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Thema: Motorwartung

  1. #1
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    Standard Motorwartung

    Hallo
    ich interessiere mich für die Unterhaltskosten von Booten, und hoffe hier ein wenig Rat von erfahrenen Yachties zu bekommen. Dazu die Frage: Habt Ihr schomal die Schläuche am Motor und den Abgas-/ Wasser Mischkrümmer getauscht, und wenn ja wie oft macht Ihr das oder lasst das machen? Wie aufwändig ist das handwerklich, was kostet das so etwa, auch das Material?

    Bin für Informationen und Berichte dankbar!

  2. #2
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    Noch nie! Auch bei meinem alten Vire wurden der Auspuffschlauch nie gewechselt. Du brauchst die Schläuche auch solange nicht auswechseln, solange wie sie keine gravierenden Schäden aufweisen(leckagen etc.). Die Auspuffanlage nimmt nur dann Schaden, wenn Du den Motor ohne Kühlung laufen läßt und es nicht merkst. Dann schmilzt der Wassersammler und das Schiff füllst sich mit Kühlwasser und Abgas!
    Der Auspuffschlauch von meinem Vire wurde 1969 in England eingebaut und nur das Stück vom Motor zum Wassersammler wurde beim Austauch der Maschine erneuert. Der Schlauch funzt immer noch.....

    Bei den Vires habe ich Auspufftopf/Krümmer auch nie ausgetauscht hat alles gut gehalten...Beim neuen Diesel, erst 600h, ist auch noch alles dicht und wie es sein soll.
    Warten musst Du den Impeller der Wapu, das Motoröl, den Stand des Getriebeöls und die Befestigung der Bowdenzüge. Und das kostet mich ca. 50€, wenn der Mechaniker schlechte Laune hat auch mal 75€, das wars dann auch.
    Geändert von 2ndtonone (11.06.2018 um 10:15 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Sailo, das hängt davon ab, welche Schläuche und sonstiges rund um die Maschine verbaut sind (und von wem) Ich habe mein Schiff (40 Jahre alt) gerade zum zweiten Mal durchrenoviert, und vor allem rund um die Maschine unerwartete Defekte gefunden (die meinen Zeitplan über den Haufen werfen). Die dicken, geraden Gummi-Abgasrohre sind auch bei mir ohne erkennbare Schäden, anders ist es mit den gebogenen Gummischläuchen für Auspuff und Primärkühlung. Die sind total verhärtet, man kann sie nicht mal ohne Zerstörung demontieren. Bei mir sind z.T. gerade Stücke und Bögen in Niro-Rohren eingebaut, die zeigen heimtückischerweise gerade im Bereich, wo sie an besagte Gummschläuche angeschlossen sind, große Fehlstellen, wegkorrodiert, von außen sieht man es nicht. Ein Auspufftopf (Vetus) war entlang der Naht aufgerissen (definitiv nicht aufgefrohren oder überhitzt!). Und natürlich die Schlauchbinder. Da steht "Rostfrei" oder "stainless" drauf, das hindert die nicht dran, ebenfalls wegzukorrodieren, vor allem unten, wo man es nicht sieht. Bei der Verkabelung muß man wissen, daß PVC und Diesel sich nicht mögen: Unter (auch nur gelegentlichen) Kontakt mit Diesel verhärtet PVC glashart, die Kabelisolierungen brechen einfach weg, das blanke Kupfer liegt frei.
    Bei der ersten Renovierung (nach etwa 15 Jahren, nicht von mir) ist nichts derartiges aufgefallen, Bei älteren Schiffen muß man damit rechnen, daß da einiges zu Erneuern ist, was sich auf den ersten Blick unauffällig darstellt.
    Viele Grüße
    nw
    Geändert von sucher (11.06.2018 um 11:00 Uhr) Grund: Dreckfehlerse
    Πάντα ῥεῖ (*)
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  4. #4
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    Moin,

    willkommen im Forum.

    Es hängt - wie schon erwähnt - von der Situation ab. Bei meiner Jacht (Bj. 1984, Erstbesitz) habe ich an den von Dir genannten keinen Austausch vornehmen müssen. Allerdings waren die werftseitig verbauten Schlauchschellen Müll: ich hab' die nach 3 Jahren komplett gegen Rostfreie getauscht. Seitdem ist dort Ruhe.

    Ein weiteres Problem war der Auspuffkrümmer (das Rohr zwischen Abgassammelrohr und Auspuffschlauch): das Originalteil von Bukh (Guss) hat sich in unschöner Regelmäßigkeit alle 5 Jahre mit allen negativen Begleitumständen verabschiedet. Mir hat dann vor beinahe 10 Jahren ein Forumsteilnehmer einen Krümmer aus VA gebaut. Das war die Lösung.

    Der Aufwand für die jährliche Wartung (Öl, Filter, ab und an Impeller) liegt bei ca. 50 €, wenn Du es selbst macht - was ich ausdrücklich empfehle.

    Allerdings kann - wie oben erwähnt - bei einem alten Motor ein Reparaturstau durch mangelnde Wartung aufgetreten sein. Es ist daher gut, die Vorgeschichte so gut als möglich in Erfahrung zu bringen.
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  5. #5
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    Vielen Dank für Eure Berichte.

    Sind Eure Boote im Salzwasser, bzw. in welchem? Das spielt ja doch eine grosse Rolle. In der Betriebsanleitung vom Yanmar 4JH5E steht, dass der Krümmer und die gummierten Schläuche alle zwei Jahre bzw. 500 Stunden gewechselt werden müssen. Das Krümmer kostet 400,- Euro und mehr.

    Wie macht sich die Notwendigkeit eines Wechsels bemerkbar? Und was passiert wenn man es zu spät bemerkt? Ich habe das Teil leider nicht vor mir, aber ich nehme an, dass da dann Seeweasser eintritt (und man sich evtl. den Motor schrottet)? Oder wie hat sich das bemerkbar gemacht, als sich der Krümmer verabschiedet hat?

  6. #6
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    Hallo Sailo, Wenn am Auspuff was undicht wird, läuft das Sekundärkühlwasser in de Bilge und die Abgase werden ins Schiff geblasen. Sehr unangenehm, aber nicht wirklich dramatisch. Wenn etwas im Primärkühlkreislauf undicht wird, läuft das Primärkühlwasser aus und in die Bilge. Wenn man es rechtzeitig merkt, kann man das noch retten, ansonsten überhitzt der Motor und die Zylinderkopfdichtung geht kaputt. Das könnte ein Seenotfall werden.
    Am besten schaut man sich alles rund um den Motor häufig sehr genau an, besonders wenn das Wechselintervall überschritten ist.
    Viele Grüße
    nw
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Sailo Beitrag anzeigen
    …….. dass der Krümmer und die gummierten Schläuche alle zwei Jahre bzw. 500 Stunden gewechselt werden müssen.
    Yanmar bleibt auf der absolut sicheren Seite und scheut sich nicht gut daran zu verdienen.
    Geht man mit Maß und Ziel und einem Hauch Sachverstand an die Sache, sieht alles viel moderater aus.

    Die Gummischläuche, vor allem der Auspuffschlauch, werden uralt. Es schadet allerdings nicht sie ab und zu abzufühlen. Den drohenden Bruch ertastet oder sieht man. Der Krümmer ist bei älteren Konstruktionen eine Schwachstelle. Sie rosten durch den extrem korrosiven Angriff langsam durch. Eine Alternative sind handgebastelte Exemplare aus Vauah. Die haben allerdings die Unart, dass sie ihr Totalversagen im Gegensatz zum altehrwürdigen Gussteil nicht ankündigt. Die Werkstofftechnik ist fortgeschritten. Moderne Motoren haben robuste Krümmer (kein Vauah!!!), man hat das Problem gelöst.

    Der Hauch Sachverstand ist der Engpass. Am Besten sucht man sich einen Blaumann am Steg. Dabei sollte es nicht auf einen Corenwijn, einen Kasten Bier oder einen 59er Schattoschlafitt ankommen. Letztlich muss man selbst wissen was grundsätzlich im Motorraum vorgeht.

    Gruß Franz
    halber Wind reicht völlig

  8. #8
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    Danke Grauwal, das hört sich schon beruhigend an. Inzwischen habe ich nämlich festgestellt, dass es neue Krümmer gibt - die kosten nicht mehr 200 sondern rund 900,- . Wenn ich die alle zwei Jahre ersetzen müsste....

    Wo kann ich mir das aus Gold machen lassen? Das müsste doch ewig halten. Oder zumindest vergolden lassen?

  9. #9
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    Moin,

    nachdem sich der Krümmer bei meiunem Bukh mit den von @sucher genannten Umständen verabschiedet hat, bin ich dazu übergegangen, im Herbst bei der Einwinterung einmal mit einem kleinem Hammer moderat auf die betreffende Stelle zu schlagen. Auf diese Weise habe ich die nächsten beiden Defekte vorzeitig bemerkt. Optisch war das (für mich) nicht zu erkennen.

    Nach dem Hinweis von Franz sollte ich vielleicht meine damalige Praxis bei dem VA-Krümmer wieder aufleben lassen ...
    Mast- und Schotbruch,

    Jürgen

  10. #10
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    Das Forumsmitglied,das damals den VA - Krümmer für Jürgen gebaut hat, war ich. Und ich bin recht sicher, daß man für die Hälfte des Kaufpreises deines neuen Krümmers einen aus VA gebastelt bekommt. Meiner zeigt nach über 10 Jahren keine Auflösungserscheinungen. Und wenn er tatsächlich korrodiert, dann öffnet sich auch bei VA erst mal ein durch braunverfärbung angekündigtes kleines Loch.
    Prinzipiell halte ich von den vorgeschlagenen Wechselintervallen nichts. Wie oft soll man z.B. die Membrane des Saildtives wechseln - und wie oft wird sie tatsächlich gewechselt?!?
    Die Suppe wird bei weitem nicht so heiß gegessen wie sie gekocht wird!
    Grüße Volker

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