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  1. #21
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    Ergänzend zu der hervorragenden Antwort von supra: Grundsätzlich sieht so ein Frahm'scher Schlingertank erstmal wie eine gute Idee aus: Keine aktive Technik, praktisch keine Wartung nötig, "funktioniert einfach".

    Aber wie so oft ist so einfach nicht. Diese Tanks und ihr Innenleben müssen sehr genau berechnet werden, damit sie Wirkung zeigen und vor allem nicht kontraproduktiv sind, sprich: Das Boot instabiler machen.

    Bei kleinen Booten sitzt so ein Tank nämlich häufig sehr hoch, damit er bessere Wirkung (Hebelwirkung) hat. Wenn dann aber was schiefläuft und im Tank das Wasser auf der Seite ist, zu der das Boot sowieso rollt, ist das schlecht.

    Weiterhin kann ich mir vorstellen, dass sich der Tank verändern muss wenn sich die Masse des Fahrzeugs ändert (Zuladung!). Es wird Gründe haben, warum diese Tanks bei relativ kleinen Sportbooten praktisch nicht zu finden sind.

    Zur CE-Norm: Auch würde die CE-Kennzeichnung als ersten Indiz werten, hätte dann aber noch eine Menge eigener Kriterien.

    Aber, um es noch mal ganz deutlich zu sagen: Für die Ost- und für küstennahe Fahrt in der Nordsee bei handigem Wetter sind fast alle Boot geeignet! Und die Windvorhersage ist so zuverlässig, dass man morgens sehr gut entscheiden kann ob man los kann oder nicht.

    Sprich: Für Ost- und Nordsee muss es kein super-duper-Blauwasser-mit-Flossen-stabilisiertes Boot sein. Ein durchschnittlicher halbwegs moderner (Fenster!) Stahlkreuzer (oder auch Halbgleiter oder Gleiter wenn dich der Maschinenlärm und hohe Brennstoffverbrauch nicht stört) reicht völlig.

    Die Beispiele von supra sind tragisch und zeigen, dass der Skipper wissen sollte, was sein Boot abkann. Viel Wind und Wind gegen Strom kommen nicht aus heiterem Himmel, das ist vorhersehbar.

    Zur weiteren Lektüre hier noch ein paar Artikel von mir:

    1. (aus 2013, mit einer Palma wie auch in supras Beispiel) Zwischenfazit nach drei Jahren mit dem Stahlverdränger-Boot auf der Ostsee: https://booteblog.net/2013/02/04/zwi...uf-der-ostsee/

    2. Frage: Stahlboot, GFK, Länge, Motorisierung für Ostsee und Nordsee? https://booteblog.net/2016/12/17/fra...e-und-nordsee/

    3. (Ende 2015, neues Boot) Motorboot Erfahrung mit der Julius aus über 1.300 Seemeilen: https://booteblog.net/2015/08/31/ein...300-seemeilen/
    Geändert von JulianBuss (10.02.2018 um 08:51 Uhr)
    MV Julius: http://booteblog.net/julius
    Facebook: https://www.facebook.com/julian.buss.7

  2. #22
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    Frahmsche Schlingertanks zweite Generation, Albert-Ballin-Klasse 1923:

    http://dingler.culture.hu-berlin.de/.../tx342065b.png

    http://dingler.culture.hu-berlin.de/.../tx342065c.png

    Die Dinger gehen über einen Großteil der Bordwände:

    http://dingler.culture.hu-berlin.de/.../tx342065a.png

    So simpel das Prinzip auch ersteinmal erscheint, so komplex die korrekte Berechnung und Ausführung.
    Dieser Text verdeutlicht es:
    http://www.patent-de.com/19901108/DE2813459C2.html
    Geändert von supra (10.02.2018 um 09:59 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder

  3. #23
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    Zitat Zitat von JulianBuss Beitrag anzeigen
    .........

    Zur CE-Norm: Auch würde die CE-Kennzeichnung als ersten Indiz werten, hätte dann aber noch eine Menge eigener Kriterien.

    .........., dass der Skipper wissen sollte, was sein Boot abkann. Viel Wind und Wind gegen Strom kommen nicht aus heiterem Himmel, das ist vorhersehbar.

    ........
    "... der Skipper wissen sollte..." Völlig richtig, er sollte wissen, das die Dosen eben nicht seefest sind.
    Ein Segelfreund stieg vor Jahren auf ein 40' Motorboot um. Seefest, mit CE-Klassifizierung B, sagte mein Freund. Allein die eingebaute Waschmaschine braucht bei Schmackes die Transportsicherung.

    Der CE-Kategorisierung sollte man nicht allzu große Bedeutung schenken. Sie ist ein Kompromiss von ahnungslosen Gesetzgebern und zielstrebigen Lobbyisten. 2m Welle in einem Gatt ist die Hölle, 2m auf 2000m Wassertiefe ist echt easy. Wind mit strammen sieben raumschots erlaubt eine flinke Reise und ist gegenan ganz schön sportlich. Dazu kommen solche Feinheiten wie Wind gegen Strom und alte Dünung ohne Wind (siehe supra).

    Verlässt man bei "nur" 4-5 aus West mit ablaufendem Wasser die Schleuse Brunsbüttel, sieht man wie die Boote unter Motor (auch die Segler) hoffnungslos hinter den kreuzenden Segelyachten unter Segeln zurückbleiben, obwohl sie größer sind. Natürlich kann man diese Situationen mit Hilfe der Wettervorhersage vermeiden, manchmal wochenlang . Wir sind bei einer stabilen SW-Lage (drei Wochen) von Finnland heimwärts gesegelt, kein Spaß aber unvermeidlich.
    Die Wettervorhersagen sind tatsächlich mittlerweile sehr gut. Eine Windstärke und 30° Windwinkel sind in der Toleranz. Diese Kleinigkeit macht den Unterschied zwischen sportlich und schwere Arbeit, mit dem Motorboot wirkt sich das noch krasser aus. Kleinigkeiten gehen den Meteorologen auch heute noch durch. Im Skagerak hat uns eine schwere Sturmbö erwischt, das hätte ich mit dem Motorboot nicht erleben wollen (auch mit dem Segler nicht noch mal).

    Bei diesem Hintergrund sich über Stabilisatoren bei 10m-Booten(+-) zu unterhalten ist irreführend.

    @ Fixbootr: Schau Dir doch mal die Wirklichkeit an bevor Du eine Entscheidung fällst. Die CE-Kategorie wird das Letzte sein, an dem Du Dich orientierst.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  4. #24
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    Mmh,
    zweifellos gibt es DAS Motorboot f. DEN Skipper.
    Nun sind aber Können , bzw. Anspruch eines jeden Skippers anders.
    Es nützt dem TE also nichts ihm die eigenen, individuellen Vorstellungen darzulegen.
    Der TE ist noch in der Findungsphase. Er weiss weder genaueres über sein zukünftiges Fahrtgebiet, also dessen mögliche , zu erwartende " Verhältnisse" ( Seegang) , noch über dafür geeignete Schifftypen , geschweige weiss er über sein "Können" , d. h. Erfahrung mit dem sich manch Nachteil eines "falschen" Schiffstyps umgehen, kompensieren lässt.

    Eine Debatte über den rechten Schiffstyp erübrigt sich.

    Des TEs Kriterien sind ( noch) anders gewichtet--seine Kriterien fußen auf seiner Vorstellungen gediegen , also ohne Schaukelei mit max. Komfort auf dem Meer zu kariolen.
    Wie sich oben gezeigt hat ist diese Vorstellung sehr weich.

    Ich weiss nun nicht ob es Sinn ergibt dem TE alle Wägbarkeiten, Unwägbarkeiten der See, der Küste, der Flussmündungen, alle diesbezüglichen technischen Vor- und Nachteile sämtlcher Schiffstypen darzulegen.
    Zumal der TE bekundete nur vielleicht einmal ein Schiff zu kaufen.

    Vielleicht fängt der TE kleiner an, indem er sich einen stählernen Binnen- oder Küstenkreuzer chartert, seine wahren Anforderungen an ein Schiff im wahrstem Sinne ersteinmal erfährt ?
    Geändert von supra (10.02.2018 um 11:04 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder

  5. #25
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    Hallo Fixboot Tom, das mit der Seekrankheit kann ich nachvollziehen. Chartere doch erst mal so nen Trip. Die Angst vor der Seekrankheit ist oft grösser als die Gefahr der Übelkeit.
    Ein passendes Boot zu finden ist ne andere Nummer. Da gibt es sicher Fachleute für :-)

  6. #26
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    Ahoi!

    Vielen, vielen Dank für alle Eure Antworten. Ich hätte nie gedacht, dass ich soviele kompetente Antworten erhalte. Das hat mich umgehauen und auch soweit gebracht. Ich wusste vor einigen Tagen ja noch nicht mal, dass es holländische Verdränger gibt. Ich bin quasi auf dem nächsten Wissens-Level gelandet (wie man so sagt).

    Ich versuche jetzt tatsächlich erstmal ein paar Boote zu chartern. Besser ich investiere ein paar Tausend in Charter um mehr Erfahrung zu sammeln. Ich bin ja jetzt versorgt mit den Pillen die Franz empfohlen hat (sind schon da!). Ich krieg das schon hin.

    Mein Ziel ist es in ein paar Jahren mehr oder weniger dauerhaft ans Mittelmeer zu ziehen. Griechenland wäre schön, Ägais oder so. Darauf beginne ich mich vorzubereiten.

    Ich brauche also ein Boot, CE-B. Am besten mit einem (nachgerüsteten) Stabilisator. Kenn mich ja jetzt aus damit . Es muss leicht händelbar sein (alleine zu steuern).

    Jetzt wo ich weiss was ich brauche versuch ich mal herauszufinden, welches so gängige Marken und Modelle sind die auch in Griechenland, Italien, Spanien etc. jeder kennt, die ich also überall warten und reparieren lassen kann. So ein Mercedes-Diesel oder VW-Golf-Boot. Ein Massenschiff das jeder hat und kennt bzw. die Technik des Schiffes, wenn es sowas gibt. Ich hatte mal ein Oldtimer-Selbstbau-Wohnmobil. Das hat mich echt so viel Geld gekostet weil ständig etwas teures kaputt war und die Technik 30 Jahre alt. Bitte nicht nochmal sowas in Bootform.

    Ich weiss nicht ob das was ist, aber diese http://www.gruno-motoryachten.com/im...subliem-de.pdf gibt es als B-Version schon gut ausgerüstet für ca. 200 Tausend und sogar schon unter 10 Meter !

    Ahoi!
    Tom

    Ich liebe das Leben, ich liebe die Sonne und das Meer! Ahoi!
    Geändert von Fixboot (10.02.2018 um 22:39 Uhr)

  7. #27
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    Moin, um deinen horizont noch etwas zu erweitern

    Die mobo yacht "dolce vita" aus deinem link kenne ich, hab mit dem eigner an bord schon das eine oder andere whisky fläschen getrunken,
    Schönes boot um auf den Kanälen und flüssen zu skippern.
    Aber ich glaube mich zu erinnern,
    das der preis für das fixe boot deutlich über deinen angepeilten 200 kilo euronen liegt.
    Indios & Eulenspiegel
    Rw2
    letzter Häuptling vom Stamm der Häuptlinge
    lebt nun in Indochina

  8. #28
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    Hallo, das nahezu ausschließliche Motorbootfahren ist hauptsächlich im westlichen Mittelmeer üblich. Weil da im Sommer so gut wie kein brauchbarer Wind ist, fahren alle, also auch die Segelboote, mit Motor. Im östlichen Mittelmeer, also Ägäis, ist das anders, denn da bläst der Meltemi, der richtig kräftig pustet. Es gibt da zwar auch Flauten, aber kleine Motorboote, sind dort weit weniger in Gebrauch. Dafür macht das Segeln mehr Spaß. Große Motorboote (<20m) gibt dort natürlich auch zuhauf. Im Winter ist das Mittelmeer deutlich wärmer als hierzulande, hat aber einen sehr viel herberen Charakter, auch nicht das richtige Revier für ein kleineres Motorboot. Das solltest Du bedenken.
    Viele Grüße
    nw

    PS: Das mit dem alten Wohnmobil habe ich auch hinter mir, habe das aber ganz anders empfunden (Alles selber gemacht) Ich finde das war die perfekte Vorbereitung für das Bootfahren, denn da kommen alle Probleme wieder, und man weiß daher schon, wie's geht!
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  9. #29
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    Zitat Zitat von Fixboot Beitrag anzeigen
    ........

    Ich weiss nicht ob das was ist,.......!
    Oh ja, das ist was.
    Aber für´s "Meer" ist es nix. Eher für die Meere, so im Sinne der Holländer (Seen)
    Gruno, Aquanaut, Linssen, ... sind die Klassiker der holländischen Verdränger. Geschickt konstruiert im Hinblick auf Korrosiosbeständigkeit, sauber geschweißt, viel eingebrachte Erfahrung, praktisch und komfortable.
    Wir haben im Herbst eine Aquanaut 1000 gekauft, daher ist bei mir einiges an Erfahrung hängen geblieben und die Träume vom Mittelmeer haben wir vor vielen Jahren auch geträumt, allerdings mit Segelboot.
    Es ist tatsächlich ein Traum, morgens erst mal eine Runde um´s Boot zu schwimmen und den Tag im T-Shirt zu verbringen.
    Nach einigen Tausend Meilen MM und den Erfahrungen auf Nord- und Ostsee war das MM gestorben. Für die Annehmlichkeiten unter südlicher Sonne muss man bezahlen: Mit Hitze tagsüber, langer Anreise, unbezahlbarer Liegekosten (beim Tourensegeln im westl. MM), schlechten Windverhältnissen und dem Verzicht auf unsere nördliche Kultur. Trotzdem, MM ist schon Klasse, der Preis war uns nur zu hoch (nicht der in €, östl. MM geht).
    Dein Gedanke an Charter ist erstlmal die ideale Lösung - viel Spaß

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  10. #30
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    Zitat Zitat von grauwal Beitrag anzeigen
    Die Seekrankheit ist ein Übel, mit dem sich die Menschheit schon lange rumschlägt. Ein Durchbruch ist anscheinend Professor Jarisch gelungen, siehe "Yacht 1/2005". Das bestätigt die Erkenntnis von Frau Hilde Wilts
    Grauwal, meinst Du evtl. Frau Dr. Heide Wilts ?

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