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  1. #1
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    Standard Kielbolzen nachziehen. Was ist zu beachten?

    Hallo,

    die Rumpfsanierung ist jetzt abgeschlossen und das Boot segelt super.

    Jetzt habe ich nur noch ein kleines Problem mit einem Leck im Kielbereich. Bei Lage (nur auf dem Steuerbordbug), besonders bei starkem Seegang, leckt etwas Wasser in's Boot. (max. 0,2 l. in 8 Stunden, nur beim Segeln, nicht im Hafen).

    Da ich nicht erkennen kann, wo genau das Wasser her kommt, habe ich das Boot aus dem Wasser nehmen lassen, um mir den Rumpf mal von außen anzusehen. Das Laminat ist absolut dicht. Nur um den Kiel ist die Pantheraschicht gerissen.

    Ich vermute, dass sich die Kielbolzen auf der Backbordseite etwas gelockert haben oder nicht fest genug angezogen waren.
    Die Kiel-Rumpf- Verbindung wurde mit MS-Polymer abgedichtet, auch die Gewinde in der Kopfplatte des Kiels (ca. 1,5-2 cm dick).
    Die Bolzen wurden von der Werft eingesetzt, daher weiss ich nicht, ob diese auch von innen mit Dichmasse abgedichtet wurden und wie stark diese angezogen wurden.
    Es sind 9 Bolzen, Schlüsselweite 24mm.

    Ich traue mich nicht, die Bolzen im Wasser nachzuziehen, da ich befürchte, die Pantheraschicht zu beschädigen und ein richtiges Problem zu bekommen.

    Ich tendiere daher dazu, im Winterlager alle Bolzen einzeln herauszunehmen, alles zu reinigen und mit Panthera neu einzusetzen. Dann jeweils handfest anziehen und am Ende alle Bolzen wie beim Zylinderkopf über Kreuz schrittweise anzuziehen.
    Ist dies so OK oder gibt es da noch etwas zu beachten?
    Mit welchem Drehmoment werden die Bolzen angezogen, damit der Kiel festsitzt und die Gewinde nicht reissen?

    Könnt Ihr mir hier einen Tipp geben?

    Viele Grüße

    Frank

  2. #2
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    Das Drehmoment hängt vom Gewinddurchmessevab, kannst Du in Tabellen nachsehen. Bei einem M16 Gewinde kannst mit den uns zur Verfügung stehenden Werkzeugen nix doll-drehen.
    Kielbolzen werden in Blei/Eisenkielen entweder einseitig "eingegossen" oder durchgesteckt. Bei mir sind es durchgesteckte Kielbolzen.
    Wenn Du sie im Wasser nachziehst, gibt es keine Probleme. Du musst nur erst die Mutter und U-Scheibe entfernen, Dichtungsmasse auftragen, dann alles wie anbringen und anziehen.
    Bevor Du jetzt anfängst, prüfe doch erst ob es wirlich die Kielbolzen sind.

  3. #3
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    Bei der Banner ist das Gewinde schon in den Kiel geschnitten. Ich habe mal zwei Fotos angefügt.
    Der Kielbereich besteht aus ca. 10 mm Laminat, einer Holzplatte, und von innen ca. 5mm Laminat.
    Das Rumpfsandwich ist quasi daurunter laminiert, so dass die Kielplatte quasi im Sandwich eingelassen ist.
    Von innen sind viereckige Stahlplatten ca. 10x10 cm. als Scheiben einlaminiert.

    Ich habe als ich die Außenschale und den Schaum erneuert habe im Kilebereich zur Verstärkung noch mal 5 mmm drauflaminiert.

    Siehe Fotos.

    Wenn ich jetzt die Bolzen nur etwas löse, komme ich mit Dichtmasse nicht vernünftig dazwischen, löse ich zu viel, drehe ich die Bolzen aus dem Gewinde und das Wasser sprudelt ;-).
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  4. #4
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    Hersteller Fragen wieviel Drehmoment benutzt werden soll.

    Wenn du keine Aussagen mehr bekommst vom Hersteller, dann in den einschlägigen Tabellen im Internet nachschauen.
    Das Drehmoment ist abhängig von Gewindedurchmesser und Material der Schrauben / Bolzen.

    Bei uns sind es 700 Nm bei einem M24 Gewinde. Das ist schon eine Hausnummer. Die zieht man nicht mehr mit der gewöhnlichen Ratsche.
    Gruß Norbert

  5. #5
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    Ich halte das leider weitgehend für Spekulation, denn ich halte die gesamte Aufnahme des Kiels für zu weich. Wenn das Boot noch dazu auf nur einem Bug, Wasser macht zeigt dies, dass der Kiel in Bewegung kommt. Dafür ist keine Aufnahme ausgelegt, die ist immer kalkuliert für eine (weitgehend) statische Last. Eine dynamische Last ist in dem Bereich kaum zu kalkulieren. Das wissen wir aus diversen Kielverlsuten der letzten Zeit. Mehr Anpressdruck wird die Aufnahme nur weiter verpressen aber nicht unbedingt die Haltekraft erhöhen. Ein Konstrukteur wird dir das sicherlich einfach neu rechnen können.

    Auch der Dichtungsmasse kommt in der Beschreibung mE eine viel zu große Bedeutung zu. Sie darf maximal Unebenheiten in den Flanschen ausgleichen aber selbst nicht weiter belastet werden um zu dichten. Dafür ist sie nicht da, sie kann nur minimal zur Tragkraft beitragen und Verschiebungen auszugleichen darf sie schon gar nicht. Sie wird sonst imm er wieder von ihren Klebeflächen abreissen u d Wasser durchlassen.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Buntesegel Beitrag anzeigen
    Ich halte das leider weitgehend für Spekulation, denn ich halte die gesamte Aufnahme des Kiels für zu weich. Wenn das Boot noch dazu auf nur einem Bug, Wasser macht zeigt dies, dass der Kiel in Bewegung kommt. Dafür ist keine Aufnahme ausgelegt, die ist immer kalkuliert für eine (weitgehend) statische Last. Eine dynamische Last ist in dem Bereich kaum zu kalkulieren. Das wissen wir aus diversen Kielverlsuten der letzten Zeit. Mehr Anpressdruck wird die Aufnahme nur weiter verpressen aber nicht unbedingt die Haltekraft erhöhen. Ein Konstrukteur wird dir das sicherlich einfach neu rechnen können.

    Auch der Dichtungsmasse kommt in der Beschreibung mE eine viel zu große Bedeutung zu. Sie darf maximal Unebenheiten in den Flanschen ausgleichen aber selbst nicht weiter belastet werden um zu dichten. Dafür ist sie nicht da, sie kann nur minimal zur Tragkraft beitragen und Verschiebungen auszugleichen darf sie schon gar nicht. Sie wird sonst imm er wieder von ihren Klebeflächen abreissen u d Wasser durchlassen.
    Nach der Beschreibung in #3 stimme ich Dir zu, Buntesegel.
    Nur, wenn das Wasser wirklich durch den/die Kielbolzen gekommen ist, müssen jetzt oder später die Kielbolzen selber wieder abgedichtet werden(das Dichtungsmaterial muss nur in die Löcher der Bolzen...).Das kann, ebenfalls nach#3 m.E. Nur im Winter passieren.

  7. #7
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    Da gibt es Kiele, die sind befestigt mit
    - …eingegossenen Gewindebolzen (Bleikielen)
    - …Gewindebolzen, die in Gusskiele eingeschraubt sind mit Muttern im Inneren
    - …Schrauben die in Gewinde eingedreht wurden
    - …Schrauben, die in Muttern gedreht sind, die in Kielaussparungen liegen (bei unserer Rush)
    - … Kiele, die auf anlaminierten Fundamenten sitzen (1. Wahl)
    - Was weiß ich noch….
    Keine Ahnung wie das beim Themenstarter aussieht.
    Wenn er das Anzugsmoment für das entsprechende Gewinde zum Nachziehen nimmt, kommt er erst mal über den Sommer (unheimlich wird des Schlossers Kraft, wenn er mit der Verlängerung schafft, für Laien besser mit dem Drehmomentschlüssel). Eine 8.8 Qualität zugrunde gelegt.
    Den Schluck Wasser kann er auch für den Rest der Saison hinnehmen.


    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    ..............Das kann, ebenfalls nach#3 m.E. nur im Winter passieren.
    halber Wind reicht völlig

  8. #8
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Da gibt es Kiele, die sind befestigt mit
    - …eingegossenen Gewindebolzen (Bleikielen)
    - …Gewindebolzen, die in Gusskiele eingeschraubt sind mit Muttern im Inneren
    - …Schrauben die in Gewinde eingedreht wurden
    - …Schrauben, die in Muttern gedreht sind, die in Kielaussparungen liegen (bei unserer Rush)
    - … Kiele, die auf anlaminierten Fundamenten sitzen (1. Wahl)
    - Was weiß ich noch….
    Keine Ahnung wie das beim Themenstarter aussieht.
    Wenn er das Anzugsmoment für das entsprechende Gewinde zum Nachziehen nimmt, kommt er erst mal über den Sommer (unheimlich wird des Schlossers Kraft, wenn er mit der Verlängerung schafft, für Laien besser mit dem Drehmomentschlüssel). Eine 8.8 Qualität zugrunde gelegt.
    Den Schluck Wasser kann er auch für den Rest der Saison hinnehmen.
    An den FOTOS des TO(#3) kannst Du sehen, dass die Bolzen in die Kielplatte eingeschraubt werden.
    Ob Drehmomentschlüssel oder Schraubenschlüssel mit Verlängerung, da die Bolzen durch Kompositlaminat müssen, wird man mit Anziehen lediglich den Komposit(Sandwich) zusammenziehen. Das ist wie einen Bolzen durch ein Sandwich (Toast-Schinken-Schinken) jagen und anziehen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    An den FOTOS des TO(#3) kannst Du sehen, dass die Bolzen in die Kielplatte eingeschraubt werden.
    ..........
    Stimmt. (das Öffnen des Fotos war schwierig)

    Das es sich um Sandwich handelt kann ich nicht erkennen, halte ich auch für unwahrscheinlich.
    Das Foto mit dem Gewindeschneider lässt mich auch meinen Vorschlag des Nachziehens zurücknehmen. Die Platte, in die die Kielschrauben eingedreht werden ist von fragwürdiger Qualität und rostet still vor sich hin. Rosten geht zwar sehr langsam vor sich, aber immerhin.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  10. #10
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Stimmt. (das Öffnen des Fotos war schwierig)

    Das es sich um Sandwich handelt kann ich nicht erkennen, halte ich auch für unwahrscheinlich.
    Das Foto mit dem Gewindeschneider lässt mich auch meinen Vorschlag des Nachziehens zurücknehmen. Die Platte, in die die Kielschrauben eingedreht werden ist von fragwürdiger Qualität und rostet still vor sich hin. Rosten geht zwar sehr langsam vor sich, aber immerhin.

    Gruß Franz
    @grauwal
    Sandwich oder sandwich ähnlich siehe #3
    Ich habe als Studi mal von einer Banner geschwärmt, wenn ich diesen Fuddelaufbau des Kiels sehe, bin ich ernüchtert. So teuer kann es doch nicht sein, eine ordentliche Kielaufhängung zu bauen und die Bolzen im Gusskiel mit einzugießen....

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