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  1. #1
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    Standard Winschenfett vs Heißlagerfett

    Moin,

    ist jemanden der Unterschied zw. den o.a. Fetten bekannt oder gibt es gar keinen (außer dem riesigen Preisunterschied)?

  2. #2
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    Worin unterscheidet sich in einer fragwürdigen Nachtbar ein Whiskey von einem doppelten Whiskey?
    Im doppelten Preis!
    Es mag Unterschiede geben. Die Anforderungen an Wischenfett sind aber dermaßen gering, dass das billigste gut genug ist. Vorausgesetzt, es läuft bei hoher Temperatur (bei Sonnenschein kann in der Winsch leicht > 70°C anliegen) nicht aus.
    Wichtig: Das Fett dünn auftragen!

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  3. #3
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    Für den Einsatz an Bord und insbesondere in den Winschen sollte man vor allem auf eine möglichst hohe (Salz-) Wasserbeständigkeit, gute Haftfähigkeit und auf guten Korrosionsschutz achten. Da gibt es bei den zahlreichen Fettsorten durchaus Unterschiede, aber ein spezielles "Winschenfett" wird meines Wissens nicht hergestellt. Meist wird diese gelb/grüne, leicht fluoreszierende Schmiere in die teuren Dosen gefüllt, die es auch für unzählige andere Einsatzzwecke gibt. Andererseits braucht man ja nur alle paar Jahre ein paar Gramm dieser Schmiere, da ist der Preis schon fast togal.

    Handbreit ...

  4. #4
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    Zitat Zitat von 4five Beitrag anzeigen
    Für den Einsatz an Bord und insbesondere in den Winschen sollte man vor allem auf eine möglichst hohe (Salz-) Wasserbeständigkeit, . . .
    Handbreit ...
    Da drängen sich mir 2 Fragen auf. Nun, ich habe kaum mehr als 30.000 sm im Kielwasser, kann mich aber nicht erinnern, dass außer ein paar Spritzern von außen das innere meiner Winschen je mit diesem erwähntem Salzwasser konfrontiert wurde.
    Warum also muss es "Salzwasserfest" sein? und . . .
    gibt es Fette, die nicht diese Eigenschaft haben?

    Sorry, bin kein Chemiker, deshalb meine Frage.

  5. #5
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    Hallo Ihr, ich habe meine Winschen so ziemlich als erstes von meinem Refit-Projekt bearbeitet, und konnte nirgends eine schlüssige Anleitung finden, weil es Enkes-Winschen sind (Die Firma gibt es schon lange nicht mehr). Ich habe mir also aus den Anleitungen für andere Winschen ein Verfahren zusammengestopselt. Bezüglich des Fetts sind meine Erkenntnisse folgende:
    Zuviel Fett kann nur in den Sperrklinken sein, wenn man sie komplett mit Fett füllt, klinken, bzw. sperren sie nicht mehr zuverlässig. Bei Lagern und Zahnrädern kann man beliebig viel Fett einfüllen (Viel hilft viel!). Das Fett darf durch Altern oder Salzwassereinfluß nicht hart werden. Es darf auch nicht so weich sein, daß es bei Sonneneinstrahlung (70°C) unten raus fließt. Ein wenig fließen ist erwünscht, weil sich durch die Bewegung das Fett verdrängt, und später wieder zurückfließen soll. Ist das Fett zu hart, finden sich große Mengen Fett rund um die Lager und Zahnräder, diese selbst sind aber trocken. Man darf auch nicht glauben, daß da kein Dreck hinengeraten könne, da findet sich alles von Insekten bis zu Verkrustungen aus Korrosionsprodukten, mit all dem Zeugs muß das Fett fertig werden. Auch ist das keine Hochgeschwindigkeitsschmierung, im Betrieb wird da nichts warm oder gar heiß!
    Übrigens war vor einigen Jahren in der Yacht eine Anleitung zu lesen, das war ein Witz! Da hat man nur die Trommel abgenommen und oberflächlich etwas Fett draufgeschmiert. Nein, man muß das Ding komplett zerlegen, erst reinigen, dann schmieren und wieder zusammenbauen (und aufpassen daß einem die Federn der Sperrklinken nicht davonhüpfen!).
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  6. #6
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    Möchte mich auch noch mit ein paar Fragen anhängen. Bisher habe ich mich gescheut die Winschen auseinander zu nehmen
    und dann ins Reinigungsbad zu legen, zu fetten und wieder richtig zusammenzubauen. Aber ich sollte es doch endlich mal tuen,
    obwohl meine Lewmar-Winschen ihren Dienst klaglos verrichten. (Schiff 13 Jahre alt)
    1. Gibt es im Forum eine gute Anleitung mit Bilderstrecke, evtl. auch auf einer Webseite.
    2. Lewmar nennt im Handbuch einen Grundwartungssatz und einen erweiterten Wartungssatz. In beiden befinden sich Sperrklinken und Federn. Sollte man wohl vor dem Service beschaffen?
    3. Ein Race Lube Spezial Öl für Sperrklinken und Federn wird angeraten
    4. Zur Reinigung, Terpentinersatz oder Parafin ?
    5. Harzfreies leichtes Maschinenöl wird benötigt. Wofür und ob damit auch Pkt. 3 erledigt wäre steht nicht im Handbuch.

    Ich weiß, meine Fragen weichen etwas vom Thema ab, aber das Thema hat mich darauf gebracht mich um meine
    Winschen zu kümmern.
    Danke vorab für gute Vorschläge, sagt

    der Deichgraf

  7. #7
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    Also am Winschenfett oder Öl sparen finde ich übertrieben.
    Die meisten Tourer pflegen ihre Winschen sowieso zu selten. Die Winschen von Tourern werden i.d.R. auch selten benutzt.
    Seit wir im hochklassigen Regattazirkus mitmischen, werden unsere Winschen jährlich gewartet und mehrmals pro Jahr kontrolliert und ggfs. gewartet.
    Ich mache reinige und entfette die Winschen mit schnödem Diesel. In einer großen Plastikschüssel und Pinsel. Nach jedem Jahr kommt da schon einiges an Schmutz zusammen. Wer so segelt das kein Salzwasser ins Cocpit kommt braucht natürlich auch kein Seewasserfestes Fett.
    Aber wenn man kein Fett experte ist, sollte man einfach das Winschenfett kaufen. Kostet pro Tube 10 -14 Euro und reicht bei 4 Winschen für zwei Wartungen aus. Das sind 1,75€ Pro Winsch und Wartung! Daran sparen??
    Für das Klinken reicht ein Tropfen Motoröl. Ich nehme allerdings auch das Pawl Öl von Harken reicht sehr wahrscheinlich ein Leben lang.
    Gruß Norbert

  8. #8
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    Zitat Zitat von norbaer Beitrag anzeigen
    Also am Winschenfett oder Öl sparen finde ich übertrieben.
    ........
    Ist es auch.
    Darum geht es doch hier auch nur am Rande. Wenn jedoch ein Heißlagerfett vorhanden ist, werde ich mir nicht noch ein Tübchen Schmiere von "einer guten Marke" kaufen. Bei Kleinstmengen, wie Winschenfett kostet das Zeug nix, man bezahlt für Handling, Verpackung, Werbung, Handel, Lagerung, ...
    Welches Fett ist eigentlich wasserlöslich, wenn es keine speziellen Emulgatoren hat? Auch im harten Regattaeinsatz stehen die Winschen nicht unter Wasser, und die gesunde Seeluftatmosphäre wird nicht mal Olivenöl schädigen. (Norbert, sprich mal mit den Jungs von der Maschinentechnischen Abteilung )
    Bleibt das gute Gefühl etwas besonders gut gemacht zu haben. Dieses Argument sollte man nicht gering schätzen (keine Ironie)

    @Sucher: Viel hilft viel? Die Meinung teile ich nicht. Ein Schmierfilm muss vorhanden sein, die Dicke ist ohne Bedeutung. In unserem Fall kann zuviel Matsche die Klinken halten, ebenso wie altes Fett - das ruiniert die Sperrklinken und die Rasten, d.h. die Winsch ist im Ar...dings.
    Jedes Jahr die W. reinigen und schmieren, siehe Norbert, ist vorbildlich.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  9. #9
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    Hallo Ihr, richtig, die Sperrklinken müssen sehr zurückhaltend geschmiert werden, bei Zahnrädern und Lagern ist das anders. Die werden mit viel Fett vielleicht geringfügig schwergängiger, bleiben mit reichlich Fettüberschuß länger gut geschmiert. Aus so einem Wälzlager (oder Nadellager) wird das Fett eher schnell verdrängt, dann ist das Lager selbst womöglich völlig trocken (so habe ich es bei meinen Winschen vorgefunden). Komplett zerlegen halte ich für sehr wichtig, nur so bekommt man das richtig sauber. Man kann alle Winschen eher leicht zerlegen, es sind jedoch manchmal Kniffe dabei, auf die man ohne Anleitung nicht so leicht kommt. Und nochmal ausdrücklich die Federn der Sperrklinken!!!!!!! Wenn man nicht wirklich aufpaßt sind sie weg auf Nimmerwiedersehen! Raus müssen sie jedoch in jedem Fall!
    Ich habe zum Reinigen Lampenpetroleum genommen (Schüssel und Pinsel), es gehen sicher auch die Reinigungsmittel für Fahrradketten.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  10. #10
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Darum geht es doch hier auch nur am Rande. Wenn jedoch ein Heißlagerfett vorhanden ist, werde ich mir nicht noch ein Tübchen Schmiere von "einer guten Marke" kaufen.
    Gruß Franz
    Der Preis ist schon ein Kostenfaktor! Erst recht, wenn man nicht nur 2 Winz-Winschen hat. Bei meinen 60.2 von Harken sind sicherlich mehr Zahnräder und Lager vorhanden, als bei anderen in allen Winschen zusammen.
    Man kann also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Ich brauche für eine einzige Wartung fast den kompletten Inhalt einer 250 g Dose, bei sparsamen Umgang. Mit einem Tübchen fange ich gar nicht erst an!
    Wenn ich dann feststelle, dass ich für 2,- € mehr 650 g Heißlagerfett bekomme (weit mehr als die Doppelte Menge), dann habe ich das Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Zumal ich damit 3 Mal meine Wischen neu fetten kann.
    Wer anders denkt wird niemals 60.2 er Wischen an Bord haben, deren Neupreis den Wert mancher Yacht einzelner Foristen übersteigt. Die Elektrowinsch-en gar nicht mitgezählt!
    Außerdem ist mir wieder eingefallen, was hier der Antifouling-Papst (Engel) berichtete: "Heißlagerfett auf die Schiffsschraube"! Das hätte er sicherlich nicht geschrieben, wenn dieses Fett nicht Wasser.. /Salzwasserbeständig wäre.

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