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  1. #1
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    Standard Passus im Vertrag eines Vercharterers

    Hallo zusammen,

    leider bietet unserer Vercharterer nicht den FAIR-Charter Vertrag, und hat uns einen Vertrag aus eigenem Haus übersendet.

    Ich möchte kurz Fragen, ob zwei Klauseln aus diesem Vertrag in dem Charterwelt so üblich und hinnehmbar sind. Dass diese Klauseln nicht risikoneutral sind ist mir klar: das war "leider" eine bewusste Entscheidung für den Anbieter.

    Vor allen weil diese Klauseln das Thema Seetüchtigkeit betreffen, scheint mir diese zu weit gegen den Kunden (Charterer) zu gehen: wenn eine Ankerwinsch ausfällt, bedeutet das für eine Crew von sechs starke Männer (oder Frauen) viel weniger als für eine Familie mit zwei kleine Kinder, die in der gleiche Situation auf'm Wasser ist. Dieselbe gilt für viele weitere nicht essentielle Bootsteile- und Ausrüstung.

    Vielen Dank für Eure Einschätzungen.

    Beste Grüße
    Marko



    ---

    X. Leistungsstörungen:

    Bei jeder Stornierung behält sich der Verchartere das Recht vor diese Buchung fristlos zu kündigen. In jedem Fall entfällt ein Rückzahlungsanspruch geleisteter Zahlungen. Kann der Vercharterer die Yacht oder eine Ersatzyacht nicht oder nicht binnen 48 Stunden zur Verfügung stellen, kann der Charterer Minderung der Chartergebühren für die Ausfallzeit verlangen oder vom Chartervertrag zurücktreten.

    Der Charterer kann nicht vom Vertrag zurücktreten, wenn Teile der Ausrüstung der Yacht bei der vorhergehenden Charter ausgefallen und nicht rechtzeitig ersetzt werden konnten, sofern die Yacht dadurch in seiner tüchtigkeit nicht beeinträchtigt ist.

    Wenn der Vercharterer die Leistungsstörung nicht zu vertreten hat, bestehen im Hinblick auf die allgemeine Freistellung der Charterer für Folgeschäden keine weiteren Schadensersatzansprüche. Weitergehende Ersatzansprüche des Charterers (z.B. Reise-, Übernachtungskosten, entgangener Urlaub, Reiseversicherungsprämie etc.) sind ausgeschlossen.Der Charterer verwirkt Schadensersatzansprüche, wenn er Gründe oder Ursachen nicht bei Yachtrückgabe dem Stützpunktbeauftragten des Vercharterers gegen schriftliche Bestätigung angezeigt hat.

    XI. Übernahme des Schiffes:

    Die Yacht wird dem Charterer mit vollen Dieseltanks und Ersatztreibstoffkanistern übergeben. Der Yachtzustand, die Vollständigkeit und die Funktionsfähigkeit von Ausrüstung und Inventar werden anhand eines Ausrüstungsverzeichnisses vom Charterer bei Übernahme genau überprüft und durch Unterschrift bestätigt. Der Charterer hat vor dem Auslaufen den Motor, die elektrische Ankerwinde, das Bugstrahlruder (Jetthruster), die Segel nebst Rolleinrichtungen, Biminitop und Sprayhood selbst zu prüfen und bestätigt deren funktionsfähigen Zustand.

    Schäden an der Yacht und Ausrüstung, die die Seetüchtigkeit der Yacht nicht beeinträchtigen und die Nutzung der Yacht weiterhin ermöglichen, berechtigen keinesfalls zur Minderung oder zum Rücktritt.

    Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Charterantritt sind alle Beanstandungen, die nicht aus der Yachtübergabe ersichtlich waren, unverzüglich der Charterbasis zu melden. Nachträglich festgestellte Schäden werden nicht anerkannt und gehen zu Lasten des Charterers. Der Charterer verpflichtet sich, vor Törnbeginn sich intensiv mit dem zu bereisenden Seegebiet eingehend auseinanderzusetzen und sämtliche Navigationsmittel, die sich an Bord der Charteryacht befinden, auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Der Vercharterer haftet nicht für solche Schäden, die aus Ungenauigkeiten, Veränderungen und / oder Fehlern dieser zur Verfügung gestellten nautischen Hilfsmitteln, wie z. B. Seekarten, Hafenhandbücher, Kompass, Radar, GPS-Navigator usw. verursacht werden.

    Der Ausfall dieser navigatorischen Hilfsmittel wie GPS-Navigator, Plotter, Autopilot, Bugstrahl (Jetthruster), Radar usw. stellen keinen Grund zur Minderung der Chartergebühr dar...


    --
    Die fett Markierungen sind von mir.

  2. #2
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    Dein Bauch und Kopf sagen nein, höre einfach auf die beiden!

  3. #3
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    Hi,
    also ich sehe das nicht so eng - es wird ja meist die Seetüchtigkeit hervorgehoben, also jeder Schaden /Ausfall der eine Weiterreise erlaubt begründet keine Minderung des Charterpreises. Wäre für mich so OK, es kann halt immer etwas kaputt gehen, am häufigsten irgendwas mit einem Kabel dran, das gehört ja zum Segeln dazu. :-)

    Hab schon schlimmere Klauseln in Verträgen gesehen...

    lg
    markus

  4. #4
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    @mr_giet,
    wenn das Hilfsmittel GPS ausfällt, der Charterer aber die Koppelnavigation sowie das Navigieren mit Papier-Seekarten, Kursdreieck und Hafenhandbuch nicht beherrscht, kann er dann noch auslaufen ? Was passiert wenn er dann aufgrund eines "Navigationsfehlers" den Schrottkahn auf Grund setzt ? Wer zahlt dann den Schaden??
    Der Vertrag da oben klingt nach "ich, als Vercharterer" kann Dir, Charterer, jedes Wrack andrehen, Hauptsache Motor läuft und Segel sind an Bord. Die navigatorischen Hilfsmittel müssen funktionieren, da sonst das Schiff nicht sicher über die Weltmeere geschippert werden kann.

  5. #5
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    Nur die dummheit ist grenzenlos
    und der freiheit werden grenzen gezogen.

    Ich bin kein charterer und soweit ich mich erinnern kann,
    nur einmal in der jugendzeit als zwei blondienen mit zwei ihrer blagen zur hochzeit der grimaldis an die cotz a sùr fuhren.
    Da mussten ein zwei 420er/470er herhalten ... àáh gechartert werden. Und selbst diese normal einfache aktion dauerte einen halben tag, da der vercharterer nicht glauben wollte das kinder das sportgeràt der siebziger professionell beherrschten.

    Lass die finger von solchen vertràgen, dein bauchgefùhl mòchte ja auch nicht beschiss.. werden ...
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  6. #6
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    Standard

    Laß die Finger davon.
    Der soll sich seine Boote hinten reinschieben.
    Ist vermutlich alles Schrott, und der sucht einen Dummen, den er dann ausnehmen kann.
    Es gibt genügend ehrliche und anständige Vercharterer.

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