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  1. #1
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    Standard Wasser im GFK-Ruder mit Schaumkern

    Mir ist bewusst, dass dieses Thema vor längerer Zeit schon behandelt wurde, aber vielleicht gibt es bei den Fachleuten inzwischen neue Erkenntnisse bzw. Erfahrungen:
    es handelt sich um das Ruder einer Bavaria 44, Bauj, 1994, welches im Sommer 2002 nach Ruderverlust (Grundberührung mit Unterwasserfelsen in Schweden) gegen ein fabrikneues Ruder der Bavaria 39 getauscht wurde (weil Bavaria damals so schnell kein Ruder für die Bav 44 auftreiben konnte). Bei Ausbau des Ruders (wegen Lagerwechsels) lief jetzt Wasser aus dem flach liegenden Ruder. Wie lange sich schon Wasser darin befand ist unklar, da im eingebauten Zustand bisher alles trocken blieb. Der Aufbau des Ruders besteht aus einer Alu-Achse mit Flachmaterial-Versteifungen. Die Ruderschale ist mit offensichtlich geschlossenporigem Schaum ausgeschäumt. Stabilitätsverlust zwischen Achse und Schaum bzw. Schale trat bisher nicht auf.
    Meine Frage: welche Maßnahmen sollte man ergreifen, um Stabilität und damit Funktionalität dieses wichtigen Bauteils sicher zu stellen, bevor man wieder gegen ein neues Ruder tauscht (vorausgesetzt, so etwas gibt es überhaupt noch)?
    Bleibt die Festigkeit des (geschlossenporigen) Schaumes als "Bindeglied" zwischen Schale und Achse auch nach Seewassereintritt erhalten?
    Besten Dank schon einmal für den kompetenten Rat von Fachleuten oder denen, die entspr. praktische Erfahrungen gemacht haben!

    Gruß Jürgen

  2. #2
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    Standard

    Hallo Jürgen, bist du dir sicher, dass der Schaum wirklich geschlossenporig ist ? Normalerweise heisst Ausschäumen, dass mit offenzelligen PUR (Bau) Schaum gearbeitet wurde. Ich kann mir nicht vorstellen dass Bavaria den qualitativ hochwertigen und teuren Weg gegangen ist CNC gefräste Airex oder Divynicell Kerne zu verarbeiten.

    Die Festigkeit des Ruders kommt aus der kraftschlüssigen Verbindung der Flachstahlholme mit den Deckschichten. Hier gibt dir evtl. eine Ultraschallprüfung von aussen bei starkem Frost Aufschluss. Wenn du dabei Delaminationen feststellst, solltest du über ein neues Ruder nachdenken. Der Schaum sollte die beiden Halbschalen auf Abstand halten.

    Falls aber der PU Schaum durchnässt ist, solltest du über eine Neuanschaffung des Ruders nachdenken.

  3. #3
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    Moin Jürgen,

    gleiches Problem bei der 37 CR und einer 33 CR gehabt. Allerdings war unser Ruder hinten defekt. Wir haben dann unten 3 Löcher eingebohrt und das Ruder 6 Wochen im Heizungskeller austrocknen lassen. Der Schaum und der Aufbau im Ruder nehmen keinen Schaden. Es muss nur vor der Reparatur innen trocken sein.

    Merkwürdig ist, warum beim liegen das Wasser austritt. Kommt es oben an der Verbindung GFK/ Niroschaft?
    Dann sollte das abgedichtet werden. Dafür ist es allerdings zu Spät für diese Saison. Ich würde noch damit fahren und das ganze am Ende der Saison in Ruhe angehen. Guck aber noch einmal sehr genau die Verbindungen beider Schalen an.

    Es handelt sich um GESCHLOSSENZELLIGEN Schaum- auch wenn das einige bezweifeln. Der Aufbau ist sehr hochwertig und kein
    Plünnkram.

    Gruß
    Gerrit
    Geändert von rana4sale (27.03.2014 um 14:47 Uhr)
    Der, der mit der Ostseewelle tanzt

  4. #4
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    Hallo Gerrit,
    zunächst auch an Fendant herzlichen Dank für die beiden nützlichen Antworten! Das Wasser tritt an der Eintrittsstelle der Achse aus, da hat sich wohl mit der Zeit ein Spalt gebildet, was ja auch nachvollziehbar ist. Wichtig war für mich die Bestätigung des "geschlossenzelligen" Schaums wg. des evtl. Aufweichens durch Seewasser.
    Ich werde kommende Saison noch damit segeln und dann im Herbst der Angelegenheit noch einmal genau auf den Grund gehen. Die Dichtigkeit der beiden Schalenhälften prüfe ich auch noch einmal genau.
    Danke und Gruß, Jürgen

  5. #5
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    Moin Jürgen,

    das kann man mit Pantera abdichten. Kleine Wulst zwischen Ruderblatt und Achse bilden. Danach mußt Du den weißen POM Ring in der Farse etwas anpassen.
    Bau das Ding rechtzeitig vor dem Einwintern aus und nach dem Anbohren von unten mit einem Schaschlikspieß den Trocknungsvorgang im Schaum prüfen. Je wärmer der Raum, desto besser das Ergebniss.

    Schöne Saison

    Gerrit
    Der, der mit der Ostseewelle tanzt

  6. #6
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    Zitat Zitat von rana4sale Beitrag anzeigen
    Je wärmer der Raum, desto besser das Ergebniss.
    Ich habe mein Ruderblatt ordentlich zerbohrt um es zu entwässern und dann gegen einen kleinen
    Obolus 4 Wochen beim Autolackierer um die Ecke in der Wärmekammer untergestellt.
    Tschüß, Bronsky

    Rennyachten kreuzen gut, Kreuzeryachten rennen nicht

  7. #7
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    Wenn es geschlossenzelliger Schaum ist und dieser fachgerecht vollflächig verklebt wurde, wo soll dann Wasser sein? Weiterhin müsste man durch die vorgeschlagenen Bohrungen genau die Stellen finden, die Kavernen gebildet haben, dort ist dann aber wohl schon die Verklebung nicht mehr gegeben. Ist da nicht großflächiges Aufschneiden des Ruderblattes der bessere Weg?
    Beste Grüße

    Dieter

  8. #8
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    Standard

    Moin Dieter,
    zu deinem Beitrag kann ich noch folgendes anmerken: Um damals (2002) das neue Ruder passend für die Bavaria 44 zu machen, musste ich die "Nase" an der Oberkante des Ruders abflexen, Natürlich habe ich die dadurch entstandene Öffnung mit mehreren Lagen GFK gründlich dichtlaminiert. Das abgeflexte Teil habe ich aufgehoben und dort kann man sehen, dass sich im Schaum kleine "Kavernen gebildet haben, in denen sich also eindringendes Wasser sammeln kann. Ich schliesse also daraus, dass sich diese "Kavernen" auch im gesamten Bereich des Schaumkerns befinden - es handelt sich um ein Original Bavaria Ruder aus sicherlich professioneller Fertigung.
    Ich habe auch den Schaum in dem abgeflexten Teil auf mögl. Wasseraufnahmefähigkeit getestet. Ergebnis: keine Wasseraufnahme. Allerdings bezieht sich diese Aussage nur auf ca. 24 Std. So kam ich aber auf meine Annahme bzgl. des "geschlossenporigen" Schaums.
    Ich glaube, dass das Problem "Wasser im GFK-Ruder" viel häufiger vorkommt, als angenommen. Ich bin aufgrund meines Ruderverlusts vor 12 Jahren natürlich ziemlich sensibel, wenn es um das Ruder geht. Evtl. ist dieser Beitrag aber auch für andere Eigner hilfreich, die gleiche Probleme an ihrem Ruder feststellen.

    Gruß Jürgen

  9. #9
    Ausgeschiedener Nutzer Gast

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    Hallo,

    bei Frosteinfluß ist "geschlossenzellig" nicht mehr sehr viel Wert.


    Peter

  10. #10
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    Habe eine Etap, mit dem "Wunderschaum", der kein Wasser aufnehmen sollte.
    In einem Bereich drang Wasser in diesen Schaumkern, durch defektes Ruderlager.
    Egal ob geschlossen-porig: Ist das Wasser da mal drin, ist es sehr schwer wieder raus zu bekommen:
    Vakuumpumpe, Heißluft...und in einigen Bereichen "klebt" der Schaum nicht mehr an den GFK-Wänden.
    Bin mit der Bezeichnung geschlossenporig daher sehr kritisch geworden.

    Grüße Marian

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