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  1. #1
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    Standard Refit von einem 26 Jahre altem Plastimo Kompass

    Refit von einem 26 Jahre altem Plastimo Kompass
    Mein Kompass, senkrecht in die Kajütwand montiert, arbeitet noch immer präzise – nur ich kann ihn kaum noch ablesen, die Kugel ist trübe und verblichen.
    Ein neuer Kompass passt nicht in den Ausschnitt, es bleiben hässliche Ränder, für einen Größeren reicht der Platz nicht. Außerdem kostet es auch was. Was also tun?
    Den Kompass vorsichtig zerlegt bis auf die Kugel. In eine normale Bohrmaschine einen mit Fell bespannten Gummiteller eingespannt und das Fell nur leicht mit Wasser beträufelt so dass er nur ein wenig feucht ist. Anschließend in das Fell ein ca. 3 cm Strang Zahnpasta mit der Hand eingerieben und die Kugel auf der trüben Seite vorsichtig mit normaler Bohrmaschinenumdrehungen (3.000 U/min) damit poliert. Die Kugel aber nicht einspannen sondern fest in der Hand behalten.
    Er ist wie neu geworden! Das ist jetzt zwei Jahre her und der Glanz ist geblieben.
    Gleichzeitig habe ich die Kompass-Nachtbeleuchtung durch eine kleine 12 V LED ersetzt (Conrad) (einfach mit Montagekleber ausgefüllt) , dieser LED habe ich aber noch ein keines Potentiometer vorgeschaltet zum Dimmen damit der Kompass nachts nicht blendet. Durch die geringe Stromaufnahme gegenüber der Lampe wird der Komass auch nicht abgelengt.

  2. #2
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    Zitat Zitat von Hein-Mück Beitrag anzeigen
    Refit von einem 26 Jahre altem Plastimo Kompass
    Mein Kompass, senkrecht in die Kajütwand montiert, arbeitet noch immer präzise – nur ich kann ihn kaum noch ablesen, die Kugel ist trübe und verblichen.
    Ein neuer Kompass passt nicht in den Ausschnitt, es bleiben hässliche Ränder, für einen Größeren reicht der Platz nicht. Außerdem kostet es auch was. Was also tun?
    Den Kompass vorsichtig zerlegt bis auf die Kugel. In eine normale Bohrmaschine einen mit Fell bespannten Gummiteller eingespannt und das Fell nur leicht mit Wasser beträufelt so dass er nur ein wenig feucht ist. Anschließend in das Fell ein ca. 3 cm Strang Zahnpasta mit der Hand eingerieben und die Kugel auf der trüben Seite vorsichtig mit normaler Bohrmaschinenumdrehungen (3.000 U/min) damit poliert. Die Kugel aber nicht einspannen sondern fest in der Hand behalten.
    Er ist wie neu geworden! Das ist jetzt zwei Jahre her und der Glanz ist geblieben.
    Gleichzeitig habe ich die Kompass-Nachtbeleuchtung durch eine kleine 12 V LED ersetzt (Conrad) (einfach mit Montagekleber ausgefüllt) , dieser LED habe ich aber noch ein keines Potentiometer vorgeschaltet zum Dimmen damit der Kompass nachts nicht blendet. Durch die geringe Stromaufnahme gegenüber der Lampe wird der Komass auch nicht abgelengt.
    Ähnlich ging es uns auch und ich hatte damals darüber berichtet:

    Gruß Franz

    Baumarktpolierset / Schuhcreme / Lampenöl


    Wenn man ein zwanzig Jahre altes Schiff kauft, besitzt man in der Regel auch einen zwanzig Jahre alten Kompass. Ist der richtig vergammelt und zudem kaum noch ablesbar, tauscht man ihn aus und nimmt die Mühe mit dem Anpassen des neuen in Kauf.
    Da man mit dem alten nichts mehr falsch machen konnte, entschloss ich mich zu einem Reparaturversuch. Die Acrylglaskugel wurde, mit einem Polierset aus dem Baumarkt (Bohrmaschinenaufsatz) bearbeitet. Mit glänzendem Erfolg. Man achte darauf, wenig Druck auszuüben, da sich der Polierteller auf dem Kunststoff schnell erhitzt. Zum Finish mit feiner Polierpaste und weichem Lappen den Glanz noch etwas verstärken.
    Das völlig ausgekreidete Kunststoffgehäuse ließ mich von einem Versuch mit handelsüblichen Pflegemittel absehen, die hatten in der Vergangenheit bei anderen Kunststoffteilen schon versagt. Das Gehäuse wurde mit Schuhcreme wie ein alter Schuh blankgewienert.
    Bei diesen Arbeiten habe ich offensichtlich die Dichtung beschädigt. Nach kurzer Zeit zeigte sich eine Blase und nach drei Wochen war ein Drittel der Kompassflüssigkeit ausgelaufen. Da wir schon unsere Sommerreise angetreten hatten, kam nur eine Reparatur mit Bordmitteln oder der Neukauf in Frage. Ich habe eine mit der Nageschere ausgeschnittenen Dichtung aus Karton ölgetränkt und die Kompassflüssigkeit mit holländischem Lampenöl (woraus auch immer das bestehen mag) aufgefüllt, ohne große Hoffnung auf Dauerhaftigkeit.
    Nach drei Jahren wurde die Acylkugel noch mal leicht nachpoliert und die Schuhcremebehandlung erneuert. Die Flüssigkeit ist klar und es ist auch keine Blase mehr entstanden. Jetzt mit einer Original Contest- Abdeckplatte versehen wird er noch viele Jahre Dienst tun.

    PS: Nach knapp weiteren 10 Jahren bewegte sich der Kompasskessel nur noch ruckartig in 5°-Schritten, da haben wir auf einne weitere Reparatur verzichtet. Der Plastimo-Contest 100 lässt sich bei gleichen Einbaumaßen durch den Contest 101 ersetzen.

  3. #3
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    @grauwal: sehr cool (wenn auch nicht das was das BSH fordert, aber dem unterliegen wir ja nicht). Das von dir damals verwendete Lampenöl dürfte weitestgehend identisch mit dearomatisiertem Petroleum sein. Ein Tipp, wenn dir die Rose darin zu "zappelig" vorkommt kannst du auch ein Öl mit etwas anderer Viskosität nehmen , zB med Weissöl, das verkauft dir jede Apotheke. So machen es die Kompassbauer auch.
    Nachdem mir mal ein Fachbetrieb (es gibt ihn nicht mehr) in HH bei der Wartung die Rose des großen C&P Kompass zerschmissen und wieder zusammen geklebt hat werde ich da nächstes Mal auch selbst bei gehen,.... Danke f d Tipps.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Buntesegel Beitrag anzeigen
    ...............damals verwendete Lampenöl dürfte weitestgehend identisch mit dearomatisiertem Petroleum sein.........die Rose darin zu "zappelig" .......
    Das Zeug ist Paraffin(lösung), wie Kerze, nur flüssig.
    Die Rose war nicht "zappelig", sie ruckte. Bei dem Alter darf man ihr das nicht vorwerfen. Man kann davon ausgehen, dass das (Spitzen)lager verschlissen war. Da waren wir auch froh, dass der Contest 101 die gleichen Einbaumaße wie der verschlissene 100 hatte. Der Kompass ist wirklich ein guter, trotz des niedrigen Preis´.
    Man wird es nicht für möglich halten, wir benutzen den Kompass heute noch. Er lässt sich von keinem der elektronischen Helferlein übertreffen .

    Gruß Franz

  5. #5
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    Ob sich das alle bei einem Neupreis von 120 € lohnt, möchte ich mal bezweifeln ...

  6. #6
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    Zitat Zitat von B.B. Beitrag anzeigen
    Ob sich das alle bei einem Neupreis von 120 € lohnt, möchte ich mal bezweifeln ...
    Ein-/Ausbauen musst Du sowieso, bleiben bei 2h Polierarbeit Arbeit vielleicht 60€ "Stundenlohn" (das würde ich gerne netto verdienen), außerdem - für mich wichtig - der Lernerfolg. Das kann man abends beim TV-Programm machen...

  7. #7
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    Zitat Zitat von rwe Beitrag anzeigen
    .... Das kann man abends beim TV-Programm machen...
    Bei dem Fernseh-Programm kannst auch das Boot abschleifen oder die Fäkalienleitung innen auf Hochglanz polieren. Immer noch vergnüglicher als das...

  8. #8
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    Zitat Zitat von Duncan Beitrag anzeigen
    Bei dem Fernseh-Programm kannst auch das Boot abschleifen oder die Fäkalienleitung innen auf Hochglanz polieren. Immer noch vergnüglicher als das...
    Ja, aber in den Schuppen komme ich abends nicht mehr rein...
    P.S.: Außerdem läuft gerade Jacques Tati auf Arte

  9. #9
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Das Zeug ist Paraffin(lösung), wie Kerze, nur flüssig.
    Die Rose war nicht "zappelig", sie ruckte. Bei dem Alter darf man ihr das nicht vorwerfen. Man kann davon ausgehen, dass das (Spitzen)lager verschlissen war. Da waren wir auch froh, dass der Contest 101 die gleichen Einbaumaße wie der verschlissene 100 hatte. Der Kompass ist wirklich ein guter, trotz des niedrigen Preis´.
    Man wird es nicht für möglich halten, wir benutzen den Kompass heute noch. Er lässt sich von keinem der elektronischen Helferlein übertreffen .

    Gruß Franz
    Franz, sorry, missverständlich formuliert. Zappelig bezog sich auf zu starkes Auf- und Abschwingen der Rose, nicht auf deren Drehung. Mit der Viskositat kannst du in Maßen die Dämpfung "einstellen".
    Gruß

  10. #10
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    Interssanter Thread, genau das was ich gesucht habe!

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