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  1. #1
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    Standard Topcoat oder Lackierung

    Hallo zusammen,

    habe mal wieder eine Frage zur Verschönerung meiner kleinen Yacht, ich hoffe Ihr könnt mir ein wenig helfen.

    Der Vorbesitzer hat den Spiegel, angeblich zu hohem Ausbleichens, lackiert. Dieser Anstrich ist aber so dilettantisch aufgebracht und zudem noch in einem anderen RAL Ton als der Rest der Yacht. Also muss das ganze wieder runter und neu behandelt werden.

    Beim ersteren habe ich kein Problem. Excenterschleifer und dann von 60-800er Körnung runter mit dem Mist. Frage ist nun aber wie wird neu geschützt. Meine Idee ist ein neues Topcoat aufzubringen siehe z.B. hier . Aufrollen und dann mit entsprechenden Körnungen schleifen und polieren.
    Bin mir aber nicht sicher ob das wirklich funktionieren kann oder lackieren mit 2K Lack doch die bessere Alternative ist.

    Hat einer von Euch eine Idee ?

    Danke und eine schöne Saison 2014!

  2. #2
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    Standard

    Hallo,

    Also Topcoat ist für den von Dir gewünschten Zweck nicht das Richtige, da ja Topcoat nichts Anderes ist als ein spezielles Polyesterharz mit hohem Paraffinanteil, wo bei der Aushärtung das Paraffin an die Oberfläche steigt und somit die Klebefreiheit der Beschichtung ermöglicht. Sobald man die Oberfläche anschleift wird die Paraffinschicht entfernt. Wischt man dann die Fläche auch noch mit Aceton ab, klebts halt wieder.
    Topcoat wird somit meist dort verwendet wo mit positiven Formen gearbeitet wird bzw. an Stellen wo gehobenes Finish nicht notwendig ist (Backskisten etc...)

    An deiner Stelle würde ich mal prüfen um was für eine Sorte Lack es sich denn handelt (1k oder 2K). Das lässt sich mit einem Abbeizer leicht feststellen, wobei ich die gesamte Fläche nicht unbedingt mit dem Abbeizmittel tracktieren würde, da nicht jeder Abbeizer Gelcoat-freundlich ist (das sieht man aber nicht).
    Alternativ kann man auch mit verschiedenen Lösungsmitteln (Nitro, Aceton, Terpentin) versuchen ob man die Schicht anlösen kann. Das ist wichtig zu wissen wie gründlich man den Schliff machen muss, sonst kann bei überlackieren mir verschiedenen Systemen ein Problem entstehen.

    Ideal wäre natürlich ein 2K Lack, dieser ist aber so gut wie nicht mit manuellen Mitteln (Pinsel oder Rolle) schön zu verarbeiten und sollte unbedingt gespritzt werden. Wenn Du das kannst und die örtlichen und werkzeugmäßigen Voraussetzungen vorhanden sind ist das die Lösung. Wenn Du darin versiert bist entbehren alle weiteren Erläuterungen.

    Im Regelfall sind aber viele Yachties damit überfordert und greifen zur Rolle oder Pinsel.
    Für diesen Fall gibt es spezielle 1K Bootslacke, die so eingestellt sind um eine verhältnismäßig schöne Oberfläche mit Mohairrolle oder gutem Pinsel zu erzielen. Die haben auch schon eine ganz gute UV-Stabilität.
    Von International gibt es da den Toplac, habe ich schon selbst mal damit gearbeitet und ist recht schön geworden, obwohl nicht mit gespritzt zu vergleichen, oder jetzt neu, der High Gloss. Der soll noch besser zu verarbeiten sein und quasi wie gespritzt verlaufen(sagt die Werbung).

    Das Wichtigste ist aber die Untergrundvorbereitung, diese nimmt 80% des Arbeitsaufwandes einer Lackierung in Anspruch. Wenn man da schlampt nützt der beste Lack nix.
    Also gut Schleifen(Gelcoat drauf lassen und nicht zu tief reinschleifen), kitten wenn nötig, schleifen, feinschleifen und ensprechende zum Decklack passende Grundierung nehmen.

  3. #3
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    So, mittlerweile weiß ich das ein Einkomponentenlack genutzt wurde. Also mit 2K Lack einfach drüber lackieren ist nicht. Aber die Idee mit dem Abbeizer gefällt mir, so kann der alte Lack entfernt werden und erstmal geschaut werden ob das Gelcoat wirklich nicht mehr zu retten ist.

    Thema ist welchen Abbeizer wie einsetzen? Wie oben schon befürchtet kann dieser ja auch den Gelcoat angreifen. Hat jemand von Euch eine Idee? Lack wurde damals von Sikkens verwendet, das jetzige Produkt scheint Toplac von International zu sein.

    Danke!

  4. #4
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

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    Hallo,

    Du erwähntest etwas mit "ral".
    Ral sind schmutzige Farben, mit grautönen.
    Nicht jede werft mischt nach ral.


    Peter

  5. #5
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    zu yippieaye,
    ein Topcoat ein Decklack und das hat nicht das geringste mit Paraffinen zu tun. Der Topcoat kann 1 k oder 2 K. sein. Es gibt Polyester - Epoxi - PU - PU-Acryl - Phenol - Polystirol - Silikonlacke usw. die alle ein Topcoat sind.
    zu Bugspritzer,
    schleife den alten Lack sauber an, grundiere mit Precote und dann streiche wieder den Toplac von International. Das Precote lasse ca. 14 Tage trocknen.
    mfg
    Geändert von Engel (06.03.2014 um 10:54 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von Kiewitt Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Du erwähntest etwas mit "ral".
    Ral sind schmutzige Farben, mit grautönen.
    Nicht jede werft mischt nach ral.


    Peter
    Verstehe ich nicht, wieso sind das schmutzige Farben?
    http://de.wikipedia.org/wiki/RAL-Farbe

  7. #7
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    Das RAL-Frabsystem ist Klasse, wir haben eine Etap 28i, Baujahr 1988.
    Da ist das Gelcoat nun RAL 9001.
    Damit haben wir uns 2K-Lack anfertigen lassen, fertig.
    Mit "Topcoat" (Gelcoat) arbeite ich relativ viel, immer wieder sind Ausbesserungen (auch große)
    am Gelcoat durchzuführen.
    Selbst beim nachträglichen Schleifen/Polieren wird da nichts klebrig.
    Das Problem ist, wie schon weiter oben erwähnt, eine wirklich makellose Oberfläche hinzubekommen.
    Mit der Rolle (egal ob 2K-Lack oder Topcoat) bleibt eine Art Orangenhaut-Effekt.
    Spritzen wäre optimal, wenn man die Möglichkeit dazu hat.
    Da wir im Freien die Arbeiten durchführen müssen, ist das Wetter entscheidend.
    Perfekt ist die Bedingung hier bei Rom bei einem trockenen Tramontana-Wind ab April bis November (15-20C° wichtig!)
    Dann gibt es keine Mücken!

    Grüße Marian
    Geändert von Abyss (06.03.2014 um 12:36 Uhr)

  8. #8
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    ein Topcoat ein Decklack und das hat nicht das geringste mit Paraffinen zu tun. Der Topcoat kann 1 k oder 2 K. sein. Es gibt Polyester - Epoxi - PU - PU-Acryl - Phenol - Polystirol - Silikonlacke usw. die alle ein Topcoat sind.
    Ich finde es immer wieder interessant wie unterschiedlich die Begriffe definiert werden . Da wundert es einen nicht wenn Verwirrung entsteht und keiner verstehen kann was mit einem Produkt gemeint ist.

    Ich verstehe das so:
    Gelcoat: ist die Feinschicht, also die äußerste Deckschicht bei einem Laminat, welche in verschiedensten Farben eingefärbt werden kann, das Laminat vor Feuchte und anderen Einwirkungen schützt und bei der Fertigung als erste Schicht (von Trennmitteln jetzt mal abgesehen) in die Form eingebracht wird und unter Luftabschluß härtet... ergibt eine glatte und klebefreie Oberfläche.
    Umgekehrt kann man Gelcoat auch positiv auftragen und danach mit einer Hostafanfolie abdecken um so eine klebefreie Aushärtung zu erzielen, kann auch klebefrei geschliffen werden. Dies wird in der Regel aber nur bei kleinen Ausbesserungen gemacht.

    Wir reden hier von Polyester und Gelcoat ist auch ein Polyesterharz.

    Unter Topcoat im ursprünglichen Sinne verstehe ich ebenfalls ein Polyesterharz, welches als Schutzschicht auf (Polyester)Laminate aufgetragen wird, ebenfalls eingefärbt werden kann, aber eben nicht die Möglichkeit hat unter Luftabschluss zu härten. Aus diesem Grunde ist dieses Harz mit Paraffinen versetzt, die während des Härtens die Oberfläche klebefrei gestalten. Wird meist dick mit dem Pinsel oder einer Rolle auf das Laminat raufgeschmiert, sieht man oft in Backskisten oder Bereichen die aus dem Sichtfeld sind.

    Epoxy Topcoats oder Gelcoats gibt sicher auch, aber hat Epoxy eben den Nachteil sich nicht besonders gut mit der UV-Strahlung zu verstehen und somit müsste man eine aufwändige Lackierung mit einem entsprechenden Decklack durchführen um diesem Zweck gerecht zu werden.

    So viele Ausdrücke habe ich schon gehört und das Wort "coat" sagt es ja auch aus.

    Topcoat, Schlußlack, Decklack, Schutzschicht und was weiß ich noch alles, man sollte die Begriffe nicht so ausweiten.
    Wenn ich in einen Laden für Harze und Farben gehe und ein Topcoat verlange, weiß ich was ich zu bekommen habe, zumindest beim Händler MEINES Vertrauens.

  9. #9
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    Zitat Zitat von yippieaye Beitrag anzeigen
    Ich finde es immer wieder interessant wie unterschiedlich die Begriffe definiert werden . Da wundert es einen nicht wenn Verwirrung entsteht und keiner verstehen kann was mit einem Produkt gemeint ist.

    Topcoat, Schlußlack, Decklack, Schutzschicht und was weiß ich noch alles, man sollte die Begriffe nicht so ausweiten.
    Wenn ich in einen Laden für Harze und Farben gehe und ein Topcoat verlange, weiß ich was ich zu bekommen habe, zumindest beim Händler MEINES Vertrauens.
    Da hast Du recht mit den unterschiedlichen Begriffen, um so wichtiger ist es daher die richtigen Begriffe zu verwenden.

    Der Gelcoat ist ein Vinylesterharz mit Neopenthyl, gehört zur Gruppe der Polyester, wird dem Härter Paraffin beigemischt dann wird der Gelcoat zum Topcoat - Decklack, da damit nur die äusserte Schicht gestrichen wird. Das ist erforderlich um das Kleben zu verhindern, oder dass das Boot bei der Fertigung aus der Form geht.

    Wenn einer bei uns in ein Fachgeschäft geht - nicht Laden des Vertrauens - dann wird entsprechend den Anforderungen der passende Topcoat - Decklack mit der entsprechenden Grundierungen bestimmt.

    Für den Bugspritzer wäre es Sinnvoll einen 2 K. PU-Acryl zu verwenden, bzw. weil er einen 1 K. Anstrich bereits hat einen hochwertigen Alcydharz- Lack zu verwenden.
    mfg

  10. #10
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    Hallo zusammen, ich habe entschieden den vom Vorbesitzer aufgetragenen Anstrich komplett zu entfernen. Hierbei werde ich feststellen ob das darunterliegende Gelcoat noch zu retten ist. Wenn nicht lasse ich einen, wie von Engel empfohlen, 2K PU Lack auftragen.

    Nun aber trotzdem die Frage, meint Ihr es besteht trotzdem die Möglichkeit mit Abbeizer zu arbeiten ohne das Gelcoat zu beschädigen?

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