Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
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    Standard Kurze Frage an alle Polyester- und Epoxyharz Experten

    Moin,
    ich bin Neuling im GFK Bootsbau, (dafür Experte für Stahl ) und hab mich aber schon mal so gut wie möglich aufklären lassen.
    Einzig was mir gerade nicht ganz klar ist wäre was passiert, wenn ich einfach nur Verstärkungen auflaminiere im Innenbereich, also ohne Einsatz von Gelcoat oder Topcoat.

    Konkret:
    Bleibt die Oberfläche von der Polyesterharzoberfläche der erschaffen Verstärkung klebrig und muss folglich luftdicht abgeklebt werden? Bzw. wenn ich das gleiche mit Epoxyd und Gewebe bewerkstellige, härtet dann die Oberfläche klebefrei aus ohne abgedeckt zu werden?

    Danke und Gruß
    Weitermachen..!

  2. #2
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    Beide Harze härten bei korrekter Mischung mit Härter komplett aus. Klebrig bleibt Gecoat an der späteren Innenseite, damit drauf laminiert werden kann.

    Gruß R.

  3. #3
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    Hallo Speedbird, Epoxid härtet komlett aus. Polyester hat nach dem Aushärten an der Oberfläche eine klebrige "Inhibitionsschicht", weil der Härter durch den Luftsauerstoff inaktiviert wird. Das kann man verhindern, indem man während der Härtung den Luftsauerstoff aussperrt, z.B. durch eine Ölschicht oder Folie. Die Inhibitionsschicht erleichtert allerdings den Anschluß einer später aufgelegten Schicht, weil das auch nachträglich aushärten kann.
    Besser ist jedoch, nachträgliche Verstärkungen auf altes Polyester mit Epoxidharz zu laminieren.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Speedbird Beitrag anzeigen
    Einzig was mir gerade nicht ganz klar ist wäre was passiert, wenn ich einfach nur Verstärkungen auflaminiere im Innenbereich, also ohne Einsatz von Gelcoat oder Topcoat.

    Konkret:
    Bleibt die Oberfläche von der Polyesterharzoberfläche der erschaffen Verstärkung klebrig und muss folglich luftdicht abgeklebt werden? Bzw. wenn ich das gleiche mit Epoxyd und Gewebe bewerkstellige, härtet dann die Oberfläche klebefrei aus ohne abgedeckt zu werden?
    Vorausgesetzt, die Mischung zwischen Epoxyd-Harz und Härter stimmt, wird alles klebefrei, trocken und hart.

    Ich wäre allerdings sehr vorsichtig mit der Herstellung irgendwelcher "Verstärkungen"; die Konstrukteure von "schwimmenden Yoghurtbechern" haben sich (in den meisten Fällen) sehr viele und gute Gedanken darüber gemacht, welche Teile beispielsweise eines Rumpfes steif, und welche notwendigerweise flexibel sein (und bleiben) sollten; daran würde ich nichts ändern...
    Globale Erwärmung: Immer mehr Platz zum Segeln aber immer weniger zum Festmachen.

  5. #5
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    Ich sehe keinen Grund, auch innen nicht, ein Laminat offen zu lassen. wo der Laminierpinsel hinkommt, kommt auch der Toppcoatpinsel hin.
    Jedoch würde mit der Zeit auch ein blankes Laminat seine Klebrigkeit fast völlig verlieren. Ein wenig tacky bleibt.
    Arbeite wo irgend sinnvoll mit Polyester statt EP, nicht nur wegen der Kosten, das wäre bei kleinen Flächen egal, aber wegen der viel geringeren fehleranfälligkeit. ein EP ist viel exakter auf Dosierung, Temperatur angewiesen. Auch mit den einfachen pulvergebundenen Matten geht EP nicht, da muss es schon ein Glasgewebe oder Glasgelege sein.
    Transparenz: es gibt auch klare Toppcoats, das ist dann ungefärbtes Harz mit etwas Paraffin drin.Carsten

  6. #6
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    Hallo und danke für die Antworten!
    Epoxy härtet komplett aus, da seit Ihr Euch zum Glück einig ��
    Bei Polyester bin ich mir weiter unsicher.. Weiß es jemand zu 100%? Da gibt's ja verschiedene Aussagen in den Antworten bisher, ob es leicht klebrig bleibt (das dachte ich bisher nämlich auch) oder nicht.
    Immer korrekte Anwendung vorausgesetzt natürlich.

    @Kristina
    Also ich muss definitiv das Deck bei 2 Püttingen und deren Krafteinleitung überprüfen.
    Ich gehe davon aus, dass auch eine Edelstahlplatte neu und vergrößert drunter kommt.
    Und da dachte ich daran, zusätzlich noch einige Lagen vorher unter zu laminieren.
    Wenns auch nicht wirklich nötig wäre, so tät es doch meinem Gewissen gut ��

    Naja, und mit dem Topcoat auf Epoxy ist ja auch wieder so eine Sache, Carsten.
    Also allein wegen den geringeren Verarbeitungstemperaturen muss es wohl auch ein Teil Epoxy werden bei mir..
    Geändert von Speedbird (23.09.2015 um 15:17 Uhr)
    Weitermachen..!

  7. #7
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    Auf EP muss kein toppcoat, wenn nicht uv ausgesetzt. Uv mag EP nicht. Autolack o.Ä drauf.
    Zu den Püttingen. Wir haben es letzten Winter auf ner H 35 gemacht. Bei niedrigen Temperaturen mit Fön Hilfe. Alte Püttinge weg. Matten auftapeziert. Pütting drauf gebolzt mit grosser VA Platte aufs Tapezierte. Abgedeckt haben wir das Ganze mit etwas Toppcoat. Versteckt dann unter so nem Wandbezug zum Aufkleben, so ne Art Kunstleder. Benutzt wurde azur Polyesterharz von Vosschemie und mekp Härter. Der Fön diente dazu, die Reaktion bei plus 3 Grad zu starten. Die Aushärtung des Azurharzes ist am Ende praktisch klebfrei. Nicht absolut völlig, aber so gut wie. Carsten

  8. #8
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    Zitat Zitat von Speedbird Beitrag anzeigen
    Also ich muss definitiv das Deck bei 2 Püttingen und deren Krafteinleitung überprüfen.
    Ich gehe davon aus, dass auch eine Edelstahlplatte neu und vergrößert drunter kommt.
    Und da dachte ich daran, zusätzlich noch einige Lagen vorher unter zu laminieren.
    Dagegen würde nach meinem Kenntnisstand nichts sprechen.
    Globale Erwärmung: Immer mehr Platz zum Segeln aber immer weniger zum Festmachen.

  9. #9
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    Reines Polyesterharz härtet klebrig aus. Bei vielen Harzen ist jedoch schon das Parafin zum klebfreien Aushärten enthalten. Problem ist dann, dass man zum Weiterarbeiten schleifen muss. Im Grunde muss man die Spezifikationen des Harzes lesen - da steht drin, wie es aushärtet.

    Parafinlösung gibt es auch einzeln zu kaufen, um die Klebrigkeit zu steuern.

    schau dich mal hier http://www.bootsservice-behnke.de oder hier http://www.polyester-shop.de/ um. die beschreiben das bei ihren Harzen eigentlich ganz gut.

    Gruß R.

  10. #10
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    zur Trocknungsbeschleunigung kann man auch einen 500-1000 W Halogenscheinwerfer nehmen, sog. Bauleuchten.
    hermann

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