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  1. #1
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    Standard Passagier Katamaran versenkt Segelboot bei strahlendem Sommerwetter

    "Sowohl das Segelboot, eine Yacht Typ "Faurby 330", das von der 64jährigen Bootsführerin gesteuert wurde, als auch der Katamaran, der von einem 54jährigen Schiffsführer gesteuert wurde, fuhren aus Richtung Konstanz kommend in Richtung Friedrichshafen.
    Aus bislang nicht bekannten Gründen übersah der Schiffsführer die Segeljacht und prallte mit der linken Schiffsfront gegen das Boot. Die 64-Jährige und ihr 69jähriger Ehemann wurden durch den Aufprall über Bord geworfen. Das Segelboot im Wert von 150.000 Euro zerbrach und versank sofort. Das Ehepaar, das keine Schwimmwesten trug, wurde durch die Besatzung des Katamarans geborgen. Der Bodensee weist in diesem Bereich eine Tiefe von ca. 240 Metern auf. Die Wassertemperatur betrug ca. 20°Celcius.
    Durch den Aufprall wurde die Bootsführerin leicht verletzt. Der Schiffsführer des Katamarans alarmierte die Wasserschutzpolizei in Friedrichshafen, die sogleich weitere Rettungsdienste alarmierte. Als der Katamaran in Friedrichshafen einlief, konnten sich die bereits eingetroffenen Rettungskräfte gleich um die Verunglückten kümmern. Sie waren jedoch nur so leicht verletzt, dass sie gleich wieder mit dem Katamaran in Richtung Konstanz fahren konnten.
    Am Katamaran selbst wird der Sachschaden vorläufig auf rund 5.000 Euro geschätzt.
    Nach Auswertung der Geo-Daten zur Unfallstelle wurde der dortige Bereich vor Hagnau noch nach Treibgut abgesucht, wobei an dieser Suche auch Polizeiboote aus Konstanz, Kreuzlingen (CH) und Friedrichshafen, sowie ein Boot der DLRG beteiligt waren.
    Den Schiffsführer erwartet nun unter anderem eine Anzeige wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs. Im Bereich der Unfallstelle war der Katamaran nicht vorfahrtsberechtigt.
    Ob das Segelboot geborgen werden kann und soll ist noch unklar.
    Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen dauern an."

    Der Unfall passierte bei strahlendem Sommerwetter und bester Sicht. Die Katamarane fahren 40 km/h und haben nur im engen Bereich der Landestellen in Konstanz und Friedrichshafen Wegerecht, dort müssen sie ebenfalls langsam fahren. Nachts führen sie dort die Wegerecht Lichter und tagsüber den grünen Ball. Zudem müssen sie ständig auf K 16 Hörwache gewährleisten.
    Bis jetzt sind die Katamarane durch grosse Rücksichtnahme aufgefallen. Auf freiem See müssen sie die Lichter löschen und den Ball einholen. Da sie keinen Wellenschlag verursachen sind sie angenehme Seegenossen ( im Gegensatz zur Baden oder zur Karlsruhe ).

    In der Nacht vom. 13. auf den 14. kurz vor Mitternacht wurden wir Zeuge folgenden Funkverkehrs zwischen einem Segler und einem Passagier Katamaran in voller Fahrt:

    "Katamaran, hier ist ....., sie haben die Vorranglichter eingeschaltet"
    keine Reaktion des Schiffsführers
    "Katamaran, ich mache sie noch einmal darauf aufmerksam, dass sie widerrechtlich mit Vorranglichtern unterwegs sind. Bitte löschen sie diese"
    wieder keine Reaktion des Schiffsführers
    "Katamaran ich mache sie noch einmal darauf aufmerksam, dass sie mit ungesetzlicher Lichterführung unterwegs sind. Was soll das ? Wollen sie noch ein Segelboot versenken ?"
    Dann endlich Reaktion des Schiffsführers des Katamaran" Ich verbitte mir ihre Bemerkungen"

    Vielleicht sollte die SBS mal den Alkoholgehalt oder die Befähigung ihrer Schiffsführer genauer prüfen.
    Von der WaschPo übrigens keine Reaktion.

  2. #2
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    Das kennt man auch von anderen Gewässern. Von den "professionellen" Schiffsführern werden segler schlicht als "weiße Pest" angesehen. Dementsprechend wird dann das Recht des Stärkeren ausgeübt.

  3. #3
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    Standard

    Mich hat das schon beim Bericht der Yacht-online so gewundert, dass ich fast einen Threat gestartet hätte - aber vermutlich irre ich mich. Ich meine für meinen Segelschein damals gelernt zu haben, dass die Fahrgastschiffe auf dem Bodensee immer Vorrang haben, und dementsprechend auch immer signalisieren.

    Oder ist der Vorrang der Fahrgastschiffe auf dem Bodensee speziell beim Katamaran eingeschränkt? Wo gibt es diese Information?


    Edit: also in der Schweizer und der Ba-Wü- Version der Bodensee-Schiffahrts-Ordnung steht das so:

    Art. 1.15 Vorrangfahrzeuge

    Fahrgastschiffen, die im Linienverkehr nach einem veröffentlichten Fahrplan eingesetzt sind, hat die zuständige Behörde auf Antrag einen Vorrang nach Massgabe dieser Verordnung einzuräumen...


    Wurde das beim Katamaran etwa nicht oder nur eingeschränkt gemacht?

    Edit 2: In einer älteren bayrischen Version habe ich nun gefunden, das mit Strafe belegt werden kann, wer:

    38. als Schiffsführer entgegen Art. 9.01 Abs. 2 „BSO“ einem Fahrgastschiff den Vorrang nicht einräumt,

    Das passt mit den Aussagen des Eröfnungsposts und der Meldung der Yacht-Online oder woher das Zitat oben stammt irgendwie nicht zusammen- sofern keine mir unbekannten Sonderregeln abseits meiner schnellen I-netsuche für den Katamaran vorliegen oder alles doch ganz anders ist. Warum war der Katamran an der Unglücksstelle nicht vorfahrtberechtigt? Und warum ist er es nach Fendants Beschreibung nur an einigen wenigen Stellen des Bodensees? Wo doch gerade für ein "Schnellboot" im Passagierverkehr der Vorrang (zumindest mir) auf den ersten Blick recht einleuchtend erschiene?

    Das der Katamaran oder Linienschiffe mal Vorrang haben und mal wieder nicht, dass das also örtlich wechselt fände ich ziemlich strange...
    Geändert von Ulstue (26.08.2016 um 12:12 Uhr)

  4. #4
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    @Ulstue

    Auch wenn ich Kurshalter bin habe ich nicht das Recht ein anderes Schiff zu versenken, sondern mit dem Manöver des letzten Augenblicks auszuweichen.

    P.S.

    Über die rechtliche Situation kann man sich später unterhalten. Billigend in kauf zu nehmen, dass Menschenleben gefährdet werden geht halt gar nicht, weder auf dem Bodensee noch sonst wo auf der Welt.
    Geändert von TomM (26.08.2016 um 15:17 Uhr) Grund: P.S.
    So long -> Tom

  5. #5
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    Zitat Zitat von TomM Beitrag anzeigen
    Über die rechtliche Situation kann man sich später unterhalten. Billigend in kauf zu nehmen, dass Menschenleben gefährdet werden geht halt gar nicht, weder auf dem Bodensee noch sonst wo auf der Welt.
    Genau. Deshalb müsste auch der Segler ersteinmal ausweichen - er sieht ja die Lichter - und nicht mit dem Katskippy über die Ordnungsmäßigkeit dieser Lichterführung sprechen, jedenfalls nicht, wenn er dazu Zeit hat. Hat er ja offensichtlich gehabt, sonst hätte er die Funke nicht bemüht.

    Analog wird man im Straßenverkehr auch einem Polizeiwagen mit Blaulicht nicht in die Seite mit der Begründung fahren können, das man überzeugt sei, dass kein Blaulicht-tauglicher Einsatzfall vorgelegen habe. Oder auf dem Wasser: Wer meint, dass er manövrierunfähig ist und die passenden Zeichen setzt, dem muss ich ausweichen, auch wenn ich der Meinung bin, dass der Skip einfach nur zu doof zum manövrieren ist. (Skurrile Annahme, ich weiß.)

    Nachtrag: Ich kenne den Bodensee nicht (außer vom Spazierengehen am Rande), habe aber eben auf die Schnelle bei der Recherche auch keine Einschränkung des Vorrangs gefunden, weder räumlich noch sonst irgendwie.
    Geändert von rwe (26.08.2016 um 15:43 Uhr)

  6. #6
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    @rwe,

    Es ist erst einmal wurscht wer hier was darf oder nicht, zunächst geht es darum alles vermeidbare zu tun um eine Kollision mit der Gefährdung von Menschenleben zu VERHINDERN.

    Alles was sich davor abspielt ist streiten um des Kaisers Bart MIT der Gefährdung von Menschenleben.

    Wenn der Herr Segler oder Katamaran Kapitän irgend etwas für ungesetzlich halten, dann können sie die Waschpo informieren und erst einmal die nötigen Manöver fahren.

    Ich verstehe diese Streiterei um Recht oder Unrecht nicht - steht dann auf dem Grabstein "Er hatte Recht"? Was kann sich der Tote davon mehr erwarten? Abgesehen davon, dass ich nicht in der Haut dessen sein möchte, der diese Kollision mitgestaltet hat. Ob er nun Recht hatte oder nicht.
    So long -> Tom

  7. #7
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    Zitat Zitat von rwe Beitrag anzeigen
    Nachtrag: Ich kenne den Bodensee nicht (außer vom Spazierengehen am Rande), habe aber eben auf die Schnelle bei der Recherche auch keine Einschränkung des Vorrangs gefunden, weder räumlich noch sonst irgendwie.
    Danke für die Mühe, mich würde es wirklich interessieren wenn jemand es konkretes weiss oder herausfindet. Erwähnt ist die Einschränkung in verschiedenen Medienberichten. Nur: wo kommt es her, und stimmt es? Ist bzw. wäre schon eine merkwürdige Regelung, die dann evtl. auch zu überdenken wäre.

    Ich habe gelesen, dass die Katamarane keine festen Kapitäne haben, sondern aus dem Kreis der "weissen Flotte" gestellt werden, die also sonst definitiv immer Vorrang haben. Wäre jetzt auch nicht so ein Wunder, wenn es da mit den Spezialregeln zu Irrtümern kommt.

    Manöver des letzten Augenblicks sind bei der Frage erstmal Aussen vor, es wird bei missglücktem Ausweichmanöver trotzdem nicht der Kurshaltpflichtige zum Unfallverursacher.

  8. #8
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    Kurze Klarstellung:

    a) Der eigentliche Unfall ( der erste seit es die Verbindung gibt )passierte am helllichten Nachmittag. Wind war so 4-5 kn, d.h. für die Faurby ca. 3 kn. Der Kat fährt auf freiem See 25 kn. Da hat der Segler keine Chance ein Ausweichmanöver zu fahren.
    b) Die Ausnahme, dass der Kat auf freiem See mit 25 kn keinen Vorrang hat steht in der Betriebsbewilligung der Fährlinie. Tagsüber holen sie am Eichhorn in Konstanz und am Läutwerk in Friedrichshafen die grünen Bälle ein und legen den Hebl auf den Tisch. Früher mussten 2 Kapitäne im Fahrstand sein, dies wurde ca. 2010 nicht mehr gefordert.
    c) Der Segler in der Nacht war weit genug vom Katamaran entfernt, keine Kollisionsgefahr. Er hat mit Recht den Kat darauf aufmerksam gemacht, dass er die Vorranglichter noch an hat bei voller 25 kn Fahrt. Zumindest hätte der Kat diesen Hinweis bestätigen können, denn offensichtlich hörte er mit. Weshalb die WaPo nicht reagiert hat entzieht sich meiner Kenntnis, aber die haben am Ende des Seenachtsfestes mit 500+ Schifferl ohnehin genug zu tun.

    Als dies gegen viele Umweltschützer Widerstände losging haben die Stadtwerke sogar verfügt, dass die Schiffsführer einen Segelschein machen mussten. Ich habe die ganze Zeit die Kat Skipper als rücksichtsvoll empfunden, sie weichen auch Regatten grossräumig aus, sind leise und machen keine Wellen und beantworten VHF Anrufe höflich und schnell. Deshalb erstaunt mich das Verhalten des Kat Skippers in der Nacht.
    Geändert von fendant (26.08.2016 um 17:46 Uhr)

  9. #9
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    Zitat Zitat von Ulstue Beitrag anzeigen
    Erwähnt ist die Einschränkung in verschiedenen Medienberichten. Nur: wo kommt es her, und stimmt es? Ist bzw. wäre schon eine merkwürdige Regelung, die dann evtl. auch zu überdenken wäre.
    Tatsächlich habe ich in den Schifffahrtsverordnungen, die Du angeführt hast, auch keine Einschränkung gefunden (die österreichische hatte ich auch noch gesichtet, alle drei scheinen mit Ausnahme der Rechtschreibung komplett identisch zu sein, ich hatte eben nur die ersten Paragraphen geprüft). Insofern ist die Frage nach der Herkunft der Auffassung schon spannend. Gerade als Revierfremder oder -neuling würde ich ja versuchen, mir die Essentials aus den Verordnungen bzw. sonstigen offiziellen Schriftstücken zu ziehen.

    In §1.15 finde ich den Hinweis, dass nach Linienfahrplan verkehrenden Fahrtgastschiffen durch die Behörde ein Vorrang einzuräumen ist (also als Gebot an die Behörde), anderen Berufsschiffen *kann* die Behörde einen Vorrang einräumen. Nun könnte es sein, dass der Kat nicht im Linienverkehr unterwegs war ("Mondscheinfahrt") und dass dies ein Grund der Interpretation des Segel-Skips war. Aber dem Kat kann ja dennoch die Berechtigung eingeräumt werden.

    Ich hatte dann noch einmal die Prüfungsfragen für das Bodenseeschifferpatent gesichtet; dort gibt es nur wenige Fragen zu Vorrangfahrzeugen, die sich im Wesentlichen auf die Signalführung beziehen. Die Musterantwort auf eine Frage allerdings könnte evtl. missinterpretiert werden: #148, "Ein Fahrzeug in der Nähe gibt drei lange Töne; was beabsichtigt es und wie müssen Sie sich erforderlichenfalls verhalten? - Vorrangschiff will in den Hafen einlaufen, Vorrang gewähren" Da muss man zwar schon ziemlich schräg denken, um den Vorrang auf eine Situation zu beschränken, die nur in Hafennähe stattfindet. Aber wenn ich an andere falsche Verallgemeinerungen in "meinem" angestammten Revier denke ("Berufsschifffahrt hat Vorrang", "Segler hat Vorrang", ...) , dann würde mich so etwas auch nicht komplett verwundern.

    @TomM: Ich habe auch noch keinen Crash gefahren und habe dies auch nicht vor. Aber genau deshalb würde ich als Skip des Seglers auch nicht die rechtliche Lage im Vorfeld per UKW diskutieren wollen, sondern das Signal "Vorrangfahrzeug" ernst nehmen und mich verpxxx. Ich würde auch nie auf den Gedanken kommen, auf dem Wasser mit jemandem darüber streiten zu wollen. Spannend finde ich hier die Frage, die Ulstue gestellt hat: Woher kommt die Rechtsauffassung? Und was kann und muss man tun, um eine falsche Auffassung (egal, welche es ist) zu korrigieren? Das ist im Straßenverkehr genauso wie in der Schifffahrt. Darüber können wir hier uns hier im Forum auslassen und gerne auch streiten. Ansonsten gilt auf dem Wasser und im Straßenverkehr (und sonst auch): So wenig Risiken wie möglich, defensiv fahren.

  10. #10
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    Zitat Zitat von fendant Beitrag anzeigen
    b) Die Ausnahme, dass der Kat auf freiem See mit 25 kn keinen Vorrang hat steht in der Betriebsbewilligung der Fährlinie.
    Ah, alles klar, vielen Dank. - Einerseits schade, dass ich dies als Revierfremder nicht so ohne weiteres finden kann, um mich für ein neues Revier kundig zu machen, andererseits muss es mich ja nicht wirklich interessieren, da nicht ich danach handeln muss.

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