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  1. #31
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    Nein, so ist es nicht. Die ersten Berichte über Dieselpest sind über 50 Jahre alt, da gab es noch keinen Biodiesel.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  2. #32
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    Bei großem Tank (in meinem Fall 320 Liter und langfristig noch mehr) und Langfahrten sehe ich Spezialdiesel auch als unpraktikabel an. Zumindest so lange dieser nicht flächendeckend verfügbar ist. Möchte meine längeren Törns nicht nach den geeigneten Tankstellen planen. Segeln heißt für mich Freiheit. Dadurch habe ich zwangsläufig immer einen entsprechenden Mix an Treibstoffen im Tank. Vergangenes Jahr z.B. auch mal roten Diesel aus Schottland.

    Ultimate tanke ich aber am Heim-Liegeplatz wenn Platz im Tank ist und ich eh einige Male zum Boot muss. Dann kann man auch mal einen Kanister zwischendurch mitschleppen um so den Biodiesel-Anteil im Tank insgesamt zumindest gering zu halten.

    Hatte gehofft es gibt spezielle Membranen (z.B. bei Druckausgleichselementen zur Belüftung und Entlüftung im Bau- oder Elektronikbereich), welche zwar Luft aber kein Wasser und kein Wasserdampf durchlassen. Eine evtl. reduzierte Luftdurchgängigkeit könnte man dann durch Oberflächenvergrößerung der Membran entgegenwirken. Das als neues Produkt entwickelt und in die Entlüftungsleitung eingebaut und schon heißt es sprudelnde Einnahmen und nur noch Segeln glücklich bis ans Lebensende.

  3. #33
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    Nur so als spontaner Einfall:
    Die Amerikaner verwenden auf Langfahrt häufig die Technik des „Fuel Polishing“. Hierbei wird der Kraftstoff mittels eines Kreislaufes dem Tank entnommen(Pumpe), durch mind. einen Filter mit Wasserabscheider gepumpt und schliesslich zurück in den Tank gegeben.
    Kondenswasser kann so leicht entfernt werden und falls es sich schon einige Pestbakterien gemütlich gemacht haben, können diese hoffentlich im Anfangsstadium herausgefiltert werden.
    Das würde bedeuteb, dass Du im Winterlager die Tankbelüftung so läßt wie sie ist, jedoch zum Frühjahr, wenn das Schiff ins Wasser gegangen ist, mit dem Fuel Polishing den Dreck aus dem Tank(Staub etc.) entfernen kannst.
    Ob Du an Deinem Winterliegeplatz den Sprit umwälzen kannst/darfst wäre zu prüfen, denn dann könntest Du den Sprit an Land reinigen.. ..

  4. #34
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    Hallo, das "Fuel polishing" habe ich anders verstanden: man braucht dazu 2 Tanks. in den ersten kommt der Diesel von der Tankstelle, geht durch die üblichen Filter und Wasserabscheider, der dann sauberere Diesel aus dem Rücklauf geht in den anderen Tank.
    Aus meiner Erfahrung kann ich nur warnen, bei mir war ursprünglich so ein System mit 3 Tanks installiert, Haupttank, Zusatztank und Tagestank, und dazu das Geflecht von Leitungen, Rückleitungen und Hähnen, um wirklich alle Kombinationen nutzen zu können: da war überall die Dieselpest drin. Fazit: nie wieder!
    Viele Grüße
    nw
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  5. #35
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    @sucher
    Siehe https://www.crownoilenvironmental.co.uk/fuel-polishing/ dort unter how does it work, Zeichnung
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Fuel_polishing dieser Artikel enthält den Link auf crownoilenviroment.

    Es ist nicht so, dass man zum Fuel Polishing 2 mehr Tanks haben muß. Der Trick ist nur, dass der Sprit an der tiefsten Stelle im Tank zu entnehmen ist, und dies ist nicht bei allen Tankkonstruktionen/Einbauorten immer möglich.

  6. #36
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    .................Der Trick ist nur, dass der Sprit an der tiefsten Stelle im Tank zu entnehmen ist, und dies ist nicht bei allen Tankkonstruktionen/Einbauorten immer möglich.
    Allen Tricks und ausgeklügelten Konstruktionen stehe ich recht skeptisch gegenüber.
    Jahrelang war das komplette System bei allen Kontrollen ohne Befund, Wasserabscheider und Filter ohne Verschmutzung. Dann blieb der Motor stehen. Ein Klumpen Bakterienschlamm hatte sich nach heftiger Bewegung an der tiefsten Stelle auf den Abzugsstutzen gelegt.
    Weder eine trickreiche Konstruktion noch mehr Kontrolle hätten den Vorfall vermieden.
    Ceterum censeo: Tank reinigen und Gift!

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  7. #37
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    Hallo 2ndtonone,das wirft schon ein paar Fragen auf. Das mancher (nicht aller)Dreck und Wasser unten sedimentieren, ist klar. Wie man aber Diesel, der mit Dingen gleicher Wichte kontaminiert ist, von der Vermischung abhalten will, und das auf einem Boot, das sich ständig bewegt, ist mir nicht so recht vorstellbar. Da scheint mir die 2-Tank-Methode schon plausibler. Dann taucht da das ominöse Wort "Depolymerisation" auf. Ich dachte immer, sowas wird in der Raffinerie gemacht, mit großem Aufwand und hohen Temperaturen (Cracking), nun geht das mit einem schlichten Filter? Habe ich da was falsch verstanden?
    Viele Grüße
    nw
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  8. #38
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    Hallo,

    was hier noch nicht thematisiert wurde sind Kupferleitungen.
    Ich verfüge auf dem Schiff über Kupferleitungen. Die haben ein Kaliber um die 8mm, die sind wohl irgendwie aus dem KFZ-Bau üblich.
    Angeblich ist Kupfer ein guter Katalysator, um Verunreinigungen zu fördern.

    Ich ging an die Sache Dieselpest einfach praktisch ran.
    Nach jeder Dysfunktion hatte ich etwas aufgerüstet.
    Die erste Dysfunktion war die schlimmste. In jeder Verschraubung hing Dieselpest, der Tank wurde gereinigt.

    Danach bekam der Tankeinlass gegen Leckwasser einen neuen O-Ring, der Vorfilter einen vakuumfesten Einsatz und ein Schauglas.

    Der zweite Vorfall war dann wasserfreie Seife im Vorfilter (vermutlich begünstigt durch die Kupferleitungen, Seife löst sich in Alkohol).
    Seit dem plömper ich zum Saisonbeginn, in die erste Betankung, IPA und gut ist das.
    Das wars bisher, die Dieselpest ist zum Glück kein Thema mehr.

    Es könnte noch meine Tankentlüftung bei Lage Wasser ziehen. Aber diese Front scheint bei mir wohl entspannt zu sein.


    Peter

  9. #39
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo 2ndtonone,das wirft schon ein paar Fragen auf. Das mancher (nicht aller)Dreck und Wasser unten sedimentieren, ist klar. Wie man aber Diesel, der mit Dingen gleicher Wichte kontaminiert ist, von der Vermischung abhalten will, und das auf einem Boot, das sich ständig bewegt, ist mir nicht so recht vorstellbar. …
    Eine Vermischung ist nicht das Problem, da man, besonders bei bei mehrfacher Filterung, den groessten Teil der Kontaminierung entfernt. Den Rest erledigen die normalen Filter des Motors. Unklar ist, mit welchen Dingen gleicher Dichte der Diesel kontaminiert sein koennte?
    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    … Dann taucht da das ominöse Wort "Depolymerisation" auf. Ich dachte immer, sowas wird in der Raffinerie gemacht, mit großem Aufwand und hohen Temperaturen (Cracking), nun geht das mit einem schlichten Filter? Habe ich da was falsch verstanden? ...
    Depolymerisation geht nicht nur durch hohe Temperaturen, sondern auch z.B. durch Strahlung, Enzyme und sogar Wasser. Ein Filter kann nicht depolymerisieren, was ja in hoechstem Masse unerwuenscht ist und auf jeden Fall vermieden werden soll, und auch nicht polymerisieren. Da hast Du etwas falsch verstanden.

  10. #40
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    Fuel Polishing hatte ich ja auch schon weiter oben mal angedeutet. Solche Filtersysteme sind halt recht teuer, aber steht auch bei mir auf der endlosen Wunschliste. Ich meine ab etwa 450 EUR geht das wohl los.

    Wenn die Teile laufen (und ganz unten im Tank ansaugen, genau wie 2ndtonone schreibt), dann wird laufend Wasser aus dem Treibstoff abgeschieden und der Dieselpest damit der Nährboden entzogen. Natürlich werden auch reichlich andere Arten an Verunreinigungen laufend rausgefiltert.

    Es gibt wohl auch Systeme, die mit Timer automatisiert arbeiten, auch wenn Du nicht an Bord bist. Im Verbund mit Solarzelle eine interessante Sache.

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