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  1. #11
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    zu Sucher,
    die Konservierung mit Salzwasser ist im Grunde nichts anderes als die Konservierung mit einer Borsalzlösung. Das funktioniert bei einen alten Dachstuhl der nicht ständig durchfeuchtet wird, aber nicht bei einen Schiff das Wind und Regen ausgesetzt ist. Die natürlichen Holzschutzstoffe werden nun mal ausgewaschen und das Teak verrottet von Innen nach Aussen. Seit mehr als 2 tausend Jahren wird versucht das Holz zu schützen und die Verrottung zu verhindern. Das erfolgte z.B. bei den alten Teeklippern mit Arsen - oder Quecksilberoxiden, es wurde Ölteer, Ölhefe, Myrrhe und sogar Weihrauch verwendet. Das mit dem Leinöl das sicherlich für kurze Zeit konserviert wenn es aushärtet ist nur eine Notlösung, da nun mal Leinöle verspröden und nicht UV-Beständig sind. Leinöle schützen auch nicht vor Microorganismen und Pilzen die sich im Teak durch die Feuchteaufnahme bilden. Seit Jahren gibt es hervorragenden Konservierungsstoffe für Teak, die zur Werterhaltung beitragen und mancher meint immer noch er muss sein Teak mit der Bürste und Schmierseife reinigen, darauf dann einen Moosvernichter auftragen, weil das einen Teakdeck besonders gut tut.

  2. #12
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    Hallo Engel, die für den Erhalt von Hölzern an Gebäuden notwendigen Maßnahmen kenne ich als "konstruktiven Holzschutz", im wesentlichen die Verhinderung von Durchfeuchtug durch Regenwasser oder Erdfeuchte. Wird das korrekt gehandhabt, halten auch Konstruktionen aus Kiefer- oder Fichtenholz über Jahrunderte, ganz ohne Chemie.
    Ich hatte bei meinem Schiff recht viel Gelegenheit, die verschiedenen Stadien und auch die Ursachen der Zerstörung von Teakholz ausgiebig zu studieren. Eine Auflösung von Innen nach Außen konnte ich nirgends feststellen, sehr wohl jedoch umfangreich den umgekehrten Weg. Fatal hat sich vor allem ausgewirkt, daß sich in den feuchten und eher warmen Wintern am Mittelmeer ein reichhaltiges Biotop auf verschiedenen Oberflächen gebildet hat. Aufgefallen ist mir ein cm-starker Belag oben auf dem Deckel des Radars, und eben auf allen Teak-Leisten, allerdings nur mm. Dagegen war das Gelcoat, und auch der Decksbelag so gut wie garnicht befallen.
    Ich meine, ganz ohne Chemie wird ein zuverlässiger Regenschutz Schaden verhindern, also Ganzpersenning oder noch besser Überwintern in der Halle!
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  3. #13
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    Ich kenne noch die Faustformel, dass sich die Lebensdauer auf dem Weg von Nordeuropa übers Mittelmeer in die Tropen jeweils halbiert. Also 30 Jahre in Skandinavien, 15 Jahre im Mittelmeer, 7-8 Jahre in der Karibik.
    Das gilt vermutlich ohne entsprechende Schutzmaßnahmen. Hier im Mittelmeer sehe ich entweder nur frisch restaurierte Teakdecks oder welche, die dem Ende ihrer Existenz nahe sind. Ein Mittelding scheint es nicht zu geben.

    Ich würde mir bei einem Mittelmeerschiff zweimal überlegen, ob ich ein marodes Teakdeck durch ein neues Teakdeck ersetze oder einen anderen Belag wähle.
    Michael
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  4. #14
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    Wir sind seit 20 Jahren mit der Anwendung von Boracol auf dem Teak bestens zufrieden.

    Auch wenn Engel hier seit einem Jahrzehnt davon abrät.

  5. #15
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    Ich hatte voriges Jahr eine Charteryacht (Sun Odyssey) mit Teakdeck, 9 Jahre alt. Zustand silbergrau. Nicht Hallengelagert, nicht Oberflächenbehandelt und niemals abgedeckt.
    Keine einzige Fuge zog Wasser, kein Stoppel fehlte. Warum?
    Herzliche Grüsse aus Wien
    Peter

  6. #16
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    @Jugocaptan

    Na ja, nach 9 Jahren ist noch nicht der Punkt erreicht, wo man anfangen muß an eine Renovierung zu denken, das kommt dann so ab 14-15 Jahren und ist natürlich auch abhängig von der Qualität und der Stärke des Holzes.

    Ich habe jetzt mein zweites Schiff mit Teakdeck, das Erste wurde kurz bevor ich es gekauft hatte neu verlegt mit 15mm!! dicken Holzstäben, das ist auch eine Menge an Gewicht.
    Werften wie HR bauen immer mit Teakdecks, die gibt bzw. gab es früher gar nicht ohne, weil durch das Holz verschieden Dinge überdeckt wurden, die sonst schlecht zu Kaschieren gewesen wären, hat mir vor Jahren auf der Messe in DüDo ein Mitarbeiter von HR erzählt.
    Wie auch immer, für mich ist das Thema Teakdeck erledigt weil es ausser Optik in Südlichen Gefilden keinerlei Sinn ergibt, man schleppt sinnloses Topgewicht mit herum und halst sich jede Menge Arbeit und Geldausgaben auf, nur für das Gefühl der besonderen "Schiffigkeit".
    Alternativ würde ich ein Kunstteak in Erwägung ziehen, doch die, welche wirklich frappierend ähnlich sehen sind teurer als echtes Teak, und aufheizen tut sich das Zeugs auch ganz schön, habe es erlebt...

    Was den Schutz durch eine Plane angeht, so schreibt der TE, dass er ja nur im Frühjahr und Herbst unterwegs ist und wärend des Sommers steht das Schiff. Na, die paar Stunden für eine oder zwei Zeltplanen, zwei mal im Jahr sind sicher drinnen um das Deck einige Jahre Älter werden zu lassen, eine Behandlung des Decks macht man auch nicht im Vorbeigehen.

    L.G

  7. #17
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    Zitat Zitat von 9999 Beitrag anzeigen
    Wir sind seit 20 Jahren mit der Anwendung von Boracol auf dem Teak bestens zufrieden.

    Auch wenn Engel hier seit einem Jahrzehnt davon abrät.
    Natürlich ist z.B. auch das Boracol 20 das immer wieder warum auch immer, was sicherlich kein Zufall ist, in verschiedenen Foren empfohlen wird, ein Holzschutzmittel das für einen Dachtstuhl bestens geeignet ist, wenn wir nicht mehr als 20% Feuchte im Holz haben. Nur der Dachstuhl ist nicht einer ständiger Nässe ausgesetzt, wie ein Teakdeck einer Yacht das ständig bewittert wird. Da wir es mit einem Salz zu tun haben, wird nun mal ein Borsalz wie jedes andere Salz bei Nässe ausgewaschen. Besonders erschwerend ist dabei, dass natürlich auch die natürlichen vorhandenen Schutzstoffe im Teak mit ausgewaschen werden. Die Folge ist, das Holz wird immer spröder, poröser und nimmt auch immer mehr Wasser auf. Damit ist immer öfter eine Behandlung mit einer Borsalzlösung erforderlich. Das Holz wird zunehmend schwammiger und dann kommt so ein Skipper und erzählt, er hatte 10 Jahre keine Probleme. Natürlich sind die Skipper immer sehr zufrieden und fragen dann wo es möglichst billig ein neues Teakdeck gibt. Da die meisten Boote immer im Wasser liegen, lässt sich das auswaschen eines Teakdecks mit Borsalzlösungen auf Dauer nicht vermeiden, mit Ausnahme in der Sahara, weil es da so selten regnet. Wird jetzt nicht ständig weiter mit Borsalzlösungen konserviert, dann bilden sich sehr schnell Microorganismen die dann das Teak verrotten lassen. Mit oder ohne Borsalz beginnt auf Dauer bewittertes Holz zu verrotten, denn die Hauptursache sind nun mal nicht die Microorganismen, sondern das auswaschen der natürlichen Holzschutzstoffe und die UV-Strahlung. Erschwerend ist, das solche Salze bei ständiger Anwendung die Holzstrukturen aufweichen, das Holz wird schwammig, die natürlichen Hozschutzstoffe werden ausgewaschen und der Verrottungs-Prozess wird daher bei bewitterten Teak immer mehr beschleunigt. Was also im alten Kirchengebälk bestens funktioniert, funktioniert nun mal nicht im maritimen Bereich. Auch lavTox weist in seinen Technischen Merkblatt bei Boracol 20 darauf hin, dass Boracol 20 nur bei nicht direkt bewitterten Holz verwendet werden sollte, also bei trockenen Holz. Ein Teakdeck einer Yacht ist aber nun mal einer ständigen Bewitterung durch Regen, Sonne und Seewasser ausgesetzt und nicht trocken, daher sind Borsalzlösungen als Holzschutz im maritimen Bereich mehr schädlich als nützlich.

    Gefahrenhinweis Boracol 20:
    H360FD Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
    Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/H-_und_P-Sätze

    Ich empfehle keine Borsalzverbindungen bei einen Teakdeck zu verwenden.
    Sicher sind solche Hinweise aus den Sicherheitsdaten manchen nicht so wichtig, nur ich selbst würde auf ein solches mit Borsalzlösungen, Insektiziden oder Fungiziden behandeltes Teakdeck in Badebekleidung trotzdem meiden, - ironisch - obwohl die Fruchtbarkeit nach 73 Jahren - zumindest bei mir - nicht mehr so wichtig ist.
    Geändert von Engel (11.05.2018 um 19:03 Uhr)

  8. #18
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    Schande über mich! Ich hätte eigentlich wissen müssen, daß "Teakdeck" ein Jehovathema ist, und trotzdem hab ich's reingestellt
    Als kleinsten gemeinsamen Nenner der verschiedenen Beiträge scheint das Beschatten durch eine Vollpersenning als positive Maßnahme hervor zu gehen.
    Dabei fällt immer wieder der Begriff "UV - Strahlung". In den Datenblättern der verschiedenen Persenningstoffen taucht dieser Begriff selten auf. Dort geht es immer um "UV stabil".
    Wann ist ein Persenningstoff wirklich dicht gegen UV -Strahlen???
    Ihr müsst wissen, daß ich ein absoluter Verfechter des " Do it Yourself - Lebensstils" bin. Und seit frühester Jugend mit dem Umgang einer Nähmaschine vertraut. Das soll mein Winterprojekt 18/19 werden!

    Grüße Volker

  9. #19
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    Bitte keinen russischen Kaviar essen, der enthaelt ein Borsalz (Natriumtetraborat = Borax = E 285) als Lebensmittelzusatzstoff.

  10. #20
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    Interessant ist, dass HR in seinen Manuals Boracol empfiehlt.
    Zumindest werden damit die Fugen wohl nicht so stark angegriffen.

    @Engel
    Nun mal Butter bei de Fische, welche konkrete, fugenfreundliche Emulsion sollte man wie oft verwenden?
    (Evtl. als PN)
    Danke

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