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  1. #1
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    Standard Mittelmeer und Teakdeck

    Hallo, ich habe vor 2 Jahren eine HR312 von der Schlei nach Mallorca entführt. Das Boot ist 30 Jahre alt, aus dem Deck löst sich gelegentlich mal ein Pfropfen. An 2-3 Stellen ist die Fuge auf Ca. 5 cm nicht mehr dicht. Die Restdicke des Teakbelags beträgt Ca. 6-8 mm. Ich mache mir Gedanken, ob die harte Sommerhitze den Verschleiß des Decks nicht sehr beschleunigt und erwäge eine Vollpersenning drüber zu spannen.
    Diese soll bis zum unteren Relingsdraht reichen, so daß rund um noch etwa 30 cm Lüftungshöhe zur Verfügung steht, Schlagregen zwar das Deck erreicht, es aber vor Sonnenstrahlen vollkommen geschützt ist.
    Jetzt kommt meine Frage an das versammelte Forumswissen: Mache ich mir ohne Grund Sorgen? Wäre meine Maßnahme eher kontraproduktiv?
    Der ständige Auf- und Abbau der Persenning entfällt, da ich eher im Frühjahr und Herbst segle. In den heißen Monaten liegt das Boot unbenutzt am Steg.
    Also, was meint ihr?

    Grüße Volker

  2. #2
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    Ich habe ein Bavaria und klar, das ist anders als bei HR, aber nach 17 Jahren Mittelmeer ist das Deck fertig.
    Generell würde ich sagen hat ein Teakdeck in warmen und sehr sonnigen Gegenden nichts verloren da es, sich übergebühr schneller abnützt, viel zu heiß wird und eigentlich nur Arbeit und Probleme verursacht. Schlussendlich ein Vermögen kostet es wieder zu sanieren.

    Ich weiß, das beantwortet Deine Frage nicht, dennoch möchte ich damit zum Ausdruck bringen, dass Du die besten für Dich möglichen Schutzmaßnahmen ergreifen solltest ausser das Deck selbst zwecks aufhübschung mit irgendwelchen Bürsten, Reinigern und/oder Ölen zu maltretieren. Das schafft nur noch schnellere Abnützung, ich spreche aus Erfahrung.
    Ich würde die kaputten Fugen sanieren bzw. Schraubenlöcher etwas absenken und mit neuem Pfropfen verkleben. Wenn kein Platz mehr für Pfropfen ist mit einem Teakholzstaub vermischt mit Epoxyharz füllen. Die Füllung dunkelt mit der Zeit nach...

    Ich werde in einer der nächsten Saisonen mein Teakdeck abtragen, ist ja geklebt und das Deck lackieren lassen... Holz kommt mir keines mehr aufs Deck, hat bloß Schönheitseffekt, weniger Arbeit, mehr Geld im Sack und gleicher Spaß....

    L.G.

  3. #3
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    Klar senke ich ausgefallene Pfropfen nach und ersetze die Rundkopf- durch Senkkopfschrauben. Das bringt zusätzliche Tiefe.
    Die paar Zentimeter Fuge sind auch schnell saniert! Mach ich auch alles immer "just in time ".
    Mir geht's darum zu erfahren, ob die Abdeckung des Decks mit einer Persenning einen Verschleiß verzögert, oder ob ich mir das sparen kann da die Uhr eh schon abgelaufen ist...
    Grüße Volker

  4. #4
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    Hallo ophelia, mein Schiff lag viele Jahre in Ampuria Brava, ohne jede Persenning oder sonstigem Schutz, es hat zwar kein Teak-Deck, aber schon einige Teak-Applikationen. Diese sind durch das Klima extrem verschlissen und in einen Zustand übergegangen, den man hier als "vertorft" bezeichnen würde.
    Es gab in diesem Hafen auch einige Schiffe mit Vollpersenning (die allerdings die Deckskante eine gute Handbreit überdeckt), und ich hatte Gelegenheit,da auch mal drunter zu sehen: wie neu!
    Allerdings war der Torf-Zustand der Teak-Leisten letztlich kein Zwang zu Erneuerung,ich konnte das akzeptabel renovieren, die Methode ist allerdings für ein (dünnes) Teakdeck ungeeignet.
    Mein Schiff ist mit einem Decksbelag ausgerüstet, der all das nahezu spurenlos weggesteckt hat.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  5. #5
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    Hallo Ophelia,

    unsere HR41 liegt seit 40 Jahren im Mittelmeer. Nach gut 30 Jahren wurde das Teak auf dem Laufdeck erneuert und aktuell ist gerade das Oberdeck dran. Das neue Teak ist geklebt nicht geschraubt.
    Ich decke während meiner Abwesenheit nur das Cockpit ab.
    Ein Bekannter hat sein Schiff, auch Mittelmeer, nachdem das Teak neu war, mit einer Ganzpersenning, ähnlich wie du es beschreibst, gut belüftet, abgedeckt. Dem Teak hat das nicht geschadet …
    Also, wenn sich der Aufwand mit Persenning rauf und runter in Grenzen hält, spricht da nicht viel dagegen.
    Wenn du allerdings dein Teak mit Boracol sauber halten willst, brauchst du Sonne und Regen, dann dürfte die Persenning eher kontraproduktiv sein.
    Viele Grüße
    Klaus
    Geändert von HANTA-YO (10.05.2018 um 09:53 Uhr)

  6. #6
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    Wird ein Teak geschützt vor der UV-Strahlung und konserviert, dass die hydrophoben Eigenschaften erhalten bleiben, dann überlebt ein Teakdeck ohne Schäden eine HR41 oder Bavaria. Wenn Ihr Euch mal die Blockhäuser in Oberbayern anschaut, dann seht Ihr Blockhäuser die vergilben oder verrotten nach 10-20 Jahren, aber auch Blockhäuser die nach 40 Jahren immer noch Ihre natürliche Farbe haben. Im Grunde genügt ein einfacher UV-Schutz mit Zinkoxiden und als Trägerkomponente, eine penetrierfähige Alcydharzölemulsion. Damit bleiben die natürlichen Schutzstoffe im Teak erhalten, das Teak wird hydrophob, behält seine natürliche Farbe, da es nicht quellen und schrumpfen kann, keine Rissbildung, auch die Fugen reißen nicht.
    Der UV-Schutz wurde auch z.B. bei der längsten Holzbrücke in Deutschland siehe http://view.stern.de/de/rubriken/arc...l-2085923.html verwendet. Wenn Ihr Euch die Brücke anschaut, die wurde 1986 gefertigt, wird alle 3 Jahre eingesprüht und hat immer noch Ihre natürliche Holzfarbe. In südlichen Breiten sollte aber der Anstrich mit der Rolle oder auch mit einen Schwamm alle 1-2 Jahre aufgefrischt werden. Die Alcydharzölemulsion schmiert nicht, bildet eine trockene Oberfläche, ist auch nicht gesundheitsschädlich für Kinder, auch nicht bei nasser Badebekleidung und ist als Industrieprodukt noch sehr preiswert.
    Es gibt zahlreiche Studien von der Holz-Fachhochschule in Rosenheim wie ein Teak über viele Jahrzehnte einfach zu schützen ist.
    Wenn ein Teak nach 20 Jahren sich auflöst, weil es von innen heraus verrottet (die Werbung macht das möglich), dann ist das selbst verschuldet.

    Der Hinweis auf Boracol - Borsalzlösung ist Wertevernichtend. Mit Borsalz werden die natürlichen Holzschutzstoffe ausgewaschen, das Teak wird ausgelaugt wie ein nasser Schwamm mit entsprechenden Folgen. Was also bei einen alten Dachstuhl funktioniert, oder bei der Lagerung von Holz, funktioniert nicht wenn das Holz ständiger Nässe-Feuchte ausgesetzt wird. Borsalzlösungen im Mittelmmerraum auch im Norden sind wirklich die beste Werbung für eine Teakdeckerneuerung.

  7. #7
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    Hallo Ohelia

    Ich bin seit vielen Jahren mit meiner HR in Kroatien. Bin mit dem Schiff auch nur im Früh-und Spätsommer unterwegs. Die restliche Zeit ist das Schiff immer mit einer Ganzpersenning bedeckt, die noch ca. 20 cm über den Rumpf geht. Ist zwar immer eine Schufterei, es lohnt sich aber. Mein Teakdeck ist jetzt 28 Jahre und sieht immer noch gut aus.
    Grus Carl

  8. #8
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    Zitat Zitat von Engel Beitrag anzeigen
    Wird ein Teak geschützt vor der UV-Strahlung und konserviert, dass die hydrophoben Eigenschaften erhalten bleiben, dann überlebt ein Teakdeck ohne Schäden eine HR41 oder Bavaria. Im Grunde genügt ein einfacher UV-Schutz mit Zinkoxiden und als Trägerkomponente, eine penetrierfähige Alcydharzölemulsion. Damit bleiben die natürlichen Schutzstoffe im Teak erhalten, das Teak wird hydrophob, behält seine natürliche Farbe, da es nicht quellen und schrumpfen kann, keine Rissbildung, auch die Fugen reißen nicht.
    Die Alcydharzölemulsion schmiert nicht, bildet eine trockene Oberfläche, ist auch nicht gesundheitsschädlich für Kinder, auch nicht bei nasser Badebekleidung und ist als Industrieprodukt noch sehr preiswert.
    Es gibt zahlreiche Studien von der Holz-Fachhochschule in Rosenheim wie ein Teak über viele Jahrzehnte einfach zu schützen ist.
    .
    Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Mag ja sein daß die Pflegemittel tatsächlich das Teak schützen und eine gewisse Zeitlang hübsch erhalten, doch sind diese Phasen vergänglich und die Vorgänge müssen wiederholt werden.
    Nun, wer das schon mal gemacht hat weiß auch, daß man das tolle Öl nicht über das zwar behandelte aber dennoch mit der Zeit verschmutzte Deck so auftragen will, und daher ist es notwendig das Deck vorher zu reinigen, und das geht nicht so einfach mit dem sanften Wasserstrahl aus dem Schlauch, da geht vielleicht etwas Staub ab aber das war es dann.
    Ein Teakdeck aus 10 oder 12 mm Holzstärke mit einer Brücke aus dicken Pfosten zu vergleichen hat auch was.

    Vor jeder neuen "Ölung" sollte die Oberfläche ordentlich gereinigt werden sonst schließt man Verschmutzungen und leichte Verwitterungen mit ein, das sieht dann entsprechend aus. Alle diese Maßnahmen sind abtragend und mir kann keiner mehr erzählen, dass diese Pampe den Fugen NICHT schadet.
    Es hat schon was an sich wenn die alten Englischen und Französischen Karibiksegler mit Teakdeck rein gar nichts machen ausser mit Salzwasser gießen. Das glänzt dann natürlich nicht Goldfarben, aber dafür lebt es länger.

    An den TE kann ich nur, wie bereits erwähnt, die Empfehlung geben, das Deck gut belüftet abzudecken. Das schützt am besten vor den Umwelteinflüssen, und schaden kann sicher nicht...

    L.G

  9. #9
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    Hallo, ich meine auch, Chemie zur Holzkonservierung ist mit Vorsicht zu genießen. Nachdem nahezu alle holzzerstörenden Mechanismen biologischer Natur sind (bis auf UV-Strahlung), genügt es, den Salzgehalt im Holz zu erhöhen, dann wird die Biologie zuverlässig inaktiv. Wiederholte Benetzung mit Seewasser wirkt sich daher lebensdauerverlängernd aus. Leider bewirkt Benetzung mit Süßwasser (Regen!) das genaue Gegenteil, das Salz wird ausgewaschen, und die Biologie bekommt Chancen. Deshalb wird eine Lagerzeit ohne Regenschutz immer verschleißfördernd wirken, auch beim eher resistenten Teak, und ein dünnes Teakdeck ist da schnell am Ende.
    Die Verfestigung von "vertorften" Teak-Leisten funktioniert auch mit ordinärem Leinöl (Hartöl). Hat man so ein Problem, dann reinigt man das Holz vorher NICHT, sondern läßt Verschmutzungen, Moos, Flechten usw. drauf, läßt es allerdings gründlich durchtrocknen, und bringt dann bis zur Sättigung wiederholt Leinöl auf. Erst wenn diese Sättigung erreicht ist, und das Leinöl (nach Wochen) komplett getrocknet (hart) ist, entfernt man die Verschmutzungen z.B. durch Schleifen oder festes Bürsten. Dann wird man die vorher weiche Holzoberfläche hart und wenigstens funktionabel vorfinden, es ist auch dunkel verfärbt (fast schwarz), aber man erspart sich die Erneuerung!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  10. #10
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    zu yippieaye

    Natürlich lässt sich ein Teakdeck am besten schützen wenn es abgedeckt wird um es vor der UV-Strahlung zu schützen. Das mag ja Sinn machen bei einen kleinen Böötchen, aber bei einen Boot mit 12-15 m in der Adria wird das jedes mal zur Gallerenarbeit und ist bei den Motor-Yachten weitgehend unrealistisch. Auch so eine Adeckplane für ein Boot kostet richtig Geld, ist auch nicht auf Dauer UV-Beständig und in der Regel nach zehn Jahren verschlissen. Die Empfehlungen Einzelner, die Ihr Böötchen jedes mal abdecken, sind in der Praxis kaum übertragbar. Da solltest Du mal eine Bavaria 39 bis 49 jedes mal selbst abdecken, da schaffst Du es nicht einmal alleine die Plane hochzuheben, oder entsprechend auf dem Schiff zu verstauen.

    Ansonsten lässt sich ein Teak so konservieren, dass auch nach Jahren seine natürliche Farbe Goldbraun erhalten bleibt, es nicht vergraut oder verwittert. Ein konserviertes Teak ist hydrophob, nässe- auch schmutzabweisend und die Konservierung erfolgt nicht mit Öl sondern mit einer Alcydharzemulsion und kostet für ein 49 Fuß Bavaria alle 2 Jahre um die 25,-€. Das ist im Grunde Pinats im Vergleich, was da mancher Skipper an Poliermittel ausgibt, um seinen Gelcoat von 6-zehntel auf 2-zehntel zu reduzieren. Natürlich wird auch ein Teakdeck nach Jahren altern, aber bei entsprechender Konservierung bleibt ein Teak aber locker für die Lebensdauer einer Yacht erhalten.

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