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Thema: Fischernetze

  1. #1
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    Standard Fischernetze

    Hatte letzten Donnerstag, nach der 14. Saison Ijsselmeer segeln, zum ersten mal ernsthaft unangenehmen Kontakt mit einem Fischernetz, ca. 1.5nm nördlich der Einfahrt Workum.

    Nichtsahnend sahen wir bei Maschinenfahrt (ja, 0 Wind gab es letzte Woche auch für 2 Stunden), wie eine Segelyacht ca. 1000m voraus, durch die KNRM geschleppt wurde. Im nächsten Moment wurden wir abgebremst und hatten ein Fischernetz in der Schraube. Von alleine konnten wir uns nicht befreien. Zum Glück waren zwei Boote der KNRM ca. 200m von uns entfernt, damit beschäftigt, Fischernetze zu zerschneiden. Sie kamen uns nach einiger Zeit, nachdem sie sich den Weg zu uns freigeschnitten hatten, zu Hilfe. Auch ihnen war es nicht möglich das nahezu an der Oberfläche treibende Netz aus unserer Schraube zu entfernen. Nachden sie ihren unmut über den Fischer zum Ausdruck brachten (dieser ist nach ca. 1 Stunde auf Anforderung der KNRM mit seinem Kutter erschienen) haben sie uns freundlicherweise als zweite Yacht an diesem Abend nach Workum geschleppt.
    Beim Kranen am nächsten Morgen konnten die Netzreste, nach demontage der Schraube, leicht entfernt werden.

    Nun zu meinen Fragen:
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Wie sieht die Rechtslage aus? Wer ist der Verursacher des Schadens? (der Fischer der einen evtl. Schadensersatz heute tel. angemeldet hat oder der Segler, der sich seinen Weg durch den scheinbar unendlichen Dschungel der ausliegenden Fähnchenmarkierungen bahnen muss)
    Wie tief müssen die Netze sein, damit eine Yacht ungehindert passieren kann? (Mein Boot hat "nur" 1,50m Tiefgang, Wassertiefe an der Stelle ca. 3m)
    Wie geht ihr mit den Fähnchenmarkierungen um?
    ...

    Bedankt voor een antwoord,
    Bernd

  2. #2
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    Bernd, in D. ist es so: Fischer haben das Recht Netze zu setzen. Auch Treibnetze und Netze, die dicht unter der Wasseroberfläche liegen. Außerhalb von Fahrwassern. Und gekennzeichnet. Wer da reinfährt, hat das Netz dem Fischer zu zahlen. Hier hat ein Fischer das vor Kurzem mit einem uneinsichtigen MoBofahrer ,der dabei seinen Z-Trieb verlor, durchgefochten. Mit Anzeige bei Waschpo etc. Er hat Recht, der MoBofahrer muss den Netz-Schaden ersetzen und seinen Z-Trieb selbst zahlen.
    Ich rate: NL ist es auch so.
    Das Wasser da draußen ist nun mal kein Freizeitpark, sondern Wirtschaftszone, und wir dürfen es auch benutzen. Carsten

  3. #3
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    Daumen runter Fischernetze

    Stimmt leider, obwohl ich es auch zum kotzen finde, was sich einige Fischer gerade auf dem I-Meer erlauben

  4. #4
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    Weisst du denn wo du genau gefähren bist? Am besten speichrt man in so einem Fall den GPS Track.
    Nordlich von Workum und bei der Ausfahrt von Workum gibt es ja ein offizieller Schiffahrtsweg.
    Wenn dort ein Fichernetz liegt hast du recht gute Chanzen denn die Betonnung liegt dort ja nur für die Berufsfahrt.
    Dort dürfen Ficher keine Steh-oder Treibnetze auslegen.
    Zeichne eventuell mal deine Route hier ein zum besseren Verständnis .
    Ad
    Afbeelding2.jpg

  5. #5
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

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    Zitat Zitat von carsten.sauerberg Beitrag anzeigen
    Das Wasser da draußen ist nun mal kein Freizeitpark, sondern Wirtschaftszone
    Stimmt. In D gibt's aber offenbar eine Regelung die besagt, dass die Fischer eine Sorgfaltspflicht Dritten gegenüber haben.
    Am Bodensee gab's dieses Jahr das Urteil gegen einen Fischer, der seine Netze wissentlich riskant (für einen guten Fang) ufernah ausbrachte, so dass sich eine Schwimmerin verfing und ertrank. Das Urteil: Fahrlässige Tötung, 1250 € Geldstrafe.

  6. #6
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    Skoda,
    Du schreibst "nichtsahnend" - heißt dass, es gab keinerlei Kennzeichnung?
    Dann allerdings stimmen einige der Antworten hier nicht so ganz: M.W. können tatsächlich (Carsten) Netze "fast" überall ausgelegt werden - aber entweder in ungefährlichen Tiefen (Taucher: jetzt nicht aufschreien) oder eben gekennzeichnet, im Zweifelsfall also betonnt. Und selbst, wenn diese Betonnung manchmal aus leeren PET-Flaschen besteht, muss das bei Flaute wenigstens zu einer "Ahnung" führen.
    Kennt jemand eigentlich die rechtlich-richtige Kennzeichnungspflicht?
    fragt sich und andere
    B.B.

  7. #7
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    Afbeelding2.jpg
    Waren auf dem Weg vom Kornwerdersand nach Workum.

    Beim Thema Wirtschaftszone bin ich allerdings der Meinung, dass der "Freizeitpark" um ein vielfaches mehr an Umsatz und Ertrag für die niederländische Wirtschaft bringt als die Fischerei auf dem Ijsselmeer.

    Nichtsahnend waren wir in der Tat, da wir schon hundertfach, wie (fast) alle anderen auch, in gebührendem Abstand an den Markierungen vorbei gefahren sind ohne das es irgendeinen Vorfall gab.

    Auf jeden Fall ist der Fall der Versicherung gemeldet.

  8. #8
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    Die Netze waren schon immer tückisch - vor allem, wenn man Prinzip und Kennzeichnung nicht kennt.

    Die schwarzen Fähnchen sind die Punkte, an denen die Netze am Boden befestigt sind und herabgezogen werden, dazwischen schwimmenm die Netze auf. Doppelfähnchen sind Netzenden. Wenn man ein Netz nicht aussen passieren will, muß man also sehr dicht an einem Fähnchen passieren. Über 1,40 Tiefgang würd ich mich das nicht trauen.

    Gruß R.

  9. #9
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    Also ich habe die Fähnchen auf dem IJsselmeer bisher immer ignoriert, und zwar mit 2m Tiefgang, allerdings immer unter Segeln. Bisher hab ich noch keine Berührung bemerkt.

    Gruß
    Felix

  10. #10
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    In der Ostsee muss man im Frühjahr und Herbst mit Stellnetzen und Langleinen dicht unter der Wasseroberfläche rechnen, im Sommer sind die Netze dicht über Grund oder die es sind Grundangeln gelegt. Letzteres ist für Segler kein Problem, erstere schon. Carsten

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