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  1. #1
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    Standard Ziemlich doofer Artikel zur DGzRS

    Gerade gesehen und geärgert:

    http://www.yacht.de/aktuell/panorama...n/a115836.html

    Geärgert nicht über die Darstellung der Zahlen, auch nicht über eine der Quintessenzen: "Und so ist das Bild, das sich nach Analyse der Einsatzzahlen ergibt, eines – und das ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis –, das mehr als deutlich zeigt, dass der Bootssport allgemein und die Segelei im Speziellen weitaus ungefährlicher ist, als so mancher Zeitungsbericht und auch die Veröffentlichungen der DGzRS selbst glauben machen."

    Das wissen (oder denken) wir wohl alle selbst - der Weg zum Hafen ist meist riskanter.

    Aber geärgert darüber, dass - so lese ich es - der DGzRS eine Art von Panikmache vorgeworfen wird: "Dass die Seenotretter kein allzu großes Interesse daran haben, dem Eindruck, den die Mehrheit der Medien auf Grundlage der zusammenaddierten Fallzahlen vermitteln, zu widersprechen, ist verständlich. Der Verein lebt von der Angst vor der Seenot, ist er doch auf Spenden angewiesen. Die aber fließen vor allem dann, wenn in der Öffentlichkeit das Gefühl besteht, Seefahrt, gleich welcher Art, sei riskant."

    Es ist satzungsmäßige Aufgabe der DGzRS, Leuten zu helfen, nicht aber, medial vermittelte Bilder (die ja auch von der "Yacht" selbst kommuniziert werden: Pocketcruiser ohne 30PS Diesel oder 30'-Yacht ohne Bugstrahlruder und Einbaudusche > unverantwortlich [ok, hier habe ICH überzogen, gebe ich gerne zu]) zu korrigieren.

    Und noch mehr geärgert darüber, dass in der Argumentation die Perspektive gewechselt wird: "Hinter einer von der DGzRS als "Notlage" eingestuften Situation verbirgt sich jedoch keineswegs automatisch stets ein Einsatz, bei dem es um Leib und Leben für diejenigen ging, denen geholfen wurde." - Klar, aber wer entscheidet, ob ein Ruf eine "Notlage" ist bzw. eine solche entstehen kann (Leine im Prop etc.)? Pascal Schürmann als Yacht-Autor? Die DGzRS kann nur feststellen, DASS sie gerufen wurde. - Ist eine Kenterung (die normalerweise nur Jollen trifft) nun ein Notfall oder nicht? Das weiß allenfalls der, der davon betroffen ist.

    Schlecht gemacht. Schade.

    Die Daten sind es Wert, dass über sie diskutiert wird. Und sicherlich kann man sich eine weitere Auffächerung wünschen, nach Surfern, Paddlern ... - aber zu welchem Zweck? Um ein Sicherheitsbewusstsein zu schaffen - allemal. Aber ist das die Intention des Autors? (Mal abgesehen davon, dass auch die Unterscheidung zwischen "Jolle" und "Yacht" nicht immer so klar ist, wenn wir an Jollis, Micros, Hansa-Jollen, Solinge etc. denken. Und auch die zwischen Motor- und Segelboot nicht, wenn wir an die Menge nicht segelbereiter Segelboote [gelegte Masten wg. Überführungsfahrten etc.] denken, die fahren.)

    Welche Konsequenz wird die "Yacht" jetzt eigentlich aus der Unterstützungsursache #1 (erwartungsgemäß: Motorprobleme) ziehen? In jedem Heft ein Artikel über Manövrieren unter Segeln?

    Zwei wichtige Fragen werden von dem Autor nicht angesprochen: Sind bei der Vielzahl der Kenterungen etc. auch Daten aus der Wettfahrtsicherung dabei? Und: In welchem Revier herrschen eigentlich welche Einsatzfälle vor?

    So, und jetzt sollte der Autor ganz schnell das Zeilenhonorar an die DGzRS spenden und Besserung geloben - nein, nicht nur geloben, sondern auch nachbessern.

  2. #2
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    Standard

    Selbst wenn du recht hast, ist dies kein Grund sich aufzuregen.
    Ich finde ja die Bemerkung "Bootfahren ist gefährlich, man braucht deshalb den GzRS" in Wahrheit gar nicht so schlecht. Wieviel % der Bootsfahrer sind sich denn bewusst, dass ein wichtiger Teil von notwendigem Schutz durch den GzRS erbracht wird, die nur auf Spenden angewiesen sind und deshalb auch darum betteln müssen. Wären alle durchgängig spendenbewusst, käme auf jeden Bootsfahrer ein allerkleinster Obolus und die Gesellschaft hätte überhaupt keine Probleme.
    Als Segler, der da meint, wir sind die besseren, brauchen weniger Hilfe als alle anderen (und ich glaube zu Recht auch am allermeisten gespendet wird!) muss man sich über eine nicht differenzierte Aufteilung der Einsätze nicht erregen. Sollen die auch noch sieben Buchhalter anstellen? Oder vielleicht, damit alles richtig und detailliert erfasst wird gar Fremdfirmen beschäftigen? Macht doch keinen Sinn, sinnvoller wäre es, auch den Nachbarn davon zu überzeugen, einen Spendenobolus zu leisten.
    Da gibt es doch die Autofahrerclubs, die verrechnen einfach relativ hohe Beträge und leben in Saus und Braus. Keinen stört das.
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von rwe Beitrag anzeigen
    Gerade gesehen und geärgert:

    http://www.yacht.de/aktuell/panorama...n/a115836.html

    Geärgert nicht über die Darstellung der Zahlen, auch nicht über eine der Quintessenzen: "Und so ist das Bild, das sich nach Analyse der Einsatzzahlen ergibt, eines – und das ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis –, das mehr als deutlich zeigt, dass der Bootssport allgemein und die Segelei im Speziellen weitaus ungefährlicher ist, als so mancher Zeitungsbericht und auch die Veröffentlichungen der DGzRS selbst glauben machen."

    Das wissen (oder denken) wir wohl alle selbst - der Weg zum Hafen ist meist riskanter.

    Aber geärgert darüber, dass - so lese ich es - der DGzRS eine Art von Panikmache vorgeworfen wird: "Dass die Seenotretter kein allzu großes Interesse daran haben, dem Eindruck, den die Mehrheit der Medien auf Grundlage der zusammenaddierten Fallzahlen vermitteln, zu widersprechen, ist verständlich. Der Verein lebt von der Angst vor der Seenot, ist er doch auf Spenden angewiesen. Die aber fließen vor allem dann, wenn in der Öffentlichkeit das Gefühl besteht, Seefahrt, gleich welcher Art, sei riskant."

    Es ist satzungsmäßige Aufgabe der DGzRS, Leuten zu helfen, nicht aber, medial vermittelte Bilder ... zu korrigieren.
    Volle Zustimmung.

  4. #4
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    Standard

    Um solche fragwürdigen Elaborate nicht mehr lesen zu müssen, habe ich die Yacht nach ca. 30 Jahren gekündigt und spende das Geld lieber der "undifferenziert berichtenden" DGzRS. Auf die möchte ich nicht verzichten, auf die Yacht schon.
    Handbreit Jens

  5. #5
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    Die Statistik der DGzRS ist in der Tat nicht genug diffenrenziert und wird unkundige Leser tatsächlich den Wassersport als hochgefährlich darstellen. Politiker könnten da ihr Futter für weitere Sicherheitsrichtlinien finden.
    Der DGzRS jedoch zu unterstellen, sie dramatisiere um ihre Daseinsberechtigung zu belegen, ist frech und dumm.
    Es gibt niemanden in der Bundesrepublik, der das Dasein der DGzRS in Frage stellen würde.
    Bei dem Hilferuf „Motor defekt“ sollte man jedoch seitens der Yacht und der offiziellen Stellen mal genauer hinsehen und auch hier Ursachenforschung betreiben. Dann wäre allen geholfen.....

  6. #6
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    Zitat Zitat von Tamino Beitrag anzeigen
    Um solche fragwürdigen Elaborate nicht mehr lesen zu müssen, habe ich die Yacht nach ca. 30 Jahren gekündigt und spende das Geld lieber der "undifferenziert berichtenden" DGzRS. Auf die möchte ich nicht verzichten, auf die Yacht schon.
    Du bist natürlich auch weiterhin im Forum willkommen

    Ich spende selber auch als Fördermitglied, obwohl ich bis dato noch nicht im Bereich der DGZRS gesegelt bin, irgendwie wars immer im Ausland

    Mit der Diskussion gehts hier weiter:
    https://forum.yacht.de/showthread.ph...65#post1455865
    hier ist nur Feedback an die Redaktion und wird deshalb geschlossen
    Gruss Gunnar

    Moderator Yacht-Forum

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