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  1. #1
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    Standard Mastlegen/setzen bei Dehler 18 Rotkäppchen

    Hallo zusammen,

    wir haben uns für unseren Haussee eine Dehler 18 zugelegt. Wir sind damit eigentlich sehr zufrieden, was die Segeleigenschaften anbelangt.
    Beim Mastsetzen/legen allerdings werden wir vor das Problem gestellt, dass sich der extrem lange Mast schlecht händeln lässt.
    Wir gehen folgendermaßen vor:
    1. Die Wanten werden nur etwas gelockert;drei Umdrehungen pro Wantenspanner.
    2. Das Genackerfall wird durch durch einen Tampen verlängert und am Bugkorb mehrfach umgeschlagen und gesichert.
    3. Der Mast wird langsam per Genackerfall gefiert.Zwei Mann stehen im Cockpit, einer vorn am Niedergang und einer hinten vor der Maststütze.

    Jetzt, wenn der Neigungswinkel des Falls einen bestimmten Winkel unterschritten hat, beginnt das Problem.
    Der Mann am Genackerfall kann nicht mehr das Absenken des Mastes kontrollieren, der Mast gerät aus der Richtung der Schiffsachse und kommt mit zu großer Geschwindigkeit und Wucht herunter.
    Für die Leute in der Plicht viel zu gefährlich!
    Beim letzen Mastlegen ist das so passiert und hat den Mastfuß geschrottet (verbogen!).
    An unserer Neptun haben wir für diese Zwecke eine Jüt angebracht, aber das geht hier nicht, weil der Abstand vom Mastfuß zum Bug sehr viel kürzer ist, außerdem würden die Püttings diesen Belastungen nicht gewachsen sein, weil die Hebelwirkung gewaltig ist.
    Jetzt ist guter Rat teuer.
    An die Problemlösung mit dem "toten Mann" habe ich auch schon gedacht, aber am Mast befindet sich nichts, wo man die entsprechende Stange (Spi-Baum oder ähnliches) einhängen könnte.Zu den Püttings müssten Hilfswanten geschoren werden - alles Klasse in der Theorie, aber bei dem Rotkäppchen durch die kurzen Wege und enormen Hebelkräfte nicht praktikabel!

    Nun hoffe ich, von euch brauchbare Tipps zu bekommen.
    In der Yacht wurde vor einiger Zeit mal ein neuartiges Mastsetzen/legesystem vorgestellt, aber ich habe es nicht wiedergefunden. Vielleicht weiß jemand von euch mehr.

    Vielen Dank im Voraus!

    Hans

  2. #2
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    Standard

    Schau mal hier http://forum.yacht.de/showthread.php...egevorrichtung rein. Da findest Du ne Menge Tips.

    Das " Mastlegesystem " aus der Yacht konnte/kann ? man schon länger z.B. bei Compass kaufen, glaube auch bei Niemeyer.

    Ist meiner Meinung nach ziemlich unhandlich..........hab so nen Dingens in der Garage liegen......1X benutzt.

    Ciao
    Dieter

  3. #3
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    Standard

    Ich zitiere mich mal selbst aus dem vorher genannten Thread:
    Zitat Zitat von MaGu
    Bei unserer Dehler 18 (nur 5,5m lang) ist der Mast (über 8m lang und nach oben nicht verjüngt) so schwer, dass man schon relativ viel Kraft braucht, um den Mast hochzudrücken, wenn er im Mastfuß ist (und zwar wenn man am Heck steht... weiter vorne hat man keine Chance)

    Die Lösung eines Vorbesitzers, die wir übernommen haben, ist folgende:
    2 Metallrohre, die man über den nach außen stehenden Teil des Bolzens im Mastfuß schieben kann. Am Ende dieses Rohres sind jeweils 3 Stahlseile mit Spannern:
    1. zu einem Wanten-Pütting (also nach hinten unten)
    2. zu einer Öse am Bugkorb (also nach vorne unten)
    3. als Hilfswant zu einer Öse am Mast in ca. 2m Höhe (man kann das Seil also bei gestelltem Mast wieder lösen)
    Der Drehpunkt dieser Hilfswanten ist also genau auf gleicher Höhe wie der Mast-Drehpunkt.
    Damit ist der Mast seitlich relativ gut stabilisiert (wenn das Boot auf dem Trailer steht oder in ruhigem Wasser liegt, reicht es auf jeden Fall locker).

    Das Vorstag wird mit der Großschot (Talje) verlängert, das andere Ende der Großschot wird am Vorstag-Pütting eingehängt.
    Eine Person steht am Heck, drückt den Mast wo weit wie möglich hoch und läuft dabei nach vorne bis zum Niedergang (steht evtl. auf die Sitzduchten)
    Eine zweite Person steht am Bug (bzw. vor dem Bug, wenn das Boot auf dem Trailer ist) und zieht den Mast mit der Großschot hoch.
    Dann werden Wanten und Vorstag befestigt und die Hilfswanten abmontiert.

    Würden wir den Mast häufiger stellen, hätten wir wohl noch einen "toten Mann", dass man den Mast nicht hochdrücken muss, was ziemlich anstrengend ist.
    Damit könnte man den Mast vermutlich auch alleine stellen.
    Das letzte mal haben wir den Mast aber anders gestellt: Das Boot stand auf dem Trailer und es war viel Platz drumrum.
    Wir haben wieder die Hilfswanten angeschlagen. Dann das Vorstag mit einer langen Leine verlängert. Wir haben eine Maststütze, die man in ein Ruderlager einhängen kann und die den Mast relativ weit oben (ca. 1,5m über Plichtboden) hält. Dann steht einer im Cockpit und drückt den Mast hoch, geht so weit wie möglich vor und steht auf die Sitzduchten (braucht schon ziemlich viel Kraft). Der Andere zieht mit der Langen Leine den Mast hoch (steht dabei möglichst weit vor dem Trailer).
    Aber diese Methode funktioniert auch nicht besser...

    Mast legen wird genau so rückwärts gemacht: Hilfswanten anschlagen, Vorstag mit Großschot oder langer Leine verlängern, langsam fieren (hier ist die Schot wohl deutlich besser geeignet), einer im Cockpit nimmt den Mast an und legt ihn in die hohe Maststütze (hier ist eine hohe Maststütze wirklich von Vorteil!)

    Diese Methode ist zwar nicht perfekt, aber für Mast stellen am Saisonanfang und Mast legen am Saisonende reicht es.

    P.S. Falls du sonst noch irgendwelche Tipps und Anregungen brauchst, helfe ich natürlich gerne. Wir haben unsere Dehler 18 jetzt seit knapp 2 Jahren und haben einige sehr praktische Basteleien von einem Vorbesitzer mit übernommen.

  4. #4
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    Standard Mastlegehilfe bei Dehler 18

    Hallo Magu,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Ich habe die Beschreibung studiert, aber werde noch nicht ganz schlau daraus. Wäre es möglich, dass du mir ein paar Photos zukommen lässt?
    Wenn das möglich ist, bitte ich um kurze Mitteilung. Ich schicke dir dann meine PN.

    Viele Grüße

    Hans

  5. #5
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    Standard

    Hallo Hans
    zur Zeit bin ich grad ziemlich im Stress (Klausur an der Uni), aber in den nächsten paar Wochen kann ich schon Fotos machen... Ich stell sie dann einfach hier im Forum rein.

  6. #6
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    Standard

    ...ich bin ja nun schon ein alter Mann, aber den Mast eines H-Bootes oder meiner First 24 stellen und legen wir mit 2 Mann.
    Was ist dann an einer Dehler 18 so kompliziert?...

  7. #7
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    Zitat Zitat von segelhans2000
    wenn der Neigungswinkel einen bestimmten Winkel unterschritten hat ... kann nicht mehr das Absenken des Mastes kontrollieren, der Mast gerät aus der Richtung und kommt mit zu großer Geschwindigkeit und Wucht herunter.
    Hans
    Der von Gundels Dieter verlinkte Thread behandelt ja das Thema schon ausführlich und zeigt, dass (ohne Jütteinrichtung) vor allem zwei Problempunkte bestehen: Der eine ist, wie man beim Stellen des Masts den Winkel von ca. 25 bis 50 Grad überwindet, wenn die Reichweite/Kraft der Arme über Kopf nicht mehr ausreicht, um den Mast weiter hochzudrücken, aber der Zugwinkel von Fockfall, Spifall usw. noch nicht ausreicht, um den Mast weiter hochzuziehen. Der zweite ist, wie man verhindert, dass der Mast seitlich ausbricht, wenn er gerade in einem Winkel ist, in dem man wenig Gewalt hat (insbes. der oben genannte).

    Ich denke allerdings, dass der Mast bei der 18er Dehler wirklich noch recht gut zu händeln sein sollte. Vielleicht fehlt ein wenig Übung. Eines der von Dir genannten Probleme ist aber bei richtiger Handhabung keins, nämlich das kontrollierte langsame Legen des Masts. Du steckst an das Fock/Genackerfall die Großschottalje und den Fußblock der Großschottalje an den Vorstagbeschlag. Der Mast muss derweil natürlich von Unterwanten, einer Hilfsleine oder von einem Helfer ein wenig nach vorn gedrückt werden, damit er nicht nach hinten umfallen kann. Die holende Part führst Du nun nach hinten und legst sie um eine Winsch. Dann Unterwanten lösen bzw. Helfer Mast gehen lassen. Dann lässt Du die Leine langsam nach und den Mast 10 cm /sek. ganz langsam ab. Das geht kinderleicht und sehr kontrolliert, meine Frau kann es alleine, ich habe dabei nur die Hände am Mast und gebe etwas Führung. Sobald ich im Cockpit stehend den Mast erreichen kann, übernehme ich ihn zunehmend, führe ihn und lege ihn im Lagerkreuz ab. Natürlich achten wir darauf, dass das Boot keine Schräglage bekommt, beim Legen des Mastes ist das aber eher kein Problem, beim Stellen schon eher.

    Gruß
    Sunbeamer

  8. #8
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    Zitat Zitat von Firsty
    ...ich bin ja nun schon ein alter Mann, aber den Mast eines H-Bootes oder meiner First 24 stellen und legen wir mit 2 Mann.
    Was ist dann an einer Dehler 18 so kompliziert?...
    Der Mast einer Dehler 18 ist für ein 18 Fuß-Boot schon sehr lang: ca. 9m Masthöhe über WL, also 7,5-8m Mastlänge.

    Ich hatte mal den direkten Vergleich mit einer Ecume de Mer (8m lange, über 30 Jahre alte Yacht mit Topprigg): Masthöhe über WL war ungefähr gleich, allerdings war der Aufbau der Ecume höher, so dass unser Mast eher länger ist.

    Dazu ist der Mast sehr stabil und nach oben hin nicht verjüngt, wie bei vielen anderen Booten (vermutlich wegen der Stabilität, da die Wanten unterhalb der Mastspitze angeschlagen sind und trotzdem der 30 m² - Gennaker am Masttop gefahren wird).
    Dazu ist der Mast relativ weit vorne (kleines Vorsegeldreieck), was zu einem sehr ungünstigen Winkel führt, wenn man das verlängerte Vorstag am Vorstagbeschlag umlenkt.

  9. #9
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    Leute,

    einen solchen Mast ohne Jüt zu legen – das kann auch eine Bastellösung sein, aber Hilfswanten und abgespannter Spinnakerbaum als Spreize für das Vorstag und daran die Großschottalje ist doch die Minimalforderung – ist Murks. Schon mal überlegt, was passieren würde, wenn dem Vorstagmann die Leine flitzen geht und der Fänger in der Plicht den herunterfallenden Mast aufzufangen versucht?

    Wenn bei uns der Mast gestellt oder gelegt wird (Mastlänge 9 m), hat sich jedenfalls niemand in der Plicht aufzuhalten.

    Grüße, Anemos15

  10. #10
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    Standard

    Nach meiner Erfahrung mit dem Mastlegen /-stellen auf unserer Sympathy 600 Racing folgende Tipps:

    - Mast nur stellen / legen, wenn das Boot auf dem Trailer steht. Selbst mit abgesenkten Kiel ist das Boot auf dem Wasser sehr viel kippeliger. Und wenn Du erst mal die Schüssel unter dir ins Schwanken gebracht hast, wird das durch den Mast nur noch schlimmer.

    - Gennakerfall ganz auslassen, Ende am Mast mit Sicherungsknoten versehen und auf Klemme / Klampe am Mast belegen. Gennakerfall am Bug durch den Block der Halsleine o. ä. führen.

    - Einer im Boot, einer am Gennakerfall. Mast mit beiden Händen so hoch als möglich umfassen und dann mit dem Mast langsam rückwärts gen Achtern gehen. Der 2. Mann fiert dabei kontrolliert das Gennakerfall und nimmt dem Mann im Boot so einen großen Teil der Last ab.

    - Wenn der Mast auf der Schulter des Bootmannes liegt, hat der Mast verloren. Ablegen in der Maststütze am Heck, lösen des Sicherungsbolzen am Mastfuß und Mast passend auf dem Boot befestigen.

    - Ober- / Unterwanten: Drauf achten, dass die Wantenspanner an den Püttings sich nicht einklemmen. Bei uns brauchten wir die Oberwanten zum Maststellen /-legen nicht lösen, Unterwanten haben wir vorher an den Putting ausgehängt.

    Wie gesagt, so hat es über 8 Jahre gut bei unser Sympathy 600 geklappt. Wir haben es einmal auf dem Wasser probiert, danach nie wieder! Wenn man Wasserwandern machen will und mehrmals am Tag den Mast stellen / legen muß, wird man an einer vernünftigen Jütanlage nicht herum kommen. Für Frühling rein und Herbst raus, ein, zweimal zur Regatta in der Saison war die oben beschrieben Aktion innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Wobei wie immer die Vor- und Nachbereitungen deutlich mehr Zeit kosten als der Akt an sich.

    Gruß aus Berlin

    www.sailinganarchy.de
    Geändert von sportbootjo2 (06.11.2007 um 18:55 Uhr)

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