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  1. #1
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    Standard Boot im eigenbau Katamaran Material

    Hi.
    Ich ein ein paar Freunde von mir sitzen gerade an einer Planung eines Katamaran.
    Es ist auch ein Segler in unserer Mannschaft. Allerdings stellt sich für uns 1 Frage.
    Ein Katamaran besteht aus 2 Rümpfen die oft mit einem Netzt verbunden sind in der Mitte ein Mast...

    Der Rumpf ist aber sehr dünn und lang. Zum Beispiel bei einem Hobie Cat.

    Aus welchen Material wird so ein Rumpf gebaut.
    Reicht auch einfach Holz?
    Mit freundlichen Grüßen
    Meine Wenigkeit.

    PS:
    Danke im Voraus für die Antworten.

  2. #2
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    Zitat Zitat von ddave28 Beitrag anzeigen
    .......
    Reicht auch einfach Holz?
    .......
    Ja. Tornado, Unicorn und Co wurden ursprünglich für Sperrholz konstruiert. Jetzt braucht Ihr nur noch jemand, der was von darstellender Geometrie versteht Empfehle "Katamarane und andere Mehrrumpfboote" von Sass, DK

    Gruß Franz
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  3. #3
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    Hallo ddave28, ich meine, speziell zum Selbstbau eines Einzelstücks ist die Sperrholzmethode am besten geeignet: Man baut sich aus billigem Material ein Gerüst aus Spanten bzw Schotten auf einer stabilen Helling. Die Maße entnimmt man aus einem vorgefertigten Riß. Einzig den Kiel (Kielschwein) und die Rumpf-Deck-Verbindung erzeugt man aus dauerhaftem Material. Dann braucht man eine große Menge an 3mm-Furnieren, auch aus dauerhaftem Material, z.B. Mahagoni oder Teak. Daraus sägt man 30-50mm breite Streifen. Die erste Lage tackert man mit rostfreien Klammern dicht an dicht auf dem Spantengerüst fest. Für die zweite und alle folgenden Lagen verklebt man das zusätzlich mit Epoxid-Harz. Nach jeder Lage läßt man das Harz aushärten und entfernt die Klammern und arbeitet alles ggf. nach. Je nach gewünschter Stabilität bzw. Gewicht reichen 5-10 Lagen, immer über Kreuz.
    Nachdem das fertig und durchgehärtet ist, entfernt man die Spanten bzw Schotten aus billigem Material. Wenn man sich passenderweise einen Riß mit vor allem sphärisch gekrümmten Flächen ausgesucht hat (das sind gewöhnlich die Risse für GFK), sind die Flächen außerordentlich stabil und brauchen keine Spanten.
    Bei einem Kat ist der Schwachpunkt nicht die Stabilität der Rümpfe an sich, sondern die Brücke zwischen den Rümpfen. Diese Verbindung unterliegt im Seegang einer deftigen Wechselbelastung!
    (Für die Skeptiker: Ich habe mit der Methode schon mal ein Beiboot gebaut, nach dem Riß eines (modifizierten) Optimisten, sehr leicht, sehr stabil!)
    Viele Grüße
    nw
    Geändert von sucher (16.01.2017 um 10:47 Uhr) Grund: Korrektur
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  4. #4
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    ........ Ich habe mit der Methode schon mal ein Beiboot gebaut, nach dem Riß eines (modifizierten) Optimisten, sehr leicht, sehr stabil!)
    Viele Grüße
    nw
    Das ist der Klassiker, aber dem modernen Material Sperrholz nicht angepasst. Van der Stadt perfektionierte den hellinglosen Bau für Plattenkonstruktionen. Rod March entwickelte das geniale Prinzip wie in #2 dargestellt. Die selbsttragende Konstruktion spart die Spanten und Stringer, nur dünne Spanten halten die tragende Hülle in Form. Katamarane leben vom geringen Gewicht, die Rümpfe haben nur ca. 60% des Gesamtgewichtes.
    Würde ich die Konstruktion eines offenen Kats angehen (bin sicher das lohnt sich nicht) nähme ich das R.March-Prinzip verbunden mit dem von Jüs Segger: Zuschneiden, nähen (mit Draht oder Tape und Montageschaum), kleben (mit Epoxilaminat). Mit diesem Prinzip haben wir Ender der 70er zwei Surfboards gebaut.
    Bleibt die Herstellung des Riggs und der Segel, vom Bastler nicht zu stemmen! Die Anschaffung übersteigt den Preis eines abgerockten Regattakats.

    Gruß Franz
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  5. #5
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    Hallo grauwal, das Beiboot mit dem selbst aus Furnieren zusammengeklebten Rumpf war der zweite Versuch. Der erste Versuch war aus Sperrholzplatten mit Cu-Drähten zusammengenäht, damals vor gefühlten 30 Jahren ein Vorschlag aus der Yacht. Hat aus irgendwelchen Gründen nicht wirklich gut funktioniert, deshalb der zweite Versuch, hat ca 25 Jahre gehalten.
    Wenn ich heute maximalen Leichtbau wollte, würde ich die beim Surfbrettbau (auch vor 30 Jahren) gemachten Erfahrungen anwenden, also Hartschaum kombiniert mit Glasfaser und Epoxidharz. Da hat sich gezeigt, daß es zumindest beim Surfbrett eine sinnvolle Gewichtsuntergrenze gibt, die man zwar unterschreiten kann, aber dann fliegt das Surfbrett schon bei leichtem Wind weg, selbst, wenn es auf dem Wasser liegt.
    Ich schätze, auch einen größeren Kat kann man so leicht bauen, das er von selbst wegfliegt (ohne Ballast), aber trotzdem zum wirklichen Fahren stabil genug ist, wie beim Surfbrett. Prinzipiell wird ja der Quotient Größe/Gewicht umso güstiger (leichter) je größer das Objekt ist.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  6. #6
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo grauwal, das Beiboot mit dem selbst aus Furnieren zusammengeklebten Rumpf war der zweite Versuch. Der erste Versuch war aus Sperrholzplatten mit Cu-Drähten zusammengenäht, damals vor gefühlten 30 Jahren ein Vorschlag aus der Yacht. Hat aus irgendwelchen Gründen nicht wirklich gut funktioniert, deshalb der zweite Versuch, hat ca 25 Jahre gehalten.
    Das kannst Du aber nicht der Methode vorwerfen, die ist seit Jahrzehnten bewährt.
    http://www.segger-boote.de/

    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Wenn ich heute maximalen Leichtbau wollte, würde ich die beim Surfbrettbau (auch vor 30 Jahren) gemachten Erfahrungen anwenden, also Hartschaum kombiniert mit Glasfaser und Epoxidharz. Da hat sich gezeigt, daß es zumindest beim Surfbrett eine sinnvolle Gewichtsuntergrenze gibt, die man zwar unterschreiten kann, aber dann fliegt das Surfbrett schon bei leichtem Wind weg, selbst, wenn es auf dem Wasser liegt.
    Ich schätze, auch einen größeren Kat kann man so leicht bauen, das er von selbst wegfliegt (ohne Ballast), aber trotzdem zum wirklichen Fahren stabil genug ist, wie beim Surfbrett. Prinzipiell wird ja der Quotient Größe/Gewicht umso güstiger (leichter) je größer das Objekt ist.
    Viele Grüße
    nw
    Stimmt schon, dass es beim Surfbrettbau gute Gründe gibt kein dünnes Sperrholz zu verwenden, z.B. Empfindlichkeit bei punktförmigen Belastungen. Ein Knies brach nach einem Schleudersturz durch die dafür nicht vorgesehene Fläche vor dem Mast (der Klügere gab nach) . Die Steifigkeit des Körpers und das geringe Gewicht waren aber erste Sahne. Es wurde damals wild experimentiert.

    Ein Katamaran in klassischer Bootsbauweise ist zu schwer. Die Bootshaut muss auch tragende Aufgaben übernehmen.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  7. #7
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    Hallo, grauwal, das war die Zeit als die "Sinker" aufkamen. Die sind vor allem sehr viel kürzer als die Verdränger, da steht der Mastfuß vielleicht 30cm hinter dem Bug. Ein Schleudersturz entsteht, wenn man sich nicht schnell genug aus dem Trapez befreien kann, und so per Hebel durch den Mast am Trapezgurt in die Höhe und ein ganzes Stück vor dem Bug ins Wasser geschleudert wird. Selbst dabei kommt man kaum mit dieser Fläche vor dem Mast in Berührung. Zudem ist diese Fläche aus stark gekrümmt, daß sie allein dadurch besonders stabil ist. Die voher üblichen großen Bretter mit 3,50m und mehr Länge habe ich nie gebaut. Meine Kreationen hatten max 2,7m, und das kürzeste war, so meine ich 2,1m. Wenn man da Einzelstücke genau plant, und natürlich genau weiß, wer da mit welchem Rigg fahren will, kann man den Leichtbau auf die Spitze treiben, indem man das Volumen genau auf den Surfer abstimmt, und die Stabilität der Standfläche genau auf das Gewicht des Surfers hintrimmt. Dabei muß die Stabilität erlauben, daß man z.B. in der typischen Gardasee-Ora mit vollem Tempo in die Welle knallt. Da habe ich tatsächlich fertiggebracht, so ein Surfbrett mit weniger als 4kg (mit Einbauten wie Mast-Fundament, Finnenkasten und Fußschlaufen für eine schlanke Surferin) hinzukriegen. Das erwies sich jedoch als wenig praktikabel, weil das Ding nicht von alleine liegenblieb.
    Ich stelle mir das nicht allzu schwierig vor, diese Techniken auf einen Kat anzuwenden. Man braucht halt einen guten, erprobten Riß, und wenn man das alles von Hand laminiert, kann man die speziellen Stabilitätsanforderungen leicht berücksichtigen, und z.B. entlang der Spannungslinen etwas stärkere Gewebe oder Gurte einlaminieren. Wenn man einen häufig gebauten Riß nimmt, kann man das zugehörige Rigg auch ohne große Schwierigkeiten beschaffen, und muß sich nicht mit Trimm-Problemen auseinandersetzen.
    Viele Grüße
    nw
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  8. #8
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    ........ Wenn man einen häufig gebauten Riß nimmt, kann man das zugehörige Rigg auch ohne große Schwierigkeiten beschaffen, und muß sich nicht mit Trimm-Problemen auseinandersetzen.
    Viele Grüße
    nw
    Dann lass uns doch dem Themenstarter einen Ur-Tornado oder -Unicorn empfehlen. die wurden reichlich produziert, aus Sperrholz, geht also ... und vielleicht kann man für die auch ein Rigg ergattern.

    Aber regattauntaugliche Tornados sind komplett reichlich zu haben, für weniger Geld als das Material für die Rümpfe kostet.
    https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-...614527-211-875


    P.S. Die Sinker kamen später. Wir waren Pioniere, der Gleitboden in dieser Form wurde einige Monate später von High-Fly auf den Markt gebracht. Da war das erste "Spänchen" bereits Bruch.

    Gruß Franz
    Geändert von grauwal (16.01.2017 um 15:06 Uhr)
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  9. #9
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    Hallo grauwal, ich versuche mal nachzurechnen. Ich hatte bis Okt.76 einen 2 jährigen Auslandsaufenthalt. Vorher, also vor 74, war in DE vom Surfsport überhaupt nichts zu merken, wenn es vielleicht in Kalifornien schon erfunden war. Ich kam also aus dem Ausland zurück, und da ging der Boom gerade los. Ich meine, die Firma HiFly gab es da noch nicht, aber Boards wie z.B: den Windglider. Ich habe mir damals im jugendlichen Überschwang eine Surfausrüstung zu dem damals für mich überdimensionalen Preis von 3000 DM geleistet, und habe die Zeitschrift "Surf" abonniert. (war das nicht ein Yacht-Ableger?) Damals wurde natürlich auch der Selbstbau propagiert und natürlich die verschiedenen Rumpfformen diskutiert. Auf diesen Hype bin ich mit meinem Bruder zusammen aufgesprungen und wir haben eine GmbH zum Surfbrettbau gegründet, die immerhin ca. 3 Jahre funktioniert hat. Damals konnte man für ein nacktes Brett bis 1500 DM erlösen, wir waren 2 mal auf der Sport-und Freizeitmesse in Nbg und haben insgesamt 50-70 Custom-Bretter gebaut. Das war zu Ende als Firmen wie Hifly und F2 auftauchten, die ihre Bretter bzw. Komplettausrüstungen für unter 1000 DM anboten. Geblieben sind mir doch umfangreiche Erfahrungen zum Umgang mit Schaum, Harz und Glas, sowie ein gewisses Gespür für die Hydrodynamik. Zurück zum Selbstbau-Kat: Man sieht angesichts diesen Hintergrundes würde mich der Selbstbau eines Kats nicht schrecken. Es gibt da ja auch völlig neue Entwicklungen, die es noch nicht zu kaufen gibt, z.B. die Foilerei, da gibt es viel Raum für Selbstbauer mit Ideen!
    Viele Grüße
    nw
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  10. #10
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    Da war ich auch dabei, als in der "Surf die Speed-Maschine mit Hump" abgebildet war.
    Ich habe mir einen Schaumkern gekauft, gesägt, gehobelt, Stringer eingezogen und laminiert.
    Dann habe ich mir doch lieber C-Boards von den Profis gekauft, denn die konnten erheblich besser.
    Es war eine tolle Zeit, mit dem Womo am WE an der Nordsee oder im Urlaub durch Europa touren. Da bin ich tausende von Km gefahren, immer dem guten Wind hinterher.
    Einige der Boards existieren noch und wurden zu Sitzflächen von Gartenbänken um funktioniert. Ein Board-Heck musst nun als Klo-Deckel herhalten.
    Einen Cat würde ich nie selber bauen. Wenn Cat, dann einen A-Cat kaufen.

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