Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
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    Standard Gross Segel ohne Baum fahren

    Nein – Die Frage ist durchaus ernst gemeint.
    Die aktuellen Risse haben den Mast sehr weit vorne stehen, kleine, wenig überlappende Fock und der Baum reicht nicht sehr weit in die Plicht. Das Schoten im richtigen Anstellwinkel sollte kein Problem sein.
    Was spricht dagegen, das Gross ohne Baum zu fahren, eben genau wie ein Vorsegel?

  2. #2
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    Und wo soll der Holepunkt hin? Auf die Plichtbaenke? C.

  3. #3
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    einige Beachcats fahren ein baumloses Groß, das geht aber nur in Verbindung mit extrembreitem Traveller ( wie nur auf einem Multi möglich) und einem steif durchgelattetem Groß. Das Groß wird auf einem Kat auch nie weit aufgefiert Platt vor dem Laken gibt es nicht. Platt vor dem Laken, wie auf einem Mono notwendig, lässt sich ein Baumloses Groß garnicht trimmen ( für dir Genua, auch baumlos, gibt es da den Spibaum).
    in den 80 ern hat man diese Konstellation auch auf einigen Offshore Racemultis ausprobiert, sowie auf einigen Cruisermultis als sicherer , weil baumlos , propagiert.
    Das baumlose Groß hat trimmtechnisch Zuviele Nachteile, insbesondere wenn man keinen radialen Traveller fährt, weswegen es wieder verschwand.
    Nur Beachcats fahren es noch vereinzelt. Dort ist es ein Sicherheitvorteil, steht doch das Unterliek auf ihnen immer sehr tief, eine Kollision mit weichem Tuch ist wesentlich schmerzfreier als mit einem Alurohr.

    Pogo
    Geändert von Ausgeschiedener Nutzer (19.08.2013 um 22:30 Uhr)

  4. #4
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    Standard

    Moin Beta,

    das Problem ist der Anstellwinkel der Schot. Da ein Groß ohne Baum keine Möglichkeit zum Durchsetzen des Unterlieks bietet, muss die Schot diese Aufgabe übernehmen. Der Holepunkt muss daher (pi mal Auge in Verlängerung der halben Vorlieklänge) entweder weit hinter dem Segel liegen oder das Segel wird nur minimal über Deck gesetzt (s. beispiel Pogo - beachcats).
    Für beides bieten konventionelle Yachten schlechte Voraussetzungen.
    Auf einer Ketsch aber könnte es gehen. Und tatsächlich, es gibt eine Reihe von Konstruktionen mit losem Großunterliek, auf denen der (verstellbare) Großschotholepunkt dann etwa knapp hinter dem Besanmast liegt. Das Großsegel muss also mit zwei Schoten wie ein Vorsegel gefahren werden - ein durchgehender Traveller ist wegen des Besans nicht möglich. Der Besan selbst verfügt wieder über einen Baum. Populärstes Beispiel für diese Takelung ist sicherlich der Jugendwanderkutter JWK.

    Als dieser Ende der 1950er Jahre aus dem vormaligen Marinekutter neu gezeichnet wurde, trachtete man nach einer Verbesserung der bis dahin mäßigen Segeleigenschaften. Auf den alten Marinekuttern (heute die Klassen KIIK und K10K) wird das Großsegel am Baum gefahren. Mit freiem Unterliek am Groß können sich Großsegel und Besan sogar überlappen - das Großsegel konnte also ohne nennenswerte Riggverlängerung wesentlich größer und effektiver werden.
    Selbst hier liegt der Holepunkt der Großschot jedoch ca. 2m achterlich vom Schothorn.

    Guckt Ihr hier und zum Vergleich der alte Riss hier

    Grüße

    Andreas

  5. #5
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    Danke für die Beiträge. Ganz so abwegig ist der Gedanke also nicht.
    @Carsten: Nein, nicht auf die Bänke, sondern Mittschiffs. Müsste natürlich eine Travellerschiene sein, um den nach vorne wandernden Holepunkt beim gerefften Segel auszugleichen. Und zwei Schoten, wie beim Vorsegel, wären ebenfalls nicht erforderlich.
    @Andreas: Klar, muss der Anstellwinkel der Schot stimmen. Aber, wie ich ja eingangs erläutert habe, wäre das durch den weit vorne stehenden Mast und den nur bis zum Anfang der Plicht reichenden Baum möglich.

    Letztenendes bliebe die Frage, ob die Vorteile die Nachteile überwiegen könnten.
    Ein Trysegel beispielsweise wird ja auch bevorzugt ohne Baum gefahren, um das Risiko bei einer Patenthals zu minimieren.
    Die Einsparung des Baumgewichtes wäre sicherlich kein Nachteil. Und man könne eine Menge weiterer Teile sparen.

  6. #6
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

    Standard

    Ihr überseht das ein Groß ohne Baum auch für rauswinds und achterlich eingestellt werden muss.
    neben weit achchterlich sitzendem Holepunkt Bedarf es dafür einer möglichst radialen Travellerschiene,, deren Länge weit über Bootsbreite liegt.
    Viele werden das Problem von der Selbstwendefock kennen, sie lässt sich, weil die Schiene zu kurz, nicht für raume und achterliche Winde einstellen.
    Beim Kutter kann man das wohl verschmerzen, schließlich hat dessen Bumloses Groß einen geringeeren Anteil an der Gesamtsegelfläche.
    beim Trysegel kommt dieser Nachtell eigentlich nicht zum tragen, wird es doch fast nur am Wind genutzt.

    Pogo
    Geändert von Ausgeschiedener Nutzer (20.08.2013 um 22:03 Uhr)

  7. #7
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    pogo, so isses. Darum ist das nix in Praxis. Und Baum ist ja auch gut zum Handtuchtrocknen, zum Plane drauf legen bei Regen, oder zuviel Sonne, zum aufhängen von nassem Ölzeug etc. pp. Carsten

  8. #8
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    was Pogo sagt .... ich bin am ueberlegen ob mein naechstes Gross gebaut wird um es dann baumlos zu fahren. Aber mein Traveler ist halt auch so 2.50 mtr lang .... und da ich sowieso nie platt mit dem wind segel, und der Fuehlbare?? ( apparent) Wind immer mehr von vorne kommt als bei einem langsameren Mono waere das kein Problem. Reffen geht auch ( mit beschlag am achterliek ) . falten mit fast ganz normalen Stackpack ist auch kein Problem .... nur wie gesagt ist mein Schiff ein Multi, da gehen einige Sachen halt ein wenig anders.
    Thor

  9. #9
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    Standard

    wer will kann mal bei Herrn Ljungström nachsehen.
    https://sites.google.com/site/ljungstromare/

    Es handelt sich hierbei nicht nur um ein baumloses Groß. Auch der Mast ist unverstagt und drehbar (reffen).
    Das Segel ist doppellagig und kann auf VDW Kursen aufgeklappt werden. Das Rumpfdesign ist ebenfalls sehr eigen.
    Twinsegler

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