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  1. #1
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    Standard Macht ein Wasserschauglas noch Sinn?

    Ich hatte vor vielen Jahren aus Versehen Trinkwasser in den Dieseleinfüllstutzen laufen lassen (beide Decksanschlüsse lagen dicht beieinander). Der Motor ging aus, bevor wir abgelegt hatten.
    Die Ursache war schnell gefunden und das Wasser konnte problemlos abgelassen werden.

    Vor und auch nach dem Malheur konnte in größeren Abständen im Schauglas des Filterelementes Wasser festgestellt werden. Es gab eine klare sichtbare Trennung, das Ablassen war einfach.

    Wie ist das aber heute? Ist es nicht so, dass der heutige mit Bioanteilen versetzte Bootsdiesel in gewisser Weise hygroskopisch ist und eine klare Trennung zwischen Kraftstoff und Wasser gar nicht mehr sichtbar ist; nicht mehr im Schauglas festgestellt werden kann?
    Bei meinen Vorfilterwechseln in den letzten Jahren konnte ich keinerlei Wasser im unteren Teil des Filtergehäuses feststellen. Trotzdem waren mehr Algen im eigentlichem Vorfilter vorhanden als mir lieb war.

  2. #2
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    Schauglas macht immer Sinn.

    Ölpest hast du im Tank bzw. Vorfilter, auch ohne dass du Wasser im Stutzen hast laufen lassen.

    Gibts hier Trööts mit Mittelchen (grotamar o.ä.)
    QUERULANT = https://blog650.wordpress.com
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  3. #3
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    Hygroskopisch heisst nicht, dass Du keine Phasentrennung mehr bekommst. Du wirst erst dann keine Phasentrennung mehr sehen können, wenn eine homogene Wasser in Öl Dispersion gebildet worden ist, was so schnell mangels effektiver Rühreinrichtung, nicht passieren wird.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Nachtsegler Beitrag anzeigen
    Schauglas macht immer Sinn.
    Welchen denn? (wenn sich die geringen Wasseranteile nicht mehr vom Diesel trennen?)
    Was glaubst du dann noch im Schauglas erkennen zu können?

  5. #5
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    Diesel enthält NUR 7%(Vol) Biodiesel ! Um eine Wasser in Öl-Dispersion hinzukriegen muss man dann schon sehr kräftig rühren...Dein Propeller rührt doch nicht den Dieseltank um, oder ???
    Du siehst auch ohne Biodiesel im Schauglass kleinste Wassermengen nicht. Du siehst das Wasser nur, wenn das Glass mindestens zu 5-10%vol. mit Wasser gefüllt ist.
    Fein, sehr fein dispergiertes Wasser im Diesel ist auch nicht schlecht, da es die Verbrennung optimiert. Ich meine, die Forscher von Frauenhofer haben das erfolgreich getestet und konnten zeigen, dass der Anteil an CO und NOx erheblich gemindert wurden.

  6. #6
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    Und bei guten Abscheidern (z.B. Separ) fließ der Kraftstoff zunächst durch das Schauglas. und dann erst durch den Filter, so lassen sich feste Schmutzteile, Wasser et c. leicht ablassen.
    Beste Grüße

    Dieter

  7. #7
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    Zitat Zitat von kuckst du Beitrag anzeigen
    Und bei guten Abscheidern (z.B. Separ) fließ der Kraftstoff zunächst durch das Schauglas. und dann erst durch den Filter, so lassen sich feste Schmutzteile, Wasser et c. leicht ablassen.
    Ich kenne die Separfilter (sind wohl die besten am Markt). Ich zweifele auch nicht an, dass es so sein mag.
    Ich wäre aber daran interessiert, dass sich hier jemand zu Wort meldet, der definitiv in den letzten Jahren (nach der Einführung von Bioanteilen im Kraftstoff) tatsächlich Wasser in seinem Wasserabscheider gesehen hat.

    Bei mir ist es so, dass ich trotz Grotamar mit Algen zu tun habe, aber noch nie ausgefallenes Wasser im Vorfilter feststellen konnte! Wie kann das sein? Ohne Wasserbeteiligung gibt es imho kein Algenwachstum.

  8. #8
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    In meinem Schauglas (Separ) war bisher nie Wasser zu sehen. Jedoch Schmutzteile. Allerdings versuche ich möglichst an dänischen Bootstankstellen zu tanken, dort gibt es of Marinediesel ohne Gemüsebrühe.
    Beste Grüße

    Dieter

  9. #9
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    Der Dreck sind keine Bakterienund Grotamar hilft nicht, ist eher kontraproduktiv. Es sind Polymerisationen, Art Teer. 5% Benzun zugesetzt, und das Zeug löst sich auf.

    Im Schauglas sieht man immer Wasser, das man ablassen kann. Gut, daß Diesel ( und besonders Benzin) etwas Wasser aufnehmen. Daher bleibt eigentlich kein Wasser im Tank. Wichtig nur, daß der Tank oft genug umgewälzt, neu betankt, wird.

  10. #10
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    Man muss sehr unterscheiden, wo der Diesel herkommt. Ich schreib hier nur zu den (leider) in vielen EU Ländern üblichen Diesel mit max 7% Bioester versetzten Diesel.

    Schaugläser sind auf alle Fälle sinnvoll, weil sie u a auf "freies" Wasser hinweisen, zB weil jemand den Wasserschlauch in den Tank gesteckt hat (selten) oder weil der Stutzen im Wassergraben/an der Reling der Yacht montiert wurde und die Deckeldichtung nicht mehr in Ordnung war (leider häufig, weil sich trotz RL bei den Werften noch nicht rumgesprochen hat, dass Wasser immer zum tiefsten Punkt fließt, wo man den Tankstutzen besser nicht montiert). Die üblichen Filter helfen hier alle, der Separ ist wohl am besten.

    Bei der Biodieselbeimengung kommt ein anderes Problem hinzu. Reiner Diesel kann relativ wenig Wasser aufnehmen (200 ppm), darüber trennt es sich, reiner Biodiesel (100 %-iger) ein vielfaches davon, bis zu 5000 ppm. Wenn eine so "feuchte" Charge in den normalen Diesel gemischt wird kann es leider zu recht stabilen Emulsionen kommen, denn der normale Diesel kann das Wasser nicht "tragen", aufgrund des Bioanteils separiert das Wasser aber nicht mehr bzw nur sehr, sehr zögerlich. Auch dies sieht man im Schauglas recht gut, also auch deshalb ist es sinnvoll. Allerdings dürfte das Filter (auch nicht das Separ) nicht mehr in der Lage sein, eine solche Emulsion zu trennen ("brechen"). Es gibt zur Zeit keine Technik für Schiffe unserer Größe, bei der eine technische Lösung für die Installation an Bord realisierbar scheint. Da hilft nur Auspumpen.

    Man muss sich darüber im Klaren sein, dass in einer solchen Emulsion Bakterien und
    Hefen eben auch in der gesamten Emulsion auftreten, sehr gut wachsen und ein Filter schnell dicht bekommen. Hier hilft nur eine Tankreinigung ggf unter Verlust des Tankinhalts, hat man nicht jemand mit der Technik vor Art, der den versauten Kraftstoff wieder trocken bekommt.

    Darum ist man gut beraten, a) auf "Tankhygiene" zu achten (bei einem sauberen Tank plus Inhalt ist dann Grotamar ein guter Schütz gegen Biobefall) und b) möglichst nur Diesel ohne Bioanteil zu bunkern (was je nach EU Land schwierig sein kann.).

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