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  1. #11
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    Hallo rosti_123, die Standarddicke bei den Surfbrettern waren 2 Lagen an der Unterseite 3 auf der Oberseite, gedacht war das aber nur für Barfuß, und man durfte mit dem Brett nicht allzu hart umgehen. Das wurde auch aus Vollschaum gemacht, das Ausgangsmaterial waren 10cm dicke Platten, die nur im Bereich des Mastfußes so dick blieben, an den anderen Stellen wurde das auf bis zu 2cm per "shapen" abgemagert. Damit das Brett seine Kontour ("Rocker") bekam wurde der Schaum vorgebogen. Der Trick dabei ist, daß man den Schaumblock aus mehren Streifen zusammenklebt, bzw. den Ausgangsblock in mehrere Streifen auseinandersägt. Die Teile werden dann im gebogenen Zustand wieder zusammengeklebt. In die Klebefuge kommt bei Leichtbau eine Lage Glasgewebe, wenn Schönheit gewünscht wird, ein Holzfurnier. Diese Einlagen haben die Funktion von Stringern und verleihen dem Schaum eine stauneńswerte Stabilität, ohne das Gewicht viel zu vergrößern. Der vorher schlabberweiche Schaum wird richtig hart!
    Für einen Kat würde ich zuerst ein Innengerüst bauen, wie bei grauwal aus (billigem) Sperrholz, oder der Einfachheit halber auch aus Schaumplatten. Dann würde ich das beplanken, nicht mit Furnierstreifen, sondern mit Streifen aus z.B. 20mm-Schaumplatten. In die Klebefugen jeweils ein Lage Glasgewebe. Wenn der Rumpf fertig beplankt ist, alles fein verschleifen (geht ganz leicht mit Vibrationsschleifer und Schmirgelpapier, eventuell, damit es besser strakt, ein langes Brett mit Schmirgelpapier bekleben). Wenn die Außenseite glatt ist wie ein Kinderpopo. wird die Außenschicht drauflaminiert. Dabei (das ist der Riesenvorteil dieser Methode) kann man Spannungszonen besonders berücksichtigen, und die gezielt verstärken. Also ganz allgemein für die Unempfindlichkeit/Druckbelastbarkeit vielleicht 3 Lagen, und alles was stärker beansprucht wird, entsprechen dicker. Also z.B. die Stellen, an denen der Wantenzug eigeleitet wird. Diagonal versteifen, damit sich der Rumpf in der Welle nicht verwindet usw.
    Weil das Ding ziemlich leicht wird, und man es einfach umdrehen kann, kann man auch die Oberseite (Deck und Kajütdach in einem Stück auf die gleiche Weise drauflaminieren.
    Wernn dann die gesamte Außenseite fertig laminiert ist, wird der Innenausbau wieder entfernt alles gegebenfalls verschliffen und auch mit Laminat versehen.
    Ein Problem sehe ich der häufig gewünschten Zerlegbarkeit (für den Transport) Du müßtest die Verbindungsflansche vorher fertigen und richtig fest von Anfang an mit einlaminieren.
    Grob geschätzt kann ich mir vorstellen, daß Du unter 50kg bleiben kannst, wenn Du Dir Mühe gibst. Bei einem Erstlingswerk dürfte das allerdings nicht allzu leicht sein!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  2. #12
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    Hallo Rosti
    Versuch's doch mal bei

    smalltrimarans.com

    Da gibt es Pläne für einen Tri in Deiner Grösse Baupläne, und auch in den Kostenlosen Study Plans sind die Holz Dimensionen
    enthalten. Vor etwa einem Jahr war so ein Tri von einem Norddeutschen Selbstbauer in diversen Plattformen zu verkaufen, der Bau wurde auch bei den Smalltrimarans sehr gut dokumentiert.
    Einfach mal dieses Forum durchstöbern, da gibt es jede Menge Erfahrungen.

    Gruss

    Horst

  3. #13
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    Zitat Zitat von rosti_123 Beitrag anzeigen
    -5mm ist tatsächlich sehr dünn, wenn ich mir anschaue, dass die Einhand-Jollen von Segger schon min. 6 mm Wanddicke aufweisen
    sperrholz tornados wurden meines wissens aus okumee sperrholz 5mm gebaut, die rümpfe sind 6,1m lang entsprechen also zumindest deinen aussenrümpfen

    durch die geringere breite der einzelrümpfe sind die quer-sperrholzbiegungen stärker als bei einer jolle ---> stabiler
    ein vergleich mit den materialstärken einer jolle macht also evtl. auch weniger sinn

    es gab trinados, tremolinos diabolo und noch andere zusammengesetzte trimarane, bei 6m länge oft mit umgenutzten 20fuss catamaran aussenrümpfen (eben z.B. tornado)

    eine grundsätzliche konstruktive unterscheidung gibt es immer bei sperrholz boots-konstruktionen:
    -einmal die konstruktion eine hülle zusammenzunähen und hinterher die innen verstärkungen hineinzuspannen (so haben z.B. die wikinger ihre boote gebaut! die plankenboote in der eisenzeit waren auch so konstruiert) die genaue form entsteht also genaugenommen erst beim hineinspannen (tornado ist auch so entstanden!)

    -das andere ist eine innenform herstellen meist aus spanten und stringer und dann die hülle darauf bringen , ein pirat oder opti wird z.B. so hergestellt, der traditionelle holzbau hierzulande arbeitet so, und versteht die andere variante meist überhaupt nicht

    stich+glue ermöglicht aber eben die erste variant

    die ersten farrier trimarane waren übrigends auch aus sperrholz ~6,4m lang

    grus haribo

  4. #14
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    Zitat Zitat von haribo Beitrag anzeigen
    sperrholz tornados wurden meines wissens aus okumee sperrholz 5mm gebaut, die rümpfe sind 6,1m lang entsprechen also zumindest deinen aussenrümpfen

    durch die geringere breite der einzelrümpfe sind die quer-sperrholzbiegungen stärker als bei einer jolle ---> stabiler
    ein vergleich mit den materialstärken einer jolle macht also evtl. auch weniger sinn
    Von der Steifigkeit ist die Argumentation nachvollziehbar, aber ...

    Zitat Zitat von rosti_123 Beitrag anzeigen
    der Eigenbau soll schon mehr als ein Experiment werden und tourentauglich sein
    ... da hätte ich bei "tourentauglich" schon etwas mehr auf Reserven gesetzt. Allerdings scheinen die Farriers und Dixens in der Größe auch mit 4 und 6mm beplankt worden zu sein. Wieder was gelernt

  5. #15
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    Hier wirst Du geholfen:

    https://www.amazon.de/Katamarane-and.../dp/3874120295

    siehe Anhang
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    halber Wind reicht völlig

  6. #16
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    Zitat Zitat von rosti_123 Beitrag anzeigen
    Meine bisher angestrebte Methode ist die "Stich and glue" Methode. Diese scheint für mich als Neuling ganz gut geeignet zu sein. Arbeiten mit Hartsschaum (CoreCell?), oder Kleben von einzelnen Furnierlagen scheint mir zu aufwendig/teuer. Oder habt ihr da andere Erfahrungen?
    Ist diese Herstellungsmethode zu empfehlen (Gewicht, Langlebigkeit, Hüllenstabilität) gibt es geeignetere Techniken?

    Ich habe bewusst auf sphärisch gekrümmte Flächen verzichtet, Alle Flächen sind entweder nur "gebogen" oder "verdrillt", der Aufbau ist einfach gehalten. Somit sollte ich mit der Stich and Glue Variante keine Probleme haben.

    Ich freu mich auf gute Ratschläge!

    Gruß

    Rosti
    es gibt zwei interessante techniken die für schlanke multihull rümpfe beides, "gebogen" und "verdrillt", combinieren
    also einfach gebogene platten dann in einem zweiten schritt verdrehen (per stich and glue übrigends)

    hier zwei links dazu, leider beide auf englisch
    http://smalltridesign.com/Trimaran-A...nt-Camber.html
    http://www.multihulldesigns.com/pdf/...NSTRUCTION.htm

    der im ersten link dargestellte entwurf von chris white "discovery 20" ist zwar schon 35 jahre alt aber dürfte auch zum tourensegeln sehr gut geeignet sein, mit zelt überm cockpit oder neben das boot am strand...

    an dem entwurf würde ich dir empfehlen dich zu orientieren in der 6m grössenordnung, jedenfals wenn du nicht alles selber neu erfinden willst, was auch spannend ist, aber erfahrungsgemäss ja auch etliche fehlversuche beeinhaltet
    viel glück haribo

  7. #17
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    Zitat Zitat von rosti_123 Beitrag anzeigen
    @Sucher -wieviele Lagen Gewebe würdest du auf die Schaumplatten laminieren, hast du hier Erfahrungswerte bzgl. Stabilität?
    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo rosti_123, die Standarddicke bei den Surfbrettern waren 2 Lagen an der Unterseite 3 auf der Oberseite
    2 unten und drei oben. Passt. Details wie z.B. ob das Gewebe 200 g/m² oder 600g/m² interessieren nicht und tragen nur unnötig zur Verwirrung bei.

  8. #18
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    Hallo rosti_123, niemand kann erwarten, hier eine fix und fertige Bauanleitung vorzufinden, mit Maßen und Gewichten usw. Wenn Du der Bauweise mit Hartschaumplatten und Glas/epoxid-Laminat nähertreten willst, und bisher keine Erfahrung hast, würde ich Dir dringend zu einem (kleinen) Übungsobjekt raten. Es muß nicht unbedingt ein Paddelblatt sein.
    Wenn Du keinen anderes zweckmäßiges Objekt brauchst, mach folgendes: Kauf Dir im Baumarkt eine 20mm Hartschaumplatte (die für Kelleraußenisolierung gedacht ist), und schneide sie mit der Kreissäge (nichts anderes!!!!, vor allem nicht mit der Hand!) in 50mm breite Streifen. Dann schneide von Deinem Glasgewebe (nimm ein eher leichtes) ensprechende Streifen ab, tränke sie mit Harz, und klebe damit die Schaumstreifen vollflächig zu ursprünglichen Form wieder zusammen, jeweils mit 1 Lage Gewebe dazwischen. Zum Aushärten spanne das mit Zwingen vorsichtig zusammen (ohne den Schaum zu verformen), damit das überschüssige Harz herausquillt. Wenn das richtig ausgehärtet ist, schleife die Überstände des Glasgewebes mit einem Schleifgerät (Excenterschleifer, Schwingschleifer) auf Niveau zurück. Du wirst schon jetzt feststellen, daß die Platte vor allem in Richtung der Streifen erheblich steifer ist als vorher. Dann laminiere jeweils oben und unten auf die komplette Fläche eine Lage Glasgewebe auf.
    Wenn das ausgehärtet ist, vergleiche z.B. mit einer 8mm Bootsbausperrholzplatte: Preis, Gewicht, Steifigkeit, Dauerhaftigkeit, Druckfestigkeit und natürlich auch Aufwand.
    Ich selbst habe bisher maximal Surfbretter damit gebaut, die natürlich kleiner und leichter sind, als ein ganzer Tri. Ich meine, 150g Gewebe (Roving) verwendet zu haben (ist lange her!). Es ist sicher mehr Aufwand als Stitch and Glue, aber es wird genauso sicher viel leichter (für einen Tri nicht ganz ohne Bedeutung). Wenn man die von mir geschätzten 50kg (klingt ziemlich unwahrscheinlich? ist einfach von einem 4kg-Surfbrett nach oben extrapoliert) kann man auch gleich auf die Materialkosten schließen, die etwa 15€/kg betragen, je nach Einkaufsquelle) Bei Leichtbau entsteht da die paradoxe Situation, je leichter je billiger!. Ich kann Dir gleich prophezeien, wenn Du die 50kg schaffst, kannst Du den Tri nicht ohne Sicherung am Strand liegenlassen, er wird einfach wegfliegen.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  9. #19
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    Soweit ich mich erinnere, wollte Rosti doch einen ca. 6 m Tri in Sperrholz bauen und kein Surfbrett in GFK.
    Und da so ein 6 m Tri doch EINIGE Anderthalb Euro Fuffzig kostet, tut er bestimmt gut daran, nach einem bewährten Plan zu bauen, davon gibt es in dieser Grösse sowohl als offener Trimaran als auch als Kajüt Trimaran einige Baupläne.
    Und was die GFK Sandwichkonstruktion angeht, sollte man vorher schon einige Erfahrungen in der Kunststoffverarbeitung bei kleineren Projekten gesammelt haben, schwerer als im Plan angegeben werden die sowieso fast alle.
    Bezüglich Sandwich mit unterschiedlichen Beschichtungsstärken aussen und innen hat ja selbst Quorning bei seinem Dragonfly 600 schon seine Probleme gehabt.

    Horst

  10. #20
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen

    Ich selbst habe bisher maximal Surfbretter damit gebaut, die natürlich kleiner und leichter sind, als ein ganzer Tri. Ich meine, 150g Gewebe (Roving) verwendet zu haben (ist lange her!). Es ist sicher mehr Aufwand als Stitch and Glue, aber es wird genauso sicher viel leichter (für einen Tri nicht ganz ohne Bedeutung). Wenn man die von mir geschätzten 50kg (klingt ziemlich unwahrscheinlich? ist einfach von einem 4kg-Surfbrett nach oben extrapoliert) kann man auch gleich auf die Materialkosten schließen, die etwa 15€/kg betragen, je nach Einkaufsquelle) Bei Leichtbau entsteht da die paradoxe Situation, je leichter je billiger!. Ich kann Dir gleich prophezeien, wenn Du die 50kg schaffst, kannst Du den Tri nicht ohne Sicherung am Strand liegenlassen, er wird einfach wegfliegen.
    Viele Grüße
    nw
    Hallo Sucher
    Das ist eine absolute Milchmädchenrechnung.
    Der leichteste 6 m Tri in professioneller Fertigung war der Dragonfly 600 mit 250 kg Gewicht, bzw 280 kg nach Behebung einiger Stabilitätsprobleme wegen unterschiedlicher Beschichtungsstärken aussen und innen.
    Du glaubst doch nicht im ernst, dass ein Amateur so einen Tri mit einem Bruchteil an Gewicht selbst bauen kann ?

    Gruss

    Horst

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