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  1. #11
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Hallo Ihr, danke, das beruhigt mich etwas, vielleicht war es das Heftchen der Kreuzerabteilung, das ich mal gesehen hatte. Ich hatte deshalb auch z.B. ein Paar lange Riemen an Bord, obgleich mir klar war, daß man ein 15to Boot damit nicht wirklich bewegen kann. Schwierigkeiten hat mir vor allem die rote Fahne gemacht, die da wohl auch dazugehört, die es aber nirgends zu kaufen gibt.
    Wenn das alles auf Freiwilligkeit berühigt, kann ich die weniger sinnvollen Dinge ohne Konsequenzen weglassen.
    Die Schwimmwestenpflicht in Schleusen war mir von jeher ein Begriff, daß aber auch die Festmacherleinen gezählt werden könnten, war mir neu, obgleich ich tatsächlich ein paar mehr habe.
    Vielen Dank
    nw
    Hmm, wie kommst Du auf Deine Einschätzungen? Da sieht viel nach Bodenseeverordnung aus (rote Flagge*, Riemen, ...).

    Die Schwimmwesten*pflicht* in Schleusen kenne ich nur aus dem Bereich der professionellen Schifffahrt (Berufsgenossenschaft!) und aus Österreich. (Wir reden nicht über Sinnhaftigkeit, sondern über formale Pflicht.)

    Sofern Du ausrüstungs*pflichtig* bist, gibt es detailliertere Pflichten.

    Die Tröte ist aber schon als Signalgeber bei schlechtem Wetter erforderlich, die Taschenlampe als Mindestausstattung auch. Was ist aus Deiner Sicht "weniger sinnvoll"? Die Sicherheitsempfehlungen sind schon gute Praxis.

    Sofern Du aber mit einem nicht-ausrüstungspflichtigen Boot Mist machst, kann natürlich schonmal geprüft werden, ob eine sinnvolle und empfohlene Ausrüstung vorhanden ist und - falls nicht - ob du weißt, was du da tust. (Wobei ich aus dem Bereich der Seefahrt keine Entscheidung kenne, dass einer Person wegen "fehlender Reife" (ohne Drogenmissbrauch etc.) der Führerschein aberkannt wird.) Bei einer einfachen "Zählkontrolle" hingegen, klar, da kann dir ohne Ausrüstungspflcht nichts passieren.

    *: Die kann dir jeder Flaggenladen besorgen. Oder du kaufst dir einen roten Kopfkissenbezug.

  2. #12
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    Zitat Zitat von rwe Beitrag anzeigen
    Sofern Du aber mit einem nicht-ausrüstungspflichtigen Boot Mist machst, kann natürlich schonmal geprüft werden, ob eine sinnvolle und empfohlene Ausrüstung vorhanden ist und - falls nicht - ob du weißt, was du da tust. (Wobei ich aus dem Bereich der Seefahrt keine Entscheidung kenne, dass einer Person wegen "fehlender Reife" (ohne Drogenmissbrauch etc.) der Führerschein aberkannt wird.) Bei einer einfachen "Zählkontrolle" hingegen, klar, da kann dir ohne Ausrüstungspflcht nichts passieren.
    Die Versicherung könnte sich im Falle einer Havarie auch für die Vollständigkeit der Ausrüstung interessieren. Auch wenn es nicht selbstverschuldet ist.
    Viele Grüße
    Markus

    -----------------------------------------
    http://www.segel-zeltlager.de

  3. #13
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    Auf jeden Fall im Kasko-Bereich: Anker oder Leinen unterdimensioniert? Keine Fender an Bord, aber Außenhautschrammen reklamieren wollen? Hmm...

  4. #14
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    Hallo, diese Infos stammen aus einer Zeit, als ich mich völlig unerfahren Hals über Kopf für eine Schiffsüberführung da hinein stürzen mußte. Da saugt man natürlich jede Info erstmal kritiklos rein. Hat alles funktioniert, bin sogar mal kontrolliert worden, ohne Beanstandung, wollte allerdings niemand meine Notausrüstung sehen oder die Festmacher zählen. Den Schein wollte man schon sehen, aber blasen mußte ich nicht. In gewisser Weise ist mein Schiff schon ausrüstungspflichtig, weil über 12m, da ist z.B. ein zugelassenes Nebelhorn Pflicht (~1k€).
    Meines Wissens ist die Schwimmweste in der Schleuse für alle Pflicht, die da überhaupt hineingelassen werden* (weil nicht weitergeschleust werden kann, wenn einer abgängig ist, da muß die Leiche möglichst schnell geborgen werden, sonst wirds teuer). Zumindest hatte ziemlich jeder auf den Booten eine an, und ich habe wirklich reichlich Schleusen gefahren.
    Viele Grüße
    nw

    * Ich habe Bilder von z.B. der Müritz gesehen, eine Schleuse voll mit Kayaks. Für die großen Schleusen an Rhein, Main, Maindonau-Kanal undenkbar!
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  5. #15
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    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    In gewisser Weise ist mein Schiff schon ausrüstungspflichtig, weil über 12m, da ist z.B. ein zugelassenes Nebelhorn Pflicht (~1k€).
    Nee, nicht nur "in gewisser Weise", sondern wirklich und richtig. Aber die Ausrüstungspflicht für Privatboote (im Seebereich) umfasst eben die Dinge, die eben erforderlich sind, die Sicherheit des Verkehrs (Tröte, Lichter, Tagsignale, auch 2 rote Rundumlichter für Manövrierunfähigkeit etc.) und der Umwelt (Fäkalientank) zu gewährleisten. Die individuelle Sicherheit zählt da nicht unbedingt dazu.

    Zitat Zitat von sucher Beitrag anzeigen
    Meines Wissens ist die Schwimmweste in der Schleuse für alle Pflicht, die da überhaupt hineingelassen werden* (weil nicht weitergeschleust werden kann, wenn einer abgängig ist, da muß die Leiche möglichst schnell geborgen werden, sonst wirds teuer). Zumindest hatte ziemlich jeder auf den Booten eine an, und ich habe wirklich reichlich Schleusen gefahren.
    * Ich habe Bilder von z.B. der Müritz gesehen, eine Schleuse voll mit Kayaks. Für die großen Schleusen an Rhein, Main, Maindonau-Kanal undenkbar!
    Hmm, wenn Berufsschifffahrt dabei war - für die ist's Pflicht lt. Berufsgenossenschaft (wie auch der Helm auf dem Bau). Kajakverleihe machen die Weste z.T. auch zur Pflicht für ihre Kunden. Ansonsten kann der Schleusenwärter natürlich auch motzen (er hat ja das Hausrecht...). Aber sonst in Deutschland (Nachtrag: Als generelle Regelung)? Nicht, dass ich wüsste.
    Zu den Paddlern: Die Schleusen auf der Müritz sind ja vor allem für den Wassertourismus. An den "Frachtwasserstraßen" gibt es häufig kleine Paddelschleusen, Schleppen oder Wege zum Umtragen. Da wirst Du in der (Haupt-) Schleuse selbst kaum ein Paddelboot sehen.
    Geändert von rwe (27.05.2018 um 18:06 Uhr)

  6. #16
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    Weil's oben angesprochen wurde: Für einige Binnenseen, insbesondere den Bodensee, gibt es durchaus Ausrüstungsvorschriften. Auf dem Bodensee müssen mitgeführt werden (Art 13.19 BSO), etwas vereinfacht:
    - Bodenseeschifferpatent
    - Schiffsausweis
    - Ein Horn (darf auch mundbetrieben sein)
    - Nachts die vorgeschriebenen Lichter
    - Feuerlöscher, sofern ein Motor oder eine Kocheinrichtung vorhanden ist
    - Anker mit Ankergeschirr
    - Paddel
    - 1 Rettungsweste pro Person an Bord
    - Rettungswurfgerät an einer Leine

  7. #17
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    In Frankreich ist z.B bei SY, die für die Hochsee gedacht sind, z.B. Das Mitführen eines Sextanten vorgeschrieben....
    Wir dürfen Sportbootkarten mitführen, anderswo sind amtliche Seekarten, regelmäßig berichtigt, mitzuführen....
    Wichtiger Punkt: Wesentlich ist nämlich (ausser auf einigen Binnenseen) nicht, welche Vorschriften der Staat erlässt, in dem sich ein Schiff befindet, sondern die Vorschriften des Staates, dessen Flagge ein Schiff führt. Eine deutsche Segelyacht braucht also auch in Frankreich keinen Sextanten mitzuführen, aber z.B. eine Schweizer Yacht auf jeden Fall eine Rettungsinsel (weil die Schweiz diese zwingend vorschreibt).

    Keine Ahnung, wie die Wapo diese Unterschiede beurteilt, oder ob die fremde Yachten deswegen gar nicht erst kontrollieren. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie die Vorschriften aller Länder kennen.

  8. #18
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    Zitat Zitat von Wetterbote Beitrag anzeigen
    Wichtiger Punkt: Wesentlich ist nämlich (ausser auf einigen Binnenseen) nicht, welche Vorschriften der Staat erlässt, in dem sich ein Schiff befindet, sondern die Vorschriften des Staates, dessen Flagge ein Schiff führt. Eine deutsche Segelyacht braucht also auch in Frankreich keinen Sextanten mitzuführen, aber z.B. eine Schweizer Yacht auf jeden Fall eine Rettungsinsel (weil die Schweiz diese zwingend vorschreibt).

    Keine Ahnung, wie die Wapo diese Unterschiede beurteilt, oder ob die fremde Yachten deswegen gar nicht erst kontrollieren. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie die Vorschriften aller Länder kennen.
    Ich hatte mich auf franz. Yachten bezogen, es aber so nicht geschrieben, Du hast recht.

    Ich bin in Sachen Ausrüstungsvorschriften nicht mehr auf dem neuesten Stand, ich habe mich anfangs geirrt, mea culpa:

    Es gibt eine Pflicht sein Schiff mit einer Mindestaustattung auszurüsten, wie die beiden zitierten Dokumente belegen:

    1. https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pu...ublicationFile ( siehe auf Seite 17 ff).

    2. http://www.wassersport-pool.info/Info-Pool/SOLAS.pdf
    Dieses Merkblatt der KA belegt (wie die Broschüre des BMVI), dass SOLAS halt auch Sportboote ("große Sportboote") betrifft und somit angewendet wird (Logbuch-Pflicht).
    Basis für diese Mindestausrüstung ist SOLAS, was von allen Mitgliedsstaaten der IMO ratifiziert worden ist.

    Die Polizei wird bei Kontrollen zunächst u.a. nach IBS, dem Flaggenzertifikat oder dem Auszug aus dem Seeschifffahrtsregister fragen. Die Gendarmerie wird bei einem deutschen, NL oder CH Schiff, mit vollständigen Papieren, nur die Mindestausrüstung nach Solas kontrollieren . Wenn es ein franz. Schiff ist, wird die Ausrüstung nach franz. Recht kontrolliert...und u.U. ein Bußgeldbescheid ausgestellt (bei fehlernder oder defekter Ausrüstung). Da SOLAS von allen Mitgliedstaaten der IMO (UN Organisation) ratifiziert wurde, können z.B. abgelaufene Seenotsignale (Pyrotechnik) auch auf D. oder UK, NL Schiffen, bei einer Kontrolle durch eine ausländische Polizei bemängelt und geahndet werden.

    Bitte beachten: Ich habe mich hier lediglich auf Seegehende Schiffe bezogen, spezielle Vorschriften in Binnenrevieren sind natürlich erstmal in Erfahrung zu bringen und dann umzusetzen.

    @SUCHER: Die Broschüre vom BMVI wird Deine Frage in #1 beantworten.

  9. #19
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    Zitat Zitat von 2ndtonone Beitrag anzeigen
    Die Broschüre vom BMVI wird Deine Frage in #1 beantworten.
    NEIN, da stehen viele sinnvolle Dinge drin, aber nicht alle diese Dinge sind verpflichtend. Es ist bspw. nicht zwingend, dass ein Segelboot mit einer Maschine ausgerüstet sein muss, entsprechend muss man auch keine Maschinenersatzteile mit an Bord haben usw. Da gibt es auch Widersprüche zwischen den von Dir verlinkten Dokumenten, so verlangt das BMVI-Dokument ein Echolot, das Gesetz hingegen schreibt von "Handlot oder Echolot" usw. usf. (wir haben beides an Bord).

    Allerdings: Das Sicherheitszeugnis ist ersteinmal für die gewerbsmäßige Nutzung gedacht (https://www.deutsche-flagge.de/de/re...tfahrzeuge.pdf). Außerhalb der Begriffsbestimmung und des CE-Passus findet man in dem Gesetz nur noch Hinweise für die gewerbliche Nutzung.

    Interessant ist mal wieder, dass - an prägnanter Stelle im SOLAS-Dokument - hier entweder die Papierseekarte oder aber ECDIS + redundantes System verlangt werden. Der Plotter mit irgendeinem Kartenmodul ist diesbezüglich halt nicht vorschriftenkonform. (Nachtrag: Wobei ich noch von keiner Kontrolle von Privatbooten erfahren habe, in der dies nachgefragt wurde. Anders ist es, wenn es schief gegangen ist...)

    Ärgerlich finde ich allerdings, dass die offiziellen Stellen es nicht schaffen, konsistentes Material abzuliefern (s.o.). Maßgeblich ist halt der Gesetzestext, nicht die Broschüre.

    Aber unabhängig davon, ob und was von diesen Richtlinien nun wirklich vorgeschrieben ist - sie sind grundsätzlich sinnvoll. Punkt. Inhaltlich stimmen dann SOLAS, Sicherheitszeugnis und ORC ziemlich überein. Und es ist auch kein Schaden, sein Boot für eine Kategorie "mehr See" auszurüsten, als man tatsächlich befahren möchte.
    Geändert von rwe (28.05.2018 um 02:40 Uhr)

  10. #20
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    Hallo, danke, das war erschöpfend. Gottseidank habe ich das meiste längst an Bord, z.T. doppelt und dreifach. Mir ging es darum, bei einer Kontrolle nicht an irgendeiner nebensächlichen Randbedingung zu scheitern. Zielführend sind auch die Links, ich werde sie in meine Homepage übernehmen. Es besteht leider noch eine gewisse Unklarheit für Binnen, denn ich will die Donau längs fahren, da gibt es viele Nationalitäten. In den nicht ganz so reichlichen Erfahrungsberichten findet sich über vorgeschriebene Ausrüstung nichts. Aber ich hoffe, als deutscher Skipper mit deutschen Schiff da keinen nationalen Besonderheiten zu unterliegen!
    Vielen Dank
    nw
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