Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    Registriert seit
    16.02.2016
    Beiträge
    31

    Standard Anmeldung, Gutachten, Versicherung, gebrauchtes Boot

    Hallo liebe Leute!

    Ich habe mir über diesen Winter ein älteres gebrauchtes Boot zugelegt.
    Nun muss ich es überall anmelden, ummelden, registrieren u.s.w.

    Zur Zeit haben wir den Kaufvertrag beidseitig unterschrieben, die Finanzierung ist meinerseits klar, die Versicherung (Haftpflicht + Kasko für das erste Jahr) habe ich auch schon abgeschlossen.

    Jetzt fehlen mir die weiteren Schritte bei der Planung. Am 1. April möchte ich mit meinen Freunden das Boot in Heiligenhafen abholen und nach Saarbrücken (genauer gesagt Saargemünd in Frankreich) überführen. Bis dahin ist aber noch einiges zu erledigen. Und zwar fehlt noch das offizielle Gutachten für die Versicherung und auch inoffizielles Gutachten für mich bei dem Kauf. Noch fehlt die Anmeldung der Flagge? Anmeldung UKW-Funk? Bootskennzeichen für Binnen?

    Außerdem will ich noch das Unterwasserschiff mit Antifouling streichen lassen. Und alles aufschreiben was an der Ausrüstung noch fehlt für die lange Reise nach Saarbrücken.

    Geplant habe ich wie folgt.
    Zwei Wochen vor dem Abholtermin während der Arbeitswoche Antifouling auftragen, da das Boot noch aufm Land steht und ich es sowieso machen muss.
    Zwei Wochen vor dem Abholtermin am Wochenende hinfahren und alles aufschreiben was noch zu kaufen ist für die Überführung.
    Zum Abholtermin den Gutachter bestellen, von außen anschauen, ins Wasser kranen, dann Segel und Motortests durchführen.
    Dann die eigentliche Übergabe unterschreiben.

    Nun kommen die eigentlichen Fragen:
    Zu welchem Zeitpunkt soll ich das Boot anmelden?
    Ist die Reihenfolge so ok?
    Wo soll ich das Boot anmelden, wenn mein Heimathafen sich in FR befinden wird?
    Ist es normal, wenn man während dem Kauf mit dem Gutachter noch den Preis herunter treibt, falls was nicht i.O. ist?

    Evtl. noch irgendwelche Tipps für die Ummeldung, Registrierung, Abholung, Überführung?

    Mit freundlichen Grüßen, Eugen

  2. #2
    Registriert seit
    15.10.2010
    Beiträge
    4.908

    Standard

    Zur Anmeldung:
    Du kannst für das Schiff einen IBS beim DSV oder ADAC oder DMYV beantragen. Die Nummer des IBS ist dann die Nummer, die Du am Schiff befestigen muss (Kennzeichenpflicht in Binnengewässern). Anschliessend kaufst Du Dir die Vignette bei den franz. Autoritäten (Voies Navigable de France (VNF)). Du kannst den IBS auch beim Wasser und Schifffahrtsamt in Saarbrücken oder wo auch immer beantragen. Wenn Du einen franz. Heimathafen haben willst, musst Du die Prozedur der francisation über Dich ergehen lassen (siehe http://www.douane.gouv.fr/articles/a...avigation-dafn)!
    Beantrage einen Deutschen IBS und bezahl jährlich dann die Vignette, geht schneller und einfacher !


    Gutachter: bitte die Versicherung Dir einen zu nennen, den Du dann beauftragst und der das Boot begutachtet. Das kann auch der Gutachter sein, der Dir bei der Abnahme des Schiffes hilft. Der muss dann nur noch das Wertgutachten für die Versicherung oben draufsetzen.

  3. #3
    Registriert seit
    16.02.2016
    Beiträge
    31

    Standard

    Hallo 2ndtonone!

    Vielen Dank für deine Antwort.
    Ich habe gerade 10-15 unterschiedliche Stellen in Frankreich angerufen, aber immer noch keine Anwort auf meine Fragen bekommen )))

    So, du meinst, ich nehme mir den IBS z.B. bei ADAC, das hatte ich auch vor. IBS ist ja international, gilt also für DE und für FR. Soweit OK.

    Falls die mich nach der Adresse fragen, beim Registrieren des IBS, soll ich dann die Adresse des Hafens angeben? Ja, ich muss wohl den Hafen in FR als Heimathafen haben, sonst habe ich ja gar keine Adresse (sprich ich bin ab dem Februar 2017 aus meiner jetzigen Wohnung ausgezogen). Also MUSS ich diese komische Francisation machen, oder?

    Ich kann evtl. den IBS theoretisch auch in FR beantragen, oder nicht? Es macht dann zwar kein Sinn, aber nur zum Verständnis.

    Die Vignette muss ich doch auch als Deutscher oder Franzose oder sonst kaufen, es gilt ja generell für alle, die die Binnengewässer Frankreichs nutzen wollen. Oder?

    Die Frage ist jetzt ob ich zuerst alles in DE mache und mir vorerst die Adresse meiner Eltern nehme und dann schrittweise in FR anmelde (Heimathafen, Adresse im Personalausweis u.s.w.)
    Oder mich direkt in FR anmelde, die Französische Flagge nehme und gleich den Heimathafen als Adresse im Personalausweis eintrage.

    Zu der Info wegen Gutachter und Versicherung ist auch klar. Mir ging es um die Reihenfolge der Termine.

    Gruß, Eugen

  4. #4
    Registriert seit
    15.10.2010
    Beiträge
    4.908

    Standard

    Viele Fragen!
    IBS in DE mit Anschrift in DE verbinden, dass vereinfacht den behördlichen Vorgang. Den Heimathafen würde ich in DE wählen, damit Du unter keinen Umstände unter die franz. Schiffsausrüstungspflicht fällst.
    Francisation: für Binnengewässer brauchst Du das nicht( Schlagwort utilisés en mer):
    Les navires de plaisance ou de sport destinés à être utilisés en mer, d'une longueur de coque supérieure ou égale à 7 mètres ou d'une longueur de coque inférieure à 7 mètres mais dotés d'une motorisation égale ou supérieure à 22 chevaux administratifs, sont francisés par la douane puis immatriculés par les affaires maritimes.

    Termine:
    1. Besichtigung mit Gutachter des Schätzchen
    2. Kaufvertrag unterschreiben
    3. Wertgutachten
    4. Versicherungsvertrag
    5. IBS (kann aber auch unter Punkt 3 paralell laufen)!

    Als Alternative zum IBS kannst Du auch den Eintrag in das Binnenschiffsregister beantragen(Pflicht, falls das Schiff mindestens 10 m3 Wasser verdrängt(10t wiegt)!
    Siehe: http://www.dmyv.de/aktuelles/detail/...portboote/?L=0

    Nochmal: mache alles D, die Sprache und die Gebräuche kennst Du und kannst sie leicht recherchieren.
    Den FrNzosen ist es letztlich egal, wo Dein Schiff angemeldet ist, hauptsache Du kaufst und bezahlst die Vignette und den Liegeplatz.
    Für die Zahlung der Erbschaftssteuern, Einkommenssteuer etc. ist die Nationalität des Schiffes unerheblich. Erkennen die Franzosen den Liegeplatz inkl. schiff als Hauptwohnsitz an, dann musst Du in F. Steuern zahlen, vor allem wenn Du in D. Keinen Wohnsitz mehr hast. Bei der Rente ist es so, dass sie in D. Besteuert wird und Du sie in Frankreich inkl. Gezahlter Steuer beim Finanzamt angeben musst (Progression)!

  5. #5
    Registriert seit
    01.02.2008
    Beiträge
    1.986

    Standard

    Zitat Zitat von eugengraf Beitrag anzeigen
    Hallo liebe Leute!

    Ich habe mir über diesen Winter ein älteres gebrauchtes Boot zugelegt.


    Zur Zeit haben wir den Kaufvertrag beidseitig unterschrieben, die Finanzierung ist meinerseits klar, die Versicherung (Haftpflicht + Kasko für das erste Jahr) habe ich auch schon abgeschlossen.

    Und zwar fehlt noch das offizielle Gutachten für die Versicherung und auch inoffizielles Gutachten für mich bei dem Kauf.
    Das ist jetzt aber wirklich eine interessante und auch mutige Variante

    Erst den Kaufvertrag unterschreiben und denn den Gutachter rufen.

    Macht man das normalerweise nicht in der umgekehrten Reihenfolge ?

  6. #6
    Registriert seit
    16.02.2016
    Beiträge
    31

    Standard

    Ja, stimmt, viele Fragen )))

    Ich habe jetzt vieles geklärt, danke Dir.
    Endlich habe ich den Präsidenten des Hauphafens in Sarreguemines erreicht. Er meint, mit der Adresse im Hafen kein Problem. Hat mir gesagt, ich soll ihm eine Vorstellungsmail schreiben mit Fotos vom Boot.

    Ich habe mich im Kreis gedreht zwischen Mairie - VNF - Haupthafen.
    Weil es ist der Nebenhafen, wo noch Platz ist. Dieser soll über VNF verwaltet werden. Die Leute dort sagen, rufen Sie in Mairie an, wir sind nur für die Liegeplatze und Vignette zuständig. Die Leute in Mairie sagen, rufen Sie im Hauphafen an, die verwalten den Hafen.

    Na dann warte ich mal, was der Hafenmeister mir auf die Mail antwortet. Falls alles OK läuft, mache ich alles ausser der Wohnadresse in FR, in Deutschland. Aber die Steuern zahle ich dann wegen der Adresse an FR.

    Mein Boot wiegt 8 Tonnen, also unter 10.

    Der Ablauf ist ok, ich verstehe.
    Antifouling schiebe ich noch vornedran.

    Gruß, Eugen

  7. #7
    Registriert seit
    16.02.2016
    Beiträge
    31

    Standard

    Zitat Zitat von sevenseas Beitrag anzeigen
    Das ist jetzt aber wirklich eine interessante und auch mutige Variante

    Erst den Kaufvertrag unterschreiben und denn den Gutachter rufen.

    Macht man das normalerweise nicht in der umgekehrten Reihenfolge ?
    Ja, ist echt mutig, aber das habe ich gemacht.

    Kaufvertrag läuft zwar ab Unterschrift, aber die negativ gelaufene Übergabe kann der Grund sein aus dem Kaufvertrag auszutreten.
    Falls etwas aus der Ausrüstungsliste nicht funktionosfähig ist, kann man entweder am Preis handeln oder der Verkäufer soll reparieren. Deshalb eben brauche ich den Gutachter (und auch für die Versicherung).

    Die Versicherung habe ich zwar genommen, aber erst ab der Übergabe ist diese gültig.
    Ich wollte nur Bestätigung haben, dass ich eine Versicherung habe.

    Leider ist es mit der Überführung sehr knapp (1 Monat von Heiligenhafen nach Saarbrücken), deshalb will ich soviel wie möglich im Voraus machen.

    Gruß, Eugen

  8. #8

    Standard

    Hallo Eugen,

    ersteinmal herzlichen Glückwunsch zum Kauf eines eigenen Schiffes. Das ist ja immer eine spannende und emotionale Sache. Dein Vorgehen hinsichtlich des Kaufvertrages klingt wirklich außergewöhnlich. Wolltest Du dir das Schiff sichern bevor es ein anderer kauft? Ich wünsche Dir sehr, dass Du keinen Ärger mit dem Verkäufer hast und dass, Dein Schiff auch Deinen Erwartungen entspricht.

    Hast Du denn einen GEwährleistungsausschluss mit dem Verkäufer vereinbart oder übernimmt er irgendwelche Garantien? Wie siehts mit der Antriebsmaschine aus? Ist die zuverlässig? Ich freue mich auf Deine Antwort.

    LG

  9. #9
    Registriert seit
    02.03.2009
    Beiträge
    1.139

    Standard

    Äääähhh "Schiff und Recht"?
    Was 'n das für'n Name?
    fragt sich
    B.B.

  10. #10
    Registriert seit
    23.03.2007
    Ort
    Zentrum von Deutschland
    Beiträge
    4.835

    Standard

    immer noch besser als : "rechts geschifft" oder "Schiff und rechts" mit Bootsname "Little Pegida"o.ä.

    wird wohl eine Anwalt sein ?

    QUERULANT = https://blog650.wordpress.com
    HORIZONTE = https://blog35215.wordpress.com

Ähnliche Themen

  1. Erfahrung mit Boatshed Plymouth Gebrauchtes Boot & Yacht Brokerage
    Von Farwelle im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 10.09.2016, 19:32
  2. Gebrauchtes Banana-Boot, besegelt
    Von peterpawlow im Forum Privater Ankauf
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 12.03.2012, 12:15
  3. Gebrauchtes Boot aus Dänemark einführen
    Von Sven-1973 im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 15.09.2007, 14:16
  4. Wann ein gebrauchtes Boot kaufen ?
    Von Meridian im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 14.02.2006, 00:37
  5. Welche Versicherung für privat geliehenes Boot
    Von KptAhab im Forum Fragen, Antworten & Diskussionen
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 13.05.2004, 23:03

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •