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  1. #1
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    Standard Hilfe, ist da noch was zu machen?

    Hi Leute,
    ich bin leider Opfer eines Betruges bzw. habe ich mir vor 1-2 Wochen mein erstes gebraucht Boot gekauft (Gekauft wie gesehen) und hatte leider nicht viel Ahnung davon, ich weiß, selbst schuld. Hatte mich darauf verlassen weil er mir schrieb das es 100% Dicht ist und wenn das nicht der Fall wäre er mir mein Geld zurück geben würde, nun bleibt er hartnäckig und sagt er wüßte ja nicht was ich mit dem Boot gemacht hätte lol.

    Es handelt sich um eine Pichel Samba 5m x 1,90m aus dem Jahre 1975. Ich bin dabei die ganzen alten Antifouling bis auf's Gelcoat abzuschleifen um eine neue Grundierung und Antifouling aufzutragen. Als erste viel mir ein Riss im Kiel auf, mir wurde gesagt das wäre nicht schlimm und ich könnte das flicken in dem ich die stelle abschleife, endfette mit International VC-General Thinner und dann mit International Watertite und einer Glasfasermatte bearbeite. Ist das so richtig oder könnt ihr mir bessere Produkte oder Tipps Empfehlen?
    http://www.bilder-hochladen.net/i/1a3h-5g-fa11.jpg

    Dann kletterte ich in die Kajüte und öffnete ein Schrank wo sich Wasser gesammelt hatte. Ich nahm die Sitzbank links ab und fand noch mehr Wasser und ganz vorne unter der Bank schon 1 Liter. Ein Kollege spritze mit einem Wasser Schlauch von außen gegen das Boot vorne und es lief dann vorne in die Kajüte rein. Ich riss die Leder/Stoff Verkleidung runter und dort war das GFK schon schleimig und Schwarz.
    http://www.bilder-hochladen.net/i/1a3h-5h-4d0e.jpg

    Von außen haben wir dann vorne das Gummi runter gezogen und sahen das dort überall Risse drin sind wo das Regen Wasser durch gekommen war und man schon von innen nach außen gucken kann wenn man von innen leicht gegendrückt. So wie das aussieht muss das schon lange dort durchlaufen.
    http://www.bilder-hochladen.net/i/1a3h-5i-74c3.jpg

    Des weiteren habe ich den Teppich entfernt in der Kajüte und gesehen das sich das GFK abhebt vorne im Eingang, es ist ein riesen Riss der kreisförmig verläuft. Es sieht so aus als ob dort mal ein riesen Loch geflickt wurde, in dem man eine Glasfasermatte rüber gelegt hat und es mit Epoxid geschlossen wurde und rüber lackiert. Dies Löst sich rings rum.
    http://www.bilder-hochladen.net/i/1a3h-5j-60c9.jpg

    Macht es noch Sinn das Boot zu Reparieren oder ist es zu zerstört? Weiß ja nicht was noch so zum Vorschein kommt. Was könnt ihr mir empfehlen um das Boot wieder zu Reparieren? Für mich bricht grad eine Welt zusammen.

    Habe überlegt das Schwarze GFK vorsichtig wegzuschleifen und zu beten das ich nicht nach draußen durch schleife. Falls das noch funktioniert, was ich irgendwie bezweifle, dann würde ich diese stelle mit Glasfasermatte und Epoxid versuchen wieder zu verstärken. Von außen würde ich auch versuchen die gerissenen stellen unter dem Gummi zu schleifen und zu entfetten um dann epoxid in die Risse zu streichen. Dies müsste ich auch heute versuchen da das Boot draußen auf Böcke steht und es die nächsten tage wieder regnen soll. Falls ich von innen nach außen durch schleife, hab ich dann noch eine Chance das wieder hinzubekommen? Ich muss das Schwarze Zeug alles doch erst entfernen bevor ich die stellen mit Tar2 einstreichen kann und mit Glasfasermatte verstärken kann oder?

    Der Kreisförmige Riss bzw. das lösende GFK würde ich versuchen anzuheben und Epoxid drunter zu schmieren, anschließend wenn es getrocknet ist wieder bisschen verschleifen. Oder sollte ich versuchen das abzureißen? Ich meine Kleine Löcher oder Risse flicken bekomme ich vielleicht noch hin, aber wenn da jetzt ein riesen Loch zum Vorschein kommt wüsste ich nicht wie ich das jemals wieder stabil verschlossen bekomme.

    Ich hoffe ihr könnt mir da noch irgendwelche Tipps geben oder sagen ob das richtig ist was ich jetzt vorhabe.

    MFG. calle

  2. #2
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    Hallo Calle,
    lass einen Gutachter ran zum beurteilen. Aus meiner Sicht hast du hier verdeckte Mängel und immer noch ne Chance um das ganze rück abzuwickeln. Würde jetzt nicht weiter versuchen zu "flicken"!!

  3. #3
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    Hallo calle1, ja selbstvertändlich ist da einiges zu machen. Es hängt im wesentlichen davon ab, wieviel Geld im Spiel ist. Ist es ein eher symbolischer Preis von wenigen hundert Euro, buche das als Lehrgeld ab, und belaste Dich nicht mit der Rückabwicklung. Ist es sehr viel mehr Geld, würde ich eine Rückabwicklung versuchen, denn sowas überhaupt zu verkaufen ist eine Frechheit.
    Rein wirtschaftlich ist das ein Totalschaden, aber mit viel persönlichem Einsatz und Liebe läßt sich auch sowas wieder fitmachen. Abgesehen von der Rumpfstruktur gibt es sicher auch einen Motor und sonstige Installationen. Alles das muß man bedenken, bevor man sich darauf einläßt.
    Hast Du aufgegeben, was sinnvoll und nachvollziehbar ist, entsorge das Ding nicht komplett, sondern schlachte es vorher gründlich aus. Allein der Wert der Beschläge und diverser Anbauteile ist nicht zu vernachlässigen, und das alles wird Dir beim Versuch Nr. 2 gute Dienste leisten.
    Laß Dich nicht unterkriegen!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  4. #4
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    Ich werde jetzt los eine Plane besorgen und diese über das Boot spannen. Vorher werde ich gucken in wie weit das Schwarze Zeug vorgedrungen ist in dem ich eine kleine Schwarze stelle schleife, vielleicht hab ich ja Glück was ich bezweifle und dahinter ist es noch bisschen weiß. Dann werde ich mich nach einer Rechtsberatung umschauen. Falls dabei nix raus kommen sollte werde ich abklären müssen ob das Boot dort stehen bleiben darf für weitere arbeiten oder ob es da weg muss. Dann werde ich überlegen ob es Sinn macht dort was zu reparieren oder ob ich es als Bastel Boot weiter verkaufe. Vielen Dank aufjedenfall für eure Beratung, muss das jetzt erst mal alles verarbeiten im Kopf, unfassbar alles.

    MFG. calle

  5. #5
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    Ich schliesse mich der Meinung von Sucher an. Die Leckage am Gummi betrifft eine defekte Rumpf-Deck-Verbindung. Das zu reparieren ist nicht einfach und auch teuer.
    So eine Grundinstandsetzung dauert lange und in der Zeit kannste auch nicht segeln. Es gibt sicherlich besser erhaltene, billige kleine Yachten, in solch ein Wrack würde ich keine Zeit(sehr wertvoll) und noch weniger Geld investieren!
    Der Schleim, schwarze Kram hinter der Verkleidung besteht aus Schimmelpilzen und Kleberresten. Wenn Du den Kram wegschleifst, nur mit Absaugung und Maske, damit Du die Sporen der Pilze nicht einatmest. Wenn Du ohne Absaugung schleifst, fliegen Dir die Sporen durch das ganze Schiff und lassen sich dort wieder nieder, wo es feucht, schlecht belüftest und dabk Sonneneinstrahlung warm wird.
    Den Tip für die Reparatur des Risses im Kielbereich ist ein schlechter Witz! Ein Derartiger Riss hat immer mechanische Ursachen. Hier muss nicht nur entfettet und gestrichen werden, da muss neu laminiert werden.
    Hast Du keine Vereinskameraden, die Du vor dem Kauf hättest fragen können? War das Boot so billig, dass Du ob dieses Schnäppchen gleich zuschlagen musstest? Was hast Du denn für das Wrack bezahlt?
    Ich würde an Deiner Stelle den Kauf Rückabwickeln (und zwar zügig, ohne weitere Arbeit in das Wrack zu investieren)und mit verdeckten Mängeln argumentieren(die Leckage durch die Gummileiste).

    Beachte bitte, dass Du jetzt die Entsorgung des Wracks an der Backe hast(wird je nach Bundesland/Entsorger) um die 500 bis 1000€ kosten!

  6. #6
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    Es wäre ja 1. überhaupt zu fragen was das Ding gekostet hat.
    Das Schiff ist 40 Jahre alt, da gibt's eben einigen Reparaturstau, leger ausgedrückt.
    Also meiner Meinung nach nur eine Frage des Preises.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  7. #7
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    Hallo calle,

    ärgerlich sowas.
    Frage: Kenne die Bezeichnung des Bootstyps nicht. Um was genau handelt es sich hier? Segel- oder Motorboot? Jolle oder Kielyacht?
    Auf dem 3. Foto sieht das ganze nach Motorboot aus, da ist m.M. nach die Reparatur der Rumpf-Deck-Verbindung relativ einfach. Aussen Anschleifen bis auf´s Laminat und dann mit Harz und Gewebe überlaminieren. Anschließend Lackieren. Wenn man das geschickt macht (z.B. weißer Streifen oder so) sieht´s aus wie gewollt

    Der Schimmelbefall ist doof. Die Verkleidung muss runter, dann der Schimmel weg, dann die Verkleidung wieder draufkleben.

    Grüße

    Andreas

  8. #8
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    Hallo Kalle, das mit dem Schimmelbefall wird total hochgepusht und ist tatsächlich lange nicht so schlimm, wie es aussieht. Gefährlich sind die Schimmelsporen, wenn sie in großer Menge in der Atemluft aufreten. Das ist nur der Fall, wenn die "guten" Bedingungen für den Schimmel weiterbestehen, also in erster Linie die Feuchtigkeit. Also gründlich trocknen und Neudurchfeuchtung zuverlässig verhindern. Dann den Schimmelrasen mit Wasser und Seife gründlich entfernen. Schwieriger ist das in schwer zugänglichen Ecken, aber das ist auch z.B. mit Sagrotan zu bewältigen. Wirklich problematisch ist das mit Polstern, die man nicht waschen kann, da hilft womöglich nur eine Erneuerung.
    Holzteile im Innenraum würde ich erst aufgeben, wenn sie nach gründlicher Durchtrocknung nicht mehr funktionieren, z.B. Schubladen oder Klappen.
    Das mit der Rumpf-Decksnaht ist schwieriger als es aussieht. Vor allem wenn sich das Schiff im Seegang oder bei sonstiger Belastung verwindet, werden da große Kräfte frei, die eine schlichte Überlaminierung leicht abreißen. Man muß die kaputte Dichtung herauspopeln, trocknen, reinigen, anschleifen, und mit einer elastischen Dichtmasse wieder verschließen.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  9. #9
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    Hi,

    Du weißt aber schon, dass Rumpf-Deckverbindungen nicht einfach nur mit einer dauerelastischen Fuge zusammengefügt werden? Eine ordentlich hergestellte (mit z.B. 5 oder 7 cm breiten richtigen Gewebestreifen auf dem vorhandenen Laminat aufgeklebte) Reparatur reißt Du da nicht auseinander. Voraussetzung ist die vernünftige Herstellung eines Untergrundes, da darf also nicht auf Gelcoat geklebt werden.

    Bei einem Segelboot ist die Reparatur an der Stelle etwas (auch nur etwas) schwieriger, bei einem Motorboot einfacher.

    Auf den Bildern ist nicht erkennbar wie diese Verbindung ursprünglich aussehen soll, ein "Flansch" zum verbolzen ist nicht sichtbar. Bleibt aber Spekulation ohne genaue Bilder oder vor Ort Besichtigung.

    Grüße

    Andreas
    Geändert von AndreasW (01.07.2016 um 11:43 Uhr)

  10. #10
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    Calle, das reparierste ohne Werft nicht fachgerecht. Mit Werft wird das viel zu teuer. Also, cool bleiben, Anwalt, mit dem die Schritte beraten. Zum Beispiel kann der Verkäufer sich nicht rausreden, dass ihm diese Mängel unbekannt waren, das ist zu offenkundig und zu gravierend. Er kann auch nicht sagen, Du hättest das alles kaputt gemacht, als das Boot Dir übergeben wurde war alles i.O. Denn offensichtlich sind die Schäden alt. Also vermuten wir hier Arglist. Deshalb wird der Richter sicher eine Rückabwicklung des Verkaufes urteilen. Wenn der Verkäufer denn Geld hat zur Rückabwicklung. Dennoch, ganz cool den Rechtsweg gehen. Der Typ hat sich gedacht, jeden Tag steigt ein Dummer ausm Bus, ich muss nur an der Haltestelle sein und Angebot brüllen, dann klappt es schon. Du warst der, den er erwischt hat. Nur unser Rechtssystem schützt Dich vor Betrug und Arglist, zumal wenn er Dir im Vertrakgstext noch dicht garantiert hat und am Ende auch noch unterschrieben hat, dass versteckte Mängel ihm unbekannt waren und er sie nicht verschwiegen hat. Carsten

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