Marina stellt im Laufe des Jahres einen Finanzplan auf. Darin enthalten sind auch Einnahmen durch Liegeplatzgebühren. Wenn hier nichts planbar ist, weil hier Hafengelder geprellt werden, dann kann man das auffangen, in dem man die Liegeplatzgebühren erhöht, oder man bedient sich andere Methoden. Beides ist unschön, aber Schuld sind die Segler selbst.

  3. #3
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    Überzogen.

    Es kann viele Gründe geben, warum jemand das Hafengeld nicht bezahlt hat. War es gerechtfertigt oder nicht, steht nicht im Ermessen des Hafenmeisters. Ein typischer Fall ist die Abwesenheit des Hafenmeisters. Ist er nicht da, auch kein Automat, kein Briefschlitz oder ähnliches, kann man nicht bezahlen.

    So ein Zettel soll Crews, die den Hafen besuchen Angst machen im Sinne von "wenn Du nicht bezahlst, dann kommst Du auf die Blacklist". Für 99% der Besucher ein unfreundliches Willkommen und impliziert, dass ich als Besucher ein potenzieller Zechpreller bin. Unsympathisch. Fällt auf den Hafenbetreiber zurück.

    Hans

  4. #4
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    Moinsen,

    wenn die dargestellten Uhrzeiten die ausschließlichen Zeiträume sind, in denen das Hafengeld gezahlt werden kann (die Automaten sind ja demontiert?), ist das Verhalten ungerechtfertigt. Ich richte meine Törnplanung nicht nach rudimentären Öffnungszeiten des Hafenmeisters aus. Entweder hat ist er abends länger (bis 22.00 mindestens) oder morgens früher (z. B. 7.00 herum) ansprechbar oder es besteht eine andere Möglichkeit das Hafengeld zu bezahlen - z. B. ganz konventionell mit Vordruck in einem ausliegenden Umschlag in einem dafür bestimmten Briefkasten zu versenken.
    Wird dann noch geprellt, halte ich das Vorgehen allerdings für akzeptabel.

    Grüße
    Andreas

  5. #5
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    Wie die Skandinavier so sind:
    Praktisch und direkt!

    Ich finds super!
    Wie conketsch schon sagt, Havnepenge ist Bringschuld.
    Ansonsten kommt man an's schwarze Brett.
    Peinlich ist nur, dass es alles Deutsche sind

  6. #6
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard Ja, richtig und angemessen.

    Es ist nicht beschämend für den Verfasser der Blacklist, sondern für die (deutschen) Zechpreller. Ich bin viel in Dänemark, kenne eine Menge Dänen und schätze ihre Mentalität. Diese Menschen pflegen schlichtweg ein anderes soziales Miteinander mit entsprechenden Umgangsformen. Bevor ein Däne so etwas aushängt muss sehr viel passieren … und ja, hätte ein Däne die Zeche geprellt, stände er auch da und würde sich vermutlich in Grund und Boden schämen.

    Solche Aktionen sind in meinen Augen Notwehr.

  7. #7
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    Nachtrag: Hafengebühren sind zu zahlen. Geschieht die Zahlung nicht, muss die Rechnung zugestellt werden. Wie geht das, solange Boote nicht registriert sind? Also wird die Forderung durch öffentlichen Aushang "zugestellt". Daran ist nichts Unanständiges. Melden sich die Schuldner, sollte doch die Sache schnell gelöscht werden. Solange die Forderung besteht, wird sie per Aushang zugestellt. Das hat mit Törnplanung und Öffnungszeiten nichts zu tun! Die Sache mit dem Briefkuvert (Andreas) ist natürlich auch eine Lösung. Es ist aber kein Geheimnis, dass es Zeitgenossen gibt, die ihre Leinen immer dann los machen, wenn der Hafenmeister noch im Bett liegt. Denen muss auch mal die rote Karte gezeigt werden.

  8. #8
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    Zitat Zitat von sehbaer Beitrag anzeigen
    Wie conketsch schon sagt, Havnepenge ist Bringschuld.
    Bin kein Jurist. Aber wo steht geschrieben, das Hafengeld eine Bringschuld ist? Bringschuld ist eine spezielle Form der Schuld, die in einem Vertrag festgelegt wird. Kann natürlich sein, dass das in Ärösköbing der Fall ist.

    Zitat Zitat von sehbaer Beitrag anzeigen
    Peinlich ist nur, dass es alles Deutsche sind
    Du gehst davon aus, dass der Hafenmeister eine neutrale, Recht sprechende Institution ist. Ist er nicht. Die Liste sagt nichts darüber aus, wie viel Schweden, Polen und Dänen ihren Hafenobulus tatsächlich nicht bezahlt haben. Sie sagt nur, dass der Hafenmeister der Meinung ist, dass die gelisteten Boote das Hafengeld nicht bezahlt haben. Ein Gericht müsste feststellen ob das tatsächlich der Fall ist. Wir haben es also nur mit einer Vermutung zu tun. Ich möchte nicht Opfer einer öffentlich verbreiteten Rechtsbruch-Vermutung werden.

    Aber klar ist, wer eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, muss sie bezahlen.


    Das steht bei Wikipedia unter schwarze Listen. Damit will man heute nichts mehr mit zu tun haben:

    Schwarze Listen in Politik und Gesellschaft[Bearbeiten]

    Klassische Versionen sind die Proskriptionslisten, die im Römischen Reich zu Zeiten Sullas verwendet wurden. Auf diesen Listen standen die Namen missliebiger, zu ermordender politischer Gegner. Auch in Diktaturen werden häufig Schwarze Listen mit politischen Gegnern geführt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden unter anderem von Reinhard Heydrich solche Listen angefertigt, auf denen unter anderem Ernst Röhm und der Reichskanzler Kurt von Schleicher standen, die beide ermordet wurden. Auch der Name des Autors Bertolt Brecht, der ins Exil gehen musste, fand sich auf so einer Liste wieder. Schwarze Listen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus auch jene Listen genannt, nach denen schädliches und unerwünschtes Schrifttum indiziert und ausgesondert wurde. Auf deren Basis fanden auch die Bücherverbrennungen im Mai und Juni 1933 statt. Unter dem chilenischen Putschgeneral Augusto Pinochet wurden politische Gegner anhand von Schwarzen Listen ebenfalls ermordet. In den Vereinigten Staaten während der McCarthy-Ära landeten aufgrund antikommunistischer Bedrohungsängste zahlreiche Personen auf einer Schwarzen Liste von nicht mehr zu beschäftigenden Personen. Insbesondere die Filmbranche war (nicht zuletzt aufgrund der tatkräftigen Mitarbeit von Walt Disney) betroffen, die so genannten Hollywood Ten erlangten internationale Bekanntheit. Unter den Opfern befand sich unter anderem Charlie Chaplin.
    Rechtswidrige Informationssammlungen, die von Rechtsextremen und Linksextremen über ihre jeweiligen politischen Gegner geführt werden, werden ebenso als Schwarze Listen bezeichnet. Eine weitere Schwarze Liste in der heutigen Zeit ist die so genannte Lista Negra in Brasilien, ein Verzeichnis aller Großgrundbesitzer und Wirtschaftsunternehmen, die Menschen durch unbezahlte Sklavenarbeit auf ihren Wirtschaftsbetrieben ausbeuten. Diese Liste wird von allen Tageszeitungen einmal jährlich veröffentlicht. Der Index Librorum Prohibitorum war das amtlich vom Apostolischen Stuhl herausgegebene Verzeichnis verbotener Bücher.


    Hans

  9. #9
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    Eine plumpe Hetzkampagne. Ein solches Schild im Hafen würde bei mir bewirken, dass ich sofort wieder ablege.

    Wolfgang

  10. #10
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    Natürlich begründen schwarze Listen immer auch die Gefahr der Falschbezichtigung. Und natürlich kann es für ein spät einlaufendes und früh auslaufendes schwierig werden den Hafenmeister anzutreffen. Dafür währe eine Postfachlösung sicher sinnvoll. Wenn Aerösköbing die nicht hat sollte man anregen die zusätzlich einzuführen.
    Aber, denken wir mal nach. Wie kommt der Hafenmeister eigentlich auf die Namen der Schiffe? Wenn die wirklich erst nach ihm eingelaufen wären und vor ihm ausgelaufen, hätte er die doch gar nicht gesehen! Ich glaube nicht dass das das Problem war, eher Schusseligkeit, oder der dringende Wunsch nach lecker Eis und keiner hat Lust auf den Hafenmeister zu warten, alles keine Glanztaten aber auch keine Kapitalverbrechen.
    Oder aber eben wirklich Zechprellerei, leider gibt es sie eben, die ganz schlauen und die dreisten. Die sich manchmal sogar im Recht fühlen. „Wenn keiner kommt wenn ich da bin. Ich lauf denen doch nicht hinterher“.
    Ständen nur die am Brett wäre alles gut, aber leider gibt es eben auch die erste Kategorie. Tja was tun? Ich finde das Brett nicht schön, Betrüger aber auch nicht.
    Mit besten Empfehlungen

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