Seite 2 von 22 ErsteErste 123412 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 219
  1. #11
    Registriert seit
    28.10.2002
    Beiträge
    2.113

    Standard

    Ich frage mich immer wieder was die Ostsee für ein anspruchsvolles Revier ist, dass man mit diesen "breitärschigen Campingcontainern" zwar um die Welt, aber wohl offenbar nicht nach Marstal segeln kann?

  2. #12
    Registriert seit
    07.05.2014
    Beiträge
    90

    Standard

    Zitat Zitat von Jannerich Beitrag anzeigen
    Der Artikel spiegelt die Einstellung wieder, die den Yachtsport so schwierig und unnahbar für Neueinsteiger macht.
    Nur wenn Du eine Nadel segelst, bist Du was. Wenn Du ein normales aktuelles Fahrtenboot segelst, bist Du nichts.
    Die fehlende Toleranz für andere Ansichten und Einstellungen ist schwer verdaulich.

    Jan
    Dazu fällt mir ein, die für nicht Regatta Segler am einfachsten zu segelnden Boote hat bis jetzt, meines Erachtens nach, immer noch Dehler gebaut. Die Dinger segeln einfach, einfach. Und gar nicht mal langsam, ohne große Trimmkunststücke.

  3. #13
    Registriert seit
    03.11.2007
    Beiträge
    1.772

    Standard

    Blöde, Norbert, dass die Wohnklohersteller schon seit gut einem Jahrzent die Wettbewerbe, die Yardsticks und GPHs beherrschen.
    Und dann baut das letzte Ostseeschwergewicht die Rümpfe aus Sandwich und dann noch in Polen. O Tempora O Mores!

    Klar war früher alles besser als der weltberühmte Peter Norlin die Ostsee noch im Griff hatte und Legenden wie die Avance 36 oder die Omega 42 Skandinavien beherrschten.

    In den 80ern kam dann ein Sauerländer Talsperrensegler und brachte ein 10m Bötchen an die Ostsee, daß Holländisch designed war und alles an Silber abräumte was zu holen war. Die zivile Version konnte das Mythbusting genauso und machte als Froschkönig Furore.

    Und jetzt? Jetzt wird hoch gehalten was längst verloren ist. Lassen wir sie, die Troglodyten der Ostsee, ihre Mahagonihöhlen genießen, während wir als lang gewachsenes Bergvolk im luftigen Cockpit und unserem Tanzsaal-Salon Rücken- und Nackenschmerzen frei die kostbaren Ferien genießen.

    Und sollte mal eine Lady Helmsman oder Cayenne vorbei kommen, fallen wir aus Respekt ein paar Grad ab und gewähren ihr die gebührende Vorfahrt.

    ---

    Schön sind die Norlinkisten heute noch. Klassiker zu schaffen kann nicht jeder. Wird das J&V, Farr und Konsorten gelingen?

    Hans

  4. #14
    Registriert seit
    05.01.2006
    Beiträge
    6.943

    Standard

    Jaaa, so ist der Nordmensch, konservativ verbohrt und mahagonisüchtig. Verliebt in Pinnen, Phallussymbol, und Stachelrümpfe, schon wieder so ein Symbol, liebt Ballast und hohe schlanke Riggs, wieder Symbol. Nun im Ernst. Der Breitarsch beherrscht die Stege wegen Preis und wegen Platz, da der Hamburger, Berliner etc. ja nicht bloss Boot, sondern FEWO braucht. Der wahre Küstenbewohner aber braucht bloss Boot, daver ja gemauerte vier Wände nah am Steg hat. Die beobachtung, das meist und gern motort wird, werden viele an der Ostsee bestätigen. Das genannte Zischen nun ist kein Wert auf der Logge, sondern ein Gefühl, das schon beim Betreten eines Bootes 13 mal 3 aufkommt. Setzt Du ihm die Segel, so legtbes sich sanft und beginnt zu laufen, unendlich weit vorne ist der Bug, weit hinterm Rohr das Heck, in Lee läuft Wasser übers flache Deck, sanft schneidetbes die Wellen, in jeder Böe krängt es nur etwas weiter, nie ist Druck oder Press auf dem Ruder, alles geht leicht, es gurgelt, rauscht und in Lee kannst die Hand ins Wasser stecken. Tief geborgen sitzt man im Teakcockpitt, es riecht holzig, unten empfängt Dich feine Tischlerarbeit, satin lackiert, liebevolle Umleimer und nostalgisch geformte Messingleuchten. Es zischt im Kopf. Nichts für Praktiker, nichts für den Silberjäger, unvernünftiges überflüssiges grosses Kino für den, der einfach segeln will. Segeln zweckfrei um zu segeln. Der Bewohner NRWs, verdorben durch zuviel Autobahnkreuz und geprägt von Industriekultur, der versteht es nicht. Der Holländer ist auch viel zu calvinistisch sachlich dafür. Nur der Nordmensch und der Bodenseebewohner sind verspielt genug für dieses Zischen. Carsten

  5. #15
    Registriert seit
    29.09.2013
    Ort
    Zuerich
    Beiträge
    337

    Standard

    Zitat Zitat von carsten.sauerberg Beitrag anzeigen
    Jaaa, so ist der Nordmensch, konservativ verbohrt und mahagonisüchtig. Verliebt in Pinnen, Phallussymbol, und Stachelrümpfe, schon wieder so ein Symbol, liebt Ballast und hohe schlanke Riggs, wieder Symbol. Nun im Ernst. Der Breitarsch beherrscht die Stege wegen Preis und wegen Platz, da der Hamburger, Berliner etc. ja nicht bloss Boot, sondern FEWO braucht. Der wahre Küstenbewohner aber braucht bloss Boot, daver ja gemauerte vier Wände nah am Steg hat. Die beobachtung, das meist und gern motort wird, werden viele an der Ostsee bestätigen. Das genannte Zischen nun ist kein Wert auf der Logge, sondern ein Gefühl, das schon beim Betreten eines Bootes 13 mal 3 aufkommt. Setzt Du ihm die Segel, so legtbes sich sanft und beginnt zu laufen, unendlich weit vorne ist der Bug, weit hinterm Rohr das Heck, in Lee läuft Wasser übers flache Deck, sanft schneidetbes die Wellen, in jeder Böe krängt es nur etwas weiter, nie ist Druck oder Press auf dem Ruder, alles geht leicht, es gurgelt, rauscht und in Lee kannst die Hand ins Wasser stecken. Tief geborgen sitzt man im Teakcockpitt, es riecht holzig, unten empfängt Dich feine Tischlerarbeit, satin lackiert, liebevolle Umleimer und nostalgisch geformte Messingleuchten. Es zischt im Kopf. Nichts für Praktiker, nichts für den Silberjäger, unvernünftiges überflüssiges grosses Kino für den, der einfach segeln will. Segeln zweckfrei um zu segeln. Der Bewohner NRWs, verdorben durch zuviel Autobahnkreuz und geprägt von Industriekultur, der versteht es nicht. Der Holländer ist auch viel zu calvinistisch sachlich dafür. Nur der Nordmensch und der Bodenseebewohner sind verspielt genug für dieses Zischen. Carsten
    Endlich hats einer begriffen ;-)

    Es geht nicht um den breiten Arsch, sondern den breiten Arsch in Verbindung mit enormer Höhe bei mangelndem Streckungsverhältnis. Und es geht um das Gefühl, nah am Wasser um Himmels Willen womöglich noch ohne Seezaun ...

    Ja, und das ist so wahnsinnig gefährlich wenn man auf so einem schrägen Boot ohne Seezaun mit den 60 Jahre alten Knochen bis zum Mast vor stolpert. Denkt an die vielen Kinder, Hunde, Katzen, ... Segeln war wohl in der Historie eine echte Risikosportart, nichts für Fahrradfahrer mit Helm, Schattenparker und Warmduscher ;-)

    VG

  6. #16
    Registriert seit
    05.07.2010
    Beiträge
    1.582

    Standard

    Ich finde den Artikel, um den es hier geht ja auch nicht gerade ein journalistisches Vorzeigestück - dazu ist da zu viel Arroganz, eigene Meinung, Abfälligkeit und Überhöhung drin - aber ich denke, der gute Erdmann Braschos wird evtl. auch nicht ganz verstanden. Der wird mit Sicherheit nicht glauben, das eine Omega 42 superschnell ist im Vergleich zu modernen 40ern. Der Mann schreibt evtl. sehr plakativ, aber ich glaube nicht, dass er blöd ist.

    Ich verstehe ihn so, dass er sich darüber ärgert, dass Segler vornehmlich mit Booten zu tun bekommen, die eigentlich keine echte segelgeeignete Ergonomie und Technik haben, sondern mit verwechselbaren, mobilen Wochenendhütten mit Pseudo-Loftdesign. Er befürchtet offenbar, dass da ein gewisses Gefühl für das Segeln, das handfeste, nasse Segeln mit dem Dickschiff, auf der Strecke bleibt.

    Ob man nun seiner Meinung ist, ist ja eine ganz andere Frage. Ich kann aber ungefähr verstehen, was er meint und finde das gar nicht ganz falsch. In meinen Augen wäre es ein Verlust an seglerischer Kultur, wenn sich die Segelei komplett in das extrem komfortorientierte Fahrtensegeln/Buchtenbummeln einerseits und in das sportliche Regattasegeln andererseits aufspalten sollte. Vor vielen Jahrzehnten gab es schon eine Segelkultur, die beide Seiten in einem Boot vereint hat. Wäre schade, wenn das verschwindet (finde ich).

    @Pogolino: Bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Class 40 sind maximal breit, weil sie in der Länge beschränkt sind und sich das Segeltragevermögen dann nur noch über die Breite maximieren lässt. Wenn die Klasse eine andere Regel hätte - z.B. eine Grenze von Länge x Breite - würden die Boote mit Sicherheit anders aussehen. Auf Syd-Hob versuchen seit Jahren findige Leute mit viel Geld, einen schmalen Supermaxi mit riesigen breiten Schüsseln zu ärgern - bislang ohne viel Erfolg.

    @norbaer: Die Boote waren früher alles andere als verwechselbar. Alleine der Steven einer Drabant sah ganz anders aus als der einer Dehler. Man konnte die Boote oft noch an Details unterscheiden. Aber auch Längen-Breitenverhältnisse, Ballastanteile usw. unterschieden sich z.T. gewaltig. Man konnte auch typische Linien eines Konstrukteurs erkennen (man denke nur an das niedliche Schlüsselloch-Heck der Rush von Ron Holland). Das ist lange her.

    @Tralala: Die Ostsee ist überhaupt nicht anspruchsvoll. Sie begünstigt nur die Allrounder, die auch bei Leichtwind noch gut fahren. Deshalb findet man in den Ergebnislisten großer Regatten in Skandinavien sehr häufig konventionelle Boote mittlerer Verdrängung ganz vorne. Zumal die Eigner nach der Regatta auch noch mit den Booten auf Urlaubsreise gehen und ein halbwegs gutes Seeverhalten bei kurzer, bissiger Welle schätzen. Das finden viele Eigner eben in einer älteren, günstigen und schlanken Yacht.

    Holger

  7. #17
    Registriert seit
    03.11.2007
    Beiträge
    1.772

    Standard

    Carsten, habe in früher Jugend den Zisch für alle Zeiten auf einem 45er Nationalen Kreuzer eingepflanzt bekommen.

    Und wenn ich die Knete/Zeit und keine Familie hätte, die ich nur übers Camping aufs Wasser bekomme, dann wäre ich schon lange Eigner eines 8ters.

    So halt VW-Fahrer mit GTI.

    Hans

  8. #18
    Registriert seit
    05.01.2006
    Beiträge
    6.943

    Standard

    Hans, Dein Filmedrehengeschäft kannste auch Kiel betreiben. Zieh um. Zisch. Kiel, die Perle der Ostsee, das Wanne Eickel des Nordens, ist noch nicht mal grosse Umgewöhnung für euch. Carsten

  9. #19
    Registriert seit
    18.06.2001
    Beiträge
    4.056

    Standard

    Nascha Holger nicht verwechselbar?

    Ne Drabant sieht aus wie ne Shark 24 und ne Olle Optima mit ihrem Flushdeck und dem cahrakteristischen Winkel des Stevens gab es auch mindestens von 4-5 Werften.
    Die beknackten Achterkabinen Versionen mit Einstig hinten gab es auch bei jeder 3. Werft. Die Riggs sahen alle gleich aus und waren dem IOR Gedanken geschuldet. Also mindestens so konform wie heutzutage.

    Nu komm mir nicht mit unterschiedlichen Fensterformen oder Gimmicklöchern im Heck.

    @Carsten Ostsee ist doch das Altersheim der Nordeuropäischen Segler. Keine Tide = aufstehen wann se wollen, Hohe feste Stege das macht das ebenerdige Rollatoreinfahren so einfach.
    Zwischen den Inseln der dänischen Südsee keine hohe Welle die ist immer so unkommod.

    Und zum Glück hört das Rgattagewusel auch langsam auf, weil alle zu alt werden, die sind immer so laut nach dem Siegerbier trinken. Da ist so eine Großseglerparade unter Motor und zum Schein gesetzen Segeln mit Shantychor am Ufer doch viel Schiffiger.

    Ha ha: Butz gibt wieder-Butz!
    Gruß Norbert

  10. #20
    Registriert seit
    31.08.2006
    Beiträge
    3.414

    Standard

    Zitat Danziger

    Blöde, Norbert, dass die Wohnklohersteller schon seit gut einem Jahrzent die Wettbewerbe, die Yardsticks und GPHs beherrschen.
    Mhmmm... wir segeln auf unterschiedlichen Revieren, also auch unterschiedliche Wahrnehmungen.
    Auf der Ostsee und vorzugsweise in DK sieht es anders aus. Lassen wir ORC mal außen vor - da kommen die "Nadeln" nicht gut weg. Aber speziell die Dänen sind in Klassen wie Luffe 37, Molich-X oder Scankap-99 noch sehr regattaaktiv. Und wenn die außerhalb von OD auf gemischten Regatten auftauchen, bleibt kein Auge trocken.
    Fair geratet, sind diese Schiffe nach wie vor voll konkurrenzfähig.
    Ich sehe auch, dass uns zuweilen 5° Höhe fehlen. Ist am Ende meistens nicht so wichtig - entscheidend ist, was unterm Strich und in der Summe aller Kurse und Windbedingungen dabei rauskommt.

    --------

    Das Essay von Erdmann Braschos fand ich durchaus amüsant. Ist halt eine Frage der Prioritäten. Für mich hat Segeln mit Ästhetik zu tun und ja, es ist auch Luxus. Der Luxus besteht z. B. darin, nicht soviel Kubikmeter besegelten umbauten Raumes zu erwerben, den das Budget hergeben würde.
    Wenn man Segeln als Sport, Ausgleich, Chillout-Zone, Ferien, Weekenden und was noch alles begreift und das alles in nur einem einzigen Boot und mit limitiertem Budget unterbringen muss, landet man möglicherweise auch nicht beim Maximum umbauten Raumes. Und ja, ein Hafen voller Hansebavs ist wahrlich kein schöner Anblick.
    Aber egal, Hauptsache, alle sind glücklich.


    Gruß
    Andreas

Ähnliche Themen

  1. Alles muss raus
    Von Pinsel im Forum Privater Verkauf
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 02.09.2010, 18:59
  2. Muss ich da was umschreiben lassen?
    Von delta ecko im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 03.03.2010, 14:45
  3. Muss mein AB zur Inspektion
    Von Voyage im Forum Technik & Elektronik
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 05.05.2007, 16:52
  4. Muss sehen!
    Von glaubeliebehoffnung im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 18.09.2006, 16:27
  5. Wer muss Garantie erfüllen?
    Von OlliBolli im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 03.03.2004, 20:01

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •