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  1. #1
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    Standard Piratenabwehr, aktueller Stand

    Hallo Ihr, diese Sau wird ja häufiger durchs Dorf getrieben, aber ich glaube der neueste Wissensstand zum Thema ist für viele, die etwas weiter segeln wollen, oder wenigstens davon träumen nicht uninteressant.
    Aus vielen hier und anderswo gelaufenen Threads kann man entnehmen, daß Schußwaffen definitiv nicht opportun sind, das bedarf keiner Diskussion mehr.
    Ich möchte hier einige Maßnahmen zur Diskussion stellen, die ich an verschiedenen Stellen aufgesammelt habe:
    1) Angelschnur nachschleppen. Ein Nylonmonofilament größeren Durchmessers bewirkt ziemlich zuverlässig, daß es beim Überfahren die Schraube blockiert. Ein Motorbootfahrer, ganz gleich mit welchen Absichten, kann das nicht erkennen und kann bei geschicktem Manöverieren direkt in die Falle gelockt werden. Man kann den Effekt noch verstärken, in dem man mehrere Schnüre nachschleppt, oder bei Versagen genügend Material zum Nachliefern hat.
    2) Weidezaun. Insbesondere bei Kunststoffbooten ist mir aufgefallen, daß man schon für den Blitzschutz Reling, Bug- und Heckkorb erden sollte (was offenbar nicht auf jedem Schiff vollzogen wird). Wenn man dieses Erdungsnetzwerk für Reling, Bug- und Heckkorb getrennt vom restlichen Schiff ausführt, könnte man das im Falle eines Falles von der Erdung abtrennen, und mit einem Weidezaungerät verbinden. Als Steigerung könnte man statt des Weidezaungerätes den 230V- Spannungswandler nehmen, der dann auch mit Übergangswiderständen wie nassem Deck fertig wird.
    3) Angesichts des fortgeschrittenen Piratenüberfalls das Schiff per Beiboot verlassen, aber vorher alle Luken schließen und die CO2-Feuerlöschanlage auslösen. Die Piraten können dann zwar an Bord steigen, aber der Zugang ins Schiffsinnere ist ihnen auf Stunden verwehrt. Wenn die Piraten weg sind, muß man natürlich erstmal gründlich lüften. Könnte auch mit Tränengas funktionieren.

    Man sieht, diese Maßnahmen sind gestaffelt in Bezug auf Entfernung und Wirksamkeit, auf jeder Ebene bleibt der jeweilige Schaden relativ gering, kein Mensch gerät in Lebensgefahr, und alles ist (mit Einschränkung) legal, es sind eher "weiche" Maßnahmen.
    Die Fragen sind daher: wie wird die Wirksamkeit eingeschätzt, sind in diesem Rahmen noch weitere Maßnahmen denkbar?
    Viele Grüße und ein hoffentlich piratenfreies Neues Jahr!
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  2. #2
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    MC Pomm
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    Moin,

    ich stelle mir gerade vor der Pirat fasst an den Weidezaun, kriegt eine gewischt und sagt dann ach so, ja nee, dann halt nicht.... Wenn ich Pirat wäre würde ich solange auf dein Schiff schießen, bis der Strom abgestellt ist.......

    Das mit der Angelschnur finde ich in der Theorie prima, bin aber nicht sicher ob das funktioniert wenn die Angelschnur nicht tampendick ist..

    Ich vermute einfachmal, dass es zu den Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Piratenkarriere gehört über eine gewisse Dickfelligkeit in moralischen Fragen und ausreichende Bewaffnung zu verfügen, was an sich schon eine ungünstige Mischung ist. Solche Lute würde ich nicht verärgern wollen.
    Mein Vorschlag wäre daher, sich auf die Prävention zu konzentrieren. Weder das Boot noch die Besatzung sollte nach Geld aussehen. Man sollte sich in der Zurschaustellung von Reichtum sehr zurückhalten. Ein aktives AIS, das jedem verrät wo ich mich grade aufhalte ist vielleicht keine ganz so gute Idee.

    Sind die Piraten erst mal da, wäre ich höflich, würde Kaffee anbieten, die ungebetenen Gäste davon überzeugen, dass bei mir nix zu holen ist und ganz wichtig, sozusagen als Trostpreis irgend eine kleinen Erfolg z.B. in Form von 500 Dollar (als Notgroschen) gut findbar zu "verstecken" und das Beste hoffen

    LG Jürgen

  3. #3
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    Hallo Käptain Blaubär, Deine Einwände sind sicher berechtigt, aber in jedem Fall? Bei der Nylonschnur stelle ich mir ein Kaliber von mindestens 0,5mm oder besser 1mm bei einer Länge von mindestens 300m vor. Ich schätze mal, für Schleppangelei ist sowas ohnehin dabei. Die Schnur schwimmt nahe der Oberfläche im Kielwasser. Dann muß man halt so manöverieren, daß der Verfolger das Kielwasser kreuzt. Der muß nicht unbedingt gleich erkennen, was seinen Antrieb gestoppt hat.
    Der Weidezaun wäre die nächste Verteidigungslinie. Du hast sicher recht, wenn da von Seiten der Piraten längst Schußwaffen im Spiel sein können. Ob man diese Sache wirklich einsetzt, wird man je nach Situation einschätzen müssen. Es gibt jedenfalls einige Berichte über Situationen, wo das definitiv geholfen hätte.
    Mein Schiff ist schonmal einige Jahrzehnte alt, es wird sicher nicht nach viel Geld aussehen, da habe ich keine Befürchtungen.
    Zur Prävention habe ich noch eine Idee, die ich beim Wohnmobilfahren schon ausgiebig praktiziert habe (sie hilft auch gegen übereifrige Gesetzeshüter), und die man mit dem Schiff per GPS sicher auch hinkriegt: Piraten haben eine gewisse Vorlaufzeit, insbesondere an Ankerplätzen. Wenn man sein Schiff längere Zeit an einem besonders idyllischen Ankerplatz liegen läßt, wird sich das herumsprechen und die Info kommt irgendwann auch in der Unterwelt an und löst Aktionen aus. Man darf halt nicht lange bleiben! Man kann mit dem Schiff per GPS mit voreingestellten Wegpunkten auch in stockdunkler Nacht einen vorher ausgesuchten Ankerplatz punktgenau anfahren, und dort sicher übernachten, ohne daß es jemand merkt. Später rochiert man zu einem anderen Platz, an dem man auch wieder nicht allzulange bleibt. Mit dieser Taktik führt man niemanden in Versuchung!
    Viele Grüße
    nw
    Geändert von sucher (03.01.2017 um 11:53 Uhr)
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  4. #4
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    Mit der "Angelschnur" ist ja schönes kopfkino ...
    Piraten kommen nach eigenen Erfahrungen nicht von achtern auf, sondern immer von schräg voraus.
    Doof sind die auch nicht, oftmals gut bewaffnet.
    Mit dem schwimmen haben sie dann aber ARGE Probleme.
    Also, mein tip, wenn Kalaschnikow s dann hat man 2 Möglichkeiten, entweder man wird erschossen, über Bord entsorgt, entführt etc.
    oder man rammt die Piraten, flammt das Schiff mit mollies ordentlich an, das sie über Bord springen müssen und verhindert auf Teufel komm raus so eine mögliche enterung.
    In internationalen Gewässern bin ich als Kapitän judikative und exekutive zugleich, wenn nicht ... einfach nur schneller Tod.

    Aber wie gesagt, es ist nur mein tip, denn mind. 999 von 1000 fischern sind keine Piraten
    Indios & Eulenspiegel
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  5. #5
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    Hallo RW2, das mit den Mollies hört sich ja gut an, aber wenn die bösen mit einem Schlauchboot kommen, muß man schon den Motor treffen, damit das Glas zerbricht. An allen anderen Flächen wird der Molly nicht zerbrechen, und könnte zurückgeworfen werden. Das wäre dann kein Erfolg!
    Es müßte schon ein stählernes Schiff sein.......

    Wenn ich sehe, daß einer von vorne mit Kollisionskurs kommt, kann ich in aller Unschuld ein Ausweichmanöver fahren. Wenn er dann weiter draufhält, kann ich ja ganz umdrehen und dafür sorgen, daß er durch mein Kielwasser muß, wenn er seine Ziele weiter verfolgt.
    Viele Grüße
    nw
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  6. #6
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    Kreativ denken und vorausschauend handeln, dann reicht auch ne Pütz mit brennstoff ... ich hab noch keinen (Nicht)schwimmer mit schnell Feuer Gewehr gesehen, das taucht ...

    Unbewaffneten Gruss aus Südostasien
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  7. #7
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    Ist der Thread ein Witz?

    Da kommt ein schnelles Motor- bzw. Schlauchboot mit vier bewaffneten Typen von zwo Strich auf Dich zu und Du denkst an Manöver fahren oder gar Mollies werfen? Kannst Du vergessen. Schon mal in echt auf einen gegnerischen Gewehrlauf gesehen?

    Wenn Du dich auf Augenhöhe wehren willst, musst Du in Windeseile einen Viefach-Mord begehen - das hast Du ja zum Glück bereits eingangs kategorisch ausgeschlossen. Allerdings leider wegen der Komplikationen eine Schusswaffe mit zu führen.

    Ansonsten hast Du ausschließlich die Wahl, Dich glimpflich überfallen zu lassen, oder eben mit persönlichen Verlusten. Das mit dem reich/arm aussehen ist auch nur bedingt gültig. Die Boote der letzten Opfer waren schließlich nicht alle Amels. Die sahen zum Teil auch runtergekommen aus.

    Ich würde besonderen Wert darauf legen, nicht gekidnappt zu werden. Keine Fotos und Hinweise auf Familie, Verwandte und Bekannte an Bord haben. Handy /Callhistory etc. Und natürlich einen realistischen Notgroschen, damit die Fahrt nicht ganz umsonst war. Wenn Du einfach nur eine Person auf dem Meer bist, gibt es keinen keinen Grund, Dir was anzuhaben. Wenn Du allerdings Geld bringen könntest oder aber Ärger machst, wirds hässlich werden.

    Gruß R.

  8. #8
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    Hallo RunTanplan, ja, das ist das Wesen solcher Ereignisse, daß man nicht vorraussehen kann, wie so was läuft. Nimmt man grundsätzlich das Schlechteste an und wirft von vorneherein die Flinte ins Korn, weil es sowieso keinen Erfolg haben wird, dann würde ich an Deiner Stelle erst gar nicht losfahren. Letztlich ist das hier ein Gedankenspiel, oder moderner Brainstorming, was man denn tun könnte. Ich gehe davon aus, daß jeder, der sich mit diesem Thema beschäftigt, all die vielen Berichte über glimpfliche und schlechte Verläufe derartiger Vorkommnisse verfolgt hat, und sich überlegt hat, was da zu tun sei. Das hier soll nichts anderes sein, als eine aktuelle Bestandsaufnahme dieser Gedanken.
    Aus meiner Sicht hast Du völlig recht, Vermeidung ist das primäre Ziel. Wie man sich verhalten soll, wenn es passiert ist, gehört meiner Meinung nach auch hierherein.
    So ganz nebenbei: Dünne und kurze Angelschnüre hatte ich schon mehrfach in der Schraube. Mein Antrieb hat darüber nur gelacht. Hatte jemand schonmal eine dicke (0,5 - 1mm) und lange (300m) Angelschnur in der Schraube? Lacht da der Antrieb immer noch?
    Viele Grüße
    nw
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  9. #9
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    Hi Sucher,

    das hat nichts - also gar nichts - mit Flinte ins Korn werfen zu tun. Wenn Deine Angelschnuraktion fehl schlägt (und das wird sie sicher bei 250 PS und gegenläufiger Schraube) dann steigt die Gefahr zu sterben auf über 99%. Wenn Deine Angelschnuraktion gelingt, wirst Du sicher in den nächsten 24 Stunden wieder aufgesucht und dann wirst Du sterben. Wenn Du irgendwelche brennenden Dinge werfen kannst, wirst Du schnell erschossen werden.

    Es hilft nicht heldenhaft in eine total unterlegenen Situation zu sein, es ist einfach nur dumm. Statt dessen ist es schlau, sich darauf zu konzentrieren, was das Ziel ist. Piraten wollen Wertgegenstände und sind dafür bereit, als Nichtschwimmer auf dem Meer herumzufahren und schnell zu töten. Du willst am ehesten Dein Leben behalten. Nenn es, wie du willst - ich sehe da durchaus das Potential einer Einigung. Sie sind halt leider überlegen, weil sie sich nicht an Moral- und Rechtsvorgaben halten. Das kannst Du nur toppen in dem Du das überbietest - nicht mit Pfadfindertricks oder Lichtschwertern und der guten Seite der Macht.

    Gruß R.

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