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  1. #1
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    Standard Kaufvertrag - Gewährsmängel

    Meine Frage:

    Wenn man ein gebrauchtes Boot kauft,
    welche Daten/Informationen müssen / sollen / können dort erwähnt sein ?

    Bekannte Osmoseschäden müssen genannt werden.
    Wie sieht es aus mit Unfallschäden ? Sind das auch Gewährsmängel ?
    Gibt es noch andere Gewährsmängel die genannt werden müssen ?

    Wie lange hat man Zeit Gewährmängel geltend zu machen ?
    --------------------------------------------------------------------
    VG
    Barbara out of Rosenheim

  2. #2
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    Habs mal verschoben, der Bereich Auto & Boot hat folgenden Untertitel:
    Alles über Trailer, Slippen, Überführungen (auch auf eigenem Kiel)
    Gruss Gunnar

    Moderator Yacht-Forum

  3. #3
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    Es müssen alle Unfallschäden und auch Osmoseschäden genannt werden, von denen der Verläufer weiss/wusste.
    Was die Gewährleistung angeht, wenn beide Parteien Privatleute sind, gibt es keine Gewährleistung, sondern der Käufer kann wegen der erheblichen Mängel vom Kaufvertrag zurücktreten.

  4. #4
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    Ich habe da wegen einer Immobilie einiges durchmachen müssen. Das Rechtsprinzip ist das gleiche. Es gibt BGH-Urteile, die recht detailliert beschreiben, welche InformationsPFLICHTEN der Verkäufer hat. So muß er über sämtliche ihm bekannten Mängel in zeitlich, sachlich und räumlich konkreter Weise AUFKLÄREN. Ein anderes Urteil des BGH besagt, dass diese Informationspflicht aktiv zu erfolgen hat. Das heißt, der Verkäufer muß von sich aus aktiv auf Mängel hinweisen und kann sich nicht darauf zurückziehen, der Käufer hätte selber Mängel übersehen, die er hätte sehen können.

    Wenn also der Verkäufer von Osmoseschäden o.ä. weiß, MUSS er das von sich aus sagen, auch wenn er dazu nicht gefragt wird. Was aber dennoch empfehlenswert ist und im Kaufvertrag festgehalten werden kann. Findet der Käufer nachher Schäden, ist er aber in der Beweispflicht, dass der Verkäufer diese kannte. Bei Osmose dürfte das schwierig werden, bei Unfallschäden weniger.

    Als ich mein Schiff gekauft habe, hatte ich eine Werft beauftragt, das Unterwasserschiff zu begutachten. Das war in Heiligenhafen und kostete nicht viel Geld. Die haben den Dampfer rausgehoben, abgekärchert, mal richtig angesehen und schriftlich versichert, dass keine Schäden am U-Schiff erkennbar seien. Dieses Frühjahr haben wir das ganze abgezogen und es war wirklich unter gefühlten 20 Schichten Primocon und Antifouling in einem hervorragenden Zustand. Allerdings hat der Dampfer auch genügend andere Baustellen und es steckt inzwischen gut und gerne der 1,6-fache Kaufpreis drin.

  5. #5
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    Als ich mal ein Böötchen verkaufte, erschrak ich, als mich der Käufer nach ca. 1 Jahr aufforderte, das Boot wegen Osmosebefall zurück zu nehmen.

    Vort Gericht wurde geprüft, welche Eigenschaften zugesichert wurden.

    Der Käufer verlor den Prozess.

    Ich sagte ihm im Verlaufe der Gespräche vor der Klage, so wie er das schildert und begutachten liess, war nicht das Schiff sondern das Ruder von Osmose betroffen.

    Bor dem Prozess habe ich ihm angeboten, das aus Kulanz auf meine Kosten sanieren zu lassen.

    Hat er abgelehnt.

    Nachdem er den Prozess verlos fragt der doch tatsächlich, ob ich ihm nun die Rudersanierung bezahlen möchte.

    Mochte ich aber nicht.

    Der Kasus bei diesem Käufer war "später Kaufreue", da seine Frau nicht mitspielte.

    Zum Thema Gewährleistung: Nur für ausdrücklich erwähnte Eigenschaften. Haftung für arglistig verschwiegene Mängel.

  6. #6
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    Standard

    ...falls der Deal ohne professionelle Hilfe stattfinden soll empfehle ich die Musterverträge vom DSV, KA oder ADAC. Stehen online jeweils zur Verfügung. Da steht alles drin, was wichtig ist.

  7. #7
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    Standard

    Ergänzende Frage:

    Ist eine fachgerecht ausgeführte Reparatur (Werft, Rechnung, Garantie) einer harten Grundberührung, ein Wertminderungsgrund und muss dieser „Schaden“ beim Wiederverkauf benannt werden?
    >> wenn nicht jetzt ... wann dann ?? <<

  8. #8
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    Standard

    Ein Schaden, der über eine Bagatelle hinausgeht, muß genannt werden, sei er noch so gut repariert. Verschwiegene Vorschäden sind regelmäßig Gründe für Kaufvertragsrücktritte.
    Bei nicht ohne weiteres erkennbaren Schäden kann der Verkäufer durch Nichtwissen aus der Nummer rauskommen, insbesondere, wenn der Käufer auf Begutachtung oder z.B. Auskranen verzichtet. So was würde ich mir als Verkäufer aber immer schriftlich bestätigen lassen. Es gibt z.B. Osmoseschäden, die sehr plötzlich sichtbar werden, beim letzten AF war noch nix erkennbar 1-2 Jahre später großflächiger Osmosebefall. (Das war z.B. bei meiner GibSea so, die daraufhin sauber dokumentiert und mit erheblichem Aufwand in Ordnung gebracht worden ist). Hätte ich die 2 Jahre vorher gekauft, hätte ich das Problem an der Hacke gehabt.
    LG Thomas

  9. #9
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    Standard

    Zitat Zitat von jade Beitrag anzeigen
    Ergänzende Frage:

    Ist eine fachgerecht ausgeführte Reparatur (Werft, Rechnung, Garantie) einer harten Grundberührung, ein Wertminderungsgrund und muss dieser „Schaden“ beim Wiederverkauf benannt werden?
    JA! Rechnung der Werft vorlegen, damit Käufer weiss, was, wo und für wieviel repariert wurde. Wertminderung ist eine Frage des Standpunktes: wenn der Käufer den Preis wegen des Schadens drückt und Du willigst ein, dann war es Wertminderung. Weigerst Du Dich den Preis deswegen zu senken, musst Du Dir einen neuen Käufer suchen.

  10. #10
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    Genau so ist es, wenn Du den Kauf später nicht rückabwickeln möchtest.
    Bei einem älteren Schiff ist eine fachgerechte Reparatur ggf. eine Wertsteigerung, da viele Grundberührungen unbearbeitet bleiben.

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