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  1. #21
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    P.S.1: Das Schulschiff Gorch Fock ist kein Sportboot, sonder gehört zur Berufsschifffahrt, für deren Antifoulings völlig andere Anforderungen und Zulassungsvorschriften gelten.
    Für die Berufsschifffahrt gelten grundsätzlich international die gleichen Zulassungs-Bestimmung wie für die Sportbootschiffahrt.
    Was die angeblichen Folien oder Nanos von BASF betrifft, sie sind bei tierischen Bewuchs so wirkungslos wie ein Haarwuchsmittel.

    Natürlich werden Antifoulings ständig weiter entwickelt um z.B. die Schwermetalle zu reduzieren. Daher wird z.B. zunehmend Kolophonium, Zineb oder Trykresylphosphat verwendet. Nur es sollte keiner glauben dass diese Biozide weniger bedenklich sind. Es wird auch bei den höherwertigen Antifoulings seit 2002 kein Kupfer, sondern Kupfer(I)oxid das sich nicht im Wasser auflöst, auch nicht elektrisch leitend ist, mit Zinkoxiden verwendet. Wir haben auch inzwischen Silikonbeschichtungen, die aber nur in kalten Gewässern funktionieren wobei die freigesetzten Silikonöle für unsere Umwelt bei weitem schlimmer sind als Oxide von Kupfer oder Zink. Wenn einer meint er verwendet Silikon, dann muss ein Boot in den Trockendock, den slippen oder kranen hält die Beschichtung nicht aus. Des weiteren muss dann jedes Jahr das Boot sandgestrahlt werden, damit muss der Gelcoat erneuert werden um eine neue Silikonschicht aufzutragen.

    Du hast recht, die preiswerten Kupfer-Antifoulings die vorwiegend bei der Sportbootschiffahrt verwendet werden, werden bis 2025 verschwinden und durch Oxide die erheblich teurer sind ersetzt. In Sachen Bewuchsschutz sind daher die SPC-Antifoulings der Berufsschiffahrt auch was den Umweltschutz betrifft erheblich weiter entwickelt, anstelle was da an manchen Unsinn den Sportbootskippern auch in Holland angeboten oder vermittelt wird.

    Die Frage, welche Schiffsbewuchsschutzwirkstoffe in den Schiffsanstrichen (Antifoulingfarben) in Zukunft eingesetzt werden dürfen, solle die International Maritime Organisation (IMO) in einer Konvention regeln, damit die Bestimmungen weltweit gelten. Auch wenn die EU Erkenntnisse über weitere gefährliche Biozide verfügt, sei ein effektives Verbot dieser Stoffe nur durch eine entsprechende Erweiterung der IMO-Konvention zu erreichen.

    Um das durchzusetzen werden bei unserer EU mit Merkel und Schulz sicherlich einige Jahrzehnte vergehen. Wenn nur die EU das durchsetzen sollte, dann wird halt außerhalb der EU das Antifouling aufgetragen, denn der grenzüberschreitend Verkehr ist nicht zu Regeln. Da müsste dann ein internationales Handels und Besuchsverbot erfolgen was unrealistisch ist.

    Im Augenblick besteht der Eindruck in Holland, da geht es nicht um den Umweltschutz, sondern wer bezahlt bekommt eine Zulassung, so wie auch am Bodensee. Von den 33 zugelassenen Antifoulings in Holland enthalten 30 AF Schwermetalle meist Kupfer(i)oxide und für die Sporbootschifffahrt Kupfer was angeblich in Holland verboten ist und erheblich schädlicher ist als die Oxide der AF Berufsschifffahrt. Wenn einer meint dass Antifoulings für unsere Umwelt schädlich sind, dann hat er recht und sollte daher auch prüfen welcher Bewuchsschutz erforderlich ist oder ob er auf einen solchen Schutz verzichten kann. Nur mit "Nichts" geht auch "Nichts". Mit nichts bedeutet dann z.B. in den Lagunen von Venedig alle 4 Wochen kranen, für 6-800,-€ und mechanisch die Röhrenwürmer abkratzen und alle 3 Jahre den Gelcoat zu erneuern.

    Natürlich steht es jeden frei die Bestimmungen in Holland zu beachten, nur macht es bei den derzeitigen Bestimmungen keinen Sinn über Theorie und die Realität zu diskutieren, denn die Skipper haben immer noch eine eigen Meinung.
    mfg
    Geändert von Engel (31.01.2018 um 13:31 Uhr)

  2. #22
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    Nur zur Info, ich hatte bei SVB nach Antifouling von Hempel gefragt und nachdem ich da keine befriedigende Antwort bekommen habe direkt Hempel angeschrieben und folgende Antwort bekommen.
    "Vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Hempel Yacht Produkten, gern helfen wir Ihnen weiter. Das von der Firma SVB angebotene Mille NCT hat folgende Art.Nr. 7683A in der Zulassung in Holland steht Art.Nr. 7683C Wenn Sie zu 100 % die holländische Ware verarbeiten möchten müssen Sie diese bitte in Holland bestellen.

    Falls es zur Erhellung "Holland Antifouling" beiträgt.

  3. #23
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    Das bestätigt im Grunde meinen Hinweis, wer bezahlt bekommt eine Genehmigung. Das Mille NCT 7683A und 7683C ist lt. Sicherheitsdaten identisch. Es gibt keinerlei Unterschiede bei den Inhaltsstoffen. Das Theater in Holland mit dem Umweltschutz ist im Grunde nur ein Vorwand, so ähnlich wie bei uns, da muss auch immer die Umwelt herhalten um die Steuern zu erhöhen. Wie auch immer, Vorschrift ist Vorschrift und der grenzüberschreitende Verkehr ist nicht regelbar. Dass da einer kommt und einen angeblichen Wischertest mit einer Spektralanalys macht ist eine Legende. Solche Erzählungen hatten wir bereits vor Jahren am Bodensee, da wurde der Wischertest erfunden. Wenn der Bewuchsschutz der zugelassenen AF in Holland ausreicht, dann sollte die auch einer nehmen. Wenn er nicht ausreicht, dann ist eine andere Vorgehensweise erforderlich.

  4. #24
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    Statt des modernen Antifoulings kann man ebensogut Wasserfarbe nehmen. Wirksam ist erst, wenn ein Totenkopf auf der Dose ist. Mit Sicherheit ist das deutsche Antifouling identisch mit dem niederländischen. Bin ich froh, dass meine Yacht mitten im Atlantik liegt, da kann man drauf pinseln, was man will und hat nach drei Jahren immer noch keinen Bewuchs.

  5. #25
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    Zitat Zitat von RuppertTom Beitrag anzeigen
    ..................Bin ich froh, dass meine Yacht mitten im Atlantik liegt, da kann man drauf pinseln, was man will und hat nach drei Jahren immer noch keinen Bewuchs.
    Es dauert auch länger bis der Atlantik vergiftet ist als die Kontaminierung mit Biozid in einem engen Yachthafen, wo hunderte Yachten eng beieinander liegen.
    Dass der Gesetzgeber dem Gift zuleibe rückt ist verständlich, nur der von den Lobbyisten in die Feder diktierte Protektionismus ist übel.
    "Drauf pinseln, was immer man will" geht gar nicht. Warum allerdings eine Prüfnummer hilft, ist nicht so leicht einzusehen.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  6. #26
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    Zitat Zitat von RuppertTom Beitrag anzeigen
    Statt des modernen Antifoulings kann man ebensogut Wasserfarbe nehmen. Wirksam ist erst, wenn ein Totenkopf auf der Dose ist. Mit Sicherheit ist das deutsche Antifouling identisch mit dem niederländischen. Bin ich froh, dass meine Yacht mitten im Atlantik liegt, da kann man drauf pinseln, was man will und hat nach drei Jahren immer noch keinen Bewuchs.
    Natürlich kann jeder pinseln was einer will. Nur da müsste einer sein Antifouling selbst herstellen, denn jedes Antifouling weltweit erfordert ein Zulassung. Es wird also nicht der Anwender überprüft wie so mancher meint, sondern der Hersteller. Da es nur 9 Hersteller weltweit gibt, wird einer auch so ein Antifouling mit "Totenkopf" nicht finden. Auch der Totenkopf hilft beim Bewuchsschutz nicht, denn Seepocken - Rankenfußkrebsen - Röhrenwürmer - Entenmuscheln juckt ein Bewuchsschutz mit "Totenkopf" nicht im geringsten. Diese Organismen würden auch auf Blei, Bleioxiden oder Cyanid ansiedeln. Die Entwicklung ist da zum Glück inzwischen viel weiter, so dass solche Toxide nicht erforderlich sind.

    Bewuchs bildet sich nur dort, wo auch Bewuchs vorhanden ist. Inzwischen haben wir nur in der Ostsee ca. 40 000 qkm, wo wir keinen Bewuchs haben. Da kann einer auch ein Haarwuchsmittel streichen und er hätte jahrelang keinen Bewuchs. Auch im Atlantik gibt es viele Bereiche wo sich kein Bewuchs am Unterwasserschiff ansiedelt. Auch bei Yachten mit hoher Auslastung wie bei den Blauwasserseglern kann sich kein oder nur wenig Bewuchs verfestigen. Bewuchs bekommen wir in der Regel in den Marinas oder Silhäfen, so dass Aussagen über einen Bewuchsschutz von 3 Jahren für einen Einzelfall zutreffen können, aber nicht auf andere übertragbar sind.
    mfg

  7. #27
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen
    Das bestätigt im Grunde meinen Hinweis, wer bezahlt bekommt eine Genehmigung. Das Mille NCT 7683A und 7683C ist lt. Sicherheitsdaten identisch. Es gibt keinerlei Unterschiede bei den Inhaltsstoffen. Das Theater in Holland mit dem Umweltschutz ist im Grunde nur ein Vorwand, so ähnlich wie bei uns, da muss auch immer die Umwelt herhalten um die Steuern zu erhöhen. Wie auch immer, Vorschrift ist Vorschrift und der grenzüberschreitende Verkehr ist nicht regelbar. Dass da einer kommt und einen angeblichen Wischertest mit einer Spektralanalys macht ist eine Legende. Solche Erzählungen hatten wir bereits vor Jahren am Bodensee, da wurde der Wischertest erfunden. Wenn der Bewuchsschutz der zugelassenen AF in Holland ausreicht, dann sollte die auch einer nehmen. Wenn er nicht ausreicht, dann ist eine andere Vorgehensweise erforderlich.
    Tatsache ist, dass die Pestizide auf EU-Ebene geprüft und für zulässig befunden werden.
    Die Antifoulingfarbe, also die Kombination von Pestiziden, Pigmenten, Bindemittel etc. wird auf nationaler Ebene „zugelassen“.
    Die NL, sicher auch im Hinblick auf ihre Bewuchssituation lassen andere Antifoulings zu, wie wir in D. Oder in F.
    Das in NL das Antifouling teurer ist, ist damit begründet, daß in den NL die MwSt bei 21% liegt, bei uns nur bei 19%.

    #RuppertTom, Grauwal
    In den Marinas (Yachthäfen) findet man immer häufiger mit Schwermetallen belastete Sedimente. Cu(Kupfer) ist so ein Schwermetall und wer je einmal versucht hat, eine Ausbaggerung eines Yachthafens legal zu beantragen, weiss um die hohen Entsorgungskosten von schwermetallhaltigen Sedimenten.
    Der Umweltschutz spielt gerade hier bei unsin D eine herausragende Rolle und solange das so ist, werden die Antifoulings immer weniger „gefährliche Pestizide“ enthalten.
    Man kann daher nur raten, dass man sich an die Regeln vor Ort hält und sehr sorgfältig sein Antifouling (Art des Bewuchs, Intensität des Bewuchs etc) aussucht. Dafür muss man sich halt auch informieren.....

  8. #28
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    Zitat Zitat von RuppertTom Beitrag anzeigen
    Bin ich froh, dass meine Yacht mitten im Atlantik liegt, da kann man drauf pinseln, was man will und hat nach drei Jahren immer noch keinen Bewuchs.
    Der große Nachteil ist aber diese elendig lange Ankerkette.
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder

  9. #29
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    zu 2ndtonone,
    wenn Infos über gesetzliche Bestimmungen, dann bitte richtig.

    .......Der Umweltschutz spielt gerade hier bei uns in D eine herausragende Rolle und solange das so ist, werden die Antifoulings immer weniger „gefährliche Pestizide“ enthalten......
    Antifoulings enthalten keine Pestizide, wir haben es im maritimen Bereich nicht mit der Landwirtschaft zu tun. In der Landwirtschaft werden Pestizide verwendet.
    mfg

  10. #30
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen
    zu 2ndtonone,
    wenn Infos über gesetzliche Bestimmungen, dann bitte richtig.



    Antifoulings enthalten keine Pestizide, wir haben es im maritimen Bereich nicht mit der Landwirtschaft zu tun. In der Landwirtschaft werden Pestizide verwendet.
    mfg
    Irrtum, die Kupferverbindungen und das Kupfer im Antifouling gelten als Pestizide, wie die organisch chemischen Pestizide wie Diuron u.a. (Diruon darf nicht mehr verwendet werden). TBT wurde ebenfalls in der Landwirtschaft als Pestizid verwendet.....

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