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  1. #1
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    Standard Innerer Kühlwasserkreislauf entleeren/spülen/neu befüllen

    Hallo Gemeinde

    Nach einer etwas rauher Ankernacht hat sich ein "Glibber", ein unidentifizierter Schleim im Thermostat eingefunden und diesen so verstopft, dass der Motor fast überhitzt hat. Nach dem Entfernen des Thermostats im Geschaukel der Wellen mit der entsprechenden Sauerei muss ich wohl das ganze System mal richtig spülen. Nun meine Frage:

    Wie macht man das am besten?

    Das Problem ist ja, dass das Kühlwasser auch zum Wärmetauscher im Boiler (ca 5 Meter Schlauch) geht, der sogar etwas tiefer als der Motor montiert ist. Das Kühlwasser im Motor ablassen ist ja klar und einfach aber ich muss das gesamte System spülen. Brauche ich eine zusätzliche Pumpe? Kann ich einfach ein Wasserschlauch beim Ablass am Wärmetauscher anschliessen und Druck geben?

    Dankbar für Eure Tipps ist
    Cpt. Holzschnauz

  2. #2
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    Standard

    Hallo, wenn Du ein Zweikreiskühlsystem hast, hat wohl vorher wer irgendwas wenig sinnvolles in den Primärkühlkreislaug gekippt. Glibberbildung ist nicht normal!
    Lasse alles über den Ablaßstutzen am Motor ab. Fülle schlichtes Wasser rein, wenn Du es besonders gut machen willst, nimm destilliertes (VE) Wasser. Lasse den Motor laufen, mindestens bis er gut warm ist, und der Thermostat geöffnet hat.
    Lasse das alles wieder ab, und fülle nochmal Wasser rein. Wiederhole das, bis Du überzeugt bist, daß der Glibber restlos weg ist.
    Die nächste Dauerfüllung sollte aus Wasser, eventuell VE-Wasser im empohlenen Mischungsverhältnis mit Frostschutz/Korrosionsschutz bestehen (auch wenn kein Frost zu erwarten ist).
    Viele Grüße
    nw
    Πάντα ῥεῖ (*)
    * Man kann nicht zweimal auf dem selben Fluß fahren.

  3. #3
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    Wenn das so ein beiger Schleim ist, ist das eine Emulsion aus Öl und Kühlwasser. Wird Öl in Wasser immer wieder von der Kühlwasserpumpe durchgequirlt bildet sich sowas.

    Erste Frage wie kommt es da rein?! Kann was falsch eingefüllt worden sein? Wenn nicht tippe ich auf ein ernstes Motorproblem z.B. einen Defekt an der Zylinderkopfdichung oder Riss im Block. Falls du einen Ölkühler als Öl/Wasser-Wärmetauscher (meist nur bei Turbomotoren) ist auch er verdächtig und wäre die einfachste Lösung.

    Habe schon Motoren einfach mit Spüli gespült also etwas was Fett löst und dem Motorkomponenten nicht angreift. Achtung das schäumt ordentlich und man muss nachher x-fach weiter spülen bis es wieder komplett draußen ist. Danach gab´s aber keinen Ölfilm mehr auf dem Kühlwasser.

    Handbreit
    Daniel

  4. #4
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    Kann der Glibber evtl. auch daher kommen, dass zwei Frost/-Korrosionsschutzmittel gemischt wurden, die sich nicht miteinander vertragen?

    Gruß

    Benno
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  5. #5
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    Ich weiss es nicht, möglich. Ich hab das Schiff vor 11 Jahren neu gekauft und da wurde nie Sirup nachgefüllt, falsche Mittel kann ich ausschliessen. Die von Volvo angemahnten Wechselintervalle von 2 Jahren hab ich aber auf jeden Fall nicht eingehalten, beim Auto wechselt das ja auch niemand und 10 Liter Frostschutz umweltgerecht zu entsorgen ist im Mittelmeer auch nicht so leicht.
    Das abgelassene Kühlmittel sieht auch tadellos aus, keine weitere Glibber. Was ein bisschen erschreckte war, das so ein Mini-Glibber gleich den Thermostat zusetzen konnte und damit die Maschiene lahmlegte. Ich bin mir am überlegen, ob ich den Thermostat überhaupt wieder einbauen sollte? Im Mittelmeer wirds ja nie richtig kalt und nach dem Start lässt man die Maschiene sowieso etwas im Standgas warmlaufen, da könnte man ja bei Nutzen/Risiko weg vom Thermostat kommen,
    was meint Ihr dazu?

    Gruss

    Cpt. Holzschnauz

  6. #6
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    Moin Herr Cpt., solange das Thermostat funktioniert (kann mann leicht in einem Kochtopf überprüfen) und bei der aufgedruckten Temperatur den Frischkühlwasserkreislauf über den Wärmetauscher leitet, würde ich nicht darauf verzichten und es wieder einbauen. Andernfalls gibt es unkontrollierte Ströme teils über den Wärmetauscher und teils im Kurzschluss, und ausreichende Kühlung ist bei Vollast über einen längeren Zeitraum nicht sichergestellt. Zudem sorgt das "geschlossene" Thermostat bei kalter Maschine über die "Kurzschluss"- Funktion, dass schneller oder überhaupt die vorgesehende Betriebstemperatur des geschlossenen Frischkühlwasserkreislaufes von ca. 70-80 Grd C erreicht wird. Das wiederum kann mit Hilfe eines einfachen Infrarot- Thermometers überprüft werden.
    Nach Entfernen des "Glibbers" (wie soll der denn die Maschine lahmgelegt haben?) und Wiederbefüllung mit dem vorgeschriebenen Wasser- Frost- und Korrosionsschutzgemisch schlage ich vor, zu beobachten, ob sich etwas derartiges neu bildet, und ob Schaum oder Öl im Ausgleichsgefäß schwimmt oder Gas aufsteigt. Weiter ist zu beobachten, ob sich der Füllstand ändert. Dann könnten wie weiter oben schon angesprochen Schmieröl und/oder Verbrennungsrückstände eingedrungen sein. es könnte aber auch z.B. eine seewasserseitige Undichtigkeit vorliegen, in Verbindung mit zu wenig Pumpenleistung... Handbreit...! F.

    PS: Wenn die genannten 70-80 Grd C im Frischkühlwasserkreislauf, der ja auch über den WW- Boiler geleitet wird, nicht erreicht werden, dürfte es auch kaum Warmwasser mit ca. 60 Grd C geben (es sei denn, es gibt eine elektrische Zusatzheizung)
    Geändert von fiete-34 (14.10.2018 um 01:28 Uhr)

  7. #7
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    Abgesehen von dem "Glibber", dessen Farbe und genauere Konsistenz Du noch nicht beschrieben hast, habe ich zwei Dinge herausgelesen, die Du nochmal überdenken solltest.
    Zunächst mal das Kühlmittel. Dieses sollte alle 3-5Jahre, manche Hersteller meinen öfters, gewechselt werden. Der Grund liegt jetzt nicht vordergründig in der Wirkung des Frostschutzes, sondern im Korrosionsschutz. Diese im Kühlmittel enthaltenen korrosionshemmenden Additive verlieren mit der Zeit an Wirkung und es kann auch passieren, dass unter bestimmten Voraussetzungen und zweitklassiger Qualität, eine Ausflockung stattfinden kann, auf die dieser Schleim resultiert.
    Also am Besten alle 3 Jahre das Zeugs wechseln und zwar mit dem richtigen Mittel. Wenn Du es nicht genau weißt zb. G48 , G12, G12+ etc. dann würde ich nicht irgendein günstiges Frostschutz/Korrosionsmittel nehmen, weil Du unter Umständen mehr Schaden anrichten könntest, wenn die Materialien in Deinem Motor damit nicht harmonieren. Daher zum Originalmittel greifen, kostet zwar mehr, bereitet aber seelischen Frieden.

    Was das Weglassen des Thermostates angeht, so halte ich das für keine besonders gute Idee. Zur Not, wenn das Ding nicht öffnen sollte, ist das zwar kein Problem, aber langfristig keine probate Lösung und schon gar nicht behaglich für den Motor.
    Du wirst ewig lange Warmlaufphasen haben, bzw. wird der Motor fast nie auf Betriebstemperatur kommen. Das warme Wasser im Mittelmeer ist dabei kein Argument, denn selbst bei 28°C warmem Wasser muß der Durchfluß im inneren Kreislauf geregelt werden, sonst hast Du starke Themperaturschwankungen und das ist für keinen Motor förderlich. Der Thermostat ist kein Komfortattribut, sondern notwendig.

  8. #8
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    Danke für die Antworten. Ich habs folgendermassen gemacht:

    - Altes Kühlwasser am Motor abgelassen, mit Frischwasser über den Einfüllstutzen den Wärmetauscher gespült (Gant gemäss Handbuch)
    - Wasser abgelassen, geprüfter Thermostat wieder eingebaut
    - Zu- und Ableitung zum Boiler demontiert und mit angeflanschtem Gartenschlauch gespült (Da kommt was, kann ich empfehlen)
    - Boiler Kreislauf leer geblasen (Nur mit Lunge, keine Pumpe)
    - Kühlmittel aufgefüllt

    Die Prozedur werde ich jetzt alle drei Jahre wiederholen, das Spülen und entleeren des Boilers ist mit dieser Methode einfach.

    Grüsse und Danke

    Cpt. Holzschnauz

  9. #9
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    Standard

    Zitat Zitat von SYMilva Beitrag anzeigen
    Die Prozedur werde ich jetzt alle drei Jahre wiederholen, das Spülen und entleeren des Boilers ist mit dieser Methode einfach.
    Grüsse und Danke
    Cpt. Holzschnauz
    Wollte nur mal auf folgendes hinweisen: Da ich mir gerade ein neues Auto zugelegt habe, ist mir natürlich auch noch das wirklich dicke Handbuch in Erinnerung (wenn auch nicht alles).
    Darin heißt es zum Thema Frostschutz: Die Motorkühlung ist werkseitig mit einer Mischung aus aufbereitetem Wasser (destilierten Wasser)und Kühlmittelzusatz befüllt. Das Kühlmittel muss nicht gewechselt werden!
    Als Kühlmittelzusatz wird G12evo, G12++ und G13 angegeben (diese dürfen auch untereinander gemischt werden).

    In meinem VP D2 -55 befindet sich seit 2007 das gleiche Kühlmittel. Probleme hatte ich bisher damit nicht.

    Wer trotzdem wechseln möchte, warum auch immer, kann das natürlich auch machen. Erforderlich ist es nicht.
    (Fahre allerdings bei kaltem Motor nur im niedrigen Drehzahlbereich und lasse dem Motor Zeit warm zu werden).

  10. #10
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    Das war so etwa auch meine Situation und Meinung. Nach der ganzen Geschichte kann ich sagen was ich recherchiert habe:

    - Wie "yippiaye" schon geschrieben hat, verlieren die Kühlmittel mit der Zeit ihre Schutzwirkung was Korosion anbelangt.
    - Wie ich gemerkt habe, bildet sich mit den Jahren eben doch Bodensatz, vor allem im Boiler.
    - Einfach so mischen kann man nicht alle Kühlmittel, die beiden grossen Relegionen heissen "Silikatfrei" und "Silikathaltig", Mischungen werden nicht empfohlen. Kühlmittel gibt es viele unterschiedliche, die Glysantin Website von BASF als Einstieg..
    - Volvo benutzt ein Kühlmittel das teuer und geheimnisvoll ist. Substitut unbekannt, da die Spezifikationen nicht genannt werden. Es ist irgendein Glysantin von BASF, soviel hab ich rausgefunden, vermutlich G48. Sobald ich mehr weiss werd ich posten.


    ERGO: Das Kühlmittel muss gewechselt werden. Wegen dem abflauenden Korrosionsschutz und den Ablagerungen die eben doch entstehen! Silikathaltige Kühlmittel alle 3 bis 5 Jahre.Entweder beim Original von Volvo bleiben oder auf Risiko das alte Mittel entfernen, mit Wasser alles spülen und mit einem neuen befüllen.
    * Alle Angaben wie immer ohne Gewähr

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