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  1. #51
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    Als ich mit dem Tri an meinen Liegeplatz, eingefaltet, schipperte waren reichlich Kommentare zu hören. Einer, das hässlichste Schiff im Hafen, war noch einer der netteren. Dann die Diskussion, ob ich vollbescheuert bin oder nur fehlgeleitet.
    Die größte Meckerer habe ich dann bei guten Wetter, Sonne, Wind 4 - 5 BV, mit genommen.
    Eine kleinen Schlage von Travemünde nach Grömitz. Der Tri lief bestens, zwar keine 20 KN aber 18 KN waren ja auch schon mal nicht so schlecht. Danach musst ich mir nie wieder ein Spruch anhören.
    Missionieren habe ich aufgegeben, bei mir kann Jeder mit seinem Mono glücklich werden und es auch bleiben.
    Mir ist durchaus bewusst, das es Monos mit erheblich besseren Schwerwettereigenschaften gibt als es Tri's je sein können. Da bleibe ich im Hafen und mache mir einen schönen Tag und warte auf besseres Wetter.
    Diese Tour von der O-See zu den Kanaren im Sommer gerne, aber im Winter nein, egal mit welchem Schiff.

  2. #52
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    Ich muss sagen, dass mich Eure Plädoyers für die Tris doch neugierig machen. Ich bin tatsächlich noch nie Tri gesegelt, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich das machen. Alleine schon, um meine Vorurteile entweder abzulegen oder bestätigt zu wissen

    Ich bin aber schon Kat gesegelt, und - naja, es hat eine Menge Vorteile, der Platz ist gigantisch, es ist komfortabel am Wind aufrecht herumzulaufen. Aber rein seglerisch fehlt mir da irgendwas. Vielleicht ist das aber beim Tri anders.

    Hier und da gab es Situationen, wo ich einen Tri beobachtet habe, welche dann zu meinen Vorurteilen beigetragen haben: Zum Beispiel vor einigen Jahren irgendwo in einem kleinen Hafen in Dänemark (ich glaube es war Ärø). Ich lag schon fest, als der Wind ziemlich auffrischte, 6 oder 7 Bft. Ein recht neuer Tri kam rein, und dann ging das Schauspiel los: Viel Windangriffsfläche, wenig Lateralplan, wenig Gewicht. Er knallte wie eine Billiardkugel mehrfach gegen diverse Poller und auch andere Boote, bevor sie es geschafft hatten, irgendwie eine Leinenverbindung herzustellen. Dann dauerte es noch mal gefühlte 15 Minuten, bis das Teil endlich in der Box war, trotz zahlreicher Helfer an Land.

    Mir ist schon klar, dass das wahrscheinlich eine unerfahrene Crew war. Aber trotzdem die Frage: Wie geht man auf einem Tri mit viel Wind im Hafen um?

  3. #53
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    Ist ja schon richtig beobachtet : Zitat:"Viel Windangriffsfläche, wenig Lateralplan, wenig Gewicht." Also wer das weiß, macht sich schon vorab Gedanken über die möglichen Gegebenheiten im Hafen oder in der Schleuse. Dazu kommt das meistens Außenborder eingesetzt werden, die kein Ruderblatt anströmen. Und genau dieses Paket macht es dem Tri Neuling nicht leicht das auf einem Mono erlernte neu zu bewerten. Mit dem Tri ohne Fahrt vertreibt man im Hafen wie eine Luftmatratze, deshalb immer Fahrt im Boot behalten, zügig anlegen (es ist ja auch kaum Masse abzubremsen), Festmacher und Fender vorher griffbereit machen, da gerade Einhand das Ruder/die Pinne losgelassen werden müssen um über das Trampolin zum Poller oder Steg zu gelangen. Notfalls durchstarten und neu anfahren. Auch ein Tri dreht fast auf dem Teller, es ist ja nur "ein Mono mit Stützrädern".

  4. #54
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    Zitat Zitat von Barracuda Beitrag anzeigen

    ......die Frage: Wie geht man auf einem Tri mit viel Wind im Hafen um?
    Um es kurzum in zwei Worte zu fassen: mit Geschwindigkeit.

    Der Kick des Props UND die Ruderwirkung muss immer größer/stärker sein als die die Drift durch Wind.
    Bei Vorrausfahrt bedingen/verstärken sie sich gegenseitig.
    Aufstoppen.
    Im Allgemeinen denkt man das f. einen Tri, wie bei Monos auch, ein Schubpropeller mit dementsprechender Getriebeuntersetzung notwendig ist. Dem ist nicht so. Aktion- Reaktion. Reaktinsantrieb,Raketenantrieb. Es kommt auf dieMasse des durch den Prop beschleunigten Wassers an. Bei meinem Schiff z. B. stoppte der 15PS 2-Takter mit kleinem Standardprop f.Schlauchboote das Schiff besser auf als der 9.9er Viertakt mit "Bigfoot" . Je leichter der Tri , desto besser funktionier dieses Prinzip.
    Ich verweise hier auf dieses schwedische Marineschiff der Visby Klasse. Diese großen , leichten Schiffe mit ihrem Jetantieb sind in der Lage von 35kn innerhalb einer ( !) Schiffslänge aufzustoppen.
    Also , unter Speed bleibt der Tri auch bei starkem Dwarswind unter Kontrolle, auf dem Ruder. Aufstoppen ist kein Problem.
    Ein zögerliches, langsames Heranfahren , wie man es vom massigem Mono her kennt, ist der falsche Weg -- das Boot idabei nicht unter Kontrolle.
    Erschwerend kommt beim Tri , beim langsamen Anlegemanöver , hinzu das niemand auf den Bugs der schmalen Schwimmer stehen kann um abzuhalten.
    Aus diesem Umstand ergibt sich das ein Tri, vor allem beim Längsseitsanlegen rückwärts manövriert.
    Man fährt im 30-70/80 Grad Winkel rückwärts den Poller die Klampe an. Der " Vorschoter wirft die Leine auf Slip üner, belegt sie auf der Heckklampe. Danach gibt der Steuermann vorraus, klappt das Schiff an den Anleger , die Mauer.
    Liegt das Schiff an, bleibt der Vorwärtsgan drin, die Crew sichert das Schiff mit der Vorleine gegen den ablandigen Wind.
    Ist der ablandige Wind stark und/ oder böig, braucht man auch mal zwei bis 5 Anläufe um das Heck de Schwimmers ( mit dem " Vorschoter" ebendort) genau z. Poller zu bringen. Ischa aber nicht schlimm, zumal das Aufstoppen aus Achterraus besonders gut klappt. Die Aufgabe des " Vorschoters" wird auch dadurch erleichtert , das er das Want, das Backstag ( auf dem achterem Beam) zum Festhalten hat.

    Es gibt da noch mehr Tricks.
    Wichtig ist dass man bei Rückwährtsfahrt die Ruderwirkung mitnimmt !!!
    Ich kann das garnicht genug betonen.
    Die Ruderwirkung muss sich erst entwickkeln. D. h. man stoppt mit neutralem Ruder auf, setzt einige Meter zurück bis das Ruder greift, dann erst erhöht man den Ruderausschlag.
    ( Unter diesem , u. a . Aspekten ist es auch unsinnig , gar kontraproduktiv, einen AB mitdrehend, d. h. mit der Pinne gekoppelt auszuführen)
    Hier liegt auch der Grund warum v. Könnern gesteuerte Tris ( nach einigem Anlauf) rückwärts in enge Häfen einfahren/ manövrieren.
    So viel in Kürze.
    Es gibt da, wie bereits erwähnt, noch weitere Tricks. So kann man z. B. ein Ablegen bei starkem auflandigem Wind durch Eindampfen in die auf Slip zum Steuermann umgeleitete Achterleine.... der große Hebelarm, also die Distanz des Propschubs z. Heckklampe aud dem Schwimmer ....
    Ich will hier aber kein allumfassendes vademekum verfassen.
    Obiges möge als Appetizer dienen.

    Versteht man die Nachteile des geringen Gewichts ( Windanfälligkeit) , deren Möglichkeiten hinsichtlich des Aufstoppens, die Wirksammkeit eines greifenden Ruders, den großen Hebelarm beim Eindampfen ( inkl. Leinenarbeit auf Slip) , lässt sich mit einem Tri wahrlich zaubern. Man unterwirft sich nicht den Nachteilen dieses Schiffstyps, man nutzt ausschließlich dessen Vorteile.

    Ich muss aber auch sagen das bei massenhaften Anlegemanövern, z. B. beim Schleusen, obige Tricks alle nicht durchzuführen sind. Während z. B.Monos bei Dwarswind mit einer halben Meile Fahrt in die Kammer schleichen, muss man da mit einem Tri ggf. drei/vier Meilen vorraus, sofort danach selbiges achterraus um nicht abzudriften......
    Es ist den Monoseglern einfach unverständlich dass man bei Dwarswind ( ganz wie ein Motorboot mit Z- Drive ) immer Kick , sprich Fahrt vom Prop haben muss.
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder

  5. #55
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    Es geht wie mit jedem leichten Schiff das viel Windangriffsfläche hat: Windrichtung checken, Box ausgucken, Box mit Vorhaltewinkel gegen den Wind ansteuern, evt. Boot mit Festmacher am Pfahl sichern und reindrehen. Wenn’s ganz heftig ist rückwärts in die Box, sodass der Motor auf Zug arbeitet. Unser Tri hat die Ruderanlage mit dem Außenborder gekoppelt. Damit dreht er auf dem Teller und ist manöverierbarer als die meisten Monos. Wichtig ist das das Schwert unten ist, nicht nur wegen der Lateralfläche, sondern damit das Boot einen Drehpunkt hat. Das muss man alles ein paar mal üben, aber wenn man das Boot dann kennt ist es recht einfach, zumal unser Tri nur 2 t wiegt und damit noch von Hand zu dirigieren ist. Das kriegt man mit etwas Erfahrung auch solo hin. Wer wirklich mal sehen will was ein kritisches Manöververhalten im Hafen ist, soll sich mal Rennziegen mit Doppelruderanlage oder einen Langkieler angucken wenn die bei Wind im Hafen manöverieren müssen. Wir lagen im Sommer in Korsika ein paar Tage neben einer solchen Rennziege. Die kamen ohne Dingi Unterstützung bei Wind schlichtweg nicht mehr allein rückwärts in Ihre Box. Scheiß Boot? Nö, nur anders. Ich hoffe es klappt, das Du mal mit einem Tri segeln kannst um Dich davon zu überzeugen. Dann gäbe es zumindest einen mehr der keinen Blödsinn mehr über diese Boote orakelt ;-)

  6. #56
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    Zitat Zitat von Nixfix Beitrag anzeigen
    ......? evt. Boot mit Festmacher am Pfahl sichern und reindrehen........

    Unser Tri hat die Ruderanlage mit dem Außenborder gekoppelt. Damit dreht er auf dem Teller und ist manöverierbarer als ein Mono.......

    .......zumal unser Tri nur 2 t wiegt und damit noch von Hand zu dirigieren ist.

    Es ist dein erster Tri, du segelst ihn noch nicht lange , versuchst immer noch dein Monohandling auf dieses Schiff zu übertragen ?
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder

  7. #57
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    Ok - danke Euch allen für die ausführlichen Beschreibungen. Das hört sich machbar an, wenn auch nicht sehr intuitiv.

    Also besser nicht einfach mal einen Tri mieten? Lieber erst mal von jemand zeigen lassen, der es kann? Nach der Beschreibung von allem von Supra hätte ich Angst, als eingefleischter Mono-Fahrer das Teil zu demolieren. Man hat ja vieles in den Reflexen drin, grad im Hafen ist manchmal nicht viel Zeit zum Nachdenken.

    Und noch eine gemeine Frage: Motorausfall (nicht so unwahrscheinlich beim Außenborder) - wie komme ich jetzt in den Hafen?

  8. #58
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    @ supra

    Ja, ist unser Erster und klappt super. Wir hatten zuvor aber das Boot schon gechartert und im Rahmen dessen eine super Einweisung von einem Werftskipper bekommen. Ein Schwerpunkt war das Manöverieren im Hafen.

    @ Barraccuda

    Gegenfrage: Wie kommst Du nach Motorausfall mit Deinem Mono in den Hafen ;-)

  9. #59
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    Zitat Zitat von Barracuda Beitrag anzeigen

    Motorausfall (nicht so unwahrscheinlich beim Außenborder) - wie komme ich jetzt in den Hafen?
    Wieso ist ein Motorausfall beim AB wahrscheinlicher ?



    Zur Bootsbeherrschung gehört meine Ansicht nach auch sein Schiff , egal welches, unter Segeln anlegen zu können.
    Das man sich dafür manchesmal , vor allem mit einem Multi, geeignete Örtlichkeit auswählen muss ist eine Binse.
    Ja ja, man mag unken , dagegenwettern, argumentieren, schwadronieren.
    Wenn es aber tatsächlich mal z. Ernstfall kommt, was dann ?
    Für meinen Teil habe ich das bisher immer mit all meinen Schiffen ( auch d. Multis) geübt. Wenn immer es möglich/günstig war habe ich meine Schiffe " erfahren". Ich kann das nur empfehlen.
    Geändert von supra (24.02.2018 um 19:11 Uhr)
    Genialer Dilletant, Anna Lüses Bruder

  10. #60
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    Zitat Zitat von supra Beitrag anzeigen
    Wieso ist ein Motorausfall beim AB wahrscheinlicher ?
    Zum Beispiel wegen der Aussage eines holländischen Seenotretters (von der Station Roompot), der mir sagte dass die meisten Einsätze wegen Außenbordern gefahren werden (sowohl technische Defekte als auch Tank leer).

    Mag aber sein, dass das unwissenschaftlich ist. Bei Roompot fahren viele Angler mit kleinen Motorbooten mit AB raus auf die Nordsee.

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