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  1. #1
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    Standard LiFePO4 Batterien (Lithiumeisenphosphat)

    Liebe Gemeinde

    Hat jemand Erfahrungen mit diesen Akkus ? Aus China sind die ja um die 400 USD für eine 125 AH.
    Mit den technischen Daten würde sich ein Wechsel geradezu aufrängen?!?

    Kann man die Dinger wirklich auf Null entladen?
    Sollte ja gemäss Spezifikationen gehen.

    Kann man die Batterien mit "normalen" Ladegeräten laden? Welche Kennlinie?
    Die Ladespannung ist genau innerhalb der Tolerenz meines Ladegerätes, sollte also gehen?!??

    Die gelten ja als sehr sicher (Elektroautos), gilt das auch bei Schiffen?

    Mehr als 2000 Zyklen gemäss Spezifikation..das wär ja sensationell..kann das stimmen?

    Was bedeutet "Parallel connection of this battery pack is allowed under condition that voltage difference ≤0.2V,parallel numbers ≤4 groups, and operated by professionals."?

    Batteriefachmänner gefragt!

    Beste Grüsse und geniesst die Saison!

    Roman

  2. #2
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    Moin Roman,

    ohne jetzt tief ins Detail zu LiIon, LiFePo etc. zu gehen hier ein paar Infos:
    JA, bei Akkus dieser Technologie kannst du den vollen SOC-Hub ausnutzen ohne den Akku zu schädigen. Wo du bei einem 100Ah Bleiakku nur 50-75Ah verplanen solltest damit er keinen Schaden nimmt, machen LiFePos die volle angegeben Menge mit.
    ABER, LiIon und LiFePos haben knallharte Ober- und Unterspannungsgrenzen je Zelle. A123 gibt für ihre Standart LiFePo 18650 z.B. 3,6-2V an. Wird sie tiefer entladen oder höher geladen kann es richtig gefährlich werden, LiFePos können platzen, ander LiIon sogar thermische durchgehen, also brennen.
    Und daher braucht jeder Batteriepack eine Batteriemanagment System (BMS), dass jede Zelle einzelen überwacht, Entladeschluss muss sein, wenn die erste Zelle ihr Untergrenze erreicht und beim Laden muss aufgehört werden, wenn die erste ihr Ladeschlusspannung erreicht. Damit man die volle Kapazität aller Zellen nutzen kann wird in so einem Fall vom BMS gebalanced und die Zelle, die zuerst voll ist etwas entladen wärend die anderen weiter geladen werden.

    Auch Bleiakkus haben unterschiedliche Zellenspannung, hier kann man aber in Kauf nehmen, dass eine Zelle, die zuerst voll ist gast während die anderen voll geladen werden.

    Fazit, LiIon / LiFePos können viel mehr als Bleiakkus aber sind weniger fehlertollerant was das Spannungsmanagement angeht. Ob man diese Anforderung der eigene Bordelektrik incl. Lademanagement (Lima&Ladegerät!) zutraut, muss jeder Eigener selber entscheiden.

    Handbreit
    Daniel

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von Dani Beitrag anzeigen

    Fazit, LiIon / LiFePos können viel mehr als Bleiakkus aber sind weniger fehlertollerant was das Spannungsmanagement angeht. Ob man diese Anforderung der eigene Bordelektrik incl. Lademanagement (Lima&Ladegerät!) zutraut, muss jeder Eigener selber entscheiden.

    Handbreit
    Daniel
    Hallo,

    lifepo4 laufen parallel zu Blei, wegen internem BMS


    Peter

  4. #4
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    Zitat Zitat von SYMilva Beitrag anzeigen
    1. Kann man die Dinger wirklich auf Null entladen?

    2. Kann man die Batterien mit "normalen" Ladegeräten laden?

    3. Welche Kennlinie?

    4. Batteriefachmänner gefragt!
    1. Nein

    2. Nein

    3. Gar keine

    4. Da du ja Null Ahnung hast gibt es zwei Möglichkeiten: Du kaufst für richtig Geld ein fertiges System, z.B. Mastervolt. Oder du kaufst die günstige DIY Sachen aus China und wirst mit deinem Wissensstand die Zellen in vier Wochen ruiniert haben. Kannst du ja fünf bis sechs mal machen bis du den Preis vom Mastervolt System erreicht hast.

  5. #5
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    Standard

    Ich fahre LiFePO4 seit rund 10 Jahren im Ebike bzw E-Mobil.
    Bei LiFePO4 gibt es mittlerweile auch die Variante LiYFepO4 für höhere Entladeströme, die sich auch als Starterakkus eignen.
    Generell sind LiFePO4 Akkus sehr empfindlich auf Überspannungen beim Laden, d.h. Bleiledegeräte mit Gasungssteuerung sind für LiFePO4 Akkus tödlich. Dafür hat z.B. Cetek eine spezielle Lithium Version herausgebracht. Bei den Solarladern gibt es von Votronic eine Lithium Version.
    Prinzipiell würde ich heute diese Akkus nicht mehr in China kaufen, die Lieferanten in D sind nur unwesentlich teurer und man spart sich den Aufwand mit dem Zoll. Ausserdem handelt es sich bei den sehr billigen Angeboten aus Fernost oftmals um B-Ware mit verringerter Kapazität.
    Ich hatte bei meinen Akkus zwar keine Qualitätsprobleme, kenne aber einige Kollegen, die mit der Gewährleistung Probleme hatten.
    Genau wie bei Blei gilt auch hier, die Akkus über Winter auszubauen und mindestens einmal im Monat zu 50% entladen und nachzuladen.
    Die ersten beiden Blöcke haben 8 Jahre bei etwa 300 voll-Ladezyklen gehalten, ein E-Bike Block hat jetzt 10 Jahre und ca 500 Zyklen und noch etwa 60% der Kapazität.
    Beim Betrieb in Booten ist darauf zu achten, dass Lithium Akkus das Wasser heiss (bis zum Brand) und innig lieben, sie sollten also in einem möglichst trockenen Bereich installiert werden.
    /www.pressebox.de/inaktiv/bmz-batterien-montage-zentrum-gmbh/Grossbrand-beim-Batterien-Montage-Zentrum-in-Karlstein-verursacht-Schaden-in-zweistelliger-Millionenhoehe/boxid/198995

    Da hatte man versucht, mit Wasser zu löschen.

    Horst

  6. #6
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    Als Zusatz zu Woodpecker:
    Pantaneius hat mal berichtet, dass immer Winterlagerbetreiber verlangen, dass die Li-Batterien vor dem Einlagern des Schiffes, ausgebaut und weggeschafft müssen(zu Hause lagern).

  7. #7
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    zu 2ndtonne
    Das ist wohl die Folge von Bränden infolge von Fehlbehandlung.
    Es gibt über 2 Dutzend verschiedener Li- Chemien und jede verlangt eine andere Behandlung.
    Abgesehen von der Chemie gibt es noch verschiedene Bauformen (Uralt Beutel, prismatisch oder Rundgewickelt) und verschiedene Kombinationen des Zusammenbaus (Thermische Trennung)
    Die Internationale Luftfahrtbehörde verlangt übrigens, das Li-Akkus nur zu 10 bis 20% ihrer Kapazität vorgeladen transportiert werden dürfen (Energieinhalt ist ein Mass für die Gefährdung)
    Abgesehen davon ist es zuhause einfacher, die Akkus ordnungsgemäss zu pflegen, als in einer entfernten Bootshalle.
    Und die meisten KFZ Brände mit Li-Akkus gehen auf Überladung zurück.
    Fazit:
    Lithium Akkus bieten ein 3-4 faches Gewichts-Kapazitätsverhältnis gegenüber Bleiakkus, aber in der Behandlung sind sie um den gleichen Faktor empfindlicher.

    p.s. Hatte oben noch vergessen, dass LiYFePO4 akkus bei niedrigen Temperaturen unemfindlicher sein sollen, als LiFePO4-Akkus.

    Horst

  8. #8
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    Zitat Zitat von Woodpecker Beitrag anzeigen
    Genau wie bei Blei gilt auch hier, die Akkus über Winter auszubauen und mindestens einmal im Monat zu 50% entladen und nachzuladen.
    Wofür soll das denn gut sein?

    Bleiakkus: immer möglichst voll halten!
    Wenn ich meinen Bleiakku im Winter jeden Monat um 50% entlade, verschenke ich jedesmal einen halben Ladezyklus. Das ist sinnlos, es gibt bei Bleiakkus keinen Memoryeffekt oder ähnliches der so etwas nötig machen würde! Alle paar Monate mal zum Boot fahren und das Ladegerät einschalten, um nachzuladen, was durch die Selbstentladung verloren ging.

    LiIon: möglichst bei 50% halten!
    LiIon-Akkus altern am schnellsten, wenn sie komplett leer sind, aber genauso wenn sie komplett voll sind! Der schonendste Ladezustand eines LiIon-Akkus liegt bei ca 50%. Einen Memoryeffekt oder ähnliches gibt es auch hier nicht, einmal monatlich zu entladen ist absolut sinnlos. Im Herbst auf ca. 60% laden und vergessen. Im Frühling hat er dann vlt. noch 40% und ist nur wenig gealtert.

    Tipp zu euren Smartphones: beim Zu-Bett-Gehen ans Ladegerät stecken (damit es morgens 100% hat), ist Gift für den Akku! Er ist nach wenigen Stunden voll geladen, bleibt dann viele Stunden bei 100% und altert entprechend schnell.
    Kürzlich habe ich von einem Smartphone gelesen, das es besser macht: es lädt dann nur bis 80%. Der Rest wird erst nachgeladen kurz bevor der Wecker klingelt (wenn man den Wecker des Smartphones benutzt und es entsprechend einstellt).

    Handbreit!
    Ohli

  9. #9
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    Hallo Ohli, nein, bei Bleiakkus gibt es schon einen Memory-Effekt, nur andersrum: Sie merken sich die ungenutzte (ungeladene) Kapazität und verlieren die mit der Zeit unwiederbringlich. Es ist genau umgekehrt wie bei den alten NC-Zellen, die verlieren die vollgeladene Kapapzität.
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  10. #10
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    Hallo Sucher,

    Du meinst den Effekt, dass wenn ein Bleiakku zu lange ungeladen rumsteht er einen Teil seiner Kapazität verliert?
    Ja, aber auch da hilft es, ihn immer möglichst voll geladen zu haben.

    Handbreit!
    Ohli

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