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  1. #1
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    Standard Blitzschlagschaden bei Tacktick/Raymarine Wireless Anlage?

    Hallo Forum!

    Hat jemand Erfahrungen mit abgebrochener Kommunikation bei Tacktick Elektronik?

    Meine Tacktick Anlage hat von einer Woche auf die andere plötzlich den Geist aufgegeben.
    Die 4 Displays (2 Maxi, ein Dual, 1 Analog, die zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Boot untergebracht waren) funktionieren alle.
    Es kommen keine Daten vom Speedo, Echolot und E-Kompass, die mit dem Hulltransmitter verkabelt sind. Strom haben sie laut Prüfung.
    Nur vereinzelt bekomme ich Daten vom Windgeber, der wireless überträgt.

    Den Hulltransmitter als möglichen Störenfried haben wir pro forma ausgetauscht - das Problem blieb bestehen.
    Probeweise haben wir dann ein anderes Speedo angeschlossen und die Kommunikation war wieder da.

    Da über Kabel gar keine Daten mehr reinkommen vermutet mein Elektronik-Mann, dass unser Boot Opfer eines Blitzschlags bzw. von LEMP (elektromagnetischer Impuls) geworden ist.
    Macht das Sinn? Wären dann nicht auch Plotter (der nicht mit Tacktick vernetzt ist) Funke, Radio etc. betroffen, die immer noch funktionieren?
    Anscheinend sind nur die Tacktick-Geber betroffen und so ein selektiver Blitzschlag kommt mir komisch vor.
    Dass aber unterschiedlich alte Geber (Echolot ist noch ein uraltes Autohelm Teil) alle altersbedingt zur gleichen Zeit abrauchen ist auch unwahrscheinlich.

    Was kann das sein?

    Die Anlage habe ich seit 2011 und sie hat von Anfang an immer einwandfrei funktioniert (außer beim einmaligen Vergesen des Frequenzwechsels zwischen USA und EUR).
    Ach ja - ein Maxi Display kam dieses Jahr neu hinzu hat aber schon vor dem Ableben der Anlage kommuniziert.
    Geändert von sailcon-team (12.12.2014 um 15:39 Uhr) Grund: Zusatzinfo

  2. #2
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    Kann natürlich eine Ursache sein.
    Wenn die Geber schon älter sind ist es ja nun halb so tragisch.
    Die Echos sind zwar selten von defekten betroffen, die logge umso häufiger.

    Shit Happens.

    Austauschen und nicht mehr ärgern, dann kann die neue Saison starten.
    Wer kann, kann auch mit einer Oceanis segeln! ;)

  3. #3
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    Das Echolot war schon immer m Boot, die Logge und der Windgeber kamen 2011 und der Kompass 2012.

    Ich frage mich halt was die Ursache ist.
    Ob Blitzschlag oder Produktfehler ist ja evtl. auch versicherungstechnisch relevant.

    Hätten bei Überspannung durch Blitz nicht auch die anderen Elektronikkomponeneten (Plotter etc.) hopp gehen müssen?
    Oder gibt es vielleicht ähnliche Erfahrungen mit Tacktick Fehlfunktionen dieser Art?
    Danke.

  4. #4
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    Hallo sailcon-team, "Blitzschlag" ist eher selten, EMP ist die bessere Bezeichnung und häufiger, am häufigsten sind jedoch statische Aufladungen.
    Nur bei einem direkten Einschlag hat man den Fall, daß alles kaputt ist, und dann bleibt es auch nicht bei rein elektrischen Schäden, dann gibt es auch mechanische Defekte, z.B. geschmolzene Wanten. Extrem selten!
    Wenn der Blitzschlag weiter entfernt stattindet, sendet der einen EMP aus. Der ist wie ein extrem starkes Funksignal, auf allen Frequenzen gleichzeitig. Jeder metallische Leiter fängt dieses Signal auf, und bekommt einen Strom/Spannungsimpuls. Wenn da in irgendeiner Form ungeschützt ein empfindliches elektronisches Bauteil angeschlossen ist, ist es futsch, wenn die Spannung zur Zerstörung ausreicht. Das kann einzelne, aber auch viele oder gar alle elektronischen Elemente betreffen, je nach Stärke des EMP.
    Bei einem Gewitter, es reicht schon "Gewitterstimmung" ist die Atmosphäre elektrisch aufgeladen. Diese Ladung teilt sich jedem Ding entsprechend seiner Position in der Atmosphäre mit. Leitfähige Strukturen transportieren diese Ladungen an die unmöglichsten Stellen und können dort zu Erscheinungen (Elmsfeuer) und zu Zerstörungen an Elektronik führen.
    In hohen Breiten kommt noch die Gefahr durch Sonnenstürme hinzu, die die dort verminderte Gewittergefahr ausgleicht.
    Gegen all diese Fährnisse hilft nur sorgfältigster Bitzschutz!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  5. #5
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    Danke für die Ausführungen sucher.
    Wir hatten dieses Jahr an der Adria extrem viele Gewitter. Vermutlich hat uns da dann tatsächlich der LEMP erwischt. Typische Schäden durch direkten Blitzeinschlag gibt es keine. Allerdings hatte die Starter-Batterie auch so einen komischen Blumenkohl wie von extremer Oxidation um den + Pol was ich mir auch gar nicht erklären kann. Die Hauptschalter waren übrigens aus.
    Was den sorgfältigen Blitzschutz angeht bin ich ratlos...?

  6. #6
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    Hallo sailcon-team, das mit dem Bltzschutz ist eine unendliche Geschichte. Ausgehen würde ich von der "Bltzschutz auf Yachten" Broschüre vom VDE. Darin steht im wesentlichen, alle metallischen Strukturen erden. Dann kann man noch alle Leitungen, vor allem Datenleitungen abschirmen, und mit Ferritkernen und/oder RC-Gliedern versehen. Das kann man immer weiter treiben, der Blitzschutz bleibt relativ. Ist halt eine Abwägung von Aufwand-Nutzen. Absoluten Schutz gibt es nicht.
    Gegen den Blumenkohl am Batteriepol hilft das spezielle Batteriefett von Bosch, das hat mit Blitzschutz nichts zu tun. Den Pol und seine Umgebung reinigen und einfetten. Und keine Tiefentladung und keine Überladund!
    viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  7. #7
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    Hallo sucher,
    Danke nochmal. Das mit dem Blitzschutz hört sich vom Aufwand unverhältnismäßig an. Ich hoffe die Franzosen haben das beim Bau beachtet...
    Gegen Blumenkohl werde ich dann wohl in Zukunft besser das "gute" Fett aus heimischer Produktion für meine Pole verwenden.
    LG

  8. #8
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    Hallo sailcon-team, die Hoffnung halte ich für eher dünn, da hilft nur nachmessen. Ich meine, das Mindestmaß für ausreichenden (!?) Blitzschutz ist, alle metallischen Strukturen an und über Deck zu erden, also alles stehende Gut, die Reling, Winschen etc. Diese gemeinsame Erde mit dem Motor verbinden, damit ist auch das 12V Bordnetz geerdet. Alles per großer Erdungsplatte (nicht Schwamm) mit dem Wasser verbinden.
    Der Streit (auch hier im Forum) entzündet sich an der Frage, was in diesem Sinne mit Borddurchlässen, Seeventilen, Wellenanlage, Propeller etc zu geschehen hat, denn da spielen elektrolytische Probleme rein. Schließlich gibt es noch das 230V~ Bordnetz mit seinem FI-Schalter, den man eigentlich auch mit diesem Erdungsnetz verbinden müßte. Wenn dann noch ein Landstromanschluß mit seinem undefinierten Erdungspotential dazukommt, wird es vollends unübersichtlich.
    In Deinem Fall würde ich die Installation der Nav-Elektronik nochmal genau überprüfen. Datenleitungen sollten abgeschirmt sein, Der Schirm darf (muß) nur an einer Seite geerdet sein, auf der anderen Seite darf nichts (gar nichts!) angeschlossen sein. Die Betriebsspannung sollte einseitig geerdet sein (-12V), Über die Betriebsspannung direkt am Gerät einen niederohmigen Kondensator (0,1 uF), über die + Leitung eine Ferritperle. Wenn es nicht sowieso geerdet ist, Metallgehäuse extra erden. Das sollte reichen.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  9. #9
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    Tacktick ist kabellos.
    Also ab zu Mediamarkt und Wirelesskabel kaufen.

    Spaß bei Seite.
    Pech gehabt, das kann im Nachhinein keiner mehr klären.
    Langes Suchen macht es teuer.
    Entweder schick alles nach England zu Ray und lass es überprüfen ist aber auch ein teurer Spaß oder hake es ab als Shit Happens.
    Wer kann, kann auch mit einer Oceanis segeln! ;)

  10. #10
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    Hallo Bellevie, auch kabellose Elektronikteile brauchen Überspannungs- bzw EMP oder ESD- Schutz. Der sollte bei wirklich unabhängigen Geräten (Z.B. Stromversorgung aus dem Windrad, Daten per Funk) vollständig vom Hersteller gemacht sein.
    Ich habe mal in diesem Zusammenhang bei Microcharge nach Blitzschutz gefragt, und die Auskunft bekommen, man macht nichts, und wenn man das auch noch machen würde, wäre es unbezahlbar. (Ist der "Tom" dort mit dem "Tom" hier identisch?)
    Mein Verdacht ist, bei "consumer elektronics" wird das grundsätzlich nicht gemacht, und man baut darauf, daß ESD-Schäden so selten sind, daß es nicht auffällt.
    Viele Grüße
    nw
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