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  1. #1
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    17

    Standard Werden GFK-Yachten irgendwann unweigerlich "weich"?

    Hallo,
    vielleicht gibt es zu diesem Thema schon Beiträge, ich habe jedoch nichts gefunden:

    Da ich mich zwecks Erwerbs für eine ältere, gut erhaltene und qualitativ hochwertige Segelyacht interessiere (z.B. HR 352 oder ähnlich), stellt sich mir die Frage, ob man auch langfristig davon etwas hat, wenn die Yacht schon 30 Jahre oder gar mehr auf dem Buckel hat? Wird nicht auch das dickste GFK iregndwann durch Torsion, UV und Verwindung weich und damit instabil, d.h. unbrauchbar? Segele bisher klassische Holzyachten (22 Schäre BJ 1928 und 39 Fuß Seekreuzer BJ 1959), aber für "später" zum rumtingeln im Mittelmeer oder weiter suche ich halt was praktischeres.

  2. #2
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    Standard

    Uiii, mit dieser Frage wirst Du ggf. die berühmte Büchse öffnen

    Meine 2cent dazu: Jedes Material altert und kann hierdurch grundsätzlich an Stabilität verlieren.

    Ich persönlich würde kein 30 Jahre altes Boot kaufen wollen, aber das hat weniger was mit dem Material als solchem zu tun und ist ein anderes Thema.

    Wenn die Konstruktion stimmt, also insbesondere irgendwelche Stützstoffe nicht versagen, ausreichende Festigkeit mit Reserven vorhanden ist bzw eingeplant wurde, der Mattenplan "stimmt" und der Harz von guter Qualität ist, wird/muss auch ein 30 Jahre altes GFK-Boot nicht durchgängig "weich" sein.

    Ich hab ein englisches Boot von 1974 gesehen, das war mir indes deutlich zu weich.....geht man übers Deck, merkt man wie es "federt", beim Kranen "wackelte" der Kiel sichtbar. Mag sein, dass das noch ok ist, mein Ding wäre es nicht
    42!

  3. #3
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    Standard

    Suchen Sie mal mit Google z.B. unter den Stichworten 'Alterung GFK'.
    Sie werden feststellen, dass dieses Thema schon oft im Yacht-Forum behandelt wurde.

    Mein eigenes Schiffchen ist jetzt nahezu 30 Jahre alt und ich sehe strukturell keine Probleme.
    Nachbarlieger haben jetzt 40 Jahre alte Schiffe, wo ebenfalls keine Strukturprobleme aufgetreten sind.
    Gleichwohl muss man wahrscheinlich berücksichtigen, wie die Schiffe genutzt wurden und Refits (Fenster, Lucken, Masten, Bäume usw.) sind auch nicht billig.

    Ich kenne Bericht, wonach sogenannte Edelyachten bei der Atlantikquerung solche Strukturprobleme bekamen, dass sie quasi Schrott waren.

  4. #4
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    Im Gegensatz zu Stahl ( Rost ) und Holz ( Rott ) altert GFK in der Tat nicht. Voraussetzung ist, dass lokal kurzzeitig eine Dehnung von 2% ( Glasfaser ) nicht überschritten wurde. In der Tat sind die alten Schiffe absolut überdimensioniert. Da damals genaue Berechnungsprogramme fehlten hat man halt eine Matte und ein Töpfchen Harz mehr genommen. Wenn ich z.B. 40 Jahre alter Dehler sehe, so sind die strukturell völlig i.O. Aufpassen musst du bei Sandwich Decks oder Rümpfen mit Balsa. Hier ist oftmals das Kernmaterial im "Torfzustand". Diese Decks / Rümpfe federn und bei solchen Schnäppchen solltest du die Finger davon lassen.

  5. #5
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    Fendant,
    natürlich altert auch GfK, ebenso wie Stahl und Holz. Nur, durch die Überdimensionierten Rumpfstärken, merkt das der gewöhnliche Segler nicht, der ambitionierte Regattasegler aber schon.
    Wer sich eine 40 Jahre alte GfK-Yacht kauft, wird davon ausgehen müssen, dass er im laufe der Zeit durchaus viel Geld oder Zeit in die Reparatur/Wartung investieren muss. Schwachstellen sind nämlich die Verbindungen Holz-Schotten zum GfK-Rumpf. Ich habe z.B. bei meiner 44 jahren GfK-Yacht (Rumpfdicke 25-55 mm) das vordere Kollisionsschott neu anlaminieren müssen, da das alte Laminat nur ungenügend am Holz haftete. Bei meinem Motorfundament war es ähnlich, habe ich allerdings erst gesehen, als ich für einen neuen Motor, das alte Fundament entfernt und durch ein neues ersetzt habe.
    Auch Sandwichdecks (mit Torf) lassen sich reparieren, wird aber nicht billig...

  6. #6
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    Zitat Zitat von DESDEMONA63 Beitrag anzeigen
    Da ich mich zwecks Erwerbs für eine ältere, gut erhaltene und qualitativ hochwertige Segelyacht interessiere (z.B. HR 352 oder ähnlich), .....
    Und gerade die HR 352 ist keine qualitativ hochwertige Yacht, da lediglich Spritzlaminat ohne Mattenstruktur verabeitet wurde.
    Tschüß, Bronsky

    Rennyachten kreuzen gut, Kreuzeryachten rennen nicht

  7. #7
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    echt ? die tun Torf da rein ?

  8. #8
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    Zitat Zitat von GER_752 Beitrag anzeigen
    Und gerade die HR 352 ist keine qualitativ hochwertige Yacht, da lediglich Spritzlaminat ohne Mattenstruktur verabeitet wurde.
    Und verdammt langsam ist sie außerdem!
    besser eine heiße Yacht als eine kalte Wohnung!

  9. #9
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    Zitat Zitat von DESDEMONA63 Beitrag anzeigen
    Hallo,
    vielleicht gibt es zu diesem Thema schon Beiträge, ich habe jedoch nichts gefunden:

    Da ich mich zwecks Erwerbs für eine ältere, gut erhaltene und qualitativ hochwertige Segelyacht interessiere (z.B. HR 352 oder ähnlich), stellt sich mir die Frage, ob man auch langfristig davon etwas hat, wenn die Yacht schon 30 Jahre oder gar mehr auf dem Buckel hat? Wird nicht auch das dickste GFK iregndwann durch Torsion, UV und Verwindung weich und damit instabil, d.h. unbrauchbar? Segele bisher klassische Holzyachten (22 Schäre BJ 1928 und 39 Fuß Seekreuzer BJ 1959), aber für "später" zum rumtingeln im Mittelmeer oder weiter suche ich halt was praktischeres.
    Alle Polymere ziehen Feuchte, somit erfolgt die osmotische Diffusion wenn ein Boot in das Wasser kommt. Die Poxide die als Haftvermittler bei einen ISO-Harz und Laminat verwendet werden sind auf Dauer nicht feuchtestabil, so dass sich das Harz vom Laminat trennt. Wenn sich also die Lagerbockstützen im Bootskörper eindrücken, oder wenn einer die Kiste auf den Kiel stellt und der wird dann leicht eingedrückt, dann ist Vorsicht geboten. Oft erfolgt dann noch zusätzlich auf Grund der mechanischen Belastung dass das Glas-Laminat bricht. Jedes GFK-Boot wird also weich. Gehe davon aus, dass die meisten Boote mit mehr als 30 Jahren trotz optischer Aufbereitung (einige sind da wahre Könner) sich im Bereich von Sondermüll bewegen. Entsprechend sind auch die Preise von solchen Booten zu bewerten. Lasse Dich nicht von der Optik täuschen. Gib den Suchbegriff im Google ein GEBRAUCHTBOOTEKAUF - TIPP`S und Du bekommst sicherlich einige hilfreiche Hinweise. Wenn mal das Laminat im Unterwasserbereich Feuchtewerte von mehr als 3% hat, dann beginnt bereits die Trennung, bei 7-10% hat sich das Laminat in der Regel bereits getrennt oder hat bereits erheblich an statischer Festigkeit verloren. Bei solchen Booten macht es Sinn die Feuchte zu messen, denn das erspart manche unliebsame Überraschung, trotz gepflegten Zustand.
    mfg

  10. #10
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    Standard

    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen
    ) sich im Bereich von Sondermüll bewegen
    mfg
    Naja, die Aussage ist dann doch etwas "hart" und imho so nicht richtig.

    Wäre sie richtig, müssten nahezu alle Boote >30 bei etwas stärker Belastung auseinanderfallen.

    Wenn ich mich so umsehe, wie viele "Oldies" mit mir durch Starkwind und mehr brettern und heile ankommen......so schlecht sind sie dann auch nicht.

    Aber wenn ich mir so anschaue, was für so ne 352 an Preisen aufgerufen werden....och nöööö
    42!

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