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  1. #1
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    Standard Yacht 17: Lebensrettende Routine (am Funkgerät)

    Nach dem Lesen des Artikels von Johannes Erdmann fragte ich mich, ob ich mich im geschilderten Notfall "funkerisch" richtig verhalten hätte. Der Artikel zeigt zwar exemplarische Beispiele zu Not-, Dringlichkeits- und Sicherheits Meldungen, doch der geschilderte Fall mit dem "abgetrennten Finger" wird leider nicht beschrieben. Haben wir Experten im Forum, welche die korrekten Funksprüche zum beschrieben Fall formulieren könnten?
    Grüsse,
    Pegi

  2. #2
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    Ich möchte behaupten, das ist ein Graubereich, der letztendlich im Ermessensspielraum des Skippers liegt. Der Notruf wird abgesetzt, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. Gefahr für Leib und Leben kann nach einer starken Verletzung, die an Bord nicht ausreichend versorgt werden kann, entstehen. Eine Behinderung, die durch nicht rechtzeitige Behandlung oder unterlassene Hilfe entsteht, ist eine schlimme Sache. Ich würde also in den meisten Fällen bei einem herumliegenden Finger sofort Mayday rufen (Medical Assistance). Ausnahmen: Offensichtlich haben Rettungsdienste gerade Leben zu retten, oder die Distanzen sind zu groß, als dass die Versorgung im Krankenhaus noch erfolgreich sein könnte.

    Letztendlich kann diesen Ruf nur eine Küstenfunkstelle adäquat behandeln und koordinieren - Hilfe von einem anderen Schiff nützt in diesem Fall kaum etwas. Hier kann die Abwägung einer Unterstützung noch geklärt werden - bei Aussichtslosigkeit fliegen die auch nicht los.

    Ganz persönlich: Ich würde es mir nicht verzeihen, nicht alles versucht zu haben, in einem solchen Fall. Aber ich könnte mir sehr gut einen nicht ganz konformen Mayday-Ruf später schöntrinken.

    Gruß R.

  3. #3
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    Klar, ne gewisse mentale Vorbereitung, basierend auf ner guten Funkausbildung, das ist schon wichtig.
    Aber bitte überbewertet die Theorie nicht.
    Ich habe einmal mayday gefunkt; irgendwelche Regeln, Gepflogenheiten oder was weiß ich noch waren in dem Momment unwichtig.
    Die KüFu hat sofort die Gesprächsführung übernommen und abgefragt, was Sie gebraucht hat.
    Regeln sind da egal. Wichtiger ist, daß die Sachverhalte möglichst detailliert und genau durchgegeben werden, völlig egal ob regelgerecht oder nicht.
    Gruß
    Winfried

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  4. #4
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    Die korrekten Funksprüche kannst Du im Buch „funkfienst für die klein- und sportschifffahrt“ https://www.amazon.de/Funkdienst-Kle.../dp/3869877812
    Oder
    Als pdf https://www.bsh.de/DE/THEMEN/Schifff...2155_node.html

    Ansonsten lese doch einfach mal die auf der Amazon genannten Lehrbücher!��

    Es gibt auch in einem der Admirality List of Radio Signals Hinweise wie man Notrufe absetzt!




    Kostet alles Geld, viel Geld und ist viel zu teuer, kann man sich garnicht leisten! Aber wer es wissen will, muss leider in ein Fachbuch gucken!

  5. #5
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    Wenns ernst wird, sind Dir und der KüFu die Regularien wurscht. Hauptsache die benötigten Infos kommen sauber rüber.
    Viel wichtiger als das eingedrillte Zeremoniell ist die Fähigkeit Englisch zu sprechen und zu verstehen, es sei denn Du bewegst Dich nur zwischen Flensburg und Rügen bzw. Borkum und Sylt.
    Gruß
    Winfried

    www.heinkele.net

  6. #6
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    So ist das auch bei einer Senotausbildung betont worden: Das Wichtigste ist, daß die Informationen ankommen, in Notsituationen spielt das Formale keine Rolle. Klar haben wir den SRC oder LRC gemacht, aber wenns grad uns erwischt, ist es doch völlig egal, wie der Mann (die Frau) an der Funke rüberbringt, daß Hilfe dringend nötig ist. Ich hab da so eine laminierte Tafel am Funkgerät, da stehen die wichtigsten Sachen drauf. Distress gedrückt und los gehts.
    Und das Problem ist, glaube ich, in erster Linie die fehlende Routine, wer funkt denn schon täglich mit der Küstenfunkstelle.
    Es soll ja mal so eine Situation gegeben haben, wo ein kopfüber gekenterter Katamaran wochenlang rumgetrieben ist und der, der es hätte machen können, hat sich nicht ans Funkgerät getraut, weil er keinen Schein hatte. (So stehts in dem Buch, das ich vor Jahren mal gelesen habe, obs stimmt, weiß ich nicht).
    LG Thomas

  7. #7
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    Hallo zusammen

    Ich hatte die Ausbildung (SRC) vor Jahren gemacht und nutze die Funke auch regelmässig im Verkehr mit Marinas aber glücklicherweise hatten wir noch nie einen Notfall.


    Konkret stellt sich mir beim beschriebenen Fall (abgetrennter Finger) die Frage, wird es eine Not- oder eine Dringlichkeitsmeldung.
    Wie jemand im Forum geantwortet hat, im Zweifelsfall Notmeldung.
    Das Mayday geht über DSC und/oder CH16 an alle Stationen.

    Im Fall einer Dringlichkeitsmeldung PanPan über DSC stelle ich mir die Frage, an wen soll ich sie richten.
    An alle oder an eine bestimmte Station?
    Im Moment segeln wir vor Valencia.
    Da kenne ich die MMSI von Valencia Radio und von der SAR in Valencia.
    Welche kontaktieren wir über DSC?
    Oder doch besser nur ein PanPan über Sprechfunk auf CH16?

    Und dann gib es noch das Telefon (Handy)..

    Zu viele offene Fragen in einer Notsituation!
    Grüsse,
    Pegi

  8. #8
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    Standard

    Zitat Zitat von Pegi Beitrag anzeigen
    Im Fall einer Dringlichkeitsmeldung PanPan über DSC stelle ich mir die Frage, an wen soll ich sie richten.
    An alle oder an eine bestimmte Station?
    ...
    Oder doch besser nur ein PanPan über Sprechfunk auf CH16?
    Südlich der Algarve habe ich einmal, als bei totaler Flaute der Motor nicht startete, über CH16 ohne Adresse PAN-PAN gerufen. Die portugiesische Küstenwache hat sofort geantwortet und uns abgeschleppt.

    Wenn Funk nicht reicht, ist ein Satelliten Telefon hilfreich. Damit haben wir mal weit draußen auf dem Pazifik bei einem medizinischen Problem MRCC Bremen und Tahiti gerufen, eine Entscheidung, ob Mayday oder PAN-PAN ist dann nicht nötig. Die konnten allerdings nur beraten und haben versucht, den Hausarzt unseres Crewmitgliedes zu kontaktieren. Aber so weit weg auf See ist Hilfe schwierig.
    Geändert von navbaer (10.08.2018 um 15:44 Uhr)

  9. #9
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    Zitat Zitat von navbaer Beitrag anzeigen
    Südlich der Algarve habe ich einmal, als bei totaler Flaute der Motor nicht startete, über CH16 ohne Adresse PAN-PAN gerufen. Die portugiesische Küstenwache hat sofort geantwortet und uns abgeschleppt.

    Wenn Funk nicht reicht, ist ein Satelliten Telefon hilfreich. Damit haben wir mal weit draußen auf dem Pazifik bei einem medizinischen Problem MRCC Bremen und Tahiti gerufen, eine Entscheidung, ob Mayday oder PAN-PAN ist dann nicht nötig. Die konnten allerdings nur beraten und haben versucht, den Hausarzt unseres Crewmitgliedes zu kontaktieren. Aber so weit weg auf See ist Hilfe schwierig.
    gut zu wissen, dass die auf ein PanPan reagieren!
    Grüsse,
    Pegi

  10. #10
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    Zitat Zitat von Pegi Beitrag anzeigen
    gut zu wissen, dass die auf ein PanPan reagieren!
    Zumindest in Europa kannst du davon ausgehen, dass das Personal der Küstenfunkstellen so professionell ist, dass sie genau wissen, was wann zu tun ist. Die Funkwachen haben dauernd (mindestens) ein Ohr am Funkgerät und hören den ganzen Verkehr mit. Wenn sie denken, dass jemand Hilfe braucht, dann hast du in der Regel sofort eine Antwort.

    In den Kanaren habe ich das auch schon erfahren: Da hörte man tagelang von der Küstenfunkstelle nichts (und überhaupt war wenig Verkehr auf 16), als dann aber zwei Segelboote etwas zu lange auf der 16 über das Wetter sprachen statt einen Arbeitskanal zu verwenden, kam prompt eine Zurechtweisung von der Küstenwache.

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